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Anleihen

Anhörung von Janet Yellen vor dem Joint Committee of Economics – Live-Feed

Redaktion

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FMW-Redaktion

Janet Yellen hat ihren Redetext bereits veröffentlicht, in dem sie die Märkte auf weitere Zinsanhebungen vorbereitet, jedoch den Zeitpunkt offen lässt. Die Bewertungen an den Finanzmärkgten seien „hoch“, aber die Risiken gleichwohl eingedämmt, so die scheidende Fed-Chefin (den Wortlaut der Rede lesen Sie hier).

Yellen stellt sich den Fragen des Joint Committee of Economics (also des überparteilichen Ausschusses für Wirtschaft) – hier der Live-Feed:


Foto: Federal Reserve

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Dieselknecht

    29. November 2017 16:57 at 16:57

    Der Name dieses Vereins, klingt toll.
    Mein English ist einfach schlecht.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      29. November 2017 17:04 at 17:04

      @Dieselknecht, ja super Name, bedeutet: Kommitte der Joint rauchenden Ökonomen.. :)

    • Avatar

      Michael

      29. November 2017 17:55 at 17:55

      Würden sie denn nur alle Joints rauchen, auch die Notenbanker, die Irren an den Märkten und Börsen, die Krypto-Wahnsinnigen und die Politiker, statt in ihre Geld- und Machtgeilheit mit synthetischen Designerdrogen und/oder körpereigenen Bio-Glückshormon-Cocktails in unnatürlicher Konzentration täglich weiter zu steigern ;)
      Aber heute ist ein äußerst interessanter Tag in der FMW:
      Bauern und Bäuerinnen aller Länder sind nach wochenlangen Stromausfällen wieder zum Leben erwacht (oder gab es endlich eine neue Weißbier- und Gras-Lieferung, war der Strom nur im Gehirn ausgefallen)?
      Die Krypto-Freaks an den Märkten drehen anscheinend vollkommen durch, ebenso wie die Cable-Freaks, die aufs neue Kleinbritanniens Untergang feiern.
      Auch religiöse Apokalyptiker haben wieder Hochkonjunktur, Johannes und sein Armageddon manifestieren sich als Teufelswerk im Bitcoin- & Co-Kurs. Weltuntergang ist wieder mal angesagt.
      Europas Untergang ist fast noch mehr angesagt, hier konzentrieren sich die Crash-Propheten, die normalerweise so sehr Anti-Crash eingestellt sind.
      Es wurde die Diskussion nach Netiquette, Höflichkeit, Beleidigungen, Grenzwertigkeit und tolerierbarer Schwelle endlich mal wieder angesprochen, auch wenn @Mr. Fäkalsprache heute gar keinen Kommentar zum Besten gegeben hat.
      Wie gesagt, ein äußerst interessanter Tag in der FMW.

      • Avatar

        baeuerin

        29. November 2017 18:04 at 18:04

        Ich konnte von Dir noch keinen lesenswerten Komment.entdecken,ausser dass du geschmeidigen fliessenden D…pfiff ablaesst.
        Aber in einem hast du Recht,der Tag bei FMW ist heute sehr interessant!

        • Avatar

          Michael

          30. November 2017 23:19 at 23:19

          @baeuerin, Ich habe ja bis zu diesem Kommentar auch noch nichts zum Besten gegeben, während Sie sich seit 12 Stunden fröhlich mit sich selbst unterhalten und gefühlt mindestens 30 Kommentare abgesondert haben. Selbst in dieser schieren Masse an Unsinn war nichts „lesenswert“, ich habe dennoch all Ihre wirren gedanklichen Ergüsse überflogen.
          Aber wenn ich in zumindest in einem Punkt Recht habe, war mein Dünnpfiff zumindest nicht ganz umsonst.

          • Avatar

            baeuerin

            1. Dezember 2017 08:08 at 08:08

            @Michael
            …aber das erste was sie nach Feierabend gedenken zu tun,ist,als ERSTES an MICH zu denken und weiteren D….pfiff abzulassen,lol
            Alder…. du bist ja total auf mich fixiert!!

