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Amazon-Aktie: Immer nur auf die reine Größe zu schauen kann zum Verhängnis werden

Steigende Kurse, gigantische Marktkapitalisierung. Vor allem die Amerikaner lieben große Zahlen, große Summen, große Show. Das ist erst einmal nichts Schlechtes. Das reine Schauen auf Größe kann aber…

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Von Claudio Kummerfeld

Steigende Kurse, gigantische Marktkapitalisierung. Vor allem die Amerikaner lieben große Zahlen, große Summen, große Show. Das ist erst einmal nichts Schlechtes. Das reine Schauen auf Größe kann aber zum Verhängnis werden. Wir hatten schon mal darüber geschrieben, und tun es hier und heute erneut. Denn in den USA ist es derzeit ein großes Thema, wie es Zerohedge auch in einem aktuellen Artikel auf den Punkt bringt: WOW, Amazon hat jetzt mit 355 Milliarden US-Dollar eine größere Marktkapitalisierung als das gigantische Firmenkonglomerat von Warren Buffett, Berkshire Hathaway mit „nur“ 354 Milliarden Dollar.

Auch den größten US-Einzelhändler Wal Mart hatte man schon hinter sich gelassen mit „nur“ 232 Milliarden Dollar. Vor allem auf den Berkshire-Vergleich bezieht sich die aktuelle Amazon-Hysterie in den USA. WOW, die sind an Berkshire „vorbeigezogen“. Dabei hat so etwas gar keine Bedeutung. Wichtiger als der pure Gesamtwert eines Unternehmens ist unserer Meinung nach, und da werden uns Langfristinvestoren wohl zustimmen, die Relation von Firmenwert zum Firmengewinn.

Erwirtschaft ein gigantisch großer Konzern überhaupt einen anständigen Gewinn, damit ein Investment in die Aktie mehr bringt als ein Investment in eine US-Staatsanleihe? Gut, aktuell hinken die Vergleiche zwischen Aktien und Anleihen, aber es geht hier um eine grundsätzliche Fragestellung. Bei einem entsprechend extrem großen Kursrisiko sollte der Anleger mit einer vernünftigen Dividendenrendite honoriert werden – und auch das KGV, also die Relation von Aktienkurs und Gewinn, sollten langfristig halbwegs in Ordnung sein. Da haben wir bei Amazon schon das erst Problem. Die Firma zahlt bis dato immer noch gar keine Dividende! Also kann man sagen: Anleger die auf schöne konstante Ausschüttungen aus sind, wird man bei Amazon gar nicht finden. Somit hat man es hier mit Anlegern zu tun, die nur höhere Kurse im Sinn haben.

Apple wird von Zerohedge als Aktie auf dem absteigenden Ast mit roten Abwärtspfeil bei der Marktkapitalisierung gekennzeichnet. Also soll wohl suggeriert werden, dass Apple und Amazon sich im Gesamtwert der Firma aufeinander zubewegen. Mag sein, aber Apple ist fundamental betrachtet eine spottbillige Firma. Und gleichzeitig ist Amazon schon lange kein StartUp mehr, dem man gigantische KGVs oder sogar Verluste verzeihen würde.

Die Amazon-Aktie hat derzeit ein für 2016 zu erwartendes KGV von 137. Verdammt, verdammt, verdammt teuer für so eine großvolumige Aktie mit 355 Milliarden Dollar Gesamtwert. Apple als noch viel größerer Wert mit 531 Milliarden Dollar Wert hat ein lächerlich günstiges KGV von 11. Als Kritiker verweist man bei Werten wie Amazon immer wieder gerne auf die Gefahr, dass bei einem derart überteuerten Verhältnis der Aktienkurs für einen extremen und plötzlichen Absturz sehr anfällig ist. Aber solange der Kurs immer weiter steigt, steht man als Kritiker natürlich erstmal blöd da. Bis der Knall kommt. So ein Anstieg kann theoretisch immer so weiter gehen, wenn sich ständig neue Kaufwillige finden.

Aber wir können nur warnen oder ermahnen: So schön die Kursanstiege auch sind, und so sehr wir jedem seinen Kursgewinn auch gönnen: Ein möglicher Rückschlag, vor allem vor dem Hintergrund einer völlig überteuerten Bewertung (gemessen am KGV), könnte ziemlich deutlich ausfallen. Irgendwann, eines Tages, so muss es „normalerweise“ zwangsläufig kommen, gleichen sich die KGVs immer „normalen“ Bewertungen an, wie z.B. bei Apple, im Bereich von 8, 11, 15 oder 20. Nur wie? Fällt die Aktie? Explodieren die Gewinne? Oder passiert beides in einem gewissen Umfang? Aber wie gesagt, so ein Hype kann theoretisch ewig anhalten. Die Geschichte lehrt aber, dass solche Hypes eben nicht ewig dauern.

