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Anlagestrategie – Norwegens Staatsfonds Fingerzeig für Krise Europas?

Ist das nicht für alle Investoren ein Fingerzeig, wenn der weltgrößte Staatsfonds seine Anlagestrategie ändert?

Das Wirtschaftswunderland Norwegen wird von vielen bewundert und steht nicht umsonst seit Jahren in den Listen mit dem wirtschaftlichen und sozialen Rankings ganz weit oben. Auch ist der große norwegische Staatsfonds „Statens pensionsfonds“ in aller Munde, als größter Staatsfonds der Welt, der es in einem Land mit gerade mal 5,3 Millionen Einwohnern auf die stattliche Anlagesumme von über einer Billion Dollar bringt.

 

Anlagestrategie – weg von Europa, Hinwendung zu den USA

Es liegt bestimmt nicht an der Person des US-Präsidenten, der in Norwegen nicht allzu beliebt ist, sondern ganz einfach an der Entwicklung der Wirtschafts- und Finanzmärkte, dass die Verantwortlichen im Finanzministerium in ihrer Anlagestrategie über eine Erhöhung der Aktienquote für die US-Märkte nachdenken. Die Idee muss noch im norwegischen Parlament genehmigt werden.

 

Die derzeitige Asset Allocation

Bei der Strukturierung des Anlagekapitals hat man schon vor geraumer Zeit den fallenden Zinsen Rechnung getragen und den Aktienanteil sukzessive erhöht. Derzeit beträgt die Aktienquote 69 Prozent, die bisher höchste Quote, der Anleiheanteil liegt bei 28 Prozent, gefolgt von Immobilienvermögen mit 3 Prozent.

Aktuell besteht das Aktienportfolio noch zu einem Drittel aus europäischen Titeln, immerhin noch deutlich mehr als bei manch anderem Großanleger.

Früher lag dieser Anteil bei 50 Prozent, aber seit der Eurokrise im Jahr 2012 wurde die Quote bereits gesenkt. Das Portfolio enthält derzeit etwa 40 Prozent amerikanische Dividendentitel, der Rest verteilt sich größtenteils auf asiatische Titel. Jetzt könnte man maximal bis zu 100 Milliarden Dollar aus europäischen Papieren abziehen und in Übersee investieren, so ein Verantwortlicher der norwegischen Notenbank, die den Staatsfonds managt.

Der norwegische Staatsfonds ist der größte seiner Art auf der Welt. Ihm gehören derzeit 1,4 Prozent sämtlicher auf der Welt ausgegebener Aktien.

Am Ende des ersten Halbjahrs 2019 betrug das Fondsvermögen 9,16 Billionen Kronen, ein Betrag von umgerechnet einer Billion Dollar. Eine gewaltige Summe und eine unglaubliche Vorsorge für ein Volk von fünf Billionen Bürgern, vom Neugeborenen bis zum Greis.

 

Fazit

Es ist bestimmt kein gutes Zeichen für Europa, wenn ein so langfristig und behutsam gemanagter Fonds wie der norwegische, sich vom alten Kontinent wegbewegt – von der Old Economy zur New Economy, von Stagnation zu Wachstum, oder? Über die Gründe der Inhomogenität des EU-Wirtschaftsraumes und Weiteres ließe sich lange diskutieren, aber alleine die Zinspolitik der EZB zur Rettung der Südländer kostete Wachstum und provozierte eine sklerotische Bankenszene.

Klar hat die Wall Street in punkto Rendite in den letzten Jahren die erste Geige gespielt, aber ob dies auch bei einem Präsidenten Trump so fortzuschreiben ist – bei seiner Tendenz sein Land protektionistisch weiter abzuschotten, falls er tatsächlich wiedergewählt wird -, das steht auf einem anderen Blatt.

Noch erwähnenswert ist, dass der Staatsfonds besonders das Engagement in britischen Aktien reduzieren will. Es ist möglicherweise gar keine so schlechte Idee auf ein schwächeres Pfund zu setzen, wie es einige Teilnehmer in unserem Forum tun.

 

Norwegens Staatsfonds ändert seine Anlagestrategie



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14 Kommentare

  1. „Eine gewaltige Summe und eine unglaubliche Vorsorge für ein Volk von fünf Billionen Bürgern, vom Neugeborenen bis zum Greis.“
    Das wären dann doch etwas viel Einwohner. Hier wurden im Eifer des Gefechtes aus Millionen wohl Billionen. Weiter oben im Beitrag steht es ja auch richtig.

