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Anlagestrategie – Norwegens Staatsfonds Fingerzeig für Krise Europas?

Der norwegische Staatsfonds ist der größte seiner Art auf der Welt. Ihm gehören derzeit 1,4 Prozent sämtlicher auf der Welt ausgegebener Aktien

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Ist das nicht für alle Investoren ein Fingerzeig, wenn der weltgrößte Staatsfonds seine Anlagestrategie ändert?

Das Wirtschaftswunderland Norwegen wird von vielen bewundert und steht nicht umsonst seit Jahren in den Listen mit dem wirtschaftlichen und sozialen Rankings ganz weit oben. Auch ist der große norwegische Staatsfonds „Statens pensionsfonds“ in aller Munde, als größter Staatsfonds der Welt, der es in einem Land mit gerade mal 5,3 Millionen Einwohnern auf die stattliche Anlagesumme von über einer Billion Dollar bringt.

 

Anlagestrategie – weg von Europa, Hinwendung zu den USA

Es liegt bestimmt nicht an der Person des US-Präsidenten, der in Norwegen nicht allzu beliebt ist, sondern ganz einfach an der Entwicklung der Wirtschafts- und Finanzmärkte, dass die Verantwortlichen im Finanzministerium in ihrer Anlagestrategie über eine Erhöhung der Aktienquote für die US-Märkte nachdenken. Die Idee muss noch im norwegischen Parlament genehmigt werden.

 

Die derzeitige Asset Allocation

Bei der Strukturierung des Anlagekapitals hat man schon vor geraumer Zeit den fallenden Zinsen Rechnung getragen und den Aktienanteil sukzessive erhöht. Derzeit beträgt die Aktienquote 69 Prozent, die bisher höchste Quote, der Anleiheanteil liegt bei 28 Prozent, gefolgt von Immobilienvermögen mit 3 Prozent.

Aktuell besteht das Aktienportfolio noch zu einem Drittel aus europäischen Titeln, immerhin noch deutlich mehr als bei manch anderem Großanleger.

Früher lag dieser Anteil bei 50 Prozent, aber seit der Eurokrise im Jahr 2012 wurde die Quote bereits gesenkt. Das Portfolio enthält derzeit etwa 40 Prozent amerikanische Dividendentitel, der Rest verteilt sich größtenteils auf asiatische Titel. Jetzt könnte man maximal bis zu 100 Milliarden Dollar aus europäischen Papieren abziehen und in Übersee investieren, so ein Verantwortlicher der norwegischen Notenbank, die den Staatsfonds managt.

Der norwegische Staatsfonds ist der größte seiner Art auf der Welt. Ihm gehören derzeit 1,4 Prozent sämtlicher auf der Welt ausgegebener Aktien.

Am Ende des ersten Halbjahrs 2019 betrug das Fondsvermögen 9,16 Billionen Kronen, ein Betrag von umgerechnet einer Billion Dollar. Eine gewaltige Summe und eine unglaubliche Vorsorge für ein Volk von fünf Billionen Bürgern, vom Neugeborenen bis zum Greis.

 

Fazit

Es ist bestimmt kein gutes Zeichen für Europa, wenn ein so langfristig und behutsam gemanagter Fonds wie der norwegische, sich vom alten Kontinent wegbewegt – von der Old Economy zur New Economy, von Stagnation zu Wachstum, oder? Über die Gründe der Inhomogenität des EU-Wirtschaftsraumes und Weiteres ließe sich lange diskutieren, aber alleine die Zinspolitik der EZB zur Rettung der Südländer kostete Wachstum und provozierte eine sklerotische Bankenszene.

Klar hat die Wall Street in punkto Rendite in den letzten Jahren die erste Geige gespielt, aber ob dies auch bei einem Präsidenten Trump so fortzuschreiben ist – bei seiner Tendenz sein Land protektionistisch weiter abzuschotten, falls er tatsächlich wiedergewählt wird -, das steht auf einem anderen Blatt.

Noch erwähnenswert ist, dass der Staatsfonds besonders das Engagement in britischen Aktien reduzieren will. Es ist möglicherweise gar keine so schlechte Idee auf ein schwächeres Pfund zu setzen, wie es einige Teilnehmer in unserem Forum tun.

