Folgen Sie uns

Märkte

Anti OPEC-Gesetz in USA? Saudis haben drei „Bazookas“ um das zu verhindern

Redaktion

Veröffentlicht

am

Die Vorgänger von Donald Trump hatten sich stets gescheut ein Gesetz gegen die OPEC voranzutreiben. Denn man erinnere sich. Was ist die OPEC? Auch nach eigener Darstellung ist man ein Kartell. Man will über gezielte Absprachen Mengen und Preise beeinflussen, natürlich für seinen eigenen Vorteil. Innerhalb der EU und innerhalb der USA sind Kartelle natürlich verboten. Aber die OPEC ist nun mal eine internationale Organisation, wo sich unabhängige Staaten treffen und absprechen.

Also könnten die USA (um dieses Kartell zu bekämpfen) ein Gesetz erlassen, womit dieses Kartell in den USA sozusagen illegal wäre. Damit könnten US-Unternehmen theoretisch gegen OPEC-Lieferanten klagen. Ziel würde es natürlich sein, dass die OPEC an Macht verliert oder sich besser gleich ganz auflöst, aus Angst vor Klagen aus den USA. Das wäre natürlich eine super Sache für die Weltmachtansprüche der USA auch im globalen Ölmarkt. Denn gerade dort sind die USA ja vor Kurzem zum größten Ölproduzenten der Welt aufgestiegen. Dennoch ist die OPEC zusammen mit dem Alliierten Russland immer noch der Tonangeber am Ölmarkt.

Wenