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Amazon, Google, Facebook: Ein gemeinsames Erfolgsgeheimnis!

Amazon, Google und Facebook sind in ihren Bereichen „die“ Weltkonzerne und Marktführer schlechthin. Warum sind sie so erfolgreich, und wachsen selbst bei ihrer jetzigen Größe dennoch immer weiter? Was ist ihr Erfolgsgeheimnis…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Amazon, Google und Facebook sind in ihren Bereichen „die“ Weltkonzerne und Marktführer schlechthin. Warum sind sie so erfolgreich, und wachsen selbst bei ihrer jetzigen Größe dennoch immer weiter? Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Gibt es bei allein drei Unternehmen vielleicht Gemeinsamkeiten? Ich meine JA. Da gibt es nämlich eine entscheidende Gemeinsamkeit. Hierzu erst einmal ein kurzer Ausflug ins Fernsehen.


Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Foto: Presidência do México/Wikipedia (CC BY 2.0)

Haben Sie schon mal die Sendung „Die Höhle des Löwen“ gesehen, wo mehrere Investoren Geschäftsmodelle von Gründern bewerten und entscheiden, ob sie in deren Unternehmen investieren? Da gab es nämlich mal Gründer, die eine Webseite aufgebaut hatten, über die sie Nachhilfestunden anboten. Der Kommentar eines des potenziellen Investoren hierzu war letztes Jahr sinngemäß: Er investiere bei Internetprojekten nicht in Inhalte, sondern nur in Marktplätze.

Und genau das ist meiner Meinung nach das Erfolgsgeheimnis der großen drei, Amazon, Google und Facebook. Alle drei produzieren selbst nichts. Sie forschen nicht nach neuen Produkten, sie entwickeln nichts, die vermarkten nichts. Auch wenn beispielsweise Amazon eigene Lager hat, so stellt die Firma selbst nichts her. Auch nimmt man immer mehr externe Onlinehändler in sein Angebot auf, von daher ist Amazon ein echter Marktplatz.

Man kann es gut vergleichen mit dem Betreiber eines Flohmarkts oder Wochenmarkts. Der Veranstalter kassiert von jedem Standbetreiber eine Gebühr. Ob die einzelnen Standbetreiber mit ihren Produkten auf dem Markt Gewinn machen, ist dem Veranstalter herzlich egal. Er muss nur dafür sorgen, dass der Marktplatz selbst möglichst groß ist, dass viele Anbieter da sind, dass die Kunden einfach dorthin finden, immer wieder kommen und ihn weiter empfehlen.

Der Veranstalter des Marktplatzes muss also eine einfache, gut erreichbare und benutzbare Infrastruktur zur Verfügung stellen. Amazon bietet einen Marktplatz für Waren. Google bietet einen Marktplatz für Informationen. Facebook bietet einen Marktplatz für Menschen. Auch wenn es komisch klingen mag, aber so ist es eben. Alle drei produzieren aber letztlich nichts! Die Angebote und Produkte auf diesen Marktplätzen kommen von externen „Produzenten“. Blendet man bei Google mal die aus heutiger Sicht erfolglosen Vorgänger wie Yahoo und Webcrawler aus, dann waren alle drei Giganten (Amazon, Facebook, Google) die ersten Anbieter in ihrer Branche, und sind möglichst rasch und kräftig gewachsen.

Ob sie die besten Anbieter sind, spielt keine Rolle. Denn wer der erste ist, schnell wächst, stetig besser wird und die Konkurrenz platt macht (oder einfach aufkauft), hat seinen Platz an der Sonne sicher. Ob das ewig so bleibt, weiß im Augenblick niemand. Aber beispielsweise Facebook entwickelt seine Oberfläche stetig weiter, wird immer besser und interaktiver nutzbar. Auch die Vernetzung der Mitglieder wird immer größer, und immer mehr Menschen und Firmen sind dort mit ihren Inhalten präsent. Das macht es zukünftigen Konkurrenten immer schwieriger mit eigenen Plattformen überhaupt noch gegen Facebook antreten zu können.

Der Betreiber eine Flohmarkts hat in der Theorie gar keine Fixkosten, außer der eintägigen Miete für die Fläche, auf der der Flohmarkt stattfindet. Wenn er die Miete kennt und dann die Standgebühren dagegen rechnet, kann er sich seinen Gewinn gut kalkulieren. Natürlich ist es bei den drei großen Konzernen etwas komplizierter. Aber vom Grundprinzip her ist es ähnlich. Man muss keine Fabriken mit zehntausenden Mitarbeitern bezahlen, keine teuren Industrieprodukte entwickeln, keine Rohstoffe einkaufen, die dann erst weiter verarbeitet werden müssen.