            Konzentriere dich besser auf deine virtuellen Bitcoin-Traeume!

            Ich warte genuesslich auf deine Antwort,nach deinem wohlverdienten feierabend….

      • Avatar

        Murat Dundar

        29. November 2017 22:48 at 22:48

        hallo @michael ich glaube du hast mich gemeint mit @mr. f………e.
        ich kann mich auf ein kommentar von mir erinnern welcher unangepasst war.
        da möchte ich mich bei der kompletten fmw und usern entschuldigen.
        vg m.d

        • Avatar

          Michael

          30. November 2017 21:47 at 21:47

          @Murat Dundar, nein, ich habe nicht Sie gemeint, weil Sie vielleicht einmal einen unangemessenen Kommentar verfasst oder ein falsches Wort benutzt haben. Anscheinend war es so, Ihre Entschuldigung ehrt Sie, einmal ist keinmal. Ärger manifestiert sich bei jedem einmal in einem deftigen Kommentar. Kein Problem für mich und hoffentlich auch nicht für die vielen teilnehmenden Menschen hier in der FMW.
          Ich spreche von dauernden, sich wiederholenden Kommentaren und Begriffen wie „Dreckspopulisten sind die Endoparasiten in der Kacke … unerträglich stinkender Mist … Skelette, Leichen, Schlampen … unerträglicher Schleim … dampfendes, klebriges, verpestetes Gesülze“. Alles immer wieder von einem Kommentator angesondert, sobald gewisse Ansichten des rechtsradikalen Flügels der allheiligen AfD in kritischem Licht betrachtet werden.

          • Avatar

            Petkov

            1. Dezember 2017 08:24 at 08:24

            Egal wen du meinst, Michilein, in einem Forum wie FMW wird er wohl eine fiktive Gestalt sein. Und der hat dich offenbar völlig im Griff. Du scheinst von ihm besessen zu sein, er verfolgt dich wie ein Demon. Egal, was er dir reinflüstert, du lernst es auswendig. Klingt nach erreichtem Ziel. Wunderbar! :-)

            Und jetzt husch-husch in die SpielEcke mit deiner Gummi-Nazikeule, die du wie ein aufgedrehtes, sabberndes Kind gegen alle schwingst, die deine Märchen nicht hören wollen – selbst gegen Ausländer, die für sowas nur ein müdes, mitleidiges Lächeln übrig haben. :-)

            Dein Verstand wäre auch im Dritten Reich genau das, was er heute ist: eine Marionette.

            Viele Deutsche leisten heute den Widerstand, den ihre Vorfahren vor 70-80 Jahren ausbleiben ließen. Sie analysieren die eignen Fehler postfaktisch mit einem Sicherheitsabstand von mehreren Jahrzehnten. Ist zwar ganz gemütlich, aber so rast man im Blindflug durch die Gegenwart. Genau das sind die Ewiggestrigen. Und die zerquetschen sich unausweichlich irgendwann mal an der Wand der Tatsachen. Und verzogene Kinder in den Körpern von alten Menschen sind diejenigen, die dann am lautesten und längsten plärren und plärren und plärren… Du wirst ganz vorne mit dabei sein.

            Guckst du hier, wie Erwachsene diskutieren :-)
            https://finanzmarktwelt.de/marktgefluester-video-moegen-hat-der-dax-schon-wollen-duerfen-hat-er-sich-nicht-getraut-74786/#comment-36755

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Anleihen

Deutsche Neuverschuldung in Corona-Zeiten: Kein Problem, es ist sogar ein Profitgeschäft!

Claudio Kummerfeld

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Brandenburger Tor in Berlin

Der deutsche Staat nimmt wegen der Coronakrise und den explodierenden Rettungskosten viele neue Schulden auf. Erste frohe Kunde: Die Neuverschuldung stellt finanztechnisch schon mal gar kein Problem dar. Man sehe die folgende Grafik aus dem Hause Finanzagentur Deutschland GmbH, dem Institut, dass als Vehikel des Bundesfinanzministeriums Anleihen am Kapitalmarkt verkauft.

