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Anlagestrategie 2020: Hohe Renditen, weniger Risiko

Hannes Zipfel

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Die Liquiditätsflut hob in diesem Börsenjahr die Preise nahezu aller Vermögenswerte – die Anlagestrategie á la Cantillion kann zusätzlich mit reduziertem Risiko und eingebautem Krisenschutz punkten.

Die Anlagestrategie á la Cantillon geht voll auf

Bereits im 17. Jahrhundert entwickelt der irische Ökonom und Banker Richard Cantillon die Grundlagen für eine heute wieder vielversprechende Anlagestrategie, die speziell für Phasen unkonventioneller Geldpolitik entwickelt wurde.

Die Strategie berücksichtigt sowohl die positiven als auch die negativen Effekte ultralaxer Geldpolitik, die geprägt ist von extrem niedrigen Zinsen und übermäßiger Geldproduktion durch die Notenbanken.

In einem Artikel zu dem Thema hatte ich bereits die Grundlagen zu dieser Anlagestrategie erläutert. Am 7. Oktober stellte ich in einem Beitrag dann das Cantillon-Musterportfolio vor, dass bei justETF in Kooperation mit der Consorsbank live und zu realen Kosten geführt wird.

Zum Jahresultimo ziehe ich nun eine Zwischenbilanz, sowohl für den Zeitraum seit Auflage des Portfolios ab 7. Oktober als auch zurückgerechnet für das Gesamtjahr 2019 sowie die letzten drei Jahre.

Neben der erzielten Rendite nach Kosten und vor Steuern ist besonders das im Vergleich zu den Aktienmärkten relativ geringe Anlage-Risiko interessant. Aber schauen wir zunächst auf den Renditeerfolg.

Wertentwicklung auf Augenhöhe mit den Aktienmärkten

Bekanntermaßen stand das Börsenjahr 2019 ganz im Zeichen der Aktienmärkte und der Angst, die Wertsteigerungen bei Dividendentiteln zu verpassen. Das Phänomen FOMO (Fear Of Missing Out) verleitete Anleger zu einer starken Allokation zugunsten von Aktien, in Fachkreisen auch Klumpenrisiko genannt. Vor allem an den ohnehin im historischen Vergleich bereits sehr hoch bewerteten amerikanischen Aktienmärkten war die Kaufpanik mit Händen zu greifen.

Dabei konnten Anleger mit einem breit gestreuten Korb aus verschiedenen Anlageklassen, dass deutlich besser gegen Rückschläge und unvorhersehbare Risiken schützt, die gleiche Rendite realisieren.

Der folgende Performance-Vergleich zeigt das Cantillon-Musterportfolio („Portfolio“) im Vergleich zum DAX 30 Performance Index und zum amerikanischen S&P 500 Aktienindex (jeweils in Form von ETFs in Euro gerechnet und inklusive aller Ausschüttungen/Dividenden):

Das Cantillon-Portfolio gegenüber Dax und S&P 500

Seit Jahresbeginn stieg das Cantillon-Portfolio (blaue Linie) nach allen Kosten und vor Steuern um 26,5 Prozent an. Der Zuwachs des Dax-ETFs betrug im gleichen Zeitraum 25,5 Prozent und der des iShares S&P 500 ETFs auf Eurobasis 27,5 Prozent (inkl. aller Ausschüttungen).

Die Renditedifferenz zwischen den drei ETFs bewegt sich ergo im Jahr 2019 in einer Range von lediglich zwei Prozentpunkten, wobei die beiden Aktienindizes vor allem seit Oktober zum Musterportfolio stark aufholten.

Seit Auflage des Cantillon-Portfolios am 7. Oktober konnte mit dieser Anlagestrategie eine Rendite von 3,6 Prozent erzielt werden. Die Aktien-ETFs schafften in diesem Zeitraum zweistellige Renditen von 10,2 Prozent (DAX ETF) und 10,0 Prozent (S&P 500 ETF).