Man muss lediglich seine Kosten für IT (Server-Farmen) und Personal im Blick behalten. Wächst der Marktplatz auf der Einnahmenseite aber ständig weiter, kommen am Ende tolle Gewinne heraus. Und genau das scheint hier der Grund zu sein, warum die drei Großen so gute Gewinne machen, und diese auch stetig ausbauen können. Man muss eben nur am Ball bleiben, den „Marktplatz“ stetig weiter entwickeln und Käufer/Anbieter des Marktplatzes immer bei Laune halten. Wie gesagt: Ob die drei die besten sind, weiß niemand. Sie waren aber die ersten, und haben mit Kraft und Geschwindigkeit ihre Nische besetzt.

Das Marktplatzmodell kann man auf andere Branchen übertragen. So zum Beispiel auf eBay. Was könnte für eBay oder Amazon eine Gefahr sein? Dass sich das Konsumentenverhalten ändert, und die Kunden auf den Online-Portalen der einzelnen Produktanbieter shoppen. Die Gefahr besteht, aber momentan hat Amazon beispielsweise in den USA schon einen Marktanteil von mehr als 50%. Es ist zu vermuten, dass die Bequemlichkeit des Online-Käufers Amazon weiter in die Hände spielen wird. Weil man wie gesagt als erster da war, profitiert man von der Bequemlichkeit der Kunden. Wer hat schon Lust sich bei jeden neuen Klamotten-Kauf jedes Mal in einem einzelnen Onlineshop neu zu registrieren? Man hat doch seinen Amazon-Account. Da kriegt man doch eh alles, werden sich viele Konsumenten sagen.

Das Prinzip „Marktplatz“ ist zumindest ein Erfolgsgeheimnis. Das haben alle drei gemeinsam!

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Trigo

    28. April 2017 17:44 at 17:44

    „Die“ Weltkonzerne und Marktführer in Steuervermeidung! …. Das Prinzip“ Steuervermeidung“ ist zumindest ein Erfolgsgeheimnis. Das haben alle drei gemeinsam! ?

  2. Avatar

    klempner

    28. April 2017 18:02 at 18:02

    fugi, was sagt uns das für deinen laden? du musst marktplatz sein anstatt uns jeden tag deine bärensicht vorzukauen. hol noch mehr borns, rißes, losslesses etc auf deine seite und knall uns die birne zu a la godmodetrader. irgendein huhn findet immer ein korn.

    • Avatar

      Lars

      28. April 2017 18:40 at 18:40

      Wie höflich, respektvoll und sachlich. Hört sich an wie ein Klempner mit Vierkantschlüssel-Kopf (frei nach Konstantin Wecker) ;)

  3. Avatar

    jori

    28. April 2017 18:09 at 18:09

    <>

    Nein.
    In aller Kürze:
    Beispiel Amamzon:
    <>

    Beispiel google:
    <>

    Facebook ist ebenfalls auf dieser Schiene:
    https://www.forbes.com/sites/bernardmarr/2016/12/29/4-amazing-ways-facebook-uses-deep-learning-to-learn-everything-about-you/3/#29fc8d5a23c2

    Genau diese genannten Drei sitzen auf den Resourcen der Zukunft und entwicken das Know-How, dieses wirklich zu nutzen…
    Oder wie es Andrew Ng, einer der angesehenen Experten für artificial intelligence ausdrückt: „AI is the new electricity…“

    • Avatar

      jori

      28. April 2017 19:26 at 19:26

      Tja, da wurden einige Zitate ausgefiltert:

      „Alle drei produzieren selbst nichts. Sie forschen nicht nach neuen Produkten, sie entwickeln nichts, die vermarkten nichts“

      Amazon ist einer der weltgrössten Cloudservice-Anbieter:
      „Amazon Web Services (AWS) ist ein US-amerikanischer Cloud-Computing-Anbieter, der 2006 als Tochterunternehmen des Online-Versandhändlers Amazon.com gegründet wurde. Zahlreiche populäre Dienste wie beispielsweise Dropbox, Netflix, Foursquare oder Reddit greifen auf die Dienste von Amazon Web Services zurück. AWS ist Stand 2017 der führende internationale Anbieter im Cloud Computing“

      Google hat neben vielen anderen Projekten Tensorflow, ein hervorragende Bibliothek für AI:
      „TensorFlow ist eine plattformunabhängige Open-Source-Programmbibliothek für künstliche Intelligenz bzw. maschinelles Lernen im Umfeld von Sprache und Bildverarbeitungsaufgaben. In der Forschung und im Produktivbetrieb wird sie derzeit von verschiedenen Teams in kommerziellen Google-Produkten wie Spracherkennung, Gmail, Google Fotos und der Google Suche verwendet[1]. Viele dieser Produkte benutzten früher die Vorgängersoftware DistBelief. TensorFlow wurde ursprünglich vom Google-Brain-Team für den Google-internen Bedarf entwickelt und später unter der Apache-2.0-Open-Source-Lizenz veröffentlicht.“

      Tatsächlich gehen viele der besten Leute in diese Firmen, weil sie führend in der Entwicklung sind…

      • Avatar

        Lars

        28. April 2017 19:58 at 19:58

        Und wer genau benötigt eigentlich essentiell Cloud-Computing, außer Datenschnüffler, Datensammler als Konsequenz Spam-Werbemail-Schleudern?
        Was und wem nutzt AI zur Spracherkennung, wenn es perfektes Hochdeutsch voraussetzt und bei kleinsten Dialekten komplett versagt?

        Welchen prozentualen Anteil an den Konzernumsätzen haben die genannten Randsparten AWS und TensorFlow?

  4. Avatar

    Mr. Jones

    28. April 2017 18:29 at 18:29

    Amazon, Google und Facebook sind Unternehmen. Das war’s. Keine Beziehung zur Wirtschaft, reine Statistik, nichts lebendiges, alle tote Unternehmen. Amazon nie einen Gewinn, Google ? fraglich, Facebook User 1:10. Alles Fake.

    • Avatar

      Dieter G.

      30. April 2017 00:45 at 00:45

      Keine Beziehung zur Wirtschaft??? Schau mal nach mit welchem CMS FMW betrieben wird. Schau Dir die enge Verflechtung von Google und Webentwicklern an. Noch mehr Leben geht da nicht mehr.

      • Avatar

        Michael

        1. Mai 2017 17:40 at 17:40

        @Dieter G.
        Ich bin Webentwickler und kann Ihnen daher (noch) lebhaft versichern, dass man bei der Verflechtung von Google zu uns nicht wirklich von Leben sprechen kann.
        Das CMS, von dem Sie sprechen, wurde vom bunten Hai kurzerhand geschluckt und dafür missbraucht, „neue, tolle, unwiderstehliche“ Standards beim Webdesign zu schaffen.
        Google bindet und verflechtet Kunden von uns Webentwicklern und -designern, indem Websites nicht mehr gefunden werden, sofern diese dem „Leben“ nicht mehr entsprechen, wie es sich Google vorstellt.
        Kunden setzen uns Webdesigner und -entwickler unter Druck, die Seiten für Goooooooooooooogle, und sonst keine andere Suchmaschine umzusetzen.

        Als das Internet noch frei und voller Leben war, hat man nach Themen und verschiedenen Meinungen in zahlreichen Suchmaschinen geforscht. Heute googelt man…
        Googeln Sie mal danach, ob Google ein angehobener Monopolist ist ;)

        Das ist keine freie Marktwirtschaft, das ist keine Chance für andere! Das ist dichtester Filz im Beziehung zur Wirtschaft.

        Aber: Noch mehr Leben geht da nicht mehr?????????????

  5. Avatar

    klempner

    28. April 2017 18:37 at 18:37

    markus, problematisch ist deine vermischung von nachricht und meinung. deine nachrichten sind gut, deine meinung schlecht. die mischung ist für trader tötlich. bitte trenn beides sauber.

    • Avatar

      Lars

      28. April 2017 18:53 at 18:53

      Trader sollten schon soweit erwachsene Menschen sein, dass sie
      – Meinungen von Nachrichten unterscheiden können
      – sich auf mehreren Portalen ihre Informationen holen

      Außerdem wurde dieser Artikel von Claudio Kummerfeld, und nicht von „Fugi“ verfasst und ist Meinung nach ein Marktkommentar und keine Nachricht. Hier werden ja ganz eindeutig keine Zahlen, Daten, Fakten gelistet.

    • Avatar

      m.d

      28. April 2017 23:13 at 23:13

      mensch klempner ich liege auch falsch mit meinen trades. suche aber keinen schuldigen.

  6. Avatar

    PK

    29. April 2017 08:54 at 08:54

    ich weiss noch, wie falsch ich damals beim GOOGLE IPO deren Marktentwicklung eingeschätzt hab und den Aktienkurs für überteuert gehalten hab nach dem Motto, eine Suchmaschine ist doch völlig austauschbar…

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Daniel Stelter: Buchauszug über konkrete Lösungsansätze zur Coronakrise

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Typisches Bild in der Coronakrise

Diese Woche hat sich die Bundesregierung dazu entschieden, dass man die betroffenen Betriebe des zweiten Lockdowns im November mit einer Umsatzausfallzahlung unterstützen wird, und nicht mit Krediten. Genau diese jetzt beschlossene Maßnahme hatte der Buchautor und anerkannte Wirtschaftsexperte Daniel Stelter (hier finden Sie seine Webseite) schon vor Monaten im Detail erläutert und vorgeschlagen. An dieser Stelle drucken wir mit freundlicher Genehmigung einen Auszug seines hochinteressanten Buches Coronomics: Nach dem Corona-Schock: Neustart aus der Krise ab, welcher im „Campus Verlag Frankfurt/New York“ erschienen ist. Absolut empfehlenswert, nehmen Sie sich die Zeit!