Neuverschuldung läuft ohne Probleme ab

Heute wurden für den deutschen Staat sieben Jahre laufende Bundesanleihen ausgegeben im Volumen von 4 Milliarden Euro. Die Nachfrage der institutionellen Investoren lag bei 7,26 Milliarden Euro. So war es auch bei den vorigen Emissionen, wie die Übersichtstafel gut zeigt. Die Nachfrage in den letzten Monaten reichte jedes Mal weit über das Angebotsvolumen hinaus, und erreichte manchmal fast das doppelte Volumen. Verkauft wurden heute übrigens nicht 4, sondern nur 3,28 Milliarden Euro Volumen. So läuft das jedes Mal. Ein Teil der Emission wird nicht tatsächlich verkauft, sondern wandert in die sogenannte „Marktpflegequote“, um den Börsenmarkt für diese Anleihe in den nächsten sieben Jahren liquide halten zu können.

Also, Deutschland kommt am Kapitalmarkt spielend leicht an frisches Geld. Und die Emissionsrendite zeigt: Der Bundesfinanzminister verdient mit dem Aufnehmen neuer Schulden jedes Mal sogar Geld. Die heutige Rendite liegt bei minus 0,62 Prozent. Bei den vorigen Emissionen waren es -0,60, -0,62, -0,62, -0,47 Prozent usw. Diese Negativrendite bei der deutschen Neuverschuldung kommt zustande, weil die Anleihen mit einem Kurs über dem Nennwert der Anleihen von 100,00 Prozent verkauft werden (Anleihekurse notieren in Prozentpunkten). Heute zum Beispiel lag der Verkaufspreis bei 104,52 Prozent.

Deutsche Staat macht Gewinn – und warum machen die Anleger freiwillig Verlust?

In sieben Jahren, wenn der deutsche Staat die Anleihe an deren Inhaber zurückzahlt, überweist er aber nur den vereinbarten Nennwert von glatt 100,00 Prozent zurück. Zinsen gab es für die Anleger auch keine mit 0,00 Prozent Zinskupon. Tja, der Staat erhält jetzt 104,52, und zahlt in sieben Jahren nur 100,00 zurück. So macht man Geld. Und wie so oft kann man sich fragen: Warum machen die Anleger das, wieso verschenken die Geld, wieso machen sie wissentlich und freiwillig Verlust?

Nun, da wäre natürlich das Argument, dass bei einer vermuteten weiter sinkenden Rendite die Kurse der Anleihen natürlich automatisch weiter steigen. Dann könnten die Investoren nach der Emission am freien Anleihemarkt höher verkaufen, und einen Gewinn einstreichen. Oder man weiß nur zu gut, dass die EZB immer mehr Anleihen aufkauft, und dass man auch dorthin (mit anständigem Gewinn?) weiterverkaufen kann. Denn die EZB, die will ja unbedingt aufkaufen. Und wer unbedingt kaufen will, zahlt am freien Markt höhere Preise als in der Erstauktion des Bundes?

Und dann wären da noch langfristig denkende, große institutionelle Investoren, die überlegen, wo sie ihre gigantischen Geldmengen unterbringen sollen. Will man nicht alles in Aktien packen, oder darf man es gar nicht, muss man sich nach „sicheren“ Anlagen umschauen. Banken reichen gerade bei größeren Kontoguthaben inzwischen eigentlich immer den Negativzins der EZB an die Kunden weiter. Also würden große Pensionskassen, Fonds, Versicherungen etc mit sehr großen Geldsummen wohl 0,5 Prozent Strafzins bei ihrer Hausbank zahlen. Also dann lieber das Geld in Anleihen investieren? Aber halt. Bei dieser deutschen Staatsanleihe liegt die Rendite ja sogar bei -0,62 Prozent. Also steht man nochmal 0,12 Prozentpunkte schlechter da als auf dem Bankkonto. Hier könnte nur noch das Argument ziehen, dass man deutsche Staatsanleihen (im großen Bild betrachtet) als deutlich besseren Parkplatz für große Geldsummen erachtet, als eine einzelne Bank, die immer pleite gehen kann.

Grafik zeigt Neuverschuldung Deutschlands mit 7 Jahren Laufzeit

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Allgemein

Wirtschaft in Italien stürzt ab – warum das den Markt nicht interessiert

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Italien-Flagge in Rom

Die Wirtschaftsleistung in Italien ist im zweiten Quartal im Vergleich zum 1. Quartal um 12,8 Prozent abgestürzt, wie offizielle Daten zeigen, die heute veröffentlicht wurden. Vorläufige Daten von minus 12,4 Prozent wurden damit nach unten revidiert. Im Jahresvergleich zum zweiten Quartal 2019 ist es ein Absturz von 17,7 Prozent. Dies ist laut Trading Economics der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung in Italien seit den 60er-Jahren. Im folgenden Chart sehen wir die prozentuale Veränderung der Wirtschaftsleistung in Italien seit den 90er-Jahren. Man erkennt, dass der Absturz in der Finanzkrise 2008 mit -3 Prozent im Vergleich zu heute verschwindend klein war.


source: tradingeconomics.com

Und was macht der Kapitalmarkt? Die Rendite für Staatsanleihen ist hier immer das beste Barometer. Eigentlich gäbe es da noch die Währung eines Landes. Aber da Italien den Euro hat, kann man hier keinen Gradmesser für Italien mehr erkennen. Wenn ein Investor in Anleihen eines Landes investieren möchte, bei denen die Rückzahlungswahrscheinlichkeit der Anleihen wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gefährdet ist, dann erwartet dieser Anleger einen Risikoaufschlag – nämlich für sein Risiko, dass er sein Geld nicht wieder sieht. Daher sind Länder mit großen wirtschaftlichen Problemen automatisch bereit deutlich höhere Renditen für ihre verkauften Staatsanleihen zu bezahlen, um ausländisches Kapital anzulocken.

Warum die Renditen für Italien nicht steigen

Italien stand schon vor der Coronakrise sehr schlecht da. Hohe Schulden erstickten das Land, und eine Wirtschaft die sich nie von der Finanzkrise 2008 erholt hatte. Und dann kam die Coronakrise. Die wirtschaftliche Lage verschärft sich daher dramatisch. Der obige Chart zeigt dies eindrucksvoll. Und was macht die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen? Sie notiert aktuell mit 1,11 Prozent genau da, wo sie am letzten Freitag lag, vor der Veröffentlichung der heutigen BIP-Daten. Der folgende Chart zeigt den Rendite-Verlauf für Italien in den letzten zwölf Monaten. Man sieht, dass die Rendite kurz vor der Coronakrise genau ebenfalls da war, wo sie jetzt notiert. Zwar lag sie im März kurzzeitig bei 2,39 Prozent. Aber mit den umfangreichen Rettungsmaßnahmen von Staaten und EZB wurde schnell klar, dass alles „gerettet“ wird, und die Rendite sank schnell wieder in den Keller.

Also: Die Wirtschaftsleistung in Italien ist brutal abgestürzt. Die Risikoprämie für Anleger, die italienische Schulden kaufen wollen, hat sich per Saldo aber nicht erhöht. Was sagt uns das? Dem Markt ist klar, dass wohl kaum ein echtes Ausfallrisiko für Italien besteht. Denn das Land ist im Euro und als drittgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum schlicht und einfach „Too big to fail“. Die EZB hat schon jahrelang in gigantischem Ausmaß italienische Staatsanleihen aufgekauft und zuletzt neue gigantische Kaufprogramme aufgelegt, und würde wohl (das darf man vermuten) noch viel, viel mehr kaufen. Hauptsache Italien bleibt im Spiel.