 

Norwegens Staatsfonds ändert seine Anlagestrategie

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    30. August 2019 12:38 at 12:38

    „Eine gewaltige Summe und eine unglaubliche Vorsorge für ein Volk von fünf Billionen Bürgern, vom Neugeborenen bis zum Greis.“
    Das wären dann doch etwas viel Einwohner. Hier wurden im Eifer des Gefechtes aus Millionen wohl Billionen. Weiter oben im Beitrag steht es ja auch richtig.

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    Ironiki Satiri

    30. August 2019 13:17 at 13:17

    Auch der belesene Herr Müller ist nicht von Tippfehlern gefeit.Wäre an der Zeit dass ein Tippfehler-Polizist eingesetzt wird.Hat Jemand Vorschläge ?

    • Avatar

      Pelkartov

      30. August 2019 13:55 at 13:55

      Sehr gute Idee :) Wie wär’s denn mit Ihnen?

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      Columbo

      30. August 2019 14:42 at 14:42

      @Ironiki Satiri
      Warum sollte ein belesener Herr nicht vor Tippfehlern gefeit sein? Gerade einem Herrn @Müller läßt man Tippfehler durchgehen, ja man beachtet sie gar nicht, weil er das mit sehr intelligenten Beiträgen mehr als ausgleicht.
      Und da kommt ein gewisser Noname @Ironiki , der hier noch nichts Vernünftiges geschrieben hat und will Polizist spielen.
      Nicht zu fassen!

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    Roberto

    30. August 2019 14:18 at 14:18

    supper ide, istja kaumm auszhalten dies stänndige Tipflehr. Ich bin auchh für eine poilizisten.

    • Avatar

      Michael

      30. August 2019 14:46 at 14:46

      @Roberto, im Endeffekt spielt er doch nur wieder auf mich an und mobbt fleißig weiter. Sieh dir doch nur seinen Namen an, erst vorgestern habe ich etwas über Ironie geschrieben. Und den sehr originellen Titel der Rechtschreibpolizei dürfen uns @leftutti und ich schon länger teilen.

      In dem Zusammenhang fällt mir gerade der Kommentar von @Markus Fugmann von gestern ein: Aber grundsätzlich werde ich jetzt keinen Kommentar mehr „durchwinken“, der keine sachliche Aussage enthält! ;)

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    Ironiki Satiri

    30. August 2019 16:14 at 16:14

    An die Mimosen Michael, Roberto u.s.w.
    Ich mache selber sehr oft Tipp- u.Rechtschreibefehler u.habe mich wegen dem kürzlichen Tippfehler-Theater
    sehr aufgeregt.Mein Kommentar war wirklich nur als Spass gemeint ,wie es eigentlich mein Nikname sagen sollte.Ich wollte überhaupt niemanden beleidigen.Ich werde in Zukunft vorsichtiger sein mit meinen Spässen.

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    Prognosti

    30. August 2019 19:03 at 19:03

    Sie denken nach US Aktien zuzukaufen? Vielleicht möchten sie auch die Preise treiben u.in 3 Monaten kann man lesen ,dass sie verkauft haben.Sehr viele Gurus, selbst Amerikaner sehen die US Aktien als am höchsten bewertet.Ich glaube Florian Homm würde das nicht machen.Da es einStaatsfond ist, könnte es auch politische Gründe haben. Nur die Grösse des Fonds ist für mich keine Referenz.
    Mittel u.langfristig würde ich noch eher China Aktien kaufen, die übrigens schon korrigiert haben.

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      Wolfgang M.

      30. August 2019 20:04 at 20:04

      @Prognosti. Was Ihre Skepsis über die künftige Performance der US-Aktienmärkte in der Trump-Ära betrifft, so teile ich Ihre Ansicht. Was die Strategie des norwegischen Staatsfonds angeht, so gehen Sie vermutlich von falschen Vorstellungen aus. Der Fonds ist extrem langfristig angelegt, der jetzige Vorschlag des Finanzministeriums über die Erhöhung der Quote wird erst in einigen Monaten durch das norwegische Parlament entschieden. Bei einer Genehmigung kann man nicht ein paar Tage später wieder auf verkaufen gehen. Dagegen spricht auch schon die Größe des Staatsfonds. 40 Prozent des Aktiendepots sind bereits in US-Werten angelegt, da kann man nicht so einfach wie ein Fondsmanager ein- und aussteigen, ohne heftige Kursbewegungen auszulösen. Außerdem verbieten das die konservativen Anlagestatuten. Für die Absenkung des europäischen Aktienanteils von 50 auf 33 Prozent (von 2012 an) hat man Jahre gebraucht. Jetzt will man die USA höher gewichten, das Ganze könnte sich in Richtung 100 Milliarden Dollar bewegen. Man kann es kaum glauben, aber im Weltleitindex MSCI World haben die USA bereits eine Gewichtung von über 60 Prozent. Der Index war in seiner Performance über Jahre kaum zu schlagen, deshalb die Umorientierung, die auch von vielen anderen Kapitalsammelstellen praktiziert wird.
      Vorlage ist der Weltindex, wie gesagt, ob die Übergewichtung der USA künftig eine so gute Idee ist, das steht auf einem anderen Blatt.
      Schönes Wochenende

    • Avatar

      Stina

      30. August 2019 22:15 at 22:15

      Hallo Prognosti, nach meiner Meinung und soweit mir bekannt, ist norwegischer Staatsfond ein innovativer und in Zukunft orientierter Ansatz für viele Generationen von Rentnern bis Kinder und von Pflege bis Bildung. Änderungen im Fond müssen lange politische Diskussionen im Parlament durchschreiten, also warum und wie soll kurzfristiges Preise treiben das Ziel sein?

      Die Norweger sind auf dem sehr guten Weg zu bester Klima- und Sozialpolitik weltweit. Die haben aber auch noch ganz dunkle Seiten mit Öl oder Fischfang, als Basis von aktuellem Reichtum. Sie gehen aber davon weg und erkennen nachhaltige Märkte der Zukunft. Langsam, besonnen und konsequent, der Süden sollte lernen.

      @Fake-Stina und andere Trolle, die gleich schreiben. Greta has landed! Das ist viel mehr Aufmerksamkeit wert als Stina.

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    Prognosti

    31. August 2019 11:33 at 11:33

    Einige Einwände an meine Vorposter,
    Dieser Fond war in der Vergangenheit eben so erfolgreich weil er eben schon stark auf die USA fokussiert war u. wie wir alle wissen sind die Amis vor allem Nasdaq u.Fang getrieben. ( seit 2009 ca . + 600% )
    Wer jetzt in der Diskussion derAblösung der USA als Weltmachtführer langfristig denkt ,würde eher US Aktien abbauen.Da die Norweger sehr vernünftige Leute sind, glaube ich nicht,dass die Politiker das durchwinken.
    @Wolfgang M.. Wenn der Fond auch gross u.erfolgreich ist, gibt es trotzdem Leute die kurzfristig Umschichtungen vornehmen können u.handeln müssen.Oder glauben sie ,dass bei einem Crash zuerst die Poltik befragt werden müsste ?
    So hat z.B. auch die SNB gemäss Presse letzten Herbst vor der Korrektur Nasdaq Titel abgebaut.
    @Stina, wenn die Norweger so Klima u.sozialfreundlich sind, kann ich mir die Sympathien für die Aktien des GröPaZ Landes kaum vorstellen.Zudem ist Innovation erstmals mit Investitionen verbunden, u.nicht immer aktienkursfreundlich.Ich möchte nur daran erinnern,dass die meisten westlichen Firmen von Sonnenkollektoren erfolglos waren.
    Übrigens in der letzten Dekade war möglichst viele Aktien, vor allem US- Aktien, ein todsicheres Erfolgsrezept, die Gründe kennen wir.Sehr viele erfahrene Hasen sehen die nächsten 10 Jahre
    als Herausforderung wo sich der Spreu vom Weizen trennen wird u.wenn die Geldflut (Wasserflut) zurückgeht wird man sehen wer nackt gebadet hat.Sehr viele US Firmen werden sehr nackt tot aus dem Wasser gefischt werden.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      31. August 2019 15:39 at 15:39

      @Prognosti. Leider muss ich Ihnen schon wieder widersprechen. Der norwegische Staatsfonds ist ein Dickschiff, welches von der Politik seine Genehmigungen bekommt und auch einem Ethikrat untersteht. Dieser bestimmte 2015, dass man aus bestimmten Aktiengattungen aussteigt. Die Umsetzung hat über ein Quartal gedauert. Da springt man auch wegen eines Aktiencrashs nicht sofort aus den Aktien. Es ist bei der Größe auch nicht möglich, genau wie es bei Berkshire Hathaway der Fall ist. Buffett hält seine Aktien im Schnitt 11 Jahre. Im März 2009 vermeldete der Staatsfonds mit 73 Milliarden Dollar Verlust den größten Rückgang seiner Geschichte, auf Jahressicht – an der Summe erkennt man, dass man den Einbruch während der Finanzkrise einfach ausgesessen hat. Auch wenn es jetzt wegen des aktuellen Präsidenten nach unten gehen sollte, wird man weiter langfristig agieren. Bei einem Einbruch kauft der Fonds, der ständig Zuflüsse hat, einfach verbilligt nach. Wie erwähnt, auch ich bin überzeugt, dass sich eine Rezession nicht mehr jahrelang verhindern lässt und dass die USA ihren uneingeschränkten Status verlieren werden. Aber gemach. Hier noch ein paar Fakten für Anleger, die mit dem Schlimmsten rechnen. Laut einer Langfriststudie von Newfound Research gab es von 1903 – 2017:
      – 12 Bullenmärkte im S&P 500 / Dauer 1,8 bis 14,6 Jahre / Durchschnitt 8,1 Jahre
      – 11 Bärenmärkte / Dauer 0,3 bis 2,8 Jahre / Durchschnitt 1,4 Jahre
      Auch der Kurseinbruch von 1929 war 1932 zu Ende.
      In dieser Untersuchungsphase lag der Erste und der Zweite Weltkrieg, Europa in Trümmern. Was erwarten wir denn für die nächsten Jahre?
      Grüße

  7. Avatar

    Prognosti

    1. September 2019 10:37 at 10:37

    @Wolfgang M. Zuerst das sehr Gute, Ihre Analysen u.Kommentare schätze ich sehr.
    Aber ihre uneingeschränkte Ehrfurcht vor sehr grossen Fonds nur wegen der schieren Grösse kann ich nicht nachvollziehen.
    Während Buffett immerhin eine sehr gute Rendite über Jahrzehnte vorweisen kann ,sieht dies bei den Norwegern seit Beginn 1998 mit 6% pro Jahr eher mickrig aus.
    Wenn man bedenkt dass der Staatsfonds jetzt mit einem übergewichtigen US-Depot mit einer noch nie dagewesenen künstlichen 10Jahres Phase auf diese Performace kommt .
    Wenn nächstens eine 30% Korrektur anfallen würde, was wir im Dez.2018 schon fast hatten, würde dieser Fond mit der Strategie KAUFEN U.HALTEN mit einer Rendite unter 4% dastehen.Diese Rendite hätte jeder Normalanlegern mit jeder Anlageklasse erreichen können.
    Ich will damit sagen , kaufen u.halten hat früher funktioniert wo Unternehmen über Generationen existierten u.sich mit den Gewinnen weiterentwickelten.Sogar der Amazon Boss hat gesagt, dass die Halbwertszeit von grossen Firmen heute kaum über 30 Jahre beträgt, oder sind sie sicher ,dass es eine Netflix oder eine Tesla in 30Jahren noch gibt? Auch der wirklich beachtliche Buffett macht heute Umschichtungen u.wie wir wissen verkauft er auch ab u.zu.Hat er nämlich mit der früher guten KAUFEN U.HALTEN STEATEGIE den Tech -Boom anfänglich verpasst u.einge sehr schlechte Jahre gehabt.
    Das frühere Kaufen u.Halten hat auch gut funktioniert ,weil die Korrekturen immer sehr kurz waren,obwohl es auch schon in den 60er/ 70er Jahren Phasen gab wo die alten Hochs 10Jahre nicht mehr erreicht wurden.
    Es gibt alte sehr erfahren Hasen die meinen dass die nächsten 10 Jahre für die Börsen schwierig werden.
    Auch wenn ich sehr, sehr langfristig denken würde ( wer macht das heute noch? ) möchte ich den nächsten Abschwung von 30 bis 50% nicht mitmachen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      1. September 2019 14:29 at 14:29

      @Prognosti. Sie haben natürlich Recht mit der schnelllebigen Zeit und der Lebensdauer von Aktien. Aber ist das etwas Neues? Von den 30 Gründungsfirmen im Dax von 1988 sind nur noch 14 im Index, demnächst erfolgt ein weiterer Austausch. Deshalb wird auch der Siegeszug von ETFs weitergehen, bei denen die schlechten Aktien automatisch rausfallen. Aber wie kommen Sie eigentlich darauf, dass Privatanleger (in der Masse) über 20 Jahre 6 Prozent nach Steuern erzielen können. Die Statistiken sagen etwas ganz anderes, dies gelingt nur den besten Fonds. Der norwegische Staatsfonds ist sehr konservativ aufgestellt und hatte vor Kurzem noch einen Gesamt-Aktienanteil von max. 60 Prozent. Der Rest waren viele sichere Staatsanleihen.
      Was wir Privatanleger immer ausblenden: Sollte jemand tatsächlich den Dax im Jahre 2009 bei 4000 Punkten gekauft haben (was nur ein Bruchteil der Anleger gewesen sein kann) würde er zwar jetzt auf fast 8000 Punkte Gewinn blicken, beim Verkauf wäre mit 25 Prozent Abgeltungssteuer, plus Soli, plus eventuell Kirchensteuer eine ganz schöne Summe weg. Der Kurs-Dax steht auf dem Stand des Jahres 2000 und die Dividenden hätte man ja auch noch versteuern müssen. Sorry, wenn ich jetzt vielleicht rechthaberisch rüberkomme, was bestimmt nicht meine Absicht ist. Aber die Finanzmathematik führt ohne die Betrachtung von Steuern und Gebühren mitunter ganz schön in die Irre. Für die allermeisten Aktienanleger dürfte eine Aktienperformance von 6% per annum langfristig ein Traum bleiben.
      Was die nächsten Jahre angeht, sind wir sowieso einer Meinung.
      Noch einen schönen Sonntag

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Wall Street: Nasdaq und S&P 500 nach Schwäche nun vor Erholung?

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Der Nasdaq 100 ist wie die Wall Street insgesamt im Verlauf der zurückliegenden beiden Wochen etwas tiefer als prognostiziert gefallen. Eine gesteigerte Korrekturaktivität ist indes nicht zu verzeichnen, der Chart zeigt das auf. Im besonderen Maße optimistisch stimmt diesbezüglich der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb des 0.62-Retracement bei 10.741 Punkten. Eine grundlegende Verbesserung der Ausgangslage ist für die nächsten Tage an der Wall Street natürlich nicht zur erwarten, doch sollte sich die bereits laufende Bodenbildung weiter fortsetzen können. Doch so langsam aber sicher setzt sich Verunsicherung, Nervosität in den Köpfen der Akteure fest.

Wall Street – Ausblick für den Nasdaq:

Die Performance der letzten Tage lässt darauf schließen, dass der Nasdaq 100 versucht ist, die seit August laufende Korrektur (b) abzuschließen. Der vermiedene Bruch der 0.62-Unterstützung (10.741 Punkte) ist ein relativ sicheres Indiz auf diese Option. Mit einem eventuellen Überschreiten des 0.76-Widerstandes bei 11.296 Punkten würde sich ein reelles Entspannungssignal einstellen. Diesen Schritt erwarte ich für die sich anschließenden Tage, maximal 1-2 Wochen.

Der Nasdaq war den anderen Indizes der Wall Street voraus gelaufen
Denn es ist nicht auszuschließen, dass sich die seitliche Performance der Wall Street noch geraume Zeit fortsetzt. Mit Überschreiten des zuvor genannten Widerstandes wird der Raum bis zur 0.62-Linie bei 11.988 Punkten geöffnet. Wesentlich höher sollte der Trend in der ersten Stufe nicht verlaufen. Wie im Chart abgebildet, besteht sehr gut die Möglichkeit, dass sich eine seitliche Phase größeren Stiles, in Form eines Triangles, einstellt. Ein eventueller Bruch der Unterstützung bei 10.741 Punkten würde eine erneute Korrekturwelle auslösen.

Fazit:

Der Nasdaq könnte mit Überschreiten von 11.296 Punkten ein kleines, bis ca. 12.000 Punkte geltendes Kaufsignal bilden.

 

S&P 500 – der Leitindex

Wie erwartet musste sich der S&P 500 an den letzten Tagen weiteren Punktverlusten hingeben. Dramatisches ist dennoch nicht zu konstatieren, blieb die Korrektur der Wall Street im Rahmen der jüngsten Prognose. Sehr positiv ist demnach der ausgebliebene Bruch der Unterstützungslinie bei 3.178 Zählern (1.62 Retracement). Allein dieser Aspekt rechtfertigt eine zumindest für den kurzfristigen Horizont geltende optimistische Sicht auf den Aktienindex. Die Tagesperformance, insbesondere der Sprung über die 0.62-Linie (3.279 Punkte) vom Freitag, untermauert diese Lesart zusätzlich.

Ausblick für den S&P 500:

Die jüngste Korrektur ist im Grunde ein fünfteilige (1-2-3-4-5) Impulswelle und dient damit der Ausbildung von Welle (c) der abc-Korrektur. Diese Korrektur wiederum bildet die größere (B) aus und hat mit der kleineren (b) eine überschießende Welle „B“ ausgeformt. Der ausgebliebene Bruch der 1.62-Supportline, sowie der bereits erwähnte Schlusskurs über 3.279 Zähler, kann als Abschluss der kleinen (5) und damit verbunden von (c) angesehen werden. Die große (B) bleibt indes noch offen. Ihr Schicksal muss durch die weitere Performance geschrieben werden.

Der S&P 500 ist der Leitidex der Wall Street
Wie im Chart dargestellt, ist daher zeitnah, für den Verlauf der folgenden 1-2 Wochen, von einer kleinen Rally an der Wall Street auszugehen. Großer Raum steht dieser Bewegung nicht zur Verfügung. Maximal bis zur 0.76-Linie erwarte ich den kleinen Höhenflug. Diese Performance kann sich durchaus als erste Stufe einer etwas größeren und gut nutzbaren Aufwärtsbewegung entpuppen. Darüber ist allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen, sodass ich momentan noch kein größeres Kaufsignal benennen kann.

Fazit:

Ein kleines Kaufsignal mit Ziel bis zur 0.76-Linie wurde bereits ausgelöst. Aufgrund der korrektiven Verfassung ist ein längerfristiges Signal momentan noch nicht spruchreif.

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Aktienmärkte: Heißer Oktober voraus – Unheil mit Ansage?

Unheil an der Börse baut sich immer unerwartet auf – und wird dann in kurzer Zeit in die Aktienmärkte eingepreist. Die aktuellen Belastungsfaktoren sind dagegen allen bekannt..

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Der September geht zu Ende und in diesem Jahr macht er seinem Ruf als schlechtester Börsenmonat für die Aktienmärkte alle Ehre. Vier Wochen fallende Kurse beim Dow Jones sowie beim S&P 500 und ein kleines Wochenplus beim Nasdaq haben etwas Luft aus der Überspekulation aus den Märkten genommen. Aber sind die Abschläge, die die Indizes knapp in den Korrekturmodus von minus zehn Prozent gebracht haben, schon genug? Oder spült der Zinsnotstand die Großanleger wieder zurück in die Aktienmärkte, die in den letzten Wochen ordentlich Kasse gemacht haben? Im Gegensatz zu einem Heer von Kleinanlegern. Die Unsicherheiten an den Märkten haben in der letzten Woche nicht abgenommen, ganz im Gegenteil.

Aktienmärkte: Die derzeitigen Belastungsfaktoren

Es ist Allgemeingut in der Szene, dass derzeit drei große Themen auf den Börsen lasten, abseits von Markttechnik, Saisonalität oder Marktpsychologie:

  • Covid-19
  • das fünfte Stimuluspaket
  • und die großen Spekulationen um den Wahlausgang am dritten November.

In Sache Corona gibt es einfach keine Entspannung, ganz im Gegenteil, die Fälle steigen deutlich an und selbst, wenn es sich um vorwiegende um jüngere Menschen handelt, gibt es sofort behördliche Gegenmaßnahmen: Örtliche Lockdowns (z.B. Madrid), Reisewarnungen, Schulschließungen, mit all den Folgen für die Corona-sensitiven Branchen, aus den x-fach dargestellten Wirtschaftsbereichen. Immer schön an den Börsenkursen ablesbar, Fluggesellschaften als zweites Corona-Worldometer.

Dauerthema Nummer zwei für die Aktienmärkte ist das nächste Rettungspaket, das für viele Menschen unerlässlich ist, um weiter über die Krise hinwegzukommen. Natürlich auch für den Konsum in den USA als Konjunkturpfeiler par excellence. Wie sagte eine US-Expertin letzte Woche im Fernsehen? „Immer noch leben 30 Millionen Amerikaner von so etwas wie Arbeitslosenunterstützung, jeder 10. Haushalt sagt, er habe nicht genug zu essen, man hat zwar immer noch das Moratorium, das vor Zwangsräumungen schützt, aber wenn das ausläuft, stehen Millionen Amerikaner auf der Straße.“

In dieser Situation werden auch politische Taktikspielchen betrieben, weil es den Demokraten bewusst ist, dass fallende Aktienmärkte dem Amtsinhaber schaden. Und dann haben wir natürlich noch die großen Imponderabilien, die direkt mit dem 3. November zusammenhängen.