Amazon-Aktie
Die Amazon-Aktie seit 2013.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    12. Juli 2016 16:25 at 16:25

    Die amazon Aktie ist seit letztem Jahr extrem angestiegen. Ich hatte sogar mal mit einem Investment spekuliert, derzeit kommt das aufgrund der Überbewertung nicht in Frage.

    Bei Alphabet (Google) mag der Börsenkurs ja noch gerechtfertigt sein, da deren Geschäft zweifellos gut läuft, bzw. die letzten Jahre immer gut gelaufen ist. Aber bei Amazon sehe ich das einfach nicht.

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      12. Juli 2016 16:47 at 16:47

      Breit ist der Weg der Masse in die Verdammnis. Tesla ist auch so eine Modeaktie, mit Elon Musk als Oberguru. Er schafft es, seine Jünger immer wieder in einen Kaufrausch zu versetzen, trotz grottenschlechter Zahlen. Es kann noch eine ganze Weile so weitergehen, aber früher oder später ist die Party vorbei und dann möchte ich nicht mit im Boot sitzen (langfristig schon zweimal nicht).

  2. Avatar

    hg

    12. Juli 2016 21:33 at 21:33

    Noch ein ergänzender Gedanke: Ich glaube mich zu erinnern, dass früher immer noch das Argument kam, dass Amazon einfach den Schalter umlegen könnte und die Gewinne ausweisen (und dann ggf. auszahlen) anstatt so brutal zu wachsen. Sie erwirtschaften ja riesige operativ Gewinne, investieren diese nur sofort wieder.
    Insbesondere aus dem AWS-Teil sollte das gut möglich sein. Das ist wohl die Hoffnung der Investoren.

  3. Avatar

    Markus

    15. November 2017 08:33 at 08:33

    Wenn mal einmal bei Amazon verkauft hat, erkennt man, dass das Amazon Verkaufsmodell so viel Gewinn abwerfen muss, dass früher oder später eine Dividende anfallen wird. Und wenn nicht, wird man mit steigenden Kursen honoriert. Eine Firma die mindestens 15% an allen Verkäufen verdient die auf ihrer Plattform getätigt werden, und das sind aktuell 75% aller Verkäufe die im Internet getätigt werden kann keine Verluste machen. und Achtung: Das sind nicht 15% auf die Einlagen sondern 15% auf das komplette Verkaufsvolumen im Internet! Wenn man hier noch die Kosten / Clicks aufsummiert die Amazon verdient (ja, Amazon kassiert auch wie Google pro Click auf promotete Artikel und das sind so ungefähr alle die ganz oben erscheinen) und dass von Amazon gekaufte Artikel erst nach 120 Tagen bezahlt werden und dass nicht verkaufte Artikel ohne Angaben von Gründen an die Provider zurückgegeben werden dürfen, dann ergibt das ein rundes Geschäft das 100% verlustsicher ist.

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Markus Koch im Interview mit Dr. Jens Ehrhardt – Markt war überkauft

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Markus Koch spricht im folgenden aktuellen Interview mit Dr. Jens Ehrhardt über die aktuelle Börsenlage. Dr. Ehrhardt ist der Meinung, dass die Börse zuletzt überkauft war, und dass die Kurse deswegen gerade zurückkommen. Das Thema Optionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesprochen werden im Interview technische wie auch fundamentale Faktoren.

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Wer an der Börse seine Gefühle ausschaltet, gewinnt! – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über.

Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen.

Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein entsprechendes Auto fuhren. Studien haben diesen Zusammenhang mehrfach belegt.

Investieren Sie nicht in der Branche, in der Sie arbeiten

Für die Entstehung einer Lieblingsaktie oder einer Lieblingsbranche ist auch oft unser ausgeübter Beruf von Relevanz. So habe ich jahrelang in meinen Depots Bank-Aktien übergewichtet, weil ich ein Kind der Branche bin. Hier fühlte ich mich wohl, hier kaufte ich gerne. Richtig clever war diese Übergewichtung freilich nicht, wie die Performance vieler Bank-Aktien im Rückblick zeigt. Ich habe Zeit gebraucht, um diesen Wirkfaktor zu verstehen und schließlich abzuschalten.

Ein ähnliches Beispiel: Ein Ingenieur im Maschinenbau wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein Depot erheblich mit Aktien dieser Branche befüllen. Er liebt die Arbeit, die er tut. Er mag die Produkte, mit denen er arbeitet. Folglich liebt er auch

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Dax und die Risikoaversion – aktuelle Analystenmeinungen

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Risikoaversion und der Dax - wie geht es weiter?

