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Indizes

Anleihemärkte versus Aktienmärkte – sind wir nach den ersten Q1-Zahlen etwas schlauer?

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Seit Wochen kann man darüber rätseln. Über das Auseinananderdriften der beiden wichtigsten Anlageklassen und die Frage, wer Recht hat, denn beide zusammen können es nicht haben.

Die Anleihemärkte

Noch vor vier Wochen gab es in den USA das gefürchtete Szenario – inverse Zinskurve. Ab dem 22. März lag die Rendite der 3-monatigen US-Staaatsanleihe unter der der 10-jährigen, für etwa eine Woche. Seither sind die Renditen wieder gestiegen. Am gestrigen Tag war das Verhältnis zwischen 2-und 10-Jahren bei 2,40% zu 2,59%? Also etwas Rezessionsentspannung.

 

Die Aktienmärkte und die Unternehmensergebnisse

Das erste Quartal zeigte eine Aktien-Rallye vom Feinsten. Am gestrigen Tag schlossen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 nur zwischen 1,38 und 1,86 Prozent unter ihren Allzeithochs.

Die ersten Unternehmenszahlen für das erste Quartal brachten keine entscheidenden Hinweise auf ein kommendes Szenario. Oftmals steigende Gewinne, aber zugleich schwächere Umsätze und verhaltene Ausblicke, aber keine heftigen Revisionen.

 

Die Frühindikatoren en bloc

Bei den Frühindikatoren konnte sich in der Kürze der Zeit nicht viel verändert haben. In Asien liegt nur Japan mit 49,2 Punkten unter der Wachstumsschwelle, das Sorgenkind bleibt weiterhin Europa und die USA sind mit ihren PMIs noch deutlich über der 50-er-Marke. Am heutigen Donnerstag kommt allerdings eine Flut an neuen Zahlen aus Deutschland, Europa und den USA.

 

Sind die Chinesen wieder der Retter?

Die chinesischen Wirtschaftsdaten werden sukzessive besser, auch weil die Peoples Bank of China richtig stimuliert und am Mittwoch schon wieder 360 Mrd.$ ins System geschoben hat. Dazu die Daten zum Wirtschaftswachstum und zur Industrieproduktion. Die Industrieproduktion stieg im März um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, das schnellste Wachstumstempo seit Juli 2014. Analysten hatten ein Wachstum von 5,9 Prozent erwartet.

Worauf sich wieder einmal die Frage stellt: Wieso wussten das die Investoren im Shanghai Composite Index, der in den letzten Monaten die stärkste Performance aller Weltbörsen hingelegt hat?

Man darf auf keinen Fall den Fehler machen, die aktuellen Unternehmensergebnisse zu sehr mit den Aktienkursen zu vergleichen. Denn diese sind auf die Zukunft gerichtet, mindestens ein halbes Jahr im Voraus. Gerade an Wendepunkten eine sehr delikate Angelegenheit. Ich nenne nur das Beispiel Rezession: Wenn diese festgestellt wird, sind die Unternehmensergebnisse tiefrot, die Märkte beginnen aber schon aggressiv zu steigen. Für fast alle vollkommen unverständlich und es traut sich keiner einzusteigen. Aber wie bereits erwähnt. Aktienmärkte irren sich auch in ihrer Zukunftsbetrachtung, durch Schieflagen und Gier oder Panik der Anleger.

 

Fazit

Noch ist man nicht wirklich schlauer. Die Kurse sind weit gelaufen, sehr weit sogar. Aber die Kursentwicklung der großen Indizes in den USA läuft aus meiner Sicht auf eine Entscheidung zu. Knapp unter dem All Time High vom September/Oktober 2018, besteht die Wahrscheinlichkeit eines weit auseinander liegenden Doppel-Tops. Wie in den letzten großen Abschwüngen beim S&P 500 in den Jahren 1999/2000 oder im Jahr 2007, als die Käufer nicht mehr die Kraft aufbrachten, den Index auf ein neues Niveau zu heben.

Es gibt aber noch eine zweite Alternative, so unrealistisch sie auch klingen mag. Wenn es die Kurse auch mit dünnen Umsätzen auf neue Allzeithochs schaffen sollten, käme die Fondsbranche schwer in die Bredouille. Sie sind derzeit schwach investiert und würden bei diesem Szenario hinter den passiven Fonds hinterherrennen müssen. Ein neues Hoch ist bekanntermaßen ein ganz starkes Kaufsignal.

Es war schon lange nicht mehr so spannend wie derzeit.