Das große Damoklesschwert Ausgang der US-Wahlen

Fünf Wochen vor dem großen Wahltag versuchen die Aktienmärkte in irgendeiner Form einzupreisen, welche Folgen nach einem Wahlsieg Bidens oder Trumps zu erwarten sein könnten. Das ganze Spektrum inklusive unterschiedlicher Konstellationen im Kongress. Markus Fugmann hat bereits am Freitag die große Problematik mit der Briefwahl angesprochen, die in diesem Jahr den Wahlausgang zu einer elend langen Prozedur gestalten könnte. Es ist nicht so sehr der Ausgang als solcher, – auch ein Joe Biden wird in den USA keine wirtschaftsfeindliche Politik machen, er ist ein Mann der Mitte.

Aber die große Unsicherheit für die Aktienmärkte geht von einer anderen Thematik aus. Wieso hat Donald Trump schon so früh angekündigt, dass er eine Wahlniederlage nicht akzeptieren werde? Wieso hält er seine Steuerunterlagen der Vor-Präsidentschaftszeit mit aller Macht zurück, entgegen Gerichtsbeschlüssen? Wieso fabuliert er ständig von lebenslanger Präsidentschaft, die eigentlich von der US-Verfassung ausgeschossen ist? Fürchtet er die Aufdeckung von Verstößen gegen US-Gesetze, aktuell noch einmal angefacht durch die Ermittlungen gegen Banken wegen Verstößen gegen die Geldwäsche, auch bei der Deutschen Bank, deren langjähriger Kunde er ist? Es ist bekannt, dass er als Immobilienmogul Geschäfte mit Russland gemacht hat. Was würde eine Wahlniederlage bedeuten? Natürlich den Verlust des präsidialen Schutzes durch die Immunität, die einen Präsidenten vor strafrechtlichen Ermittlungen bewahrt. Ein Strafverfahren gegen den größten POTUS –  für Trump und seine Persönlichkeit die Maximalkatastrophe.

Darin liegt für mich eine große Gefahr, dass er mit allen Mitteln eine mögliche Wahlniederlage zu verhindern versucht und diese auch nicht eingesteht, weit vor der Wahl schon von Manipulation spricht, trotz entgegen anders lautender Beteuerungen der Sicherheitsdienste. Dass ihn nicht einmal Ausschreitungen und bürgerkriegsähnliches Zustände im Lande davon abhalten könnten, das möglicherweise Unvermeidliche einzugestehen. Hunderte Juristen, ehemalige Regierungsbeamte, Wahlexperten und Journalisten spielen bereits das Szenario durch, wie Trump mittels Secret Service aus dem Weißen Haus entfernt werden könnte. Ein Projekt der Juraprofessorin Rosa Brooks hat den Namen Transition Integrity Project (TIP).

Noch ist es lange nicht soweit und es muss auch nicht zu einem extremen Szenario kommen, aber das Ganze ist für die Aktienmärkte eine große psychologische Klippe. Der jetzige Amtsinhaber könnte auch im Amt bestätigt werden und unter Berücksichtigung dieses „autokratischen Verhaltens“ des Präsidenten, kommt den großen Wahlkampfauftritten der Gegenspieler eine besondere Bedeutung zu.

Weitere Wolken am Börsenhimmel

Wir stehen vor dem Ende des dritten Quartals, was zu Umschichtungen in großen Depots, dem so genannten Re-Balancing führen könnte. Die US-Großbank JPMorgan rechnet mit Aktienverkäufen in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar: US-amerikanische Pensionsfonds, den japanischen Government Pension Fund und den norwegischen Ölfonds betreffend. Da die Aktienmärkte die Anleihen weit outperformt haben, könnte es wegen der vorgegebenen Asset Allocation zu Umschichtungen kommen.