Werden Dax, Dow und Co nach dem jüngsten Kursverlusten weiter fallen? Risikoaversion (auch Risk Off genannt) ist das Wort der Stunde, also die Flucht in den sicheren Hafen namens US-Dollar und hochwertige Anleihen, in Zeiten immer weiter steigender Corona-Ängste, welche die wirtschaftliche Erholung gefährden. Hier zunächst zwei aktuelle Video-Beiträge von Jochen Stanzl von CMC Markets:

Milan Cutkovic

Hier drucken wir die aktuelle Meinung von Milan Cutkovic ab, Marktanalyst bei Axitrader:

Die Börsen wurden zum Start in die neue Handelswoche von der Realität eingeholt. Dank des billigen Geldes der Notenbanken, drastischer Stützungsmaßnahmen der Regierungen weltweit sowie einer starken Nachfrage nach den Technologieaktien als Pandemie-Gewinner kannte der Aktienmarkt in den vergangenen Monaten nur den Weg nach oben. Die jüngsten Corona-Warnungen nach dramatisch steigenden Infektionszahlen sind nun eine kalte Dusche für die Investoren und die Erinnerung daran, dass wir uns weiterhin inmitten einer globalen Pandemie befinden.

Dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Herbst wieder steigen würde, wurde generell erwartet. An den Aktienmärkten bestand jedoch die Hoffnung, dass die Regierungen die Situation nun deutlich besser unter Kontrolle haben und weitere Lockdowns nicht nötig sein würden. In Großbritannien aber kalkuliert die Regierung aber bereits wieder mit einem solchen Szenario und bereitet weitere landesweite Restriktionen vor. Es besteht die Sorge, dass weitere Länder in Europa dem Beispiel folgen werden und die Wirtschaft erneut zum Stillstand kommt.

In den USA steht kein Durchbruch im Ringen um ein neues Corona-Hilfspaket in Sicht. Für die Anleger ist dies frustrierend, vor allem nach dem die Federal Reserve nicht weit genug ging. Ohne weitere Stimulus-Maßnahmen der Regierung könnte die Konjunkturerholung auf der anderen Seite des Atlantiks ins Stocken geraten.

Auch am Devisenmarkt ist in naher Zukunft mit erhöhter Volatilität zu rechnen. Neben der Pandemie dürften die US-Präsidentschaftswahl, die Brexit-Verhandlungen und geopolitische Spannungen die Wechselkurse wieder stärker bewegen. Aktuell sind aufgrund der Risikoaversion vor allem der US-Dollar und der japanische Yen gefragt.

Jasper Lawler

Jasper Lawler von LCG sagt aktuell (hier auszugsweise zitiert), dass er heute die Reaktion der Anleger auf den gestrigen großen Risiko-Off-Tag an allen Märkten, den so genannten „Battery Day“ von Tesla und die Aussage des Fed-Vorsitzenden Jay Powell beobachten werde. Der gestrige Tag sei ein klassischer Risiko-Off-Moment gewesen, an dem Aktien und Kryptowährungen einbrachen, während Staatsanleihen, der US-Dollar und der Yen zulegen konnten. Tech-Aktien würden sich seit einigen Wochen zurückziehen, aber gestern sei der Ausverkauf breiter gewesen, da die Industrieunternehmen im Dow schwer getroffen wurden. Der Silberpreis fiel am Montag an einem Punkt um 10%.

Einige Marktteilnehmer hätten auch argumentiert, dass das traurige Ableben der Richterin Ruth Bader Ginsburg und der Streit um ihre Nachfolge im Obersten Gerichtshof ein neues US-Konjunkturpaket noch unwahrscheinlicher gemacht habe. Wenn der Rückgang nur auf die Stimmung zurückzuführen ist, dann erhöhe dies die Chance auf einen Rückschlag am nächsten Tag – auch wenn einige wichtige technische Niveaus, darunter die 50 DMA im S&P 500 nachgegeben haben – dies begünstige weitere Abwärtsbewegungen.

Teslas Battery Day sei zum Teil ein PR-Gag, und zum Teil etwas Wesentliches für die Zukunft der Elektrofahrzeuge. Jede neue Generation von Tesla-Batterien sollte in der Lage sein, mehr Energie zu speichern und eine längere Lebensdauer zu haben – und damit die Reichweite und Kosten von Elektrofahrzeugen auf ein Niveau zu bringen, das von der breiten Masse akzeptiert werde.

Jasper Lawler weist auch darauf hin, dass Jerome Powell heute Nachmittag bei einer von drei Gelegenheiten in dieser Woche vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses über das CARES-Gesetz aussage – d.h. über das erste Konjunkturpaket. Für Großbritannien wird erwartet, dass Premierminister Boris Johnson gegen Mittag in einer Erklärung vor dem Unterhaus weitere Sperrmaßnahmen ankündigen wird.

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