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Anleger warten auf Trumps Steuerreform; Euro weiterhin stark

In Europa haben sich die Anleger nach der großen Rally vom Montag etwas zurückgehalten. Dennoch bleiben Aktien weiterhin gefragt. Die morgige EZB-Sitzung wird als keine Gefahr…

Redaktion

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Gastanalyse von Milan Cutkovic, Marktanalyst AxiTrader

In Europa haben sich die Anleger nach der großen Rally vom Montag etwas zurückgehalten. Dennoch bleiben Aktien weiterhin gefragt. Die morgige EZB-Sitzung wird als keine Gefahr angesehen. Es darf erwartet werden, dass die Notenbank an ihrer lockeren Zinspolitik festhalten wird. Am Frankfurter Parkett wartet man zudem mit Spannung auf die neuesten Bilanzzahlen der DAX-Giganten BASF, Bayer und der Deutschen Bank.

Die EZB-Sitzung wird sehr wahrscheinlich positiv für die Aktienmärkte ausfallen. Sollten auch noch die Bilanzzahlen überzeugen, könnten sich die Anleger bald über neue Rekordhöhen freuen. Aus technischer Sicht liegt der nächste wichtige Widerstand erst bei 12,000 Punkten.

In den USA machte sich gestern ebenfalls der Optimismus breit. Starke Bilanzzahlen von Caterpillar und McDonalds trieben den Dow Jones in die Höhe. Währenddessen erreichte der Tech-Index NASDAQ ein neues Rekordhoch. Der Fokus der Anleger liegt nun auf Trumps lang erwarteter Steuerreform, welche heute veröffentlicht wird. Sollte der Plan überzeugen, dürfte die Rally an den Börsen weitergehen. Auch für die europäischen Märkte könnte dies für neuen Schwung sorgen. Es besteht jedoch das Risiko, dass Trumps Pläne zu ehrgeizig sein werden. An den Börsen hofft man darauf, dass Trump etwas vom Debakel mit seiner Gesundheitsreform gelernt hat.

Am Devisenmarkt herrscht zurzeit eher Stille. Der Euro konsolidiert weiterhin rund um die Marke von 1,09 USD. Die EZB könnte morgen für etwas Gegenwind sorgen. Der Ausblick für den Euro bleibt aus technischer Sicht jedoch positiv. Die nächste große Hürde liegt nun bei 1,10 USD. Sollte diese überwunden werden, kann man mit einer Fortsetzung der Rally bis zu 1,12 USD rechnen.

Gold steht weiterhin unter Druck. Kurzfristig scheint eine weitere Korrektur bis zu mindestens $1250 wahrscheinlich. An den Börsen herrscht zurzeit Euphorie, und das Edelmetall ist dementsprechend weniger gefragt.




Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich zu Informationszwecken und berücksichtigen nicht die besonderen Umstände des Empfängers. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Die Inhalte dieses Dokuments sind nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu verstehen. Anleger sollten sich unabhängig und professionell beraten lassen und ihre eigenen Schlüsse im Hinblick auf die Eignung der Transaktion einschließlich ihrer wirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit und Risiken ziehen. Die in diesem Artikel enthaltenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren lediglich die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle. AxiTrader übernimmt keinerlei Haftung, aus welchem Rechtsgrund auch immer, für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der übermittelten Informationen.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    M.

    26. April 2017 08:50 at 08:50

    Herr Cutkovic, Sie schreiben „Die EZB-Sitzung wird sehr wahrscheinlich positiv für die Aktienmärkte ausfallen.“ Da bin ich mir nicht so sicher, auch die Kollegen erwarten eine „verschärfte Rethorik“ in Sachen künftiger Zinspolitik, also einen etwas hawkisheren Ton. Damit könnte Draghi die Märkte schon ein wenig überraschen und das positive Momentum bei europäischen Aktien etwas dämpfen, denke ich.

    • Avatar

      gerd

      26. April 2017 09:05 at 09:05

      Wer weiß.
      Im Rausch der freudigen Gefühle wird der Markt das evtl dahingehend auslegen, dass die EZB die Wirtschaftsaussichten positiv einstuft.
      Und das wiederum ….. ?

      Nebenbei wurde ein ’nächster wichtiger Widerstand von 12,000′ genannt. Schreibfehler! Aber welche Zahl meint er wirklich?

  2. Avatar

    Columbo

    26. April 2017 09:50 at 09:50

    Die Fluglinie Alitalia geht nun laut letzten Berichten endgültig in die Insolvenz. Das ist ein schweres Symptom und nur die Spitze des Eisbergs des Zustandes der italienischen Wirtschaft.
    Die Wirtschaftsaussichten in Europa als positiv einzustufen, wäre gelinde gesagt, etwas gewagt.

    • Avatar

      M.

      26. April 2017 10:04 at 10:04

      Wenn sich das bestätigt, haben sich die Mitarbeiter, die einen tragfähigen Rettungsplan abgelehnt hatten, wohl mächtig verschätzt. Wäre gut, wenn die Staatsgläubigkeit der Italiener da mal einen Dämpfer erhält.

    • Avatar

      gerd

      26. April 2017 10:22 at 10:22

      Alitalia also ein weiteres Alibi für Draghi die Zinsen unten zu halten – damit der Flieger oben bleibt.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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