Von konjunktureller Seite ist ein gemischtes Bild zu erkennen, wie bei den letzten Zahlen zum Häusermarkt (positiv), aber auch dem Arbeitsmarkt (leicht negativ). An diesem Freitag steht wieder einmal der große monatliche Arbeitsmarkt auf der Agenda, erfassungstechnisch sehr fragwürdig, aber der Markt glaubt an die Zahlen. Ganz übergeordnet ist bei der Markterholung ein eindeutiges, aber unvollendetes V erkennbar, unter anderen hängen die letzten 10 Prozent von der Entwicklung der Pandemie ab. Das spiegelbildliche Wurzelzeichen eben, selbst langsam erkennbar an unserem Ifo-Index.

Die Entlastungsfaktoren

Natürlich hat sich an der Anlagesituation im Hinblick auf die Konkurrenz Aktien versus Anleihen noch nichts Wesentliches geändert. Der derzeitig aus taktischen Gründen vorgeschobene Attentismus der US-Notenbank (Druck auf die politischen Streithähne) kann jederzeit wieder in einen Befreiungsschlag münden – bei weiteren Verlusten. Schließlich ist es Jerome Powells oberstes Ziel, die Wirtschaft zu stützen. Außerdem sind von dem billionenschweren Corona-Hilfspaket des US-Kongresses derzeit bis zu 380 Milliarden Dollar noch nicht genutzt worden, wie auch Finanzminister Steven Mnuchin erklärt hat. Das Geld könnte seinen Weg zu Haushalten und Unternehmen machen, wenn die Abgeordneten den Weg frei machten.

Natürlich können zu jeder Zeit (erzwungene) Meldungen über die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes kommen, wenn selbst die Chefs von milliardenschweren Biotech- und Pharmafirmen immer wieder sehr optimistische Aussagen zur Entwicklungssituation abgeben.

War im letzten Monat die Investitionsquote der aktiven Fondsmanager nicht drastisch nach unten gefahren worden? Was passiert eigentlich, wenn die Korrektur der Akztienmärkte nicht weiter geht und die passiven Fonds (ETFs) schon wieder im Vorteil sind. Schon wieder Pain Trades? Man darf es nicht außer Acht lassen: es liegen derzeit 5 Billionen Dollar auf kaum verzinsten Cashkonten. „Sie werden wieder in den Aktienmarkt kommen, aber zur falschen Zeit“, so ein Investor im US-Fernsehen.

Fazit

Der ungeliebte Börsenmonat geht mit seiner fast schon erwarteten Minusbilanz der Aktienmärkte zu Ende, aber kommt jetzt ein goldener Oktober? Betrachtet man die Belastungsfaktoren vor den US-Wahlen nüchtern, könnte man sofort ausrufen: nie und nimmer.

Aber Unheil an der Börse baut sich nach meiner Erfahrung immer unerwartet auf – und wird dann in kurzer Zeit eingepreist. Die oben genannten Belastungsfaktoren sind jedem Vermögensverwalter bekannt, selbst die Optionen auf den SPX ab November preisen schon eine höhere Volatilität ein. Auch war der September ein sehr schwankungsfreudiger Monat. Beim Nasdaq gab es an 82 Prozent der Handelstage Veränderungen von über einem Prozent auf Tagesschlusssicht.

Was könnte die Aktienmärkte jetzt nach oben bringen? Vielleicht eine Rückeroberung der 50-Tage-Linie, frisches Geld zu Monatsanfang? Spannung dürfte das TV-Duell zwischen dem Herausforderer und Präsident Trump in der Nacht zum Mittwoch bringen.

Schlussendlich könnte das Bonmot der Börse dann doch wieder einmal gelten: „Politische Börsen haben kurze Beine“. Aber das ist schon ein wenig weit gedacht..

Dass Trump schon im Vorfeld der Wahl am rechtmäßigen Ausgang zweifelt, belastet die Aktienmärkte

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Finanznews

Aktienmärkte: Abverkauf oder Rally? Videoausblick

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte starten in eine wahrscheinlich turbulente Handelswoche! Im Fokus die Debatte zwischen Trump und Biden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Es gibt einige Faktoren wie die Saisonalität kurz vor der US-Wahl, die für einen fortgesetzten Abverkauf der Aktienmärkte sprechen – der Dow Jones und der S&P 500 nun vier Wochen in Folge im Minus und damit mit der längsten Verluststrecke seit August 2019. Aber es gibt auch für die Bullen Hoffnung, da die Stimmung inzwischen komplett gedreht hat und vor allem institutionelle Investoren extrem short positioniert sind (mit dem Potential für einen Short Squeeze). Heute dreht sich einmal mehr fast alles um Donald Trump..

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