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Anflug von Panik an den Finanzmärkten Spaniens – heute Statement der katalanischen Regierung

Es herrscht so etwas wie Panik an den spanischen Finanzmärkten: der Aktien-Leitindex Ibex verliert heute, gegen den sonstigen Trend an den Aktienmärkten Europas, gut -2%, auch spanische Staatsanleihen verlieren deutlich. Die Regierung Kataloniens bereitet offenkundig die Ausrufung der Unabhängkeit vor..

FMW-Redaktion

Es herrscht so etwas wie Panik an den spanischen Finanzmärkten: der Aktien-Leitindex Ibex verliert heute, gegen den sonstigen Trend an den Aktienmärkten Europas, gut -2%:

Besonders unter Druck sind Finanzwerte, und hier vor allem jene Banken, die in Barcelona ihren Hauptsitz haben: so verlieren die Aktien von Banco Sabadell und Caixabank -5% bzw. -4%. Aber auch die Dickfische der spanischen Banken-Branche geben deutlich ab, so etwa Banco Santander und BBVA mit jeweils ca. -3%.

Unter Druck sind auch spanische Staatsanleihen: sie verbuchen Kursverluste, die Risikoprämien dieser Anleihen im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen steigen stark an:

Auslöser der Verunsicherung ist die Ankündigung der katalanischen Regierung unter Führung von Carles Puigdemont, heute eine Erklärung abzugeben – diese soll voraussichtlich um 21Uhr gegeben werden. Puigdemont hatte gestern in einem Interview mit der BBC erklärt, dass die Ausrufung der Unabhängigkeit nur noch eine Frage von Tagen sei. Heute tagt das Präsidium des katalanischen Parlaments, um den Termin für die nächste Plenar-Sitzung anzuberaumen – auf dieser Sitzung könnte dann die Unabhängigkeit von Spanien ausgerufen werden.

Sollte die Unabhängigkeit ausgerufen werden, steht zu erwarten, dass Spaniens Ministerpräsident Rajoy versuchen wird, unter Berfung auf Artikel 155 der spanischen Verfassung, die direkte Kontrolle der Verwaltung Kataloniens zu übernehmen. Eine Schlüsselfrage wird dann sein, wie die Polizei Kataloniens agieren wird – sollte sie sich auf die Seite der katalonischen Regierung schlagen, wäre sogar der Einsatz des spanischen Militärs denkbar – mit einem dann möglichen Bürgerkrieg. Diese militärische Option hatte gestern bereits der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido ins Spiel gebracht – man werde alle nötigen Maßnahmen ergreifen, wenn nötig.

Wie verhärtet die Fronten inzwischen sind, hat auch die gestrige Ansprache des spanischen Königs verdeutlicht – in der keinerlei Entgegenkommen an die katalanischen Forderungen erkennbar war. Und so deutet manches auf eine weitere Eskalation der Lage – zahlreiche Banken empfehlen inzwischen, zumindest vorerst spanische Aktien zu meiden. Eine heute veröffentlichte Studie der DZ Bank etwa trägt den Titel „Spanien vor dem Zerfall“.



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4 Kommentare

  1. Da kommt so einiges hoch,was zwischen Wunsch & Wirklichkeit in €uropa gärt!Der europäiische Länderfinanzausgleich EFSM,ESM,usw.eint nicht,sondern separiert die Staaten Europas!Die „Seherin“aus Meck-Pomm,scheint Recht zu bekommen.Immerhin einmal.Scheitert der Oiro,dann scheitert €uropa!Die Gretchenfrage auch dabei lautet allerdings wieder einmal:Wer ist Henne,wer ist Ei,bzw.was war zuerst?Vom Kaiser von €uropa ist auch nichts zu hören.Schau’n mer mal und wenn keiner etwas merkt,machen wir einfach weiter,bis es nicht mehr rückgängig zu machen ist.Dem Kneipen & Briefkastenking sei gesagt:Ein Bürgerkrieg fällt auch unter deine Maxime!Mit diesen Murmeln ,Rajoy,Merkel,Macron,Juncker sowie vielen anderen Selbstdarstellern,wird das nichts mit €uropa first and all others insame!

  2. Vielleicht drücken sie ja auf denselben Knopf wie Polen, Griechen und namibische Hottentotten. (Letztere wollen für die Kolonialkriege zu Zeiten Kaiser Wilhelms richtig Kohle sehen.) Der Anlaß wäre die Unterstützung Francos durch Hitler im Bürgerkrieg 1936-39. Bin mal gespannt, ob sie dann auch die Italiener (wegen Mussolini) anpieseln.

  3. Der Wille des Volkes zählt einfach nicht, sonst würden sogar die Wahlen abgeschafft, wenn sie wirklich was bewirken würden, oder etwa nicht?!!! Die Politiker dürfen sich nicht wundern, wenn soetwas passiert, denn sie schauen dem Volk nicht mehr aufs Maul. Volksabstimmungen, wie in der Schweiz üblich, werden nicht erlaubt und zwar aus Angst vor wirklichen Veränderungen.

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