  2. Auch der belesene Herr Müller ist nicht von Tippfehlern gefeit.Wäre an der Zeit dass ein Tippfehler-Polizist eingesetzt wird.Hat Jemand Vorschläge ?

    1. Sehr gute Idee :) Wie wär’s denn mit Ihnen?

    2. @Ironiki Satiri
      Warum sollte ein belesener Herr nicht vor Tippfehlern gefeit sein? Gerade einem Herrn @Müller läßt man Tippfehler durchgehen, ja man beachtet sie gar nicht, weil er das mit sehr intelligenten Beiträgen mehr als ausgleicht.
      Und da kommt ein gewisser Noname @Ironiki , der hier noch nichts Vernünftiges geschrieben hat und will Polizist spielen.
      Nicht zu fassen!

  3. supper ide, istja kaumm auszhalten dies stänndige Tipflehr. Ich bin auchh für eine poilizisten.

    1. @Roberto, im Endeffekt spielt er doch nur wieder auf mich an und mobbt fleißig weiter. Sieh dir doch nur seinen Namen an, erst vorgestern habe ich etwas über Ironie geschrieben. Und den sehr originellen Titel der Rechtschreibpolizei dürfen uns @leftutti und ich schon länger teilen.

      In dem Zusammenhang fällt mir gerade der Kommentar von @Markus Fugmann von gestern ein: Aber grundsätzlich werde ich jetzt keinen Kommentar mehr „durchwinken“, der keine sachliche Aussage enthält! ;)

  4. An die Mimosen Michael, Roberto u.s.w.
    Ich mache selber sehr oft Tipp- u.Rechtschreibefehler u.habe mich wegen dem kürzlichen Tippfehler-Theater
    sehr aufgeregt.Mein Kommentar war wirklich nur als Spass gemeint ,wie es eigentlich mein Nikname sagen sollte.Ich wollte überhaupt niemanden beleidigen.Ich werde in Zukunft vorsichtiger sein mit meinen Spässen.

  5. Sie denken nach US Aktien zuzukaufen? Vielleicht möchten sie auch die Preise treiben u.in 3 Monaten kann man lesen ,dass sie verkauft haben.Sehr viele Gurus, selbst Amerikaner sehen die US Aktien als am höchsten bewertet.Ich glaube Florian Homm würde das nicht machen.Da es einStaatsfond ist, könnte es auch politische Gründe haben. Nur die Grösse des Fonds ist für mich keine Referenz.
    Mittel u.langfristig würde ich noch eher China Aktien kaufen, die übrigens schon korrigiert haben.

    1. @Prognosti. Was Ihre Skepsis über die künftige Performance der US-Aktienmärkte in der Trump-Ära betrifft, so teile ich Ihre Ansicht. Was die Strategie des norwegischen Staatsfonds angeht, so gehen Sie vermutlich von falschen Vorstellungen aus. Der Fonds ist extrem langfristig angelegt, der jetzige Vorschlag des Finanzministeriums über die Erhöhung der Quote wird erst in einigen Monaten durch das norwegische Parlament entschieden. Bei einer Genehmigung kann man nicht ein paar Tage später wieder auf verkaufen gehen. Dagegen spricht auch schon die Größe des Staatsfonds. 40 Prozent des Aktiendepots sind bereits in US-Werten angelegt, da kann man nicht so einfach wie ein Fondsmanager ein- und aussteigen, ohne heftige Kursbewegungen auszulösen. Außerdem verbieten das die konservativen Anlagestatuten. Für die Absenkung des europäischen Aktienanteils von 50 auf 33 Prozent (von 2012 an) hat man Jahre gebraucht. Jetzt will man die USA höher gewichten, das Ganze könnte sich in Richtung 100 Milliarden Dollar bewegen. Man kann es kaum glauben, aber im Weltleitindex MSCI World haben die USA bereits eine Gewichtung von über 60 Prozent. Der Index war in seiner Performance über Jahre kaum zu schlagen, deshalb die Umorientierung, die auch von vielen anderen Kapitalsammelstellen praktiziert wird.
      Vorlage ist der Weltindex, wie gesagt, ob die Übergewichtung der USA künftig eine so gute Idee ist, das steht auf einem anderen Blatt.
      Schönes Wochenende

    2. Hallo Prognosti, nach meiner Meinung und soweit mir bekannt, ist norwegischer Staatsfond ein innovativer und in Zukunft orientierter Ansatz für viele Generationen von Rentnern bis Kinder und von Pflege bis Bildung. Änderungen im Fond müssen lange politische Diskussionen im Parlament durchschreiten, also warum und wie soll kurzfristiges Preise treiben das Ziel sein?