Künstliches Koma für die Wirtschaft

Es mangelt nicht an Programmen, die Notenbanken und Staaten weltweit ankündigen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie aufzufangen. Dabei kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Verantwortlichen die gewaltigen Schäden zwar erahnen und entsprechend großzügig und kämpferisch agieren, zu- gleich aber nicht so richtig wissen, wo sie ansetzen sollen. Einen Vorwurf kann man ihnen daraus nicht machen, ist es doch eine für uns alle neue Situation. Zwar gibt es die Lehren aus der Finanzkrise, doch diese passen nicht. Heute genügt es nicht, die Bilanzen der Banken zu sanieren – durch Kapitalzuschuss, durch Manipulation der Vermögenspreise nach oben und durch Schönen der Bücher. Stattdessen muss man echte Einnahmen ersetzen. Das ist ungleich schwerer zu organisieren und vor allem ungleich teurer.

Die Politik setzt auf Liquiditätshilfen

Die Politik setzt nicht nur in Deutschland auf Liquiditätshilfen. Als ich diese Zeilen schrieb, war Folgendes angekündigt:1

• Ein Hilfspaket von 50 Milliarden Euro für Soloselbstständige und andere Kleinstfirmen. Selbstständige und Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten bis zu 9000 Euro, Selbstständige und Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten erhalten bis zu 15000 Euro. Außerdem erhalten Selbstständige leichter Zugang zur Grundsicherung (Hartz IV), wobei die Vermögensprüfung für sechs Monate ausgesetzt wird.
•Anpassung der Kurzarbeiterregelung: Betroffene Unternehmen können Lohnkosten und Sozialabgaben von der Bundesagentur für Arbeit bezahlen lassen. Leiharbeitnehmer sind künftig einge- schlossen und es müssen nur zehn Prozent der Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen sein, damit die Regelungen greifen. Zugleich wird eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes diskutiert.
• Unbegrenztes »Milliarden-Schutzschild« für Betriebe und Unternehmen. Über ihre Hausbanken erhalten Unternehmen Zugang zu Krediten und Bürgschaften der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Dazu gründet der Staat einen »Wirtschaftsstabilisierungsfonds«, der 400 Milliarden Euro für Bürgschaften und 100 Milliarden Euro für »Kapitalmaßnahmen«, also direkte staatliche Beteiligungen, umfasst.
•Steuerstundungen auf Antrag, wenn Unternehmen »unmittelbar vom Corona-Virus betroffen sind«. Bis Ende des Jahres 2020 wird auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge verzichtet. Auch die Voraussetzungen, um Vorauszahlungen von Steuerpflichtigen anzupassen, werden »erleichtert«.

Abgesehen von den Direkthilfen für Kleinunternehmen und Selbstständige handelt es sich um Liquiditätshilfen in Form von Krediten und Staatsbeteiligungen. Diese laufen über die Hausbanken der Unternehmen, die die Finanzlage am besten kennen. Die Banken müssen jedoch bei der Vergabe der Kredite, die sie von der KfW durchreichen, darauf achten, dass der Schuldner kreditwürdig ist. Dies auch, weil sie zehn Prozent der Summe aus eigenen Mitteln ausreichen müssen. Die Folge: Es häufen sich die Probleme mit der Kreditvergabe, weil die Sicherheiten und die Ertragskraft der Unternehmen nicht ausreichen. Die Banken forderten deshalb schon Anfang April 2020 eine völlige Freistellung von den Risiken.2 Dies zu Recht, haben wir doch bereits gesehen, dass das europäische Bankensystem – und auch die deutschen Banken – durch Finanzkrise und Nullzinspolitik nachhaltig geschwächt sind.

Doch was bedeutet es, wenn Banken keine Kredite vergeben wollen, obwohl sie nur zehn Prozent des Risikos tragen sollen? Es bedeutet, dass die Banken es für äußerst unwahrscheinlich halten, dass die Unternehmen in der Lage sind, die Kredite zu bedienen. Wenn nun der Staat die Risiken zu 100 Prozent übernimmt, ändert das nichts am eigentlichen Kernproblem der Maßnahmen. Diese laufen darauf hinaus, dass die betroffenen Unternehmen Schulden machen und im Extremfall den Staat als stillen Eigentümer bekommen. Nicht selten dürften die Schulden den Unternehmer überlasten. Und wer hat schon gern den Staat als Eigentümer? Deshalb ist die rationale Entscheidung jedes Unternehmens, diesen Punkt so weit wie möglich zu vermeiden. Dies bedeutet: Kosten senken, so schnell es geht, also Entlassungen und Auftragsstornierungen, was den Abschwung verstärkt. Anders als es die Schlagzeilen zu den großen Beträgen suggerieren mögen, wirkt das Programm nicht, wie es sollte.

Ein Systemwechsel als unvermeidliche Folge?