Aussagekräftiger ist da schon der Renditevergleich über die letzten drei Jahre. Über diesen Zeithorizont erwirtschaftete die Anlagestrategie gemäß Cantillon einen Wertzuwachs von 27,5 Prozent, der DAX ETF von 14,8 Prozent und der S&P 500 ETF überdurchschnittliche 38,3 Prozent.

Doch wie im Chart schon optisch zu erkennen ist, erfolgte die Entwicklung im Cantillon-Portfolio deutlich schwankungsärmer als bei den reinen Aktienindex-ETFs.

Das Cantillon-Portfolio gegenüber Dax und S&P 500

Rendite-Risiko-Verhältnis der Anlagestrategie ist exzellent

Aufgrund der speziellen Zusammensetzung des Cantillon-Portfolios können negative Einflüsse auf die Aktienmärkte besser abgefedert werden.

So lag die jährliche Schwankungsbreite (Volatilität) beim Cantillon-Portfolio seit Ende 2016 bei lediglich 6,5 Prozent, im Jahr 2019 bei 6,3 Prozent. Doppelt so stark schwankten hingegen die Kurse des DAX- und des S&P 500-ETF (Spalte: „Risiko in %“).

Bei dieser Anlagestrategie ist die Volatilität deutlich geringer als etwa beim Dax

Dieser Risiko-Vorteil des Cantillon-Portfolios zeigte sich auch im nun zu Ende gehenden Jahr 2019, in dem die nahezu identische Rendite mit lediglich ca. der Hälfte der Schwankungsbreite erzielt werden konnte.

Der Rendite-Risiko-Vergleich

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Der Grund für die wesentlich stabilere Wertentwicklung sind die unterschiedlichen Komponenten des Cantillon-Portfolios: Neben Aktien und europäischen Immobilien befinden sich auch physisches Gold, Minenwerte und Staatsanleihen im ETF-Portfolio.

Das Cantillon-Portfolio in seiner Zusammensetzung

Die Staatsanleihen und das Gold (in den Tresoren der Deutschen Börse AG via XETRA-GOLD ETF) profitieren wie Aktien von der Liquiditätsflut der Notenbanken. Die Immobilien und Anleihen profitieren in Erster Linie von den historisch niedrigen Zinsen und den dadurch billigeren Refinanzierungskosten bzw. steigenden Anleihekursen.

Staatsanleihen, Gold und sogar Aktien (via ETFs) und Immobilien (via REITs) werden von diversen Notenbanken mittlerweile direkt mit aus dünner Luft erzeugtem Geld erworben (z. B. Bank of Japan, Schweizerische Nationalbank, Bank Rossii, Peoples Bank of China, Bank of England, EZB, Fed, etc.).

Kommt es jedoch zu Verwerfungen, wie zuletzt vor einem Jahre an den Aktienmärkten, dann puffern „Risk-Off-Assets“ wie Gold, Minenaktien und Staatsanleihen Rückschläge an den Aktienmärkten sehr gut ab, ohne das Renditepotenzial des Gesamtportfolios für die Zukunft zu limitieren.

Aus dieser zum Teil negativen Korrelation des Kursverhaltens der im Portfolio allokierten Komponenten zueinander ergibt sich das deutlich bessere Rendite-Risiko-Verhältnis dieser Anlagestrategie. Einzeln betrachtet sind die Bestandteile zum Teil sehr volatil, in der Kombination ergibt sich hingegen eine klare Optimierung des Rendite-Risiko-Verhältnisses:

Mit dieser Anlagestrategie lässt sich das Chance-Risiko-Verhältnis deutlich verbessern

Fazit und Ausblick

In Anbetracht des historisch einmaligen Experiments eines weltweit ungedeckten Papiergeldsystems bietet die Anlagestrategie á la Cantillon eine adäquate Allokation für liquides Vermögen. Da im Zuge des sich fortsetzenden langfristigen Überschuldungstrends mit der „Japanisierung“ vieler Volkswirtschaften zu rechnen ist, muss die Geldanlage in Zukunft jenseits von Zinseinnahmen völlig neu gedacht werden.

Der Mehrwert eines breit gestreuten Portfolios, dass sich an den Theorien von Richard Cantillon orientiert, liegt eindeutig im wesentlich besseren Chance-Risiko-Verhältnis gegenüber klassischen Mischstrategien aus Anleihen und Aktien, ohne das Renditepotenzial auszubremsen.

Vor allem die Bestandteile Gold und Minenaktien sollten im kommenden Jahr 2020 sogar für eine signifikante Outperformance gegenüber den Standardaktienmärkten sorgen.

Niemand kann die Zukunft vorhersagen –  aber mit dem Cantillon-Portfolio als Anlagestrategie ist man zumindest für die neue Ära des Notenbank-Interventionismus gerüstet.

Als Anleger partizipiert man direkt von der unkonventionellen Geldpolitik und ist gleichzeitig gegen unvorhersehbare Schwankungen und den temporären sowie eventuell finalen Kontrollverlust durch die zentralplanerischen Notenbanker abgesichert, gemäß der Weisheit des Staatsmannes und Feldherrn Perikles v. Athen (um 500 – 429 v. Chr.): „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Goldbug

    2. Januar 2020 15:06 at 15:06

    Lieber Herr Zipfel,
    zunächst wünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr mit viel Gesundheit und persönlicher Zufriedenheit.

    Der Artikel ist sehr interessant.
    Es wäre aber hilfreich, wenn Sie die jeweilige Wertpapierkennnummer für die einzelnen ETF
    nennen könnten.

    Oder ist das dann schon eine verbotene Anlageberatung ?

    Herzliche Grüße

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Ernst Wolff über das globale Finanzsystem – Geld und Demokratie

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Spätestens die Wirtschaftskrise 2007/2008 ließ an der Seriosität des globalen Finanzsystems zweifeln. Wer seine Zweifel allerdings durch Sachkenntnis untermauern möchte, bekommt schnell ein Problem: Er trifft auf ein Dickicht aus komplizierten und oft widersprüchlichen Informationen, die noch dazu in einer für Laien unverständlichen Fachsprache gehalten sind. Kein Wunder also, dass der Versuch, das Finanzsystem zu verstehen, häufig schon in der Anfangsphase scheitert. Genau hier setzt Ernst Wolff an. Im Folgenden ein Ausschnitt auf der Einleitung meines neuen Buches (hier zu kaufen).

Die zwei großen Fehleinschätzungen unserer Zeit

Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Ansichten, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen geteilt und von fast niemandem angezweifelt werden. Sie betreffen zum einen die politischen Strukturen, unter denen wir leben, und zum anderen die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Realität, auf der diese politischen Strukturen basieren. Zusammen bilden beide so etwas wie eine von der breiten Allgemeinheit stillschweigend akzeptierte Übereinkunft. Ansicht Nr. 1 lautet: Bei uns regiert das Volk. Ansicht Nr. 2 lautet: Das Finanzsystem ist nur ein Teilbereich unserer Gesellschaft, den man nicht unbedingt verstehen muss.

Geht man diesen Ansichten auf den Grund, dann stellt man allerdings fest, dass sie nicht etwa auf intellektueller Einsicht oder auf Erfahrungswerten basieren, sondern den Menschen zunächst von Elternhaus, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten mit auf den Weg gegeben und später ein Leben lang von Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingetrichtert werden – mit dem Ergebnis, dass ihr Wahrheitsgehalt kaum jemals in Frage gestellt wird.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich hinter diesen Ansichten ganz handfeste Interessen verbergen, deren Durchsetzung nur einem kleinen Teil der Bevölkerung nützt. Im Grunde handelt es sich also um zwei vorsätzlich herbeigeführte Fehleinschätzungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Sie tragen nämlich entscheidend dazu bei, die bestehende Ordnung und ihre Machtstrukturen zu festigen und verhindern so, dass die Menschen diese Strukturen durchschauen – mit der Folge, dass sie dadurch unfähig werden, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern.

