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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Amazon -87%, Microsoft +79%? Nachbörsliche Chaos-Kurse an der Nasdaq? Was war da los?

Was war heute Nacht los an der Nasdaq? Gestern war aufgrund des heutigen Feiertags in den USA früher Handelsschluss um 19 Uhr deutscher Zeit statt 22 Uhr. Dann heute Nacht um 0:30 Uhr gab es im extrem späten…

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FMW-Redaktion

Was war heute Nacht los an der Nasdaq? Gestern war aufgrund des heutigen Feiertags in den USA früher Handelsschluss um 19 Uhr deutscher Zeit statt 22 Uhr. Dann heute Nacht um 0:30 Uhr gab es im extrem späten nachbörslichen Handel anscheinend (!) extremste Kursbewegungen bei Nasdaq-Aktien. Viele Werte stiegen oder fielen extrem, und notierten plötzlich alle zum exakt selben Preis von 123,47 Dollar.

Darunter war die Aktie der Nasdaq selbst, aber auch von Alphabet (Google), Microsoft, eBay usw. Die Aktie von Amazon fiel um 87% von knapp unter 1000 auf nun 123,47 Dollar. Da Microsoft vorher regulär viel tiefer notierte, stieg der Kurs um 79%. Was war passiert? In Handelssystemen wurden sogar „Circuit Breaker“ angezeigt, also eine nachbörsliche Handelsunterbrechung aufgrund von zu hoher Volatilität.

Das würde eigentlich bedeuten, dass diese Kursschwankungen real waren. Aber die Nasdaq sagte in einem Statement, dass zu diesen Kursen keine realen Trades ausgeführt wurden – im System der Nasdaq habe es keine Trades zu diesen merkwürdigen Kursen gegeben. Es habe sich um einen Fehler gehandelt. Im Rahmen eines durchgeführten Tests für die Übermittlung von Kursen sei es zu einer Art Panne gekommen. Diese Panne habe sich nur auf die Kursanzeigen von Drittanbietern ausgewirkt, also zum Beispiel Webseiten, die Aktienkurse anzeigen, und diese von der Nasdaq beziehen.

Diese Kurse seien aber nicht real gewesen. Also, wenn sie heute auf irgendeiner beliebigen Finanz-Webseite surfen, und über völlig abwegige Kurse oder Charts mit irrationalen Spikes in Nasdaq-Aktien stolpern sollten, können sie diese ignorieren. Es geht hier also nicht um einen Flash Crash, Fat Finger oder Manipulationen, sondern um Testkurs-Übermittlungen, die sich in der Anzeige von Drittanbietern offensichtlich auf die Anzeigen und Charts der echten Aktienkurse ausgewirkt hatten.

Da darf man sich schon mal fragen, wie so eine Panne passieren kann. Müsste eine Börse wie die Nasdaq für so einen Testlauf nicht besser gewappnet sein? Laut Nasdaq-Statement untersuche man derzeit die „unsachgemäße“ Nutzung von Testdaten, die durch Drittanbieter ausgeliefert werden. Kann ein solcher Fehler von diversen Webseiten gleichzeitig gemacht werden? Kaum vorstellbar. Eigentlich waren gerade erst „Börsenanbieter“ wie „GDAX“ in die Kritik geraten, über die beispielsweise Kryptowährungen wie Ehtereum gehandelt werden. Dort gab es reale Preiseinbrüche übelster Sorte.

Aber der heutige Vorfall wie auch das mehrfache Auftreten des Themas „Flash Crash“ zeigen, dass die alteingesessenen Börsen auch keine perfekten Systeme haben.

2 Kommentare

2 Comments

  1. N.Ritter

    4. Juli 2017 11:10 at 11:10

    Im Zahlungsverkehr und der Wertpapierabwicklung sind die Produktions- und Testsysteme normalerweise voneinander getrennt. Auf Produktionsumgebung zu testen schon mutig 🙂

  2. Buelty

    4. Juli 2017 12:35 at 12:35

    Also die Angezeigten Kurse waren nicht die Echten kurse? Ist das dann nicht der erste Schritt richtung Marktmanipulation? Sehe ich das richtig?

