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Amazon kauft Whole Foods für 13,7 Milliarden Dollar – das könnte Jeff Bezos damit vorhaben

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die große Supermarktkette in den USA für alle, die sich gesund ernähren wollen, heißt „Whole Foods Market“. Für 13,7 Milliarden Dollar in bar (!) kauft Amazon den ganzen Laden, wie es soeben offiziell verkündet wurde. Alles soll so bleiben wie es ist, Firma, Chef, Logo, Lieferanten. Aber warum sollte Amazon eine Supermarktkette kaufen? Nun, man expandiert ja eh schon in Richtung Lebensmittel-Lieferung. Und vor Kurzem hatte man ja auch den ersten eigenen Test-Supermarkt präsentiert, wo ganz auf Kassen verzichtet wird. Dort scannen Kameras und Computer die Kunden und errechnen, was sie wohl aus den Regalen genommen haben.

Das soll angeblich funktionieren, so dass der Kunde mit den Käufen einfach so den Supermarkt verlässt, ganz ohne Kasse. Abgebucht wird vom vorher einmalig registrierten Kundenkonto. Da liegt die Idee doch nahe, dass dieses Modell, wenn es denn martkreif ist, in den Whole Foods-Märkten installiert wird. Oder warum sonst sollte sich Jeff Bezos so eine Supermarkt-Perle sichern für schlappe 13,7 Milliarden Dollar? Der Schlusskurs gestern Abend lag bei 33,06 Dollar. Der Kaufpreis pro Aktie liegt bei 42 Dollar.

Hier das Statement von Whole Foods Market:

Amazon (NASDAQ:AMZN) and Whole Foods Market, Inc. (NASDAQ:WFM) today announced that they have entered into a definitive merger agreement under which Amazon will acquire Whole Foods Market for $42 per share in an all-cash transaction valued at approximately $13.7 billion, including Whole Foods Market’s net debt.

“Millions of people love Whole Foods Market because they offer the best natural and organic foods, and they make it fun to eat healthy,” said Jeff Bezos, Amazon founder and CEO. “Whole Foods Market has been satisfying, delighting and nourishing customers for nearly four decades – they’re doing an amazing job and we want that to continue.”

“This partnership presents an opportunity to maximize value for Whole Foods Market’s shareholders, while at the same time extending our mission and bringing the highest quality, experience, convenience and innovation to our customers,” said John Mackey, Whole Foods Market co-founder and CEO.

Whole Foods Market will continue to operate stores under the Whole Foods Market brand and source from trusted vendors and partners around the world. John Mackey will remain as CEO of Whole Foods Market and Whole Foods Market’s headquarters will stay in Austin, Texas.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Michael

    16. Juni 2017 17:11 at 17:11

    Und vor Kurzem hatte man ja auch den ersten eigenen Test-Supermarkt präsentiert, wo ganz auf Kassen verzichtet wird. Dort scannen Kameras und Computer die Kunden und errechnen, was sie wohl aus den Regalen genommen haben.
    Das ist ja mal echter Fortschritt: Es wird praktisch grob geschätzt und abgebucht. Und das sicher nicht zu Ungunsten der Krake. Somit liegt es beim gesundheitsbewussten US-Kunden, zu beweisen, dass er nicht für 7.500,- Dollar gesunden Speck mit Eiern zum Frühstück gekauft hat.
    Auf die Klagewelle bin ich schon gespannt ;)

    Eine andere Idee für derart hocheffizientes Einkaufen: Einkaufswägen mit einem Einwurfschlitz mit integriertem Scanner. Die Kunden müssten natürlich nackt oder in Unterwäsche einkaufen gehen, damit sie nichts unter der Kleidung verstecken können. Ein Traum, bei all den Amis mit Idealgewicht :)
    Daraus könnte man gleich noch eine Amazon-Whole-Live-Reality-Show machen, die noch unzählige sinnlose Mehr-Milliarden an unbrauchbarem und sinnlosen Ami-Schrott generieren würde, den man an Facebook und Google vermieten könnte.

  2. Avatar

    skadenz

    18. Juni 2017 22:10 at 22:10

    RFID Chip an den Produkten und beim hinausgehen aus dem Laden wird über den Chip im Arm direkt vom Konto abgebucht. Die Logistik der Lagerhaltung funktioniert und Bares braucht man dann auch nicht mehr?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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