Die Kurse von US-Staatsanleihen sind über Nacht deutlich gefallen, die Renditen steigen. Die Rendite für 10 Jahre Laufzeit steigt seit gestern Abend bis jetzt von 4,18 % auf 4,45 %. Die 30-jährige Laufzeit springt von 4,63 % auf 4,93 %. Und das exakt zu dem Zeitpunkt, wo Donald Trumps Zölle über insgesamt 104 % gegen China in Kraft treten. Bekannt ist, dass China große Mengen an US-Staatsanleihen besitzt. Verkauft China aktuell große Mengen dieser Papiere? Dieses Szenario kursiert aktuell unter Experten auf Social Media. Ist das die „Rache“ an Trump? Denn stark steigende Anleiherenditen sind Gift für Trumps Wunsch, Marktzinsen zu drücken, um Wirtschaft und Verbraucher in den USA mit billigen Krediten zu versorgen. Aber da ist noch mehr. Dieser Abverkauf bei Staatsanleihen, der auf auf erzwungene Liquidationen zurückgehen kann, könnte gravierende Verwerfungen am ganzen Kapitalmarkt nach sich ziehen!
US-Staatsanleihen im Abverkauf – Aktuelle Aussagen von Experten
Peter Schiff schrieb heute Nacht: „Wie ich bereits erwähnt habe, bricht der Markt für Staatsanleihen ein. Die Rendite der 10-jährigen Anleihen liegt gerade bei 4,5 % und die Rendite der 30-jährigen Anleihen bei 5 %. Ohne eine Notzinssenkung morgen früh und die Ankündigung eines massiven QE-Programms könnte es morgen zu einem Börsencrash im Stil von 1987 kommen.“
As I warned earlier, the Treasury market is crashing. The yield on the 10-year just hit 4.5%, and the yield on the 30-year just hit 5%. Without an emergency rate cut tomorrow morning and the announcement of a massive QE program, tomorrow could be a 1987-style stock market crash.
— Peter Schiff (@PeterSchiff) April 9, 2025
Jim Bianco schrieb heute Nacht: „Heute Abend ist etwas auf dem Anleihemarkt zerbrochen. Wir sehen eine ungeordnete Liquidation. Wenn ich RATEN müsste, dann ist der Basis-Handel vollständig abgewickelt. Seit dem Handelsschluss am Freitag … ist die Rendite für 30-jährige Anleihen innerhalb von drei Handelstagen um 56 Basispunkte gestiegen. Das letzte Mal, dass diese Rendite innerhalb von drei Tagen (von Handelsschluss zu Handelsschluss) so stark anstieg, war am 7. Januar 1982, als die Rendite bei 14 % lag. Eine solche historische Bewegung wird durch eine erzwungene Liquidation verursacht, nicht durch menschliche Manager, die um Mitternacht ET Entscheidungen über die Zinsaussichten treffen.“
Something has broken tonight in the bond market. We are seeing a disorderly liquidation.
If I had to GUESS, the basis trade is in full unwind.
Since Friday’s close to now … the 30-year yield is up 56 bps, in three trading days.
The last time this yield rose this much in 3… pic.twitter.com/IS6qog4uog
— Jim Bianco (@biancoresearch) April 9, 2025
Spencer Hakimian schreibt aktuell: „Entweder wurde gerade jemand verdammt Großes gesprengt, oder China wirft US-Staatsanleihen auf den Markt. Nichts anderes könnte die Ursache dafür sein.“
🚨🚨 10 YEAR YIELD 4.50% 🚨🚨
Either somebody fucking huge just got blown out, or China is dumping treasuries.
Nothing else could be causing this. pic.twitter.com/cziHoV769c
— Spencer Hakimian (@SpencerHakimian) April 9, 2025
„Fire Sale“ von Staatsanleihen lässt langfristige Renditen weltweit in die Höhe schnellen
Bloomberg berichtet aktuell: Der Ausverkauf längerfristiger Staatsanleihen beschleunigte sich und verschärfte den Einbruch bei Anleiheäquivalenten weltweit, da eine Eskalation des Handelskrieges Zweifel am Status der US-Staatsanleihen als sicherer Hafen aufkommen ließ.
Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen stieg um bis zu 25 Basispunkte auf ein Niveau, das seit November 2023 nicht mehr erreicht wurde, und stieg in dieser Woche um mehr als einen halben Prozentpunkt. Dies trug zu einem Ausverkauf von Staatsanleihen in vielen Industrieländern weltweit bei, wobei die Renditen von Referenzanleihen in Australien, Neuseeland und Japan in die Höhe schossen und französische Anleihe-Futures nachgaben.
US-Staatsanleihen – die in turbulenten Zeiten traditionell zu den sichersten Anlagen zählen – scheinen diesen Status zu verlieren, da befürchtet wird, dass die zollbedingte Inflation in den USA Zinssenkungen durch die Federal Reserve verhindern könnte. Als Gründe für den Kursrückgang der Anleihen wurden auch die Hinwendung der Anleger zu bargeldähnlichen Instrumenten, Verwerfungen auf dem US-Swap-Markt und Spekulationen über den Verkauf von US-Schulden durch Ausländer angeführt.
