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Aktien

Analyse Aktienindizes und Biotechnologie

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Von MarketScanner

In dieser Ausgabe blicken wir zurück auf die Untersuchung der Aktienindizes Russell 2000, S&P 500, NASDAQ 100, des iShares NASDAQ Biotechnology Fonds IBB und des DAX 30 Kursindex mit Status 23.05.2014 (http://finanzmarktwelt.de/2396-2396/) und bewerten die aktuelle Ausgangslage per 01.08.2014.

Aussagen vom 25.05.2014:
Gestützt auf die Serie von japanischen Handelsbilanzdefiziten, deutschen Exportrückgängen und einem Rückgang im Handelsvolumen des World Trade Monitors wurde gefolgert:
Bei einer Fortsetzung dieser Entwicklungen sollten daher die Bäume an den Aktienmärkten unter normalen Umständen nicht mehr allzu sehr in den Himmel wachsen können. Für den S&P 500 wird bei Eintreffen der skizziertem Entwicklung und einem deutlichen Vola-Anstieg ein Überschreiten des 138.2 %-Retracements von 1923.44 nur temporär für wahrscheinlich erachtet und ein Rückgang auf das Vorkrisen-Niveau von 1576 Punkten als realis-tisch angesehen. Analog sollte beim Russell 2000 ein Rückgang unter das 138.2 %-Retracement bis hin zum Vorkrisen-Niveau von 856.48 Punkten möglich sein. Beim Nasdaq 100 stünde dann ein Rückgang auf das 161.8 %-Retracement bei ca. 3000 Punkten bzw. das 138.2 %-Retracement bei ca. 2700 Punkten an.
Beim Dax 30 Kursindex wären dann Rückgänge von 450 bzw. 900 Punkten absehbar. Die aktuellen Kurs-Gewinn Verhältnisse bei den Biotechnologie-Aktien sind auch nach dem Rückgang noch überaus ambitioniert (BIIB Biogen IDEC P/E 37 // ALXN Alexion Pharmaceuticals P/E 97 // REGN Regeneron Pharmaceuticals P/E 75 // ILMN Illumina P/E 96 und MYL Mylan P/E 29) zu nennen.

Fazit: Sollte sich die Vorreiterrolle des RUT erneut bestätigen könnte im Juli/August eine Korrektur mit den genannten Zielen einsetzen, sofern die No-tenbanken nicht noch massiver eingreifen als es bislang schon immer der Fall war (da haben wir eben eine Planwirtschaft, in der nicht sein kann, was nicht sein darf).

Wie waren die Entwicklungen seit dem 25.05. und was kann weiterhin geschehen?
1. Anhand der Daten des CPB World Trade Monitor (including May 2014) (http://www.cpb.nl/en/number/cpb-world-trade-monitor-including-may-2014), abgeleitet von den im Link erhältlichen Spreadsheet-Daten und dem CPB Memo (http://www.cpb.nl/sites/default/files/cijfer/CPB%20World%20Trade%20Monitor%20%28including%20May%202014%29/cpb-world-trade-monitor-mei-2014.pdf) ist ersichtlich, dass sich die Serie der japanischen Handelsbilanzdefizite weiter fort setzt.
2. Der aktuelle Monatsbericht der Deutschen Bundesbank (http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichte/2014/2014_07_monatsbericht.pdf?__blob=publicationFile) weist auf Seite 5 aus: „Die Umsätze in der Industrie verringerten sich im Mai gegenüber April saisonbereinigt um 1¾%. Im Mittel der beiden Monate wurde der Vorquartalsstand um 1¼% unterschritten, und zwar sowohl im Inland als auch im Ausland. Während es bei den Lieferungen in Drittländer ein Minus von 2½% gab, wurde gegenüber den EWU-Ländern eine leichte Zunahme verzeichnet (+ ¾%). Die Warenausfuhren gaben im Mai dem Wert nach saisonbereinigt gegenüber April ebenfalls nach, und zwar um 1¼%. Der Durchschnitt der beiden Monate fiel aber etwas höher aus als im ersten Vierteljahr (+ ¼ %). Der Wert der Importe verminderte sich im Mai gegenüber dem Vormonat um 3½%. Das Mittel der beiden Frühjahrsmonate blieb um 2¼% hinter dem Jahresanfangsquartal zurück.“ Somit ist auch beim deutschen Export unverändert Vorsicht angesagt, insbesondere im Kontext der Sanktionitis mit Russland und entsprechenden Auswirkungen auf die deutschen Automobilhersteller und die Bedrohung von 300.000 Arbeitsplätzen bei Mittelständlern, die in der Vergangenheit vom Osteuropageschäft profitieren konnten.
3. Aus den Daten unter 1. Ist ersichtlich, dass von einem Aufschwung des Welthandels nicht auszugehen ist („In most advanced economies both import and export volumes declined, as did import volume in emerging economies“).
Die am 25.05. erwähnten Warnzeichen haben daher unverändert Bestand, aber was machten die Börsen in der Zwischenzeit aus diesem Cocktail.
Beginnen wir mit dem Russell 2000. Dieser Index konnte zwar Ende Juni / Anfang Juli das 161.8 % Retracement erneut überwinden, aber das bisherige Hoch von Anfang März 2014 nicht mehr ganz erreichen. In den letzten 4 Wochen steht ein Rückgang um 7,65 % zu Buche mehr als die Hälfte des Weges zum nächstgelegenen 138,2 % Retracement bei 1052,79 Punkten (bei einem Anstieg der Vola von 15,79 % auf 23,43 %). Ein Rückgang auf das Vorkrisen-Niveau von 856,48 % erscheint bei stetem Öl ins Feuer gießen im Ukraine Konflikt unter direkter Adressierung Russlands (https://beta.congress.gov/bill/113th-congress/senate-bill/2277/text) als Ziel von „Eindämmungsakten“ bei weiteren Eskalationsmaßnahmen noch wahrscheinlicher als im Mai.

