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Amerikaner blasen Angebot für LSE ab – Deutsche Börse einziger Bieter

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die amerikanische Terminbörse „Intercontinental Exchange“ (ICE) hat vor wenigen Minuten bekanntgegeben gar nicht erst am Übernahme/Fusionspoker um die London Stock Exchange (LSE) teilzunehmen. Nachdem man am 1. März verkündet hatte man denke über ein Konkurrenzangebot neben der Deutschen Börse nach, heute nun die offizielle Verlautbarung, dass man nicht bieten werde.

Man habe aber inzwischen die Bücher des LSE geprüft und nehme jetzt lieber Abstand von einer Offerte. Die komplette Formulierung in der Originalmeldung der ICE ist so schwammig formuliert, dass man daraus alles und nichts lesen kann. Jedenfalls kann man herauslesen, dass so ein Kauf bzw. so eine Fusion wohl nicht vorteilhaft für die eigenen Aktionäre wäre. Die ICE schreibt aber auch, dass man sich in den nächsten 6 Monaten noch das Recht vorbehalte unter Umständen erneut ein Angebot vorzulegen – das gelte z.B. für den Fall, dass der Deal mit der Deutschen Börse nicht zustande kommt.

Das heißt im Klartext: Nach allzu allgemeinen Andeutungen auch die CME könnte mitbieten, steht die Deutsche Börse als einziger Fusionspartner bzw. Bieter für die LSE da. Also stehen der Fusion jetzt nur noch Kartellbehörden sowie die deutsche Politik im Weg. Dazu gehören die Bundesregierung/Kartellbehörde, aber auch die EU-Wettbewerbshüter. Ganz vorne als Problem für die Fusion steht aber der grüne hessische Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir, dessen Behörde als offizielles Aufsichtsorgan für die Deutsche Börse agiert. Sagt er NEIN, war es das mit der Fusion. Aber bislang blieb er erstaunlich stumm zu dem Thema.

Jedenfalls ist ein bedeutender Stein aus dem Weg geräumt für Deutsche Börse-Chef Kengeter – wobei man sich schon fragen darf, warum denn die ICE nicht mitbietet. Hat man in den Büchern etwas gesehen, was nicht gefiel? Die Aktien der beteiligten Unternehmen reagieren jedenfalls dementsprechend. Da die ICE als potenzieller 2. Bieter sich nicht für die Deutsche Börse, sondern nur für die LSE interessierte, fällt die Phantasie auf ein höheres Übernahmeangebot weg, und dementsprechend fällt der Kurs der LSE-Aktie.

LSE
Die LSE-Aktie seit 21. April. Heute auf einen Schlag dick im Minus von 2.695 auf 2.488 Pence.

Der Kurs der Deutschen Börse steigt. Vordergründig und auf den ersten Blick ist diese ICE-Absage natürlich positiv zu sehen für die Chancen Kengeter´s seine Wunsch-Fusion hinzubekommen. Dass damit der Börsenplatz Frankfurt langfristig verkümmern könnte, davon reden wir an dieser Stelle mal noch gar nicht…

Deutsche Börse
Der Kurs der Deutsche Börse-Aktie (seit 21. April) steigt auf einen Schlag um knapp 4 Euro auf 74,34.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    4. Mai 2016 17:57 at 17:57

    Was sollte die ICE mit der LSE, nachdem man sich vor nicht allzu langer Zeit von der Euronext getrennt hat ? Die Logik erschließt sich mir nicht. Ich denke, der ICE dürfte es vordergründig darum gehen den Preis nach oben zu treiben den die Deutsche Börse zahlen muss.

  2. Avatar

    leser

    4. Mai 2016 21:10 at 21:10

    Nach einem Brexit dürfte das ein schöner Flop werden. Die City siedelt doch schon jetzt nach Irland um.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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Aktien

Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

Claudio Kummerfeld

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Volkswagen Logo

Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Aktien

Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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