Hinzu kommt, dass die staatliche Rettung, wenn sie in dieser Form organisiert wird, unsere Wirtschaftsordnung massiv verändert. Wir beschreiten einen Weg zu einer immer stärker staatlich dominierten Wirtschaft, was nur umso wahrscheinlicher wird, je länger die Krise andauert und je tiefer der Einbruch der Wirtschaftstätigkeit ist. Nicht wenige Beobachter sehen darin einen guten Weg, weil es ja nur richtig sei, dass der Staat als Gegenleistung für seine Hilfe einen Anteil an Unternehmen bekommt. Dabei wird gern auf die Finanzkrise Bezug genommen und angemerkt, dass es nur so möglich sei, sicherzustellen, dass wir nicht wieder eine Situation haben, in der wir Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren.

Diese Logik hinkt aber. Während die Unternehmen, die in der Finanzkrise in Schwierigkeiten gerieten, diese selbst zu verantworten hatten, ist es diesmal eine Krise, die alle unschuldig trifft, wenn auch unterschiedlich. Sollte hier nun der Staat zu einem wichtigen Akteur werden, so hat dies erhebliche negative Folgen:3

• Der Staat wird vor allem Großunternehmen helfen, einfach schon aus Effizienzgründen. Dabei ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft der Mittelstand. Diesem muss geholfen werden, und wenn dies über Kredite erfolgt, schwächt das die Unternehmen auf Jahre.
• Wettbewerbsverzerrungen sind ebenfalls zu erwarten. Unternehmen mit Staatsbeteiligung werden einen Vorteil gegenüber jenen haben, die mit eigenen Mitteln versuchen, über die Runden zu kommen. Damit werden diejenigen bestraft, die eigene Mittel in ihren Unternehmen einsetzen. So dürften die Finanzierungskosten der Unternehmen mit Staatsbeteiligung dauerhaft unter jenen der freien Wirtschaft liegen.
•Der Staat muss seine Beteiligungen kontrollieren und managen. Man darf skeptisch sein, ob es gelingt, ausreichend qualifizierte Beamte und Politiker für diese Aufgabe zu finden.
•Aus der Finanzkrise wissen wir – siehe Commerzbank –, dass es Jahrzehnte dauern kann, bis der Staat wieder aussteigt. Es droht ein Postenparadies für Politiker, was weder gut für die Unternehmen ist noch dafür spricht, dass sich der Staat schnell wieder zurückzieht.
• Auch droht der Erhalt von Unternehmen, die ohnehin keine Zukunft haben. Entweder weil sie schon vor der Corona-Krise nur dank Nullzinspolitik lebensfähig waren oder aber weil in der neuen Welt nach Corona ihre Dienstleistungen und Produkte nicht mehr wie zuvor nachgefragt werden. Ökonomen sprechen bei solchen Unternehmen von »Zombies« und der starke Anstieg des Anteils solcher Unternehmen wird als eine Ursache des Rückgangs der Produktivitätsfortschritte in den letzten Jahren gesehen.4 Eine weitere »Zombifizierung« würde das noch verstärken und so das künftige Wachstum hemmen.

Was droht, ist ein Systemwechsel durch die Hintertür. Die Öffentlichkeit steht – so zumindest das Stimmungsbild Anfang April 2020 –, hinter diesen Maßnahmen. Ohnehin zeigten Umfragen schon weit vor Corona, dass sich die Bürger eine größere Rolle des Staates wün- schen.5 Politiker träumten vom »demokratischen Sozialismus« und Enteignungen sowie Verstaatlichungen zur Verwirklichung einer »gerechten Gesellschaft«.6 Nun scheinen wir auf dem besten Weg in diese Richtung zu sein.

Hierin liegt eine enorme Gefahr, denn die Nebenwirkungen wären erheblich: zunehmende Konzentration und weniger Wettbewerb, Bevorzugung von Großunternehmen, staatliche Einflussnahme statt betriebswirtschaftlicher Effizienz. Kurzgefasst, ein Weg, der zwangs- läufig weniger Wachstum und damit Wohlstand bedeutet. Wir sollten einen anderen Weg gehen.

Ein künstliches Koma wäre die Lösung gewesen

Damit kommen wir zu der Frage, was denn zu tun wäre, um die Krise zu dämpfen und die Wiederholung der Großen Depression zu vermeiden. Die Maßnahmen müssen meiner Meinung nach am Existenzproblem der Unternehmen ansetzen, und zwar beginnend beim Einzelunternehmer und bis hin zum Weltkonzern. Das zeigt bereits, wie schwierig es für die Politik ist, sind doch Rettungsaktionen für große Unternehmen viel leichter zu organisieren als für viele kleine Unternehmer. Da kann es gut sein, dass die Hilfe zu spät kommt. Im März 2020 erklärte ich in verschiedenen Beiträgen, wie wir es machen könnten:7 Die Wirtschaft müsste in ein künstliches Koma versetzt werden. Aus der Medizin kennen wir das: »Ein künstliches Koma ist eine lange Vollnarkose, die über Tage – in seltenen Fällen über Wochen – eingesetzt wird. Mithilfe von Narkose- und Schmerzmitteln wird der Patient kontrolliert in einen Zustand versetzt, in dem Bewusstsein und Schmerz ausgeschaltet sind.«8 Bezogen auf die Wirtschaft würde das bedeuten, dass wir für eine bestimmte Zeit alles einstellen: Lohnzahlungen, Mieten, Zinszahlungen. Wir täten einfach so, als würde ein Quartal ökonomisch nicht stattfinden. Es gäbe keine Umsätze, aber es gäbe auch keine Verpflichtungen.

