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Aktien

Angst die Hausse zu verpassen: Anzahl deutscher Aktionäre so hoch wie seit 2007 nicht mehr

Da könnte man glatt sagen: Das ist mal ein Indiz für die Endphase einer Hausse, oder für die These, dass der Otto-Normal-Anleger nichts lernt. Immer erst kaufen, wenn die Preise schon drastisch weit gelaufen sind, und enttäuscht verkaufen, nachdem die…

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FMW-Redaktion

Da könnte man glatt sagen: Das ist mal ein Indiz für die Endphase einer Hausse, oder für die These, dass der Otto-Normal-Anleger nichts lernt. Immer erst kaufen, wenn die Preise schon drastisch weit gelaufen sind, und enttäuscht verkaufen, nachdem die Kurse gefallen sind. Das „Deutsche Aktieninstitut“ veröffentlicht heute die Zahlen von derzeit 10,1 Millionen Deutschen, die entweder Aktien oder Aktienfonds besitzen. Im Jahresdurchschnitt 2017 gab es in Deutschland 1,1 Millionen Aktionäre mehr als noch 2016. Das ist eine drastische Steigerung in so kurzer Zeit!

Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2007, also exakt dem Zeitpunkt kurz vor dem großen Zusammenbruch, verursacht durch die US-Immobilienkrise. Auch damals lief ja alles bestens, alles ging nur nach oben, und jeder wollte noch dabei sein. Was ist bei der Gier das Schlimmste? Wenn man bei der Long-Party nicht dabei ist. Also noch schnell auf den Zug mit aufspringen? Das Deutsche Aktieninstitut drück es so aus:

„Die Entwicklung des vergangenen Jahres ist ein gutes Zeichen“, kommentiert Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, das deutlich gewachsene Interesse der Anleger an Aktien und Aktienfonds. „Offenbar erkennen immer mehr Menschen die Vorteile der Aktienanlage für den langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge.“

Entwarnung für die Aktienkultur gibt das Deutsche Aktieninstitut dennoch nicht. Erstens sind die Anleger in der Vergangenheit häufig der Kursentwicklung nachgelaufen und haben sich bei fallenden Kursen wieder von ihren Anlagen getrennt. „Dieses Muster ist zwar seit der Finanzkrise schwächer geworden“, erklärt Bortenlänger, „der Lackmustest einer längeren Phase fallender Kurse oder steigender Zinsen auf Alternativanlagen steht aber noch aus.“ Die Anleger sollten sich daher von den jüngsten Kursturbulenzen nicht verunsichern lassen und weiter auf eine kontinuierliche Anlage und langfristige Strategien setzen.

Mit 15,7% ist die Aktionärsquote an der Gesamtbevölkerung in Deutschland immer noch sehr gering im Vergleich zu den USA mit gut 1/3. Die Lage ist perfekt für Fondsanbieter etc: Die Angst die Rally zu verpassen ist da, und dazu noch Zinsen auf Null – wer will da nicht in Aktien investieren. Zumal die Kurse ja alle nur noch steigen… (ja, Satire).


Der Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt: Foto: Deutsche Börse AG

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    19. Februar 2018 18:27 at 18:27

    Aber bitte jetzt nicht den Otto Normalverbraucher kritisieren ( Kleinanleger), wird doch die ewigwährende Hausse von den „Profis“ gepredigt.Haben doch auch wieder Robert Halver u.Co. ( Video kürzlich auf “ der Aktionär) den kürzlichen Rückschlag verniedlicht u. Zinserhöhungen u.die U.S Schuldenthematik als Problem des nächsten Jahrhunderts schöngeredet.

  2. Avatar

    leftutti

    19. Februar 2018 22:36 at 22:36

    Otto Normalverbraucher ist so leicht zu kritisieren, ohne seine täglichen Entbehrungen zu würdigen. Otto, der typisch deutsche Lemming, der Dummkopf, das immerwährende Opfer: Macht er doch jede Dekade, jede halbe Generation denselben Fehler. Sehnt sich nach Sicherheit und macht sich Sorgen um seine Zukunft und die seiner Kinder und Enkel.
    Otto will eine Gewissheit für die Zukunft statt spekulativer ATH-Haussen in Aktien und Kryptos. Otto hegt den utopischen Wunsch, dass ihm im Alter entweder die eigenen Erben oder die gesetzlichen oder privaten Vorsorgeversicherungen seine erbrachten Leistungen, seine Entbehrungen entsprechend rückvergüten, um einen würdigen Abgang und zufriedenen Rückblick zu erleben.

    Otto sieht inzwischen recht klar und will auch partizipieren an der risikolosen Zukunftssicherheit, dem quasi rechtsfreien Raum von Beamten, Politikern oder Bankern, Anlageberatern und Vorständen in der freien Wirtschaft.

    Otto will auch Börsenprofi werden, um an der Hausse teilzunehmen. Otto steht um 06:00 Uhr morgens auf, fährt 1 Stunde zur Arbeit, arbeitet 8 Stunden, hat 1 Stunde Zwangsmittagspause, muss 1 Stunde unbezahlte Überstunden absolvieren und kehrt nach 1 Stunde um 18:00 Uhr glücklich zurück nach Hause zu seiner Familie. Ein verweichlichter Otto will noch zu Abend essen und mit seiner Familie 1 Stunde verbringen. Otto ist nach 13 Stunden also wieder fit und handlungsfähig.

    Otto hat also mindestens 3 bis 4 Stunden täglich Zeit, um Börsenprofi zu werden. Otto muss wissen, was er tut. Otto ist als mündiger Bürger selbst Schuld, wenn er Versprechen von Politikern vertraut, die ihm zukünftige Rechtssicherheit vor Abzockern an der Börse versprochen hatten. Otto kennt konstant die aktuelle Rechtssprechung, er vertraut grundsätzlich keinen Aussagen und Versprechungen von Bundeskanzlern, Finanzministern, Bankern oder Anlageprofis.
    Otto ist für sein Handeln selbst verantwortlich, er muss inzwischen wissen, dass er mit Abschluss seiner Rentenversicherungsverträge mit garantiertem Zinssatz von 6% aus dem 20. Jahrhundert fahrlässig-naiv gehandelt hat.
    Dass er bereits damals hätte voraussehen müssen, dass weder eine Bundesregierung, noch Versicherungsgesellschaften, noch Baken oder Börsenprofis die Kurse bis zu seiner Rente voraussehen konnten.

  3. Avatar

    V

    20. Februar 2018 07:36 at 07:36

    In Youtube explodieren die Kanäle bei denen junge Leute anderen Aktien und Börse erklären. Auch in meinem Umfeld werde ich verstärkt von Jüngeren zum Thema Börse befragt. Daher sind diese Zahlen für mich keine Überraschung. Es sind m.E. derzeit v.a. die Jungen, die die Börse entdecken (plus leider auch Fehlentwicklungen wie Kryptowährungen)….

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Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien

Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Aktien

Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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