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Amazon-Aktie der Krisen-Gewinner? Man schaue auf die Google Trends

Claudio Kummerfeld

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am

Beispielbild der Amazon-App - jetzt die Amazon-Aktie kaufen?

Sollte man jetzt die Amazon-Aktie kaufen? Ist das grundsätzlich eine Überlegung wert? Denn gerade in diesen Tagen ist ja der stationäre Einzelhandel abgesehen von Lebensmitteln und Arznei weltweit extrem stark eingeschränkt. Foglerichtig sollten wohl viele Menschen online einkaufen, weil sie sogar Angst davor haben im Supermarkt in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen? Fakt ist: Trotz weiterlaufender Lebensmittelversorgung in den Supermärkten sind die Google-Suchanfragen nach Lebensmittellieferungen über Amazon explodiert. Schauen wir uns das mal an.

Was uns die Google Trends über Amazon verraten

Hier sehen wir aktuelle Daten aus den Google Trends (dank Kryptoszene sind wir aktuell darauf gestoßen mal nachzuschauen). Sie zeigen, wie sehr die Suchaktivität über Google nach bestimmten Suchbegriffen zu- oder abnimmt. Hier sehen wir für die USA für die letzten 90 Tage den Verlauf nach dem Suchbegriff „amazon delivery“, also Lieferung durch Amazon. Lag der Indexwert (der Trend-Score zeigt das relative Suchvolumen) am 11. März noch bei 11, so schnellte er bis zum 17. März auf die volle Punktzahl von 100 hoch, und liegt jetzt mit 54 immer noch auf einem hohen Niveau.

Beim Suchbegriff „amazon food“ für die letzten 90 Tage in den USA ging der Wert von 38 auf volle 100 Punkte rauf, wo er auch immer noch an der Decke hängt mit aktuell 93 Punkten. Man darf vermuten, dass Amazon extrem gute Umsatzzahlen für das 1. Quartal präsentieren wird? Übrigens wurde auch unlängst bekannt, dass Amazon nur in den USA 100.000 neue Mitarbeiter einstellen will. Und das dürften wohl keine Arbeiter sein, die alle nach ein paar Wochen Krise wieder vom Hof gejagt werden.

Was passiert nach der Krise?

Man kann es natürlich auch so sehen: Jetzt erlebt Amazon einen Mega Push, aber nach der Krise erwacht der stationäre Einzelhandel ja wieder zum Leben, und bei Amazon gehen die Umsätze auf das vorige Normalmaß zurück. Gerade in den USA könnte es anders laufen. Denn trotz angekündigter Billionen-Hilfen darf man annehmen, dass zahlreiche kleine und mittelgroße Einzelhändler es nicht durch die Krise schaffen – zumal sie nach der Krise mit deutlich mehr Bankschulden da stehen werden als vorher! Verlieren viele auch einfach die Lust, nach der Krise mit deutlich mehr Schulden an der Backe weiterhin um jeden Cent zu kämpfen, wo ihre Geschäftsmodelle auch vorher schon kaputt waren? Und die Konsumenten könnten jetzt in der Krise, wo sie Amazon sogar für Lebensmittel-Lieferungen nutzen, auf den Geschmack kommen. Gelingt es Amazon in dieser Krise zügig und zuverlässig zu liefern, könnte das Unternehmen auch nach der Krise immens profitieren – und den US-Einzelhandel noch mehr in die Ecke drücken als ohnehin schon. Auch im Ausland könnte es ähnlich für Amazon laufen.

Ein Blick auf die Amazon-Aktie

Es lohnt sich die letzten Wochen zu vergleichen. Der große Aktien-Crash begann am 20. Februar. Seitdem hat die Amazon-Aktie bis jetzt 12,4 Prozent verloren. Der große Gesamtmarktindex S&P 500 hat im selben Zeitraum aber 27 Prozent verloren. Der Chart zeigt den direkten Vergleich. Zahlreiche Anleger riechen also womöglich schon diesen Braten, und die Amazon-Aktie läuft besser als der Markt in dieser Krise. Wird das Unternehmen danach robuster und größer da stehen als vorher? Gut denkbar! Aber machen Sie sich dazu bitte Ihre eigenen Gedanken, denn wir wollen hier keine Kaufempfehlung aussprechen.

Amazon-Aktie vs S&P 500
Seit Ende Februar sieht man hier den Verlauf der Amazon-Aktie gegen den S&P 500 auf CFD-Basis. Die Aktie läuft deutlich besser.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Bettonwood

    25. März 2020 19:29 at 19:29

    Dafür solche die kaum etwas verdienen…aamazone mit KGV 79 ist auch Supergünstig…Wer glaubt Amazon werde weiter wachsen können und irgendwann ein vernüftiges KGV erreichen dem sei doch die Geschichte von Standart Oil und Rockefeller in Erinnerung zu rufen der übrigens deutlich beliebter als Jeff der Lacher war…

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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