Beispiel Miete: Der Betreiber eines Kaffees kann die Miete nicht mehr bezahlen, weil er geschlossen hat. Der Vermieter verzichtet auf die Miete und im Gegenzug muss er keine Zinsen und keine Tilgung bezahlen und die Bank wiederum keine Löhne und keine Zinsen. Wir stellen alles ein und in drei Monaten – wenn wir annehmen, dass das Koma solange andauert – fangen wir dort an, wo wir aufgehört haben, und tun so, als hätte es die Zeit dazwischen nicht gegeben.

In diese Richtung ist die Bundesregierung gegangen, aber eben nur ein bisschen. So darf Mietern nicht gekündigt werden, wenn sie, bedingt durch den Kampf gegen COVID-19, ihre Mieten zwischen dem 1. April und dem 30. Juni nicht bezahlen können. Die Miete wird bis zum Juni 2022 gestundet. Eine Stundung ist allerdings nichts anderes als eine Art Zwangskredit des Vermieters und damit auch keine völlige Entlastung des Mieters. Zudem fehlt eine korrespondierende Entlastung des Vermieters, der ja ebenfalls finanzielle Verpflichtungen hat, beispielsweise für Zins und Tilgung. Um die Banken zu schonen, wird hier einseitig die Last auf die Vermieter verlagert, die – entgegen der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung – nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) meist mit geringen Renditen von ein bis zwei Prozent arbeiten.9

Das künstliche Koma wie oben beschrieben geht offensichtlich nur in der Theorie. In der Praxis haben wir keinen kompletten Shutdown der Wirtschaft, wir haben echte Ausgaben – zum Beispiel für Nahrungsmittel – und viele Menschen haben unabhängig von der Wirtschaftslage ein Einkommen, so Rentner.

Deshalb müssen wir uns mit den Maßnahmen in der Praxis so nah wie möglich an den Zustand des künstlichen Komas annähern. Für Menschen, die aufgrund des Virus weniger oder keine Einnahmen haben, muss es einen Ausgleich geben, der wirtschaftlich dem Gedanken des künstlichen Komas am nächsten kommt. Dieser Ausgleich muss dafür sorgen, dass es nach der Komaphase keine Schmerzen mehr gibt. Also auch keine zusätzlichen Verpflichtungen, die vor dem Koma nicht bestanden haben. Ich wiederhole es nochmals: Es muss so sein, als hätte es diese Monate nicht gegeben. Wenn nun von der Politik Liquiditätshilfen in Form von Darlehen oder direkten Beteiligungen des Staates an Unternehmen an- geboten werden, ist diese Bedingung nicht erfüllt. Wenn die Betroffenen nämlich aus dem Koma erwachen, sehen sie sich mit finanziellen Lasten konfrontiert, die sie vorher nicht hatten und die sie oftmals nicht abtragen können. Gerade Restaurants, Hotels, Reiseveranstalter und Kinos – um ein paar Beispiele zu nennen – können den verlorenen Umsatz nicht wieder wettmachen. Ein Auto mag man ein paar Monate später kaufen, aber in das Restaurant geht man nicht doppelt oder dreimal so häufig, um frühere Mahlzeiten nachzuholen.

Staatliche Umsatzausfallzahlung

Wir müssen also als Gesellschaft den Umsatzausfall ersetzen. Die künftigen Umsätze kennen wir nicht, aber wir kennen die Steuerzahler Deutschlands. Getrost dürfen wir davon ausgehen, dass nur Steuerzahler von dem Einbruch der Wirtschaft getroffen sind.
Dabei haben wir die folgenden verschiedenen Gruppen von Steuerzahlern auf Einkommen:

•Bei Arbeitnehmern wird die Lohn- und Einkommensteuer direkt an der Quelle abgezogen. Tritt Arbeitslosigkeit ein, wird Einkommen durch Sozialleistungen aufgefangen. Weitere unternehmerische Verpflichtungen sollten hier nicht bestehen, nur eventuelle private finanzielle Verpflichtungen aus Krediten.10 Hier wäre es denkbar, dass wir pauschal die Arbeitslosengelder und die Kurzarbeiterzahlungen (bereits teilweise geschehen) deutlich erhöhen. Diese sollten ab Tag eins gezahlt werden.
• Im Fall von Selbstständigen und Unternehmen, die Einkommensteuer zahlen, sind die Einkünfte der vergangenen Jahre bekannt. Das Finanzamt kennt diese aus den Steuererklärungen der vergangenen Jahre. Hier sollte das Finanzamt in jedem Monat, den die Komaphase andauert, einen Betrag in Höhe von einem Zwölftel des Jahresumsatzes des letzten verfügbaren Jahres auf das Konto des Unternehmens überweisen.
•Bei Unternehmen, die Körperschaftsteuer zahlen, wird genauso vorgegangen. Auch sie bekommen den geschätzten entgangenen Umsatz gutgeschrieben.