 

By Vlad Lazarenko – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33219566

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    RoSi

    18. April 2019 11:46 at 11:46

    Wen interessieren heutzutage noch Unternehmenszahlen!? IPO’s von verlustträchtigen Unternehmungen sind das heissbegehrte Investmentthema der Stunde. Leute kauft! UBER, LYFT und TESLA geht bestimmt auch wieder gen 400 $.

  2. Avatar

    Marko

    19. April 2019 14:25 at 14:25

    Hallo Wolfgang,

    „Also etwas Rezessionsentspannung.“

    Nein ! der Hauptpunkt ist der, dass die EZB endlich mal „aufwacht“, das kann sie aber nicht wegen den Briten. Punkt !

    „Es gibt aber noch eine zweite Alternative, so unrealistisch sie auch klingen mag. Wenn es die Kurse auch mit dünnen Umsätzen auf neue Allzeithochs schaffen sollten, käme die Fondsbranche schwer in die Bredouille. Sie sind derzeit schwach investiert und würden bei diesem Szenario hinter den passiven Fonds hinterherrennen müssen. Ein neues Hoch ist bekanntermaßen ein ganz starkes Kaufsignal.“

    Nein ! Was realistisch ist und sein muss ! Ist eine Angleichung“ der Anleihe- wie der Aktienmärkte.

    Wer heute immer noch behauptet, dass die Anleihemärkte nicht (!) manipuliert sind, tja, dem kann man auch nicht mehr helfen….
    Und die EZB muss reagieren, aber leider haben die die Ausrede, wegen dem Brexit ! – Aber der Brexit ist nicht die Schuld des EUR… Nö !!
    Nätürlich könnt Ihr Bären könnt machen was Ihr wollt… Ihr Bären… :D

    die Bullen freuen sich.. Das Geld liegt auf der Straße und wir Bullen sammeln es auf :D

    Euch sollte klar sein, was in EUR-Land los wäre, sollte die EZB „endlich“ reagieren.

    Aber gut, das wird noch a bisserl dauern…

    „Rezessionsentspannung“ – Super, Wolfgang…

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Warten auf den Ausbruch! Videoausblick

Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute), mal herrscht Stimulus-Pessimismus..

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung, ohne aktuell klar erkennbare Richtung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute, nachdem Pelosi die Deadline dann doch nicht gestern enden lassen wollte), mal herrscht Stimulus-Pessimismus – es ist ein ständiges hin und her. Die Verhandlungen über den Stimulus dürften mindestens bis zum Wochenende weiter gehen, ergo die Aktienmärkte in der übergeordneten Seitwäersbewegung bleiben. Auffallend ist die Schwäche des Dollars bzw. die Stärke beim Euro, die Renditen für US-Staatsanleihen steigen derweil auf den höchsten Stand seit Juni. Obwohl die Aktienmärkte hoffnungsvoll sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Stimulus-Deal je näher die US-Wahl rückt..

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Indizes

DAX daily: Folgt die nächste Abwärtswelle oder ein Erholungsversuch?

Stefan Jäger

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Die Corona-Sorgen und das Hin und Her bei den Verhandlungen über ein Stimulus-Paket haben den Dax gestern wieder in den Bann gezogen. Dementsprechend hält auch die Verunsicherung bei den Anlegern an. Wie schon tags zuvor musste der Dax einen Verlust verbuchen und handelt nun wieder auf dem Niveau von Anfang Oktober. Die Angst vor steigenden Corona-Infektionszahlen und eventuellen Lockdowns belastet die Märkte ebenso wie die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl. Aufgrund der geringen Handelsspanne von 125 Punkten, war der Verlust im Dax aber noch überschaubar. Das Tageshoch lag bei 12.850 und dem Tagestief bei 12.725, dazwischen pendelte der Index in einer Seitwärtsbewegung hin und her. Schließlich hat der deutsche Leitindex den Handel mit einem Abschlag von 117 Punkten (-0,92 %) bei 12.736 beendet.

Am gestrigen Abend haben dann die Vertreter der US-Regierungsparteien wieder die Stimulus-Hoffnungen angeheizt, was wiederum die Märkte kurzfristig stabilisiert hat, bevor es dann doch weiter abwärts ging. Der tägliche Stimulus-Wahnsinn wird langsam zur unendlichen Geschichte. Der Abwärtstrend im Dax könnte sich trotzdem fortsetzen, wenn das Tief vom 15.10. bei 12.599 bricht. Kurzfristig würden sich dadurch weitere Ziele auf der Unterseite bei 12.540 und sogar 12.340 ergeben. Demgegenüber muss der Leitindex zumindest die 13.000er Marke zurückgewinnen, um das Chart-Bild etwas aufzuhellen. Das Sentiment im Dax gibt derzeit auch kein einheitliches Bild ab. Zwar ist die Verunsicherung hoch, dennoch ist ein Gros der Anleger auf der Long-Seite positioniert – hier erfahren Sie mehr darüber.

