Amazon und Anthropic haben ein für die KI-Industrie übliches Dreiecksgeschäft verkündet, wo man sich gegenseitig mit Geld versorgt. Der eine investiert in Eigenkapital. Der andere verspricht über einen längeren Zeitraum eine viel größere Summe für die Produkte des Geldgebers auszugeben. Diesmal sind weder Nvidia noch AMD oder OpenAI involviert.
Amazon investiert weitere 5 Milliarden Dollar in Anthropic
Amazon investiert weitere 5 Milliarden Dollar in den gehypten KI-Anbieter Anthropic und könnte im Laufe der Zeit noch 20 Milliarden Dollar nachschießen. Dies ist in Deal, der die Beziehungen im zunehmend umkämpften Wettlauf um künstliche Intelligenz stärkt. Dazu berichtet Bloomberg: Der Deal wurde zu einer Bewertung von 350 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, wobei die neue Finanzierung nicht enthalten ist, teilte Anthropic mit. Dies deutet darauf hin, dass Amazon kürzlich günstigere Konditionen ausgehandelt hat als andere Investoren. Anthropic schloss im Februar eine Finanzierungsrunde über 30 Milliarden US-Dollar ab, die das in San Francisco ansässige Start-up mit 380 Milliarden US-Dollar bewertete, und hat seitdem Investorenangebote mit einer Bewertung von über 800 Milliarden US-Dollar erhalten.
Anthropic, Hersteller des Chatbots Claude und eines Programmier-Tools, plant, in den nächsten 10 Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Amazons Cloud-Technologien und Chips auszugeben, so teilten es die Unternehmen gestern Abend in einer Erklärung mit. Die Amazon-Aktie legte im nachbörslichen Handel um etwa 3 % zu.
Einer der größten Geldgeber
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Amazon war mit früheren Investitionen in Höhe von insgesamt 8 Milliarden US-Dollar bereits einer der größten Geldgeber von Anthropic. Für Amazon hat die Partnerschaft seinem Cloud-Geschäft ein führendes KI-Modell und einen Großkunden für seine selbst entwickelte Trainium-Chipreihe beschert. Anthropic hingegen hat Zugang zu Amazons riesigem Kundenstamm von Unternehmenskunden erhalten. Mehr als 100.000 Kunden nutzen Claude-Modelle auf Amazon Web Services, teilten die Unternehmen mit.
Von Anthropic, das 2021 von mehreren ehemaligen Mitarbeitern von OpenAI gegründet wurde, wird allgemein erwartet, noch in diesem Jahr an die Börse zu gehen. Das KI-Unternehmen bemüht sich intensiv darum, mehr Unternehmen davon zu überzeugen, für seine Software zu zahlen, um die immensen Kosten für die Entwicklung der Technologie auszugleichen.
Wachstum
Die Vereinbarung ist das jüngste Anzeichen für Anthropics Hunger nach der immensen Rechenleistung, die für die Entwicklung neuer Versionen von Claude erforderlich ist. Wie OpenAI, so hat auch Anthropic eine Reihe von Verträgen abgeschlossen, um sich die notwendigen Chips und gemietete Rechenleistung zu sichern. Anthropic gab letzte Woche bekannt, dass man Broadcom mit der Lieferung von Chips beauftragen werde, die auf Googles Tensor Processing Units basieren – einem Konkurrenten zu Amazons Trainium-Reihe. Durch die Zusammenarbeit der drei Unternehmen erhält Anthropic Zugang zu Rechenleistung im Umfang von etwa 3,5 Gigawatt. Anthropic bestätigte im Oktober, dass es bis zu 1 Million der spezialisierten KI-Chips von der Alphabet-Tochter beziehen werde – eine Zusammenarbeit im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar.
In der Ankündigung vom Montag erklärte Amazon, es werde Anthropic mit Chips versorgen – sowohl für allgemeine Rechenaufgaben als auch für KI-Beschleuniger – um eine Leistung von etwa 5 Gigawatt zu erreichen. Obwohl Anthropic in diesem Jahr mit beliebten Produkten wie seinem KI-Tool „Claude Code“ eine Erfolgsserie hingelegt hat, befindet man sich gleichzeitig in einem Streit mit der US-Regierung über KI-Sicherheitsvorkehrungen – ein Konflikt, der zu rechtlichen Schritten seitens Anthropic geführt hat und der nach Angaben des Unternehmens dessen Geschäftstätigkeit bedroht.
Amazon erklärte, es bleibe ein Minderheitsinvestor und sei weder im Vorstand noch im Treuhandgremium von Anthropic vertreten. Die Höhe der künftigen Investitionen sei an „bestimmte kommerzielle Meilensteine“ geknüpft, so Amazon.
FMW/Bloomberg
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