Entscheidend ist, dass dies ohne Antrag und ohne Bedürftigkeitsprüfung erfolgt. Alle werden so gestellt, als wäre nichts passiert. Im kommenden Jahr müssen dann alle Bürger, die Zahlungen vom Staat erhalten haben, dem Fiskus ihren Geschäftsverlauf des Jahres 2020 erklären. Davon ausgehend würden sich die folgenden Zahlungsverpflichtungen der Empfänger ergeben:

•Entspricht der erzielte Umsatz – inklusive der erhaltenen Umsatzausfallzahlungen des Staates – dem Umsatz im Jahr 2019, so behält der Empfänger die Zahlung und versteuert den sich ergebenden Gewinn.
•Liegt der erzielte Umsatz – inklusive der erhaltenen Umsatzausfallzahlungen – über dem Niveau von 2019, so ist der Teil der Ausfallzahlungen zu erstatten, der nicht erforderlich war, um das Umsatzniveau 2019 zu halten.
•Wenn ein Unternehmen einen Teil oder den gesamten Umsatzausfallzuschuss des Staates behält, darf der Gewinn ebenso wie der Umsatz nur auf dem Niveau des Vergleichsjahres liegen. Er- zielt ein Unternehmen einen höheren Gewinn, so wird die Differenz zu 100 Prozent besteuert. Damit gibt es auch einen Anreiz, Mitarbeiter nicht zu entlassen.

So oder so ist in diesem Modell der Umsatz auf dem Niveau von 2019 garantiert. Unternehmer können die Erstattung der Umsatz- ausfallzahlung umgehend leisten, wenn sie nicht auf die Zahlungen angewiesen sind; spätestens bei Abgabe der Steuererklärung für das Jahr 2020 wären die unnötig zugeflossenen Gelder zurückzuzahlen. Die Politik könnte auch einen Anreiz geben, unnötige Umsatzausfallzahlungen sofort zurückzuzahlen, zum Beispiel, indem bei Rückzahlung innerhalb eines Monats ein Skonto gewährt wird. Der Vorteil einer solchen Vorgehensweise liegt auf der Hand: Sie wirkt wirtschaftlich wie das Koma, ist einfach umzusetzen und kann im Nachhinein, wenn die Krise überwunden ist, korrigiert werden, indem jene, die die Zahlung des Staates nicht benötigen, den entsprechenden Betrag nach Abgabe der Einkommensteuererklärung erstatten müssen.

Wäre das gerecht? Im Einzelfall vielleicht nicht, in der Summe schon. Natürlich mag es Unternehmen geben, die auch ohne Corona einen Umsatzrückgang erlebt hätten. Es wird auch Fälle geben, in denen das Geld verloren ist, weil die Empfänger die Zahlungen falsch verwenden. Die korrespondierenden Beträge dürften aber relativ zum Gesamtvolumen vernachlässigbar sein. Ebenso mag die Gefahr bestehen, dass einzelne Empfänger sich über die Zahlung freuen und gar kein Interesse daran haben, zu arbeiten. Dies dürften aber vor allem Solo-Unternehmer sein – und auch diese nur in begrenzten Umfang. Unternehmer mit Angestellten und Infrastruktur – Büroräume oder Ladengeschäft – werden ei- nem solchen Modell nicht folgen, weil sie andernfalls ihr Unternehmen nachhaltig gefährden würden. Außerdem wäre der Gewinn auf dem Niveau von 2019 gedeckelt. In der Summe also ein vernachlässigbarer Punkt.

Kritiker dieses Vorschlags bemängelten, es sei nicht gut, den Unternehmen auch noch den Gewinn zu garantieren. Dieser Einwand kam von Nicht-Unternehmern, die meist keine Vorstellung davon haben, wie gering die Margen und Gewinne der meisten Selbstständigen sind. Wir haben das Beispiel des Restaurants aus Berlin gesehen. Bei einem Umsatz von rund 500 000 Euro im Jahr und immer- hin 13 Mitarbeitern bleiben den zwei Eigentümern nach Steuern jeweils nur rund 25000 Euro in der Tasche. Das ist wahrlich kein hohes Gehalt, wenn man an die erheblichen persönlichen Risiken (Haftung für Miete etc.) und die langen Arbeitszeiten denkt. Hier zu helfen, ist aus meiner Sicht gerechtfertigt.