Rendite für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien

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Allgemein

Staatsbankrott: Was passiert da eigentlich? Argentinien zeigt es!

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am

Wenn ein Staat seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ist das eine Katastrophe für seine Bürger, die Unternehmen im Land und natürlich auch für die Gläubiger, die auf einen Großteil ihres Geldes verzichten müssen. Doch wie genau ist der Ablauf eines Staatsbankrotts? Da Argentinien gerade wieder zahlungsunfähig ist (schon im Februar forderte der IWF einen Schuldenschnitt) und sich in Verhandlungen mit seinen Gläubigern befindet, können wir an diesem Beispiel lernen, wie der Vorgang abläuft!

Die Insolvenz eines Staates ist ein häufiges Ereignis. In den vergangenen 200 Jahren kam es statistisch gesehen zu mehr als einem Staatsbankrott pro Jahr weltweit. Seit der Abschaffung der Golddeckung und der weitgehend unregulierten Schöpfung ungedeckten Fiatgeldes nahm die Frequenz der Staatsbankrotte sogar deutlich zu. So gab es zwischen 1980 und 2010 pro Jahr durchschnittlich drei insolvente Staaten auf der Erde.

Es gibt kein gesetzlich geregeltes Insolvenzverfahren für den Staatsbankrott

Umso interessanter ist es, dass es zwar gesetzliche Regelungen für den Fall eines Staatsbankrottes gibt, die aber im Falle zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland eine Insolvenz, genauer gesagt ein Insolvenzverfahren, explizit NICHT vorsehen. Doch Papier ist geduldig. Wenn Deutschland seine Schulden nicht mehr bedienen kann, ist das Land insolvent – Gesetz hin oder her.keine gesetzlichen Regelungen für den Fall eines Staatsbankrotts gibt. Zwar mag es dann kein Insolvenzverfahren wie bei Unternehmen oder Privatpersonen geben. Doch eine Art von Insolvenzverfahren findet dennoch statt: die Verhandlung mit den Gläubigern. Zwar kann ein Staat die Zahlungen an seine Gläubiger einstellen. Doch bis es keine Einigung mit diesen gab, wird das Land auch keine neuen Kredite bekommen. Zumindest keine Auslandskredite. Kredite in der heimischen Währung könnte sich ein Staat theoretisch über die Zentralbank selbst geben, wie es zum Beispiel in den USA und der Eurozone schon seit geraumer Zeit nur wenig versteckt stattfindet.

Kann ein Staat keine Devisen mehr beschaffen, leidet darunter die heimische Bevölkerung und die Unternehmen. Importe sind dann nur noch in dem Umfang möglich, in dem Devisen mittels Exporten erwirtschaftet werden. Um einen Ausgleich zwischen Importen und Exporten herzustellen, muss die Währung gegenüber den ausländischen Währungen abwerten. Die dann in der Regel herrschende Devisenknappheit zwingt die Menschen dazu, ihre Ersparnisse in der heimischen Währung zu halten, die im Falle eines Staatsbankrotts jedoch zu hoher Inflation neigt. Die Währungsabwertung heizt die Inflation zusätzlich an, da Importwaren teurer werden. Haben die Menschen und Unternehmen Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährung, sind zahlreiche Privat- und Unternehmensinsolvenzen zu erwarten. Selbst wenn die Schuldner in der Lage wären, Devisen zu beschaffen, wären die Kredite durch die Währungsabwertung deutlich teurer als zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme.

