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Anleihemärkte sehen noch immer den Abschwung, Aktienmärkte die Rückkehr des Aufschwungs: beide können nicht recht haben

Natürlich sind viele Börsenindikatoren am Anschlag und schreien nach einer Korrektur..

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Natürlich sind viele Börsenindikatoren am Anschlag und schreien nach einer Korrektur. Zu stark war der Swing nach dem historisch schlechten Monat Dezember in den ersten drei Monaten des neuen Jahres. Eine längere Phase des Ausatmens der Kurse wäre mehr als angebracht. Eine lineare Fortsetzung des Kursanstiegs brächte zum Jahresende in den USA ein Plus von ca. 70% – reichlich unrealistisch im Jahr nach dem großen „sugar rush“ der Steuerreform. Nichtsdestotrotz stehen sich die Entwicklungen am Anleihe- und Aktienmarkt diametral gegenüber.

 

Aktienmärkte

Ich habe es schon öfters geschrieben, die Aktienmärkte sehen (vermeintlich) Dinge, die noch nicht bei Frühindikatoren erkennbar sind, Aufschwung oder Abschwung, vor allem in der Umbruchphase stets rätselhaft. Mit einer Vorlaufzeit von 6 bis 9 Monaten auf die Konjunktur. Deshalb ist jetzt bald die Zeit gekommen, in der die Unternehmen mit ihren Ausblicken das Pflänzchen Hoffnung düngen oder austrocknen lassen, welches die Börsenkurse nach oben trieb. Fundamentale Daten zwingen die Börsenkurse immer wieder in die Nähe des Trends.

 

Anleihemärkte

Sind diese noch ein richtiger Signalgeber, bei Anleihebeständen in Höhe von 10 Billionen Dollar in den Büchern der Notenbanken? Oder anders ausgedrückt: Hat QE 1 bis QE 3 nicht die Märkte schon zu sehr manipuliert?

Die deutschen Zinsen jedenfalls waren vor ein bis zwei Jahren auch schon sehr niedrig, zu Zeiten in denen die Wirtschaft noch richtig brummte. Auch in den USA hat sich in den letzten Tagen das Gespenst der inversen Zinsstrukturkurve etwas verflogen. Die Zinsraten sind auch deshalb gefallen, weil bei relativ schwachem Wachstum kaum noch steigende Zinsen eingepreist werden.

Ich kann mich zudem des Eindrucks nicht erwehren, dass die Notenbanken einen Großteil ihrer Unabhängigkeit verloren haben. In Europa betreibt die EZB Sozialpolitik für reformunwillige Staaten und in den USA betreibt die Fed eher Konjunkturpolitik. Außerdem sieht sie sich dem Druck eines Präsidenten ausgesetzt, der mit Wachstum glänzen will, dazu mit steigenden Aktienkursen und der vor seiner ersehnten Wiederwahl alles unternehmen wird, um eine Rezession zu verhindern – wenn es ihm gelingt.

 

Die Wirtschaftsprognosen der großen Institute von DIW bis IWF

Zur Zeit erleben wir wieder einmal ein typisches Szenario. Monat für Monat werden die Wirtschaftsaussichten gesenkt, man läuft quasi den Daten der Realwirtschaft hinterher – weil eben keiner die Glaskugel besitzt.

Schon mehrfach habe ich es betont: Seit Beginn des deutschen Wirtschaftswunders wurde in Deutschland noch keine Rezession von den großen Instituten vorhergesagt. Vermutlich wäre dies auch eine ökonomische Sünde. Wenn die Wirtschaftforschungsinstitute eine substanzielle Schrumpfung diagnostizierten, würden viele Firmen auf Notmaßnahmen umstellen, Banken kaum noch Kredite vergeben – und wir hätten die „self fulfilling prophecy“. Deshalb wird es wieder einmal so sein, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem die offiziellen Stellen eine Rezession ausrufen, die Aktienmärkte bereits vorher ihr Tief gesehen haben.

 

Ausblick

Selten war eine Berichtssaison spannender als die für Q1 mit Ausblick auf Q2 ff.

Es kommt vieles zusammen nach 10 Jahren Konjunkturaufschwung. Werden die US-Unternehmen in Summa tatsächlich wieder optimistischer und sehen wir die Lösung des oben beschriebenen Dilemmas?

 

By Vlad Lazarenko – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33219566

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FOMC-Protokoll: Headlines

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Die Fed in Gestalt des FOMC (Federal Open Market Committee) will erst einmal die Zinsen unverändert lassen – wie heute einmal mehr Fed-Mitglied Lael Brainard klar gemacht hat. Aber was wurde auf der letzten Fed-Sitzung besprochen, als die US-Notenbank zum dritten Mal in Folge die Zinsen gesenkt hatte? Und warum muß die Fed täglich Liquidität in die Repo-Märkte pumpen?

Den Wortlaut vom FOMC-Protokoll lesen Sie hier..