      Die Norweger sind auf dem sehr guten Weg zu bester Klima- und Sozialpolitik weltweit. Die haben aber auch noch ganz dunkle Seiten mit Öl oder Fischfang, als Basis von aktuellem Reichtum. Sie gehen aber davon weg und erkennen nachhaltige Märkte der Zukunft. Langsam, besonnen und konsequent, der Süden sollte lernen.

      @Fake-Stina und andere Trolle, die gleich schreiben. Greta has landed! Das ist viel mehr Aufmerksamkeit wert als Stina.

  6. Einige Einwände an meine Vorposter,
    Dieser Fond war in der Vergangenheit eben so erfolgreich weil er eben schon stark auf die USA fokussiert war u. wie wir alle wissen sind die Amis vor allem Nasdaq u.Fang getrieben. ( seit 2009 ca . + 600% )
    Wer jetzt in der Diskussion derAblösung der USA als Weltmachtführer langfristig denkt ,würde eher US Aktien abbauen.Da die Norweger sehr vernünftige Leute sind, glaube ich nicht,dass die Politiker das durchwinken.
    @Wolfgang M.. Wenn der Fond auch gross u.erfolgreich ist, gibt es trotzdem Leute die kurzfristig Umschichtungen vornehmen können u.handeln müssen.Oder glauben sie ,dass bei einem Crash zuerst die Poltik befragt werden müsste ?
    So hat z.B. auch die SNB gemäss Presse letzten Herbst vor der Korrektur Nasdaq Titel abgebaut.
    @Stina, wenn die Norweger so Klima u.sozialfreundlich sind, kann ich mir die Sympathien für die Aktien des GröPaZ Landes kaum vorstellen.Zudem ist Innovation erstmals mit Investitionen verbunden, u.nicht immer aktienkursfreundlich.Ich möchte nur daran erinnern,dass die meisten westlichen Firmen von Sonnenkollektoren erfolglos waren.
    Übrigens in der letzten Dekade war möglichst viele Aktien, vor allem US- Aktien, ein todsicheres Erfolgsrezept, die Gründe kennen wir.Sehr viele erfahrene Hasen sehen die nächsten 10 Jahre
    als Herausforderung wo sich der Spreu vom Weizen trennen wird u.wenn die Geldflut (Wasserflut) zurückgeht wird man sehen wer nackt gebadet hat.Sehr viele US Firmen werden sehr nackt tot aus dem Wasser gefischt werden.

    1. @Prognosti. Leider muss ich Ihnen schon wieder widersprechen. Der norwegische Staatsfonds ist ein Dickschiff, welches von der Politik seine Genehmigungen bekommt und auch einem Ethikrat untersteht. Dieser bestimmte 2015, dass man aus bestimmten Aktiengattungen aussteigt. Die Umsetzung hat über ein Quartal gedauert. Da springt man auch wegen eines Aktiencrashs nicht sofort aus den Aktien. Es ist bei der Größe auch nicht möglich, genau wie es bei Berkshire Hathaway der Fall ist. Buffett hält seine Aktien im Schnitt 11 Jahre. Im März 2009 vermeldete der Staatsfonds mit 73 Milliarden Dollar Verlust den größten Rückgang seiner Geschichte, auf Jahressicht – an der Summe erkennt man, dass man den Einbruch während der Finanzkrise einfach ausgesessen hat. Auch wenn es jetzt wegen des aktuellen Präsidenten nach unten gehen sollte, wird man weiter langfristig agieren. Bei einem Einbruch kauft der Fonds, der ständig Zuflüsse hat, einfach verbilligt nach. Wie erwähnt, auch ich bin überzeugt, dass sich eine Rezession nicht mehr jahrelang verhindern lässt und dass die USA ihren uneingeschränkten Status verlieren werden. Aber gemach. Hier noch ein paar Fakten für Anleger, die mit dem Schlimmsten rechnen. Laut einer Langfriststudie von Newfound Research gab es von 1903 – 2017:
      – 12 Bullenmärkte im S&P 500 / Dauer 1,8 bis 14,6 Jahre / Durchschnitt 8,1 Jahre
      – 11 Bärenmärkte / Dauer 0,3 bis 2,8 Jahre / Durchschnitt 1,4 Jahre
      Auch der Kurseinbruch von 1929 war 1932 zu Ende.
      In dieser Untersuchungsphase lag der Erste und der Zweite Weltkrieg, Europa in Trümmern. Was erwarten wir denn für die nächsten Jahre?
      Grüße

