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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Anleihen

Anleihen: Tesla muss bluten, Griechenland entspannt zurück am Markt

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Gerade erst hatte Tesla letzte Woche die drastische Absenkung des Verkaufspreises des wichtigsten Modell 3 bekanntgegeben. Das half zwar Bedenken zu zerstreuen, dass Tesla nicht genug Käufer erreichen könne. Aber wie Elon Musk zugab, muss er dafür im laufenden Quartal die Gewinne des Unternehmens opfern.

Heute nun gibt es eine wirklich schlechte Nachricht für Tesla. Eine sogenannte Wandelanleihe über 920 Millionen Dollar ist fällig geworden. Dabei wird in den Anleihebedingungen festgelegt, unter welchen Voraussetzungen eine Anleihe in Cash zurückgezahlt wird, oder teilweise oder ganz in Aktien zurückgezahlt werden kann. Bei Tesla war die teilweise Umwandlung der Schuldenrückzahlung in eine Aktienrückzahlung an einen bestimmten Kursverlauf der Aktie gebunden.

Der trat aber nicht ein, so dass Tesla jetzt 920 Millionen Dollar in Cash berappen muss, um die Gläubiger aktuell zum Stichtag zu befriedigen. Damit werden 1/4 der Bar-Reserven des Unternehmens auf einen Schlag aufgezehrt. Analysten in New York sprechen aktuell von einem Albtraum für Tesla. Die Aktie fällt heute um 2,2% auf 288,20 Dollar, nachdem sie am Freitag schon von 320 Dollar kräftig zurückgefallen war.

Musk Tesla
Elon Musk. Foto: Duncan.Hull CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

Griechenland

Griechenland darf sich wohl bei der Ratingagentur Moodys bedanken, die das Land erst am Freitag um gleich zwei Stufen hochgesetzt hatte auf „B1“. So ein Zufall… am Freitag das neue Rating, und wohl rein zufällig verkauft das Land heute zum ersten Mal seit neun Jahren 10 Jahre laufende Staatsanleihen am freien Markt. Da tut so eine Support durch Moodys doch gut? Bis zu 3 Milliarden Euro werden heute wohl aufgenommen. Durch das bessere Rating dürfte die Emissionsrendite geringer ausfallen.

Wo genau die Rendite reinkommt, ist noch nicht öffentlich bekannt. Aber die zuletzt am freien Markt noch vorhandenen Anleihen notierten bei 3,62% Rendite. Die Emissionsrendite der letzten 10jährigen Anleihe aus Athen lag damals noch bei 6,25%. Tja, in Griechenland herrscht Eitel Sonnenschein? Die markoökonomischen Daten sind immer noch katastrophal. Aber wenn man die Sonne drauf scheinen lässt, sieht es doch gleich nicht mehr so schlimm aus? Von Börsianern hört man heute jedenfalls in keinster Weise, dass Athen heute ein Problem mit seiner Emission haben wird.

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Anleihen

So stark reduziert China seinen Besitz an US-Staatsanleihen

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Wirft China massenhaft US-Staatsanleihen auf den Markt, sozusagen als „Rache“ oder Instrument im Handelskrieg mit den USA? Die USA importieren viel, viel mehr aus China als umgekehrt. Von daher können die USA auch Zölle auf mehr Handelsvolumen erheben als die Chinesen. Von daher müsste sich China nach Alternativen umschauen, um die Amerikaner treffen zu können.

Da wäre der gigantische Berg an US-Staatsanleihen, welche von China gehalten werden, ein Druckmittel. Schnell große Mengen davon am freien Anleihemarkt verkaufen, das würde an den Märkten für Turbulenzen sorgen. Aber Finanzexperten sind sich relativ einig, dass China dieses Mittel nicht wählen wird. Aber tun die Chinesen es bereits? Nicht schnell auf einen Schlag große Mengen abstoßen, sondern nach und nach, Monat für Monat eher kleine Mengen?

Veränderungen beim Eigentum von US-Staatsanleihen

Die heute Nacht offiziell vom US-Finanzministerium veröffentlichten Daten für den Monat März zeigen, dass China zumindest offiziell US-Staatsanleihen im Wert von 10,4 Milliarden Dollar verkauft hat (netto). Der offiziell ermittelbare Besitz Chinas belief sich auf 1,1205 Billionen US-Dollar gegenüber 1,1309 Billionen US-Dollar im Februar (aktuell der niedrigste Wert seit zwei Jahren).

Im Jahresvergleich von März 2018 bis März 2019 sank das Volumen von 1188 um 68 Milliarden Dollar auf jetzt 1,1205 Billionen Dollar. Im Verlauf des letzten Jahres (Grafik) sieht man: Es ging jeden Monat ein klein wenig bergab, und auf ein Jahr gesehen kann man schon einen deutlichen Rückgang erkennen. Die ersten Monate im Jahr 2019 nahm das Volumen sogar etwas zu, und aktuell erleben wir den ersten Rückgang seit November 2018.

Bedenken muss man immer auch folgendes: Es ist schwierig zu erkennen, ob und welche Volumen Länder wie Russland oder China über Verwahrstellen in Drittstaaten wie zum Beispiel Belgien oder den Caymans halten. In Finanzkreisen ist es ein offenes Geheimnis, dass Regierungen ihre Besitzverhältnisse für die Öffentlichkeit so schwerer erkennbar machen. Die Cayman Islands sind immerhin laut der offiziellen Liste der achtgrößte Halter von US-Staatsanleihen! Dort nahm das gehaltene Volumen in den letzten 12 Monaten um 53 Milliarden Dollar zu. In Belgien wuchs das gehaltene Volumen in den letzten 12 Monaten um 60 Milliarden Dollar.