Hier die wichtigsten Aussagen des FOMC-Protokolls der letzten Fed-Sitzung (29./30.Oktober) in Headlines:

– Geldpolitik „well calibrated“

– so lange Wirtschaft stabil bleibt, wird sich Geldpolitik nicht ändern

– einige Fed-Mitglieder sehen erhöhte Abwärtsrisiken: „Many participants continued to view the downside risks surrounding the economic outlook as elevated, further underscoring the case for a rate cut at this meeting“

– einige Fed-Mitglieder: Zinssenkung war ein „close call“ (knappe Entscheidung)

– Zinssenkung war erfoderlich wegen Schwäche der Weltwirtschaft und Unsicherheit im Handelsstreit

– einige Fed-Mitglieder wollten Zinsen unverändert lassen, weil Anstieg der Inflation erwartet aufgrund guter ÖLage der US-Wirtschaft

– zu Negativzinsen: „All participants judged that
negative interest rates currently did not appear to be an attractive monetary policy tool in the United States.“

– zu Anleihekäufen: „All participants expressed support for a plan to purchase Treasury bills into the second quarter of 2020 and to continue conducting overnight and term tepo operations at least through January of next year.“

– kommt QE5?: „Many participants supported operations to maintain reserve balances around the level that prevailed in early September. Some others suggested moving to an even higher level of reserves to provide an extra buffer and greater assurance of control.“

– einige Fed-Mitglieder: Banken haben Kapitalpuffer reduziert, statt ihn zu erhöhen (FMW: Hinweis auf Liquiditätsprobleme am Repo-Markt)

FMW: alles nicht wirklich neu nachdem sich seit der letzten Sitzung einige Fed-Mitglieder geäußert hatten. Nur ein zarter Hinweis zu den Kapitalpuffern – das ist wohl nicht einmal 1% der Wahrheit über das, was wirklich im Repo-Markt passiert: Offenkundig haben einige US-Banken ernsthafte Probleme, sonst müsste die Fed nicht täglich agieren!

Das FOMC-Protokoll zeigt den Stand der Diskussionen in der Fed

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Finanznews

Handelskrieg und Fed: Kein Zurück! Marktgeflüster (Video)

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Die bestimmenden Themen an den Märkten waren einmal mehr der Handelskrieg und Aussagen der Fed! Die Wall Street konnte auch heute die immer weiter sinkende Wahrscheinlichkeit eines Phase1-Deals abschütteln – aber wie lange noch? Wir kommen sehr bald an den Punkt, an dem es für Trump kein Zurück mehr gibt: entweder ein Deal oder eben die Eskalation im Handelskrieg mit neuen, noch höheren Zöllen. Und auch für die Fed gibt es kein Zurück mehr: der Repo-Markt ist inzwischen vollständig abhängig von der Liquidität der US-Notenbank – die Aktienmärkte dürften ohne die stetigen Stützen der großen Notenbanken auf sehr viel tieferen Niveaus hantieren. Ohne die ständigen Interventionen der Notenbanken droht der Kollaps – also muß immer mehr von der immer weniger wirksamen Medizin verabreicht werden, um den Patienten weiter am Leben zu halten..

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Aktien

Aktienmarkt beantwortet gerade eine wichtige Frage

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Downtown New York City - der globale Aktienmarkt achtet auf die Wall Street

Der aktuelle Rücksetzer am Aktienmarkt mitten in der Jahresendrally wird Klarheit darüber bringen, welche Faktoren die Märkte dominieren und wie es in den nächsten Wochen und Monaten an den Börsen weitergeht.

Der Lackmustest für den Aktienmarkt hat begonnen

Nach dem gestern zunächst erfolgten Ausbruch des DAX 30 aus der kurzen Seitwärtskonsolidierung wurden die Kurse im Laufe des Handelstages von überraschend negativen Daten zum US-Einzelhandel sowie schwindenden Hoffnungen auf einen Handelsdeal stark eingebremst. Unabhängig davon, auf welcher Seite man am Aktienmarkt positioniert ist, werden die Kursverläufe der nächsten Stunden und Tage eine wichtige Frage beantworten: Welche Impulse sind am Markt dominierend? Genau jetzt wird von den großen Aktienindizes die Frage beantworten, ob die Pro- oder die Contra-Argumente mehr Durchsetzungskraft besitzen – und zwar nachhaltig.

Die Contra-Argumente

Gestern wirkten mitten in dynamisch hochlaufende Aktienkurse, speziell beim DAX, einige Nachrichten von der fundamentalen Front belastend und führten zu einem heftigen Intraday-Reversal. Dabei trafen diese News auf einen stark überkauften Markt mit hoher Vertrauensseligkeit der Bullen, die zum Teil auf signifikanten Buchgewinnen saßen. Es war also kein Wunder, dass kurzfristig der Sell-Button betätigt wurde. Aber war die der Beginn einer längeren Korrektur oder folgt der Wiederanstieg der Aktienkurse auf dem Fuße?

Was belastete den Markt so plötzlich?

Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Abwärtsimpulse der letzten 48 Stunden für den Aktienmarkt:

– Die US-Einzelhändler Home-Depot (HD) und Kohl´s (KSS) lieferten enttäuschende Zahlen.
– Die US-Einzelhandelsumsätze (Red-Book, Umfrage unter 9.000 Einzelhändlern) offenbarten eine deutlich schwächere Wachstumsrate bei den Einzelhandelsumsätzen in der letzten Woche, nachdem bereits der Gesamtumsatz der Branche für den Monat Oktober das zweite Mal in Folge rückläufig war.
– Der Ölpreis gab aus drei Gründen signifikant nach und erzeugte latente Konjunktursorgen in Anbetracht der Nachfrageschwäche nach fossilen Energieträgern.
– Die Positionen im Handelskrieg driften weiter auseinander
– Die Proteste in Hongkong drohen zum Belastungsfaktor für die Beziehungen Chinas und den USA zu werden.
– Gewinnmitnahmen und die starke Überkauftheit (Markttechnik und Sentiment) beschleunigten die Gewinnmitnahmen bzw. den Aufbau von Short-Positionen.
– Im Dax erwies sich der Kurssprung vom Vormittag zunächst als charttechnischer Fehlausbruch.

Die Pro Argumente

Doch sofort reagierten andere Märkte durch Interdependenzen positiv im Sinne einer erneuten Unterstützung der Aktienmarktrallye…..

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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