  7. @Wolfgang M. Zuerst das sehr Gute, Ihre Analysen u.Kommentare schätze ich sehr.
    Aber ihre uneingeschränkte Ehrfurcht vor sehr grossen Fonds nur wegen der schieren Grösse kann ich nicht nachvollziehen.
    Während Buffett immerhin eine sehr gute Rendite über Jahrzehnte vorweisen kann ,sieht dies bei den Norwegern seit Beginn 1998 mit 6% pro Jahr eher mickrig aus.
    Wenn man bedenkt dass der Staatsfonds jetzt mit einem übergewichtigen US-Depot mit einer noch nie dagewesenen künstlichen 10Jahres Phase auf diese Performace kommt .
    Wenn nächstens eine 30% Korrektur anfallen würde, was wir im Dez.2018 schon fast hatten, würde dieser Fond mit der Strategie KAUFEN U.HALTEN mit einer Rendite unter 4% dastehen.Diese Rendite hätte jeder Normalanlegern mit jeder Anlageklasse erreichen können.
    Ich will damit sagen , kaufen u.halten hat früher funktioniert wo Unternehmen über Generationen existierten u.sich mit den Gewinnen weiterentwickelten.Sogar der Amazon Boss hat gesagt, dass die Halbwertszeit von grossen Firmen heute kaum über 30 Jahre beträgt, oder sind sie sicher ,dass es eine Netflix oder eine Tesla in 30Jahren noch gibt? Auch der wirklich beachtliche Buffett macht heute Umschichtungen u.wie wir wissen verkauft er auch ab u.zu.Hat er nämlich mit der früher guten KAUFEN U.HALTEN STEATEGIE den Tech -Boom anfänglich verpasst u.einge sehr schlechte Jahre gehabt.
    Das frühere Kaufen u.Halten hat auch gut funktioniert ,weil die Korrekturen immer sehr kurz waren,obwohl es auch schon in den 60er/ 70er Jahren Phasen gab wo die alten Hochs 10Jahre nicht mehr erreicht wurden.
    Es gibt alte sehr erfahren Hasen die meinen dass die nächsten 10 Jahre für die Börsen schwierig werden.
    Auch wenn ich sehr, sehr langfristig denken würde ( wer macht das heute noch? ) möchte ich den nächsten Abschwung von 30 bis 50% nicht mitmachen.

    1. @Prognosti. Sie haben natürlich Recht mit der schnelllebigen Zeit und der Lebensdauer von Aktien. Aber ist das etwas Neues? Von den 30 Gründungsfirmen im Dax von 1988 sind nur noch 14 im Index, demnächst erfolgt ein weiterer Austausch. Deshalb wird auch der Siegeszug von ETFs weitergehen, bei denen die schlechten Aktien automatisch rausfallen. Aber wie kommen Sie eigentlich darauf, dass Privatanleger (in der Masse) über 20 Jahre 6 Prozent nach Steuern erzielen können. Die Statistiken sagen etwas ganz anderes, dies gelingt nur den besten Fonds. Der norwegische Staatsfonds ist sehr konservativ aufgestellt und hatte vor Kurzem noch einen Gesamt-Aktienanteil von max. 60 Prozent. Der Rest waren viele sichere Staatsanleihen.
      Was wir Privatanleger immer ausblenden: Sollte jemand tatsächlich den Dax im Jahre 2009 bei 4000 Punkten gekauft haben (was nur ein Bruchteil der Anleger gewesen sein kann) würde er zwar jetzt auf fast 8000 Punkte Gewinn blicken, beim Verkauf wäre mit 25 Prozent Abgeltungssteuer, plus Soli, plus eventuell Kirchensteuer eine ganz schöne Summe weg. Der Kurs-Dax steht auf dem Stand des Jahres 2000 und die Dividenden hätte man ja auch noch versteuern müssen. Sorry, wenn ich jetzt vielleicht rechthaberisch rüberkomme, was bestimmt nicht meine Absicht ist. Aber die Finanzmathematik führt ohne die Betrachtung von Steuern und Gebühren mitunter ganz schön in die Irre. Für die allermeisten Aktienanleger dürfte eine Aktienperformance von 6% per annum langfristig ein Traum bleiben.
      Was die nächsten Jahre angeht, sind wir sowieso einer Meinung.
      Noch einen schönen Sonntag

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