Sehen wir uns beide Fehleinschätzungen deshalb etwas genauer an:

Fehleinschätzung Nr. 1: „Bei uns regiert das Volk“. In einem Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs hängt ein Schild mit der Aufschrift „400 Meter von hier regiert das Volk“. Der Hinweis gilt dem südlich vom Bahnhof gelegenen Reichstagsgebäude, Sitz des deutschen Parlaments, und soll dem Betrachter ganz offensichtlich eine uns allen bekannte Botschaft vermitteln:

Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem wir als Volk das Sagen haben. Und da das Volk zu groß ist, um als Ganzes regieren zu können, übergeben wir diese Aufgabe an sogenannte Volksvertreter. Die bestimmen wir, indem wir sie alle vier Jahre wählen. Sollten sie nicht so handeln, wie wir das von ihnen erwarten, dann können wir sie nach dem Ablauf ihrer Amtszeit wieder abwählen und durch andere ersetzen.

Diese Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden uns von Kindesbeinen an mit auf den Weg gegeben und im Verlaufe unseres Lebens durch eine Reihe weiterer Informationen ergänzt und untermauert. So erfahren wir unter anderem: Unsere Wahlen sind frei, gleich, geheim, allgemein und unmittelbar und werden auf der Grundlage einer Verfassung abgehalten, die unsere Würde für unantastbar erklärt und uns körperliche Unversehrtheit garantiert. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich und haben das Recht, unsere
Meinung zu äußern und uns mit anderen zum Zwecke gemeinsamer Meinungsäußerung zu versammeln.

Die Formulierungen erwecken in uns den Eindruck, dass es sich bei der parlamentarischen Demokratie um ein zu unser aller Gunsten entwickeltes System handelt, das den Einzelnen schützt, dem Gemeinwohl dient und dessen oberstes Ziel darin besteht, den Willen
der Mehrheit der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Doch ist das tatsächlich so? Wollen wir alle, dass immer weniger Menschen immer größere Vermögen anhäufen, während der Lebensstandard der Masse bestenfalls stagniert, in vielen Fällen sogar sinkt? Dass der Niedriglohnsektor explodiert, dass Arbeits- und Obdachlosigkeit um sich greifen? Dass von Jahr zu Jahr mehr Geld für Rüstung und den Ausbau von Sicherheitsapparaten ausgegeben wird, während am Bildungs- und Gesundheitswesen immer drastischer gespart wird? Sind wir dafür, dass die Umwelt zunehmend zerstört wird? Dass in unserem Namen Kriegseinsätze unterstützt werden? Dass Persönlichkeitsrechte abgebaut und wir alle immer stärker überwacht werden?

Wendet man sich direkt an die Menschen und fragt sie, was sie von dieser Entwicklung halten, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die meisten sind damit nicht einverstanden, viele lehnen sie sogar rundheraus ab. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass zwischen dem, was die Menschen wollen, und dem, was in ihrem Namen und auf Grund ihrer offensichtlich frei getroffenen Wahlentscheidung umgesetzt wird, ein solch krasses Missverhältnis besteht – in einer Gesellschaft, deren Verfassung doch besagt, dass alle Macht vom Volk ausgeht?

Wir lassen uns täuschen

Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir lassen uns täuschen. Wir akzeptieren die wohlklingenden Formulierungen unserer Verfassung, die auf dem Gleichheitsgrundsatz basieren, und schließen daraus, dass wir alle nicht nur gleiche Rechte genießen und gleich behandelt werden, sondern dass wir alle gleich sind. Das aber stimmt nicht. In einer vom Geld beherrschten Gesellschaft wie der unseren können die Menschen auf Grund ihrer Vermögensverhältnisse gar nicht gleich sein. Wer über viel Geld und großen Besitz verfügt, ist nämlich nicht nur wohlhabender, sondern kann sich auf Grund seiner wirtschaftlichen Überlegenheit über diejenigen, die weniger besitzen, erheben, sie von sich abhängig machen und sie im Extremfall sogar vollends beherrschen. Die Vermögensverhältnisse entscheiden also nicht nur darüber, wer reich und wer arm ist, sondern vor allem darüber, wer in welchem Ausmaß Macht ausüben kann und welche gesellschaftlichen Hierarchien sich im Lauf der Zeit bilden.