„Dies ist ein Notverkauf von Staatsanleihen“, sagte Calvin Yeoh, Portfoliomanager beim Hedgefonds Blue Edge Advisors Pte., der 20- bis 30-jährige Staatsanleihen-Futures verkauft. “Das ist wie Eisskulpturen bei einem Waldbrand – was eben noch gut aussah, ist jetzt weg.“ Der Mittwoch markiert einen weiteren Meilenstein im Handelskrieg, als Präsident Donald Trump seine sogenannten reziproken Zölle einführte und damit das Risiko eines Schocks für die Weltwirtschaft erhöhte. Er erhebt Zölle auf China in Höhe von bis zu 104 % sowie Einfuhrsteuern auf etwa 60 Handelspartner, die Handelsüberschüsse mit den USA erwirtschaften.
Einige Investoren spekulierten, dass globale Reservemanager, beispielsweise China, angesichts der seismischen Auswirkungen von Trumps Handelspolitik ihre Positionen in US-Staatsanleihen neu bewerten könnten. Ein solcher Schritt würde ein starkes Signal senden, dass Staatsanleihen nicht mehr der sichere Hafen von früher sind, aber solche Handelsgeschäfte werden selten in Echtzeit übermittelt.
Sowohl China als auch Japan reduzieren seit einiger Zeit ihre Bestände an Staatsanleihen, zumindest laut offiziellen Daten. „China könnte sie als Vergeltung für die Zölle verkaufen“, sagte Kenichiro Kitamura, General Manager der Abteilung für Investitionsplanung und -forschung von Meiji Yasuda in Tokio. Staatsanleihen “bewegen sich aufgrund politischer Faktoren und nicht aufgrund von Angebot und Nachfrage, daher werde ich vorerst abwarten und sehen. Es ist derzeit schwierig, sich zu engagieren.“
Global Moves
Andernorts stürzten japanische Staatsanleihen ab, wobei sich der Ausverkauf auf längerfristige Schuldtitel konzentrierte, da die erhöhte Marktvolatilität die Anleger dazu veranlasste, ihr Engagement in schwankenden Renditen zu reduzieren. Der japanische Anleihemarkt zeigt erste Anzeichen von Verwerfungen, da die Anleger angesichts der erhöhten Unsicherheit über den Handelskrieg und dessen Auswirkungen auf die Politik der Bank of Japan abwarten.
Und in einem ungewöhnlichen Schritt schwächte sich ein weiterer traditioneller US-Hafen – der Dollar – trotz des Renditeanstiegs ab. Dies trug zu Gewinnen in anderen Häfen wie dem Yen und dem Schweizer Franken bei, die beide um mehr als 1 % zulegten. Dennoch schnitten andere Anleihemärkte besser ab – die deutschen Bund-Futures stiegen am Mittwoch leicht an.
„Die extrem feindlichen Zölle von über 100 % auf China könnten bei den Reservemanagern große Besorgnis auslösen“, sagte Rajeev De Mello, Global-Macro-Portfoliomanager bei Gama Asset Management. “Europäische Anleihen profitieren davon und der Spread zwischen den USA und Deutschland hat sich in der vergangenen Woche stark verändert.“
Nicht alle sind der Meinung, dass Staatsanleihen ihren Status als sicherer Hafen verloren haben. Leah Traub, Geldmanagerin bei Lord Abbett & Co., die 217 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten verwaltet, erinnert sich an die negative Korrelation zu Aktien im März, als die Märkte auf die Befürchtungen einer Wachstumsverlangsamung in den USA reagierten. „Wir glauben immer noch, dass die Anleger im Falle einer US- oder globalen Rezession wieder in Staatsanleihen investieren werden“, sagte sie.
Basis-Trade-Blowup
Andere äußern Bedenken hinsichtlich der Risiken eines Anstiegs der Renditen von Staatsanleihen in einem solchen Ausmaß. Der Ausverkauf erinnerte an die Abwicklung einer hoch verschuldeten Hedgefonds-Wette namens „Basis Trade“, die die Lücken zwischen den Kassakursen von Staatsanleihen und Futures ausnutzt, im Jahr 2020. Dies führte damals zu einer Blockade des größten Schuldenmarktes der Welt.
Der Anstieg der Renditen für längere Laufzeiten ging einher mit geringeren Gewinnen bei den kurzfristigeren Pendants, nachdem die Auktion von Dreijahresanleihen am Dienstag enttäuschend verlief. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Händler Gelder in bargeldähnliche Positionen umschichten.
Ein Maß für die implizite Volatilität von Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit Oktober 2023 gestiegen. Die Währungsschwankungen sind so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr, und der VIX-Index der Aktienvolatilität erreichte ein Achtmonatshoch. „Auf dem US-Anleihenmarkt herrscht ein vorübergehender „Käuferstreik“, sagte Homin Lee, leitender Makrostratege bei Lombard Odier Ltd. in Singapur. „Sollte die Situation besorgniserregender werden, verfügt die US-Notenbank über einige Instrumente, die sie zur Stabilisierung des Marktes einsetzen kann.“
FMW/Bloomberg
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Warum wohl diese massive Erhöhung der Zölle ?
Dass die Staatsanleihen crashen könnten.Ist dies ein Bestandteil des Deals ?
Die Gefahr eines Crashes der Anleihen durchkreuzt zwar die Zinspläne der Trump Regierung.
Doch eins nach dem anderen.Es scheint zumindest die wohl dringlichste Absicht zu sein
die FED zum handeln/reagieren zu bringen.In der Führungsriege der US Regierung sitzen
zumindest keine Dummköpfe,sondern auch einige mit Wirtschaftsfinanzerfahrung.Zwar gepaart mit
Dealmakern,doch diese Kombination sollte nicht unterschätzt werden.
In die eine als auch andere Richtung……………