US-Staatsanleihen - Ausländische Besitzer
Grafik: US-Finanzministerium. Zum Vergrößern bitte anklicken.

US Treasury Department - US-Staatsanleihen
Treasury Department building in Washington, D.C. Foto: AgnosticPreachersKid CC BY-SA 3.0

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Anleihen

Nur noch 0,53% Rendite für 30jährigen Kredit an Deutschland – satte Gewinne für Kurs-Zocker

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Absage an höhere Zinsen durch die Notenbanker, Rezession in der Industrie, unsichere Gesamt-Konjunktur in Europa. Und die Renditen für Staatsanleihen fallen, und fallen, und fallen. Heute hat die Finanzagentur Deutschland GmbH für den deutschen Staat eine neue Tranche einer bereits aufgelegten 30jährigen Bundesanleihe verkauft. Bei einem Angebotsvolumen von 1 Milliarde Euro lag die Nachfrage bei einem Volumen von 1,44 Milliarden Euro.

Die Rendite sinkt wie gesagt immer weiter. Dies sieht man beispielsweise im folgenden Chart für 30jährige deutsche Staatsanleihen, der ein Jahr zurückreicht. Vor einem Jahr lag die Rendite noch bei 1,33%, jetzt nur noch bei 0,51%. Die heutige Emissionsrendite lag bei 0,53%. Bei der vorigen Emission vor zwei Monaten waren es noch 0,74%. Ein weiterer kräftiger Absturz! Und das bei 30 Jahren Laufzeit.

Da der Zinskupon bei dieser Emissionsserie bei 1,25% liegt (also reale Zinszahlung von 1,25%), muss der Börsenkurs der Anleihe (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten) weit über dem Nominalpreis von 100% liegen, damit die Rendite unter 1,25% sinken kann. Und mit den immer schlechteren Nachrichten von Konjunktur und EZB steigt daher der Kurs immer weiter an, und somit fällt die Rendite immer weiter ab. Denn Neu-Käufer der Anleihen müssen immer mehr bezahlen für einen unveränderlich höhen Zinskupon.

Der folgende Chart zeigt die aktuell laufende Anleihe-Serie. Rot markiert sieht man die immer weiter fallenden Renditen. Allein schon an den Emissionskursen sieht man, welche Kursgewinne möglich waren in den letzten Monaten. Lag der Kurs vor genau einem Jahr noch bei 99,69%, so liegt er jetzt schon bei 119,51%.

Rendite-Übersicht bei 30 Jahren Laufzeit

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Anleihen

Türkei-Wahlwiederholung: Schlag gegen die Lira, Rendite springt

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Gestern berichteten wir bereits über die weiter schwächelnde türkische Lira. Was war passiert? Präsident Erdogans Partei AKP hatte bei den Regionalwahlen in den beiden wichtigsten Städten Istanbul und Ankara verloren. Was für eine Schmach. Und so vermutet Erdogan Wahlbetrug, denn warum sollte man ihn nicht wählen wollen? Also verlangte er eine Neuwahl. Bis gestern Nachmittag war noch nicht klar, ob die Wahlkommission seiner Forderung nachgeben würde.

Aber die türkische Lira schwächelte gestern bereits aufgrund des Umstands, dass diese mögliche Neuwahl ein weiteres klares Zeichen für die politische Gemengelage in der Türkei ist, in der Präsident Erdogan mehr und mehr autoritär durchgreift. Der internationale Kapitalmarkt mag sowas aber nicht, sondern sucht Märkte wo Verlässlichkeit und Rechtssicherheit herrscht, und wo wichtige Institutionen wie zum Beispiel Zentralbanken etc unabhängig und ohne Bedrängnis arbeiten können.

Dass Erdogan jetzt die Wahlkommission unter Beschuss nahm, befeuerte schon gestern den Devisenmarkt im Ansinnen weiter gegen die türkische Lira zu spekulieren (erster Pfeil im Chart). Dort sieht man US-Dollar vs Türkische Lira seit dem 25. April. Der zweite Pfeil zeigt den weiteren Anstieg von USDTRY (Abwertung der Lira) am heutigen Dienstag. So ist das Währungspaar seit Freitag von 5,96 auf aktuell 6,16 gestiegen.

Und inzwischen hat die Wahlkommission tatsächlich beschlossen, dass die Regionalwahl in Istanbul wiederholt werden muss, und zwar am 23. Juni. Die Kommission entschied mit 7 zu 4 Stimmen dafür.

Die Rendite für zehnjährige türkische Staatsanleihen steigt von gestern Abend 18,81% auf heute 19,98%. Das ist ein dramatischer Sprung nach oben. Damit verteuert sich die Kreditaufnahme des türkischen Staates weiter. Je höher die Renditen am freien Markt, desto größer sehen Anleger das Risiko, dass der Schuldner am Rückzahlungstag seine Verpflichtung nicht einhält. Aber mit diesem aktuellen Anstieg wird wohl eher das allgemeine politische Unbehagen zum Ausdruck gebracht, welches Spekulanten für Kursgewinne nutzen.

Türkei Lira fällt

Türkei Erdogan
Der türkische Präsident Erdogan. Foto: Glenn Fawcett Gemeinfrei – Ausschnitt aus Originalfoto

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