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American International Group: Carl Icahn will Chef austauschen

FMW-Redaktion

Carl Icahn will wie alle Welt inzwischen weiß nur allzu gerne, dass der Versicherungskonzern American International Group (AIG) in drei Teile aufgespalten wird, um den Gewinn der Aktionäre zu maximieren – also der klassische „Gordon Gecko 80er Jahre-Plan“. AIG-Chef Peter Hancock aber wies Icahn´s Forderungen in den letzten Tagen aber öffentlichkeitswirksam zurück.

Die Aufspaltungspläne seien unsinnig, da AIG einerseits von der Diversifizierung profitiere (Risiken auf verschiedene Schultern verteilen) und andererseits gäbe es bei einem zerschlagenen Konzern Probleme mit Regulierern und Ratingagenturen. Nach eigenen Angaben besitzt Icahn mehr als 42 Mio AIG-Aktien. Nach dem ersten „normalen“ Schritt einen Vorstandschef öffentlich aufzufordern seine Politik zu ändern und so zu arbeiten, wie man als Aktionär es will, folgt nach dessen Ablehnung Phase 2 – der „uneinsichtige“ nervende Vorstandschef muss weg, er muss ersetzt werden durch jemanden, der das tut, was man ihm sagt.

So kann man es ganz klar als Drohung herauslesen in dem Statement, dass Carl Icahn heute auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Icahn verkündet dort, dass es ganz klar sei, dass Hancock nicht bereit sei die „mutigen Schritte“ zu unternehmen, die Icahn und auch andere Aktionäre als schon lange überfällig ansehen. Hancock habe auch keine alternativen Vorschläge aufgezeigt um die Rendite für die Aktionäre zu erhöhen bzw. warum alle Geschäftsbereiche von AIG zwingend zusammengehören sollen.

Icahn will jetzt eine Aktionärsinitiative starten, die es möglich machen soll den Vorstandsvorsitzenden von AIG letztlich zu ersetzen. Das gelang ihm schon an anderer Stelle, und sogar Apple-Chef Tim Cook knickte vor Icahn´s Drängen ein und erhöhte die Aktienrückkäufe bei Apple. Gibt Hancock nach, wird er für den Rest seiner Amtszeit von allen Marktbeobachtern als Befehlsempfänger von Icahn gelten und eine mehr als geschwächte Position haben. Er muss es wohl drauf ankommen lassen gegen Icahn zu verlieren, oder er macht sich zum Befehlsempfänger. Als absoluter Könner in Sachen „Druck Aufbauen“ erwähnt Icahn auch nochmal, wie viel zusätzlichen Shareholder Value er in den letzten 30 Jahren erzeugt hat und wie viel Unterstützung er schon von anderen AIG-Aktionären erhalten hat, Zitat:

„We have created hundreds of billions of dollars of shareholder value over the last 30 years by convincing boards and CEOs to take the steps necessary to greatly increase the value of their companies. Several well-known examples include Texaco, RJR Nabisco, Kerr-McGee, Time Warner, Motorola, ImClone, eBay and Forest Labs, as well as many others. Unfortunately, it often took years for management and the boards of those companies to agree that we were correct. However, AIG is too important, and the current situation is too time-sensitive, to wait years. In fact, we believe the current situation is too time-sensitive to even wait until the company’s annual meeting next spring, especially when all of the stakeholders who have reached out to us believe management’s current plan (or lack thereof) is insufficient.

Therefore, while we plan to accept Mr. Hancock’s offer to continue having discussions and meetings with AIG, we do not believe that he will ever sincerely consider what we, and so many others, have proposed. Nor do we believe that the AIG board of directors will respond to the demands of AIG shareholders absent a clear mandate. As a result, we intend to commence shortly a consent solicitation that will enable shareholders to express their views directly to the board, which may include a proposal to add a new director who would agree in advance to succeed Mr. Hancock as CEO if asked by the board to do so.“

Die AIG-Aktie zeigt sich heute noch nicht so euphorisch und steigt um nur 1,15%.



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1 Kommentar

  1. Die Welt muss aufhören solchen katastrophalen Menschen eine mediale Plattform zu geben, dann verschwinden sie auch einfach wieder in ihrer eigenen Versenkung. Gleiches Problem mit dem restverbliebenen Klüngel des (wahrhaftigen) ultra-rechten Flügels [1] hierzulande: ohne Aufmerksamkeit keine Präsens und Ende von Schmutz.

    [1] der sich ohnehin nur noch aus BND und VS zusammensetzt: 11 V-Leute in Führung NPD, 100 Leute in NPD – alles ganz offiziell

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