News und fundamentale Daten

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen Teilen Europas werden die Vorsichtsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie und den steigenden Infektionszahlen ausgeweitet. Das RKI meldete für Montag wieder fast 7000 Neuinfektionen, in anderen europäischen Ländern sieht es noch düsterer aus. Kommt es dadurch zu schärferen Corona-Regelungen und Lockdowns, dann kann sich das erneut negativ auf die Wirtschaft auswirken.

Bis auf die US-Rohöllagerbestände um 16:30 Uhr sehen wir heute keine Konjunkturdaten. Stattdessen äußert sich die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, um 9:30 Uhr zur europäischen Geldpolitik. Je nachdem was sie sagt, kann es zu Bewegungen im Dax kommen.

Der gestern veröffentlichte Quartalsbericht von Netflix verfehlt die hohen Erwartungen, infolgedessen ist die Aktie nachbörslich um 7 % gefallen. Auch heute legen wieder zahlreiche Unternehmen ihre Zahlen vor. Zum einen die Software AG aus Deutschland und außerdem die beiden US-Technologieunternehmen Xilinx und Lam Research sowie der Telekommunikations-Riese Verizon. Das Highlight sehen wir dann nachbörslich, wenn der Elektroauto-Hersteller Tesla die Bücher öffnet.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Schafft der Dax den Ausbruch aus seiner gestrigen Seitwärtsrange (12.725 – 12.850)? Die Stimulus-Hoffnung würde dabei helfen. Knapp eine Stunde vor der Eröffnung notiert der Index im Plus. Damit sich die Erholung fortsetzen kann, muss er das gestrige Tageshoch bei 12.850 überwinden. Scheitert er aber erneut an dem Widerstand, dann könnte er wieder in Richtung der Range-Unterkante laufen. Gelingt allerdings der Ausbruch, dann folgt die nächste Hürde an der 12.896. Dort befindet das 61,8 % Retracement der Abwärtsbewegung vom Montagshoch 13.028 bis zum gestrigen nachbörslichen Tief bei 12.680. Kann der Dax auch diesen Widerstand überschreiten, dann wäre Platz bis zur 12.960.

Gelingt dem Dax der Ausbruch auf der Oberseite nicht, dann könnte er erneut die Unterkante der Range anlaufen. Eine erste Unterstützung liegt im Bereich der 12.748 und dem gestrigen Schlusskurs bei 12.736. Fällt er darunter, dann geht es zum gestrigen Tagestief bei 12.725. An dieser Stelle könnte sich der Dax stabilisieren und wieder nach oben abdrehen. Wenn nicht, dürfte es schnell in Richtung des Unterstützungsbereichs bei 12.690 bis 12.680 gehen. Findet er auch dort keinen Halt, dann könnte ein Test des Tiefs bei 12.599 anstehen. Darunter würde sich das Chart-Bild für den deutschen Leitindex eintrüben. Die nächsten Anlaufpunkte befinden sich in diesem Fall bei 12.560, 12.540 und dem Gap bei 12.469.

 

DAX daily: Tagesausblick 21.10. - M30-Chart - Corona-Sorgen und Stimulus-Hoffnung

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.920 – Pivot Punkt R2

12.817 – Pivot Punkt R1

12.749 – Pivot Punkt

12.646 – Pivot Punkt S1

12.577 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.748 – Punkt 3 vom Top (13.460) (Tagesbasis)

12.725 – Tagestief 20.10.

12.690 – Punkt 1 der Bodenbildung vom 15.10. (Tief 12.599)

12.657 – 261,8 % Extension

12.599 – Tagestief 15.10.

12.540 – Tagestief 02.10.

12.469 – Gap 25.09.

Dax Widerstände (WS):

12.850 – Tageshoch 20.10.

12.896 – 61,8 % Erholung (13.030 – 12.680)

12.960 – 61,8 % Retracement (13.185 – 12.599)

13.000 – psychologische Marke

13.028 – Tageshoch 19.10.

13.060 – 78,6 % Retracement (13.185-12.599)

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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