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Amerikaner so hoch verschuldet wie noch nie – da kommt die Großoffensive von Lidl gerade recht!

Hurra, endlich ist es geschafft! Die Amerikaner sind nun so hoch verschuldet wie noch nie in der Geschichte - und übertreffen damit den Höchstwert aus dem Jahr 2008, aber offenkundig werden die US-Banken nun wieder rigider bei der Konsum-Finanzierung. Da kommt die Großoffensive von Lidl in den USA gerade recht - die Deutschen werden deflationäre Effekte erzeugen..

FMW-Redaktion

Hurra, endlich ist es geschafft! Die Amerikaner sind nun so hoch verschuldet wie noch nie in der Geschichte – das zeigen die neuesten Daten für das 1.Quartal 2017 der New York Fed:

„Total household indebtedness stood at $12.73 trillion as of March 31, 2017, marking a $149 billion or 1.2 percent increase from the fourth quarter of 2016. This increase put overall household debt $50 billion above its previous peak set in the third quarter of 2008 and 14.1 percent above the trough set in the second quarter of 2013.“

Besonders stark stieg die Verschuldung bei der wichtigsten Komponente, den Immobilienkrediten:

„Mortgage balances, the largest component of household debt, reached $8.63 trillion as of March 31, a $147 billion uptick from the fourth quarter of 2016.“

Das ist logisch: die Immobilienpreise steigen, also steigt natürlich tendenziell das Volumen der aufgenommenen Kredite – auf nun 8,63 Billionen Dollar.

Sieht man sich die andere Kreditbereiche an, fällt zunächst einmal auf, dass die Kreditkartenschulden der Amerikaner rückläufig sind (-15 Milliarden Dollar zum Vorquartal), gleichzeitig aber die Ausfallrate bei Kreditkartenschulden steigt. Faktisch deutet das darauf hin, dass die US-Banken offenkundiger rigider werden, was Kreditkartenschulden betrifft!

Und: auch die Ausfallraten bei Autokrediten steigt stark an („notable uptick“):, bei Studentenkrediten bleibt die Ausfallrate auf sehr hohen Niveaus:

„This quarter saw a notable uptick in credit card debt transitioning into delinquencies, a continued upward trend of auto loans transitioning into serious delinquencies, and student loan transitions into serious delinquencies remaining high.“

Gleichwohl stieg das Kreditvolumen bei Autokrediten um 10 Milliarden Dollar an zum Vorquartal, bei den Studentenkrediten sogar um 34 Milliarden Dollar.

Die Amerikaner machen also fröhlich Schulden, und da ist es natürlich nicht schlecht, wenn sonstige Kosten nach unten gehen. Zum Beispiel die Kosten für Lebensmittel. Nun plant Lidl eine Großoffensive in den USA, und will dabei die Preise der US-Konkurrenten wie Wal-Mart um bis zu 50% unterbieten.

Wer die Preise der Konkurrenz um bis zu 50% unterbietet, nimmt dabei Verluste in Kauf – aber das scheint Teil der Strategie zu sein: man übt Preis-Druck aus und zieht die Kunden so in die eigenen Läden. Ziel ist zunächst der schiere Marktanteil, die Gewinne kommen später. Mit ähnlichen Strategien sind Lidl und Aldi derzeit in UK sehr erfolgreich, wo man der britischen Konkurrenz kontinuierlich Marktanteile wegnimmt mit seinen Kampfpreisen. Die Margen sind in angelsächsischen Ländern im Bereich Lebensmittel noch deutlich höher als in Deutschland – wo Lidl und Aldi eben diese Margen für die Konkurrenz nach unten gedrückt haben.

Mitte Juni eröffnet Lidl die ersten 20 Supermärkte, innerhalb eines Jahres sollen dann 80 weitere folgen, bis 2020 will man dann auf 330 kommen. Die US-Konkurrenz ist nervös, man weiß, wie die „deutschen Invasoren“ den britischen Lebensmittelmarkt aufgemischt haben. Wal-Mart macht daher in elf US-Bundesstaaten Preistests – man will die Konkurrenz in dieser Testphase um 15% unterbieten. Das Gleichbei Aldi, die bei ähnlichen Tests das Ziel ausgegeben haben, die Preise der Konkurrenz um 21% zu unterbieten.

Für die US-Konsumenten kommt das also angesichts der Rekordverschuldung also gerade recht – aber es wird für eine Kannibalisierung der Margen sorgen (deflationärer Effekt!), einige US-Anbieter dürften perspektivisch vom Markt verschwinden…



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1 Kommentar

  1. Avatar
    Bernhard Zimmermann

    Dann kann die Wirtschaft ja weiter steigen, nachdem der Treiber der Konsument ist – Ironie aus-

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