Der entscheidende Vorteil ist, dass jedes Unternehmen weiß, welchen Umsatz es inklusive der staatlichenÜberweisung erzielt. Niemand muss sich Sorgen machen, zu viele Schulden anzuhäufen, niemand damit rechnen, dass sein Eigentum auf den Staat übergehen könnte. Vor allem ist das Verfahren unbürokratisch und transparent. Die Mitarbeiter des Finanzamts müssten sich für die Dauer der Krise auf diese Aufgabe konzentrieren.

Wir reden von einem theoretischen Maximalbetrag von 25 Prozent des deutschen BIP des Jahres, wenn wir davon ausgehen, dass die wirtschaftliche Aktivität drei Monate lang komplett brachliegt. Dem wird aber nicht so sein, weshalb wir eher mit einer Größenordnung von zehn Prozent des BIP rechnen sollten. Selbst bei 25 Prozent stiege die Verschuldung des deutschen Staates auf die Größenordnung von 90 Prozent des BIP. Dieser Satz liegt weit unter dem Niveau, das die meisten anderen EU-Staaten schon vor dem Corona-Schock zu verzeichnen hatten.

Ein »gedankliches Koma« ist effektiv und effizient

Wir haben verschiedene Probleme, die sich gegenseitig verschärfen und in der Summe zu einem sich verstärkenden Abschwung führen. Die Unternehmen wissen nicht, wie heftig und wie lange sie unter der Krise leiden werden. Sie wissen nicht, ob und wie die Hilfe des Staates wirkt, und sie fürchten die längerfristigen Konsequenzen. Wer künftig Schulden tilgen oder den Staat als Miteigentümer los- werden müsste, der setzt alles daran, erst gar nicht in diese Situation zu kommen, sondern sie zu verhindern. Also baut er Kosten um jeden Preis ab, und das verstärkt die Krise. Der Komaansatz ist im Vergleich damit besser.

Die kurzfristige Finanzierung der mit dem Komaansatzverbundenen Ausgaben ist im heutigen Nullzinsumfeld gar kein Problem. Die Bundesregierung dürfte die Gelder umsonst bekommen oder gar daran verdienen. Die langfristige Finanzierung sollten wir im Zusammenhang mit der Eurozone klären.

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Coronakrise: Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdown

Markus Fugmann

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Die Coronakrise geht durch den „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) in eine zweite Runde. Zwar erlebte die Wirtschaft nicht nur in Deutschland im 3.Quartal eine deutliche Erholung, aber mit den zunächst für November verfügten Maßnahmen kehrt die Coronakrise mit voller Wucht zurück. Das trifft bekanntlich die schon der ersten Welle betroffenen Branchen (Touristik, Veranstaltung, Gastronomie etc.) besonders hart – da werden auch Kompensationszahlungen der Bundesregierung nur wenig daran ändern.

Coronakrise – nach der vermeintlichen „V-Erholung“ der 2. Lockdown

Haben wir zuvor wirklich eine V-Erholung gesehen? Nicht wirklich, sagt etwa Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts – denn die V-Erholung in den Daten war wesentlich geprägt von der Hoffnung auf Besserung, also der Erwartungs-Komponente: Firmen werden befragt, ob es schlimmer, gleichbleibend oder besser wird. Wenn aber die Dinge schon extrem schlecht sind, sei es fast schon „mechanisch“, dass eine Besserung erwartet werde.

Was aber bedeutet nun der neue Lockdown? Fuest verweist auf die Studien, die zeigen, dass schnelle restriktive Maßnahmen zwar der Wirtschaft zunächst schaden, dann aber durch die bessere Beherrschung der Pandemie zu einer schnelleren und kräftigeren Erholung führt als in Ländern/Regionen, in denen solche Maßnahmen nicht ergriffen werden. Das gilt etwa cuh für Schweden: dort war in Gefolge der ersten Welle der Coronakrise die Wirtschaft trotz der weniger restriktiven Maßnahmen deutlich stärker eingebrochen als etwa in Norwegen, bei gleichzeitig sehr viel mehr Opfern in Schweden.

Clemens Fuest fasst in folgendem Vortrag die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise gleichsam kompakt und kompetent zusammen:

Die Coronakrise und die wirtschaftlichen Folgen des Lockdown

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Experte Andre Stagge über die Tech-Zahlen, US-Wahl und EZB

Claudio Kummerfeld

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Der Tradingexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden Video mehrere aktuelle Börsenthemen. Vermutlich wird die EZB ab Dezember aktiver werden in Sachen Rettungsmaßnahmen. Gestern Abend haben die vier großen Tech-Konzerne Apple, Google, Amazon und Facebook ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Andre Stagge weist darauf hin, dass alle vier zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen haben – und er geht auf die Gründe ein, warum die Aktien nachbörslich nicht entsprechend positiv reagierten. Auch wirft Andre Stagge einen Blick auf die große Wahrscheinlichkeit, dass Joe Biden die US-Wahl nächste Woche gewinnen könnte.

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