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Andrea Nahles will Flüchtlinge in 1 Euro-Jobs parken

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nun soll sie also in die Tat umgesetzt werden die Idee von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles von Ende 2015. Sie schlug vor für 100.000 Flüchtlinge 1 Euro-Jobs schaffen zu wollen um sie „an den Arbeitsmarkt heranzuführen“. Heute nun der konkrete Vorstoß von Nahles – man werde jetzt damit beginnen 1 Euro-Jobs zu für Flüchtlinge zu schaffen, deren Verfahren noch laufen. Für das Jahr 2017 werden 300 Millionen Euro hierfür bereitgestellt. Wie viel genau für 2016 zur Verfügung gestellt werden, wird kurzfristig davon abhängig gemacht, wie schnell mit der praktischen Umsetzung begonnen werden könne.

Andrea Nahles 1 Euro-Jobs
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Foto: Heinrich Böll-Stiftung / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Warum will Andrea Nahles unbedingt 1 Euro-Jobs für Flüchtlinge anbieten? Weil diese Maßnahmen bisher schon so erfolgreich Langzeitarbeitslose in den 1. Arbeitsmarkt übergeleitet haben? (Satire) Der Zustand des dauerhaften Wartens soll wohl abgeschafft bzw. gelindert werden. Sie sagte dazu diese 1 Euro-Jobs würden Sinn manchen, denn die Leute säßen ja schon viele Monate rum und seien zur Untätigkeit verdammt.

Einfachste Tätigkeiten, die unter dem Dachbegriff  „1 Euro-Job“ bekannt sind, werden von öffentlicher Seite aus angeboten und dürfen reguläre Arbeitsplätze nicht verdrängen. Übersetzt auf deutsch: Es werden in den nächsten Wochen und Monaten auf „Teufel komm raus“ einfachste und (wahrscheinlich) oft sinnfreie Tätigkeiten erfunden, Hauptsache man beschäftigt die Menschen irgendwie. Beschäftigungstherapie wäre das richtige Wort, aber es geht hier ja nicht um kranke Menschen. ABM ist als Begriff ausgeleiert. Planwirtschaft wäre passender. Der Staat schafft Jobs, die eigentlich gar keine reale Grundlage haben, die nicht durch Einnahmen refinanziert werden.

Die Flüchtlinge erhalten dann zusätzlich zu ihren Ansprüchen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz die Gelder aus dem 1 Euro-Job. Dadurch wird letztlich nur der Staatssektor aufgebläht. Nach einer gewissen Zeit werden sich die Flüchtlinge, die irgendwas zum Basteln bekommen oder immer nur „den Wald fegen“ sollen, dumm und idioisch vorkommen.

Aber wie die Langzeitarbeitslosen zeigen: Mit der Überführung in den 1. Arbeitsmarkt etc hat das nichts zu tun. Die Kosten im Staatssektor steigen lediglich, und die Flüchtlinge werden bald auch merken, dass sie durch so eine Maßnahme nicht vorankommen am tatsächlichen deutschen Arbeitsmarkt. Das ist zumindest unsere Meinung. Ähnlich sieht das z.B. Thomas Straubhaar (ehemals Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut). Bzgl. 1 Euro-Jobs ist er der Meinung es brauche in Deutschland keine zusätzliche öffentliche Beschäftigung bzw. neue bürokratische Maßnahmen. Das Institut der deutschen Wirtschaft drückt es drastischer aus mit den Worten „Flüchtlinge brauchen keine Beschäftigungstherapie, sondern Qualifizierung.“ Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

Was darf man für die nächsten Monate erwarten? Fotos von Andrea Nahles, Angela Merkel, Frank-Jürgen Weise, Sigmar Gabriel und Co zusammen mit glücklichen (?) Flüchtlingen, die für 1 Euro die Stunde den Wald fegen, Papierflieger basteln oder Unkraut zwischen Gehwegplatten rausrupfen. Phantastisch!

Aber mal im Ernst. Geholfen ist damit niemandem. Der Staat hat am Ende nur mehr Kosten als vorher – und die Flüchtlinge selbst sind noch unzufriedener als vorher – sie fühlen sich bestimmt sogar genau so veralbert wie die deutschen Langzeitarbeitslosen, die in den Genuss solcher „Jobs“ kamen. Hier und da mag es ein schönes Gefühl sein überhaupt irgendwas tun zu können, aber solches Parken von Menschen in Maßnahmen verschleppt nur die wirkliche Integration in den richtigen Arbeitsmarkt!