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Aktienrückkäufe: Kontroverses Thema im Detail besprochen

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Der Börsen-YouTuber Jens Rabe bespricht aktuell ausführlich das Thema Aktienrückkäufe. Und er sagt es ganz zu recht. Es ist ein kontroverses Thema! Im Video spricht er die Grundthematik an wie auch das Pro und Contra. Wir meinen: Kurzfristig und vordergründig mögen Aktienrückkäufe für die Aktionäre vielleicht reizvoll sein. Aber langfristig entziehen sie dem Unternehmen Cash, das man besser für Zukunftsinvestitionen nutzen sollte. Auch haben viele US-Konzerne in den letzten Jahren auf Pump (die tollen Niedrigzinsen) eigene Aktien zurückgekauft. Was für ein Wahnsinn. Und dann am Ende landen einige dieser Unternehmen im Voll-Desaster, siehe General Electric. Aber schauen Sie selbst das folgende Video (bitte erst ab Minute 3 gucken, dann ersparen Sie sich das Intro-Gelaber).

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Vapiano: Kurze Pause vom Dauer-Desaster

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Die Vapiano-Aktie ist ein Dauer-Desaster. Kommen die meisten Kunden irgendwann auf den Trichter, dass Kantinen-Flair zu Restaurant-Preisen doch nicht das Wahre ist? Mal ganz zu schweigen vom teilweise langen  Schlangestehen? Da nützt auch kein Olivenbaum mit Holztisch für ein hippes Ambiete, um das grundlegende Problem zu kaschiren? Gut, das mag ein langfristiges Problem sein, ob die Kunden dem angeblich hippen Restaurant-Betreiber auch in Zukunft die Bude einrennen.

Aber schauen wir doch mal zurück bis zum Börsengang von Vapiano. Im Jahr 2017 mit 24 Euro als ersten Börsenkurs hat die Aktie bis heute eine katastrophale Entwicklung hingelegt. Aktuell notiert die Aktie bei 6,03 Euro, was gegenüber gestern Abend ein Plus von 1,69% darstellt. Bei der ganz aktuellen Nachrichtenlage ist das ein Witz. Denn eigentlich hätten heute mal locker +5% drin sein können? Denn immerhin hatte Vapiano heute Nacht etwas Erfreuliches zu verkünden. Zitat:

Am heutigen Tage hat Vapiano die Refinanzierungsverhandlungen zur finanziellen Restrukturierung der Gesellschaft sowie zur weiteren Umsetzung der strategischen Neuakzentuierung erfolgreich abgeschlossen. Die Gesellschaft hat die verbindlichen Kreditzusagen im Gesamtvolumen von rund 30 Mio. EUR von den finanzierenden Banken und den Großaktionären Mayfair Beteiligungsfonds II GmbH & Co. KG, VAP Leipzig GmbH & Co. KG und Exchange Bioset GmbH & Co. KG erhalten. Die finale Dokumentation erfolgt in Abstimmung mit den kreditgebenden Banken bis Mitte Juni 2019.

Zwei Mal schon hatte Vapiano die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses verschoben. Eigentlich sollte es heute so weit sein. Aber aufgrund weiterer Anforderungen an die Dokumentation der ausgehandelten Refinanzierung werde der Jahresabschluss auf den 18. Juni verlegt, wie man es aktuell verkündet hat.

Tja, erstmal 30 Millionen frisch aufs Konto, aber als Kredit wohlgemerkt! Die Begeisterung hält sich aber doch in Grenzen. Nur ein winziges Kursplus. Seit Oktober 2018 befindet sich der Kurs in einem fast komatösen Zustand, seitwärts auf extrem niedrigem Niveau. Dieser heutige Mini-Anstieg ist da noch nicht mal im Chart wahrnehmbar. Ahnen die Aktionäre, dass diese 30 Millionen Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind? Fehlt der Glaube an einen dauerhaften nachhaltigen Erfolg des Konzepts?

Vapiano in Fürth
Vapiano in Fürth. Foto: VAPIANO CC BY-SA 4.0

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Giovanni Cicivelli: Rückschau auf gute Trades und Vorschau auf neue Ideen

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An dieser Stelle nur eine ganz kurze Rückschau und auch Vorschau. Es gibt neue Forex-Ideen für den heutigen Freitag, und auch einiges bei Aktien zu beachten. Wollt ihr das vollständige Video von heute sowie für die kommenden Tage sehen, dann meldet euch einfach hier an. Es ist kostenlos.

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