RUT_20140803[1] Zum Vergrößern anklicken

Nun zum S&P 500. Dieser Index überschritt das 138,2 % Retracement in der Spitze um 3,53 % und konnte zum letzten Wochenende dieses Retracement Level knapp zurückerobern. Inwiefern das im Kontext der Ausführungen beim Russell 2000 Bestand haben wird, erscheint fraglich. Der Rückgang auf das Vorkrisen-Niveau bleibt hier ebenfalls gültig.

SPX_20140803[1] Zum Vergrößern anklicken

Jetzt zum Nasdaq 100. Dieser Index stürmt noch ohne wesentliche Anzeichen von Schwäche Richtung 4000 mit einem zwischenzeitlichen Hoch von 3997,50. Es erscheint allerdings schwer vorstellbar, dass sich dieser Index (nur weil er 2001 schon mal deutlich höher stand) einer Korrektur des Gesamtmarktes entziehen könnte, allerdings sind die Kurssprünge bei einigen Biotech-Werten in den letzten Wochen schon nur mit großem Wohlwollen nicht als irrational exuberance einzustufen. Im Kontext des bislang gesagten erscheint ein Rückgang Richtung 161,8 % Retracement bei etwa 3000 Punkten weniger von der Hand zu weisen als eine Eroberung des 261,8 % Retracements bei 4213,79 Punkten.

NDX_20140803[1] Zum Vergrößern anklicken

Nun zum Biotechnology Fonds IBB mit seiner phänomenalen Kursentwicklung der letzten Zeit. In Analogie zum Russell 2000 wurde das Hoch aus dem Frühjahr nicht wieder erreicht. Die inhärent höhere Volatilität gilt auch vom dem Weg nach unten und auch dieser Fonds wird sich der Schwerkraft bei der entsprechenden Großwetterlage bei den großen Indizes nicht entziehen können. Ein knapp 50 % iger Rückgang auf das 361,8 % Retracement aus dem Mai 2013 ist bei den knapp 3-stelligen KGVs ist bei entsprechenden Enttäuschungen der Schwergewichte leicht zu erreichen, auch tiefere Levels sind bei entsprechend ausgelösten Stopps nicht von der Hand zu weisen.

IBB_20140803[1] Zum Vergrößern anklicken

Abschließend folgt der Blick auf den DAX Kursindex. Der DAXK konnte das Zwischenhoch Hoch von 5179,82 Punkten aus der zweiten Januarhälfte nicht mehr erreichen und kann bei Manifestation der beim Russell 2000 erwähnten Risiken und durch die für die deutsche Wirtschaft in ganzer Tragweite noch nicht absehbaren Folgen der gegenwärtigen geopolitischen Entscheidungen und dem bekannten Phänomen der Überreaktion im Vergleich zu den US-Indizes bei starken Kursbewegungen in Kombination mit Abfluss von Kapital in andere Regionen gegebenenfalls dynamisch den Weg zu den weiter unten befindlichen Retracements antreten. Die Meinung, ein schwächerer Euro-Kurs zum US-Dollar treibe den Dax quasi automatisch in neue Höhen wird so nicht geteilt – die Währungsverluste für Investoren aus dem Dollarraum spielen in Crash-Szenarien sicher auch eine Rolle.

DAXK_20140803[1] Zum Vergrößern anklicken

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona belastet die Aktienmärkte

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

Claudio Kummerfeld

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Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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