Diese Aufspaltung der Gesellschaft hat schon lange vor der Einführung des Parlamentarismus und sogar schon lange vor der Einführung des Geldes begonnen. Ihre Anfänge gehen auf die Tauschwirtschaft zurück. Sie ist die Grundlage, auf der sich ein Zustand entwickeln konnte, der die gesamte bisherige Geschichte der Menschheit prägt: die soziale Ungleichheit. Sie hat es den Menschen, die mehr Besitz angehäuft und damit mehr Macht erlangt haben als andere, ermöglicht, Strukturen zu schaffen, die ihren privilegierten Status festigen, die sie einmal erworbene Privilegien auf Dauer beibehalten und diese sogar auf nachfolgende Generationen übertragen lassen.

Im ausgehenden Mittelalter sind die Besitzer großer Vermögen noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Geldsystem und damit den Blutkreislauf der Gesellschaft unterworfen, indem sie Banken gegründet und sich so das Recht der Geldschöpfung angeeignet haben. Später, nach der Gründung der Nationalstaaten, haben die von ihnen beherrschten Banken sich dieses Recht auf der Grundlage nationaler Währungen mit den Zentralbanken geteilt und damit als „Finanzwesen“ einen ganz eigenen Wirtschaftszweig geschaffen, der mit der Zeit immer einflussreicher wurde. Da dem Rest der Bevölkerung nicht entging, dass auf diese Weise einige Wenige zusehends reicher und mächtiger wurden, hat sich immer stärkerer Widerstand gegen diese Entwicklung gebildet. Als mit der Industrialisierung dann Schulen eingeführt, der Analphabetismus nach und nach überwunden und das allgemeine Bildungsniveau immer weiter angehoben wurde, nahm dieser Widerstand für die Privilegierten zunehmend bedrohlichere Formen an, sodass sie sich gezwungen sahen, Zugeständnisse zu machen.

Ein historisches Zugeständnis

Das historisch wichtigste Zugeständnis – und die zugleich geschickteste Täuschung der Öffentlichkeit – war die Einführung des Parlamentarismus. Indem die Gleichheit der Menschen in einer von Ungleichheit geprägten Welt zum Verfassungsgrundsatz erhoben wurde, entstand mit der parlamentarischen Demokratie eine Fassade, hinter der sich die tatsächlichen Machtstrukturen nicht nur hervorragend verbergen, sondern ungehindert weiter ausbauen ließen. Das Prinzip dieser Täuschung ist im Grunde recht einfach: Man unterschlägt einen fundamental bedeutsamen Mechanismus, der die gesellschaftliche Realität seit Jahrhunderten prägt, und übertüncht ihn mit hochtrabenden Worten. So gibt es bis heute weltweit keine einzige parlamentarische Demokratie, in deren Verfassung die Bedeutung des Geldes für die Entstehung von Machtstrukturen erwähnt oder in der das Prinzip der Geldschöpfung auch nur angesprochen wird. Dafür aber wird in den meisten Verfassungen, verbrämt mit blumigen Formulierungen über die soziale Verpflichtung von Eigentum, der Schutz desselben garantiert – und zwar ohne jede Begrenzung nach oben.

Auf diese Weise ist eine Herrschaftsform entstanden, die sich vordergründig auf den Willen der Mehrheit des Volkes stützt, die aber tatsächlich einer Minderheit nützt und die es darüber hinaus geschafft hat, die soziale Ungleichheit in krassem Widerspruch zum offiziell beteuerten Gleichheitsgrundsatz zu einem akzeptierten und gesetzlich geschützten Dauerzustand werden zu lassen.

Ernst Wolff über das Finanzsystem und die Politik
Der Buchautor Ernst Wolff

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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