Gläubiger müssen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten, bekommen aber teils noch Geld zurück

Eine Einigung mit den Gläubigern und der daraufhin wieder mögliche Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten ist daher ein vordringliches Ziel der Regierung nach einem Staatsbankrott. Den meisten Gläubigern ist bewusst, dass eine vollständige Rückzahlung ihrer Forderungen unwahrscheinlich ist. In der Regel kauften die Gläubiger die Schuldtitel bereits mit deutlichen Preisabschlägen an der Börse und kassierten hohe Zinsen bis zum Zeitpunkt der Zahlungseinstellung. Eine Einigung, die in der Regel einen teilweisen Schuldenerlass, niedrigere Zinsen und gestreckte Zahlungsziele beinhaltet, wird daher relativ schnell gefunden. Interessant ist, dass die Insolvenzquoten bei Staatsbankrotten oft relativ hoch sind. Bei Unternehmens- und Privatinsolvenzen ist in der Regel für die Gläubiger ein Totalverlust anzunehmen. Bei Staatsbankrotten sind 30% oder auch fast 50% Rückzahlungsquoten möglich. Das Beispiel Argentinien zeigt jedoch, dass sich inzwischen auch einige Hedgefonds darauf spezialisierten, die Anleihen praktisch bankrotter Staaten zu Schnäppchenpreisen aufzukaufen und dann auf vollständige Tilgung des Nennwerts zu pochen.

Bis es zu einer Einigung mit den Gläubigern kommt, können diese auch den Besitz des säumigen Staates im Ausland beschlagnahmen lassen. So ließ ein US-Hedgefonds ein argentinisches Marineschiff beschlagnahmen, weil Argentinien sich weigerte, die vom Hedgefonds gehaltenen Anleihen zum vollen Nennwert zu tilgen.

Beispiel Argentinien: Bankrott seit Ende Januar

Argentinien erklärte am 29. Januar 2020, dass es plane, den Gläubigern ein Programm zur Schuldenrestrukturierung zu präsentieren. Mit anderen Worten: Argentinien könnte zwar seine Schulden noch bedienen, weigert sich aber, es zu tun. Am 19. Februar bestätigten Prüfer des Internationalen Währungsfonds, dass die Staatsschulden Argentiniens in der Tat nicht mehr tragbar seien. Am 21. April präsentierte Argentinien schließlich seinen Plan zur Restrukturierung von 69 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden und setzte den Gläubigern eine Frist bis zum 8. Mai, um diesen Plan zu akzeptieren.

Die dachten natürlich nicht daran, den Plan einfach durchzuwinken. In persönlichen Treffen und Videokonferenzen versuchte Argentinien, die größten Gläubiger zu überzeugen. Schließlich musste jedoch am 7. Mai verkündet werden, dass man für Gegenvorschläge der Gläubiger offen sei. Die Frist zur Annahme des Restrukturierungsangebots wird in den kommenden Wochen mehrfach verlängert. In der Zwischenzeit wurden auch die ersten Zinszahlungen fällig, die Argentinien nicht bezahlte. Das Land ist damit offiziell zahlungsunfähig und hat damit bereits den neunten Staatsbankrott seiner Geschichte erklärt.

Nach Wochen des Wartens präsentieren erste große Gläubiger ihre Vorschläge zur Restrukturierung der Schulden. Sie bieten einen Schuldenerlass von rund 45% an, was Argentinien zu wenig ist. Schließlich einigt sich Argentinien am 2. August doch noch auf einen Schuldenerlass von 45,2% mit dem Großteil seiner Gläubiger.

Im Endeffekt dauerte der Staatsbankrott also nur rund ein halbes Jahr. Für Argentinien wird es nach der Einigung noch nicht sofort so sein wie vor der Erklärung der Zahlungsunfähigkeit. Investoren werden noch eine Weile merkliche Risikoaufschläge für neue Kredite verlangen. Und vermutlich wird es auch wieder den einen oder anderen Gläubiger geben, der auf vollständige Tilgung seiner Anleihen besteht. Der Wechselkurs des argentinischen Peso wird sich aller Voraussicht nach auch nicht erholen, solange Argentinien nicht das grundlegende Problem der negativen Zahlungsbilanz löst. Der teilweise Schuldenerlass gab dem Land nur eine Atempause.

Der Obelisco als Smybol für Argentinien - Staatsbankrott lähmt das Land
Der Obelisco in Buenos Aires. Foto: Gobierno de la Ciudad Autónoma de Buenos Aires CC BY 2.5 ar

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