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    leser

    23. März 2016 17:49 at 17:49

    Die Maßnahme hat zwei wichtige Effekte: Die Migranten tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf und die SPD macht sich auf den Weg, künftige Wählerstimmen zu kaufen.

  2. Avatar

    klack

    23. März 2016 18:07 at 18:07

    Was von der Regierung und den Medien ,der Öffentlichkeit glauben gemacht werden
    soll ist absolut welt- und realitätsfern.
    Die sogenannten „Flüchtlinge“ sind dem Ruf der linken Ideologen und klerikalen
    Spinner in das Sozialstaatsparadies gefolgt.
    Das Geschäftsmodell besteht aus Wohngeld,Kindergeld,kostenlose Krankenversicherung und Hartz 4 Leistungen etc., wozu noch. einen 1 Eurojob reine Vernebelungstaktik,
    Die mediale Propagadashow agiert mit immer heftigeren Einsatz um Deutschland
    und Europa in ein mentales Absurdistan zu führen.Gehirnentkernte Avatare sind die Sprechpuppen eines Manipulationapparates.

  3. Avatar

    Wolfgang Koch

    23. März 2016 18:19 at 18:19

    Die,mich befriedigende vollbusige Syrerin für 1 Oiro,geil!So geht Politik heute!Ohne Worte!

    • Avatar

      klack

      23. März 2016 18:29 at 18:29

      Das würde ich mir vorab überlegen,in den Kreisen wird schnell der Kopf und die Cojones des Erwartungsvollen vom einem Beschützer abmontiert..

  4. Avatar

    Glückspilz

    23. März 2016 18:36 at 18:36

    Es vergeht kaum eine Woche, ohne dass Frau Nahles mit einer jeweils neuen Groteske Anlass zum Kopfschütteln bietet und somit dem weiteren Niedergang ihrer Partei Vorschub leistet. Alles was bislang von ihr initiiert wurde, ist reine Klientelpolitik, stets dem durchsichtigen Ziel der sinnfreien Aufblähung des Staatssektors geschuldet. Das diese Politik für die Betroffenen selbst entwürdigend oder gar menschenverachtend ist, spielt dabei leider keine Rolle – sicherlich wird es von Frau Nahles & Co. auch gar nicht so gesehen. Man ist ja links und setzt sich angeblich für die Rechte der Schwächeren in der Gesellschaft ein. Man ist Sozialdemokrat und irgendwie zählt Arbeits- und Sozialpolitik traditionell doch zu deren Kernkompetenzen. Das mag in früheren Jahrzehnten auch der Fall gewesen sein. Aber beim Zustand, der lediglich nur noch dem Namen nach existierenden Sozialdemokratie, hat gerade Frau Nahles einmal mehr bewiesen, dass dieses Vorurteil besser revidiert werden sollte.

    Wenn man sich die Erwerbsbiographie der Bundesarbeitsministerin vergegenwärtigt, welche selbst immer „nur“ als Berufspolitikerin agiert hat, dann wäre vielleicht für sie selbst eine Tätigkeit im Rahmen eines 1 EUR-Jobs eine sinnvolle „Maßnahme“. Damit verbunden die Hoffnung, dass sie vielleicht endlich mal mit den real-existierenden Gegebenheiten des Arbeitsmarktes und der von ihr verantworteten Arbeitsmarktpolitik konfrontiert wird.

  5. Avatar

    oscar

    23. März 2016 18:39 at 18:39

    cooler artikel ! er trifft es leider sehr auf den kopf. bis auf eine bisher immer unbequeme wahrheit. dieser dauer daher gebetete super arbeitsmarkt ist nicht vorhanden. ende aus ! das ist die realität. diese wird arglistig umgangen um den menschen die augen zuzudrücken. wir haben selber dermaßen viele gebildete alo. halllooo, nach einem jahr ist auch der atomphysiker ein hartz vierer. danke spd heuchlern ! also ein gebildeter, der aber im zweiten arbeitsmarkt herumgereicht wird. nur nicht benannt wird in den medien. integration? neue bildungsexzesse, gut finanziert oder besser verschwendet, mit wieder steuergeldern. und immer wieder von vorn. das hat auch dem deutschen bürger nie wirklich was gebracht. aber der weiterbildungsindustrie. betonung auf „witerbildung“ ! es ist eine sogenannte stille wertschöpfungskette, an deren ende leider kein echter langfristiger wert geschöpft wird. ich kenne hunderte beispiele aus eigener tätigkeit ! schauen sie einfach mal realistisch den imigrantenmarkt an. alle durchliefen bisweilen mehrere integrative bildungsmaßnahmen. ja die döhnerbuden und spielcasinos erleben unaufhörliche wirtschaftliche aufschwünge. die kinder ohne schulabschlüsse tendieren auf 40%. usw. wenn ein echter bedarf fehlt und das ist der fall, dann wird alles nur machthaber gedöns. auch die ewige verschlagene angstmacherei mit errodiert schlaaand, wenn nicht gebährfreudiges volk ins land dringt? was bitte soll der gequirlte schwachsinn? die ländlichen gegenden sind menschlich ausgedünnt und verödet, weil eine kapitalistische giermaschinerie die landwirtschaft intensiviert hat. kaputt gemacht ht ist wohl treffender. eine sinnige gerechter umverteilung und familienpolitik wären hier von nöten. keine umvolkung. was ist mit der selbst von ihnen angeführten digitalen revolution? singularity…ähm gleichstellung mensch, maschine???? dank den entfesselten silicon hirnen nebst finanzkapitalismus.? naja. welchen lügen unterwirft sich der mensch eigentlich noch? hier laufen wohl leider ganz andere pläne. alles nur zum vorteil…für wen?

    • Avatar

      Gast

      27. August 2016 11:14 at 11:14

      dieser dauer daher gebetete super arbeitsmarkt ist nicht vorhanden. ende aus ! das ist die realität

      Richtig! Deshalb gehen die meisten Deutschen ins Ausland. Kann ich auch gut verstehen, bei dieser Arbeitsmarktpolitik. Sind dort bestimmt glücklicher.

  6. Avatar

    Tobias

    23. März 2016 20:01 at 20:01

    Wollen „Flüchtlinge“ überhaupt arbeiten?

  7. Avatar

    Haenser

    24. März 2016 09:57 at 09:57

    @Tobias – richtig!
    Um das rauszufinden wäre die Maßnahme bei richtiger Umsetzung geeignet! Wer nicht arbeitet muß wieder gehen!
    Hier wurde gerade eine langersehnte Umgehungsstraße im Verkehrswegeplan gestrichen. Sollen doch die 70% Alleinreisenden Männer mal alle mit Schaufel und Picke für 1€ richtig ranklotzen im Gegenzug für Unterkunft und Verpflegung. (Ist ein altes Modell) Wer nicht arbeiten will, wird gleich wieder nach Hause geschickt. Und in den Pausen wird Deutsch gepaukt. Dann würden vielleicht einige Deutsche sogar mal Tee auf die Baustelle bringen, anstatt die Unterkünfte anzuzünden! Wer dann die Voraussetzungen erfüllt, kann dann im Anschluss eine Ausbildung machen…

  8. Avatar

    Werner

    24. März 2016 11:36 at 11:36

    Als vor vielen Jahren Ausländer nach Meinung des Volkes mit Schaufel und Besen unsere Straßen sauber halten sollten wurde das als „unzumutbar“ oder „menschenunwürdig“ verworfen.
    Durch Hartz IV wurde dem deutschen Steuerzahler der arbeitslos wurde nach einem Jahr zugemutet für 1 Euro pro Stunde zu arbeiten . Menschenunwürdig!!!Das sollen jetzt die Flüchtlinge tun die allerdings erst noch deutsch lernen müssen! Und wer bitte schön soll diesen dann die Hand führen oder können die alle schon sehr gut deutsch??? Wenn ja, könnten sie doch ihren
    Landsleuten deutsch lernen da sie immerhin die jeweilige Landessprache perfekt beherrschen. Dadurch könnte man sehr viel Geld sparen. AUSSERDEM:
    Ich höre immer wieder dass man die Flüchtlinge in Arbeit bringen will. Das ist
    sehr edel! Ich habe 10 Jahre Hartz IV bezogen und wurde nicht in Arbeit
    gebracht ABER immerhin hat man mir 2 äußerst interessant Stellen offeriert:
    die beiden Damen vom Amt wussten dass ich dafür geeignet bin. Allerdings
    stand in der Anzeige weder was die Firma macht noch was die Firma sucht.
    Die deutsche Arbeitsmarktpolitik lebe hoch.
    Es ist allerhöchste Zeit dass die sogenannten Volksvertreter beginnen auf die Stimme des Volkes zu hören

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Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

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Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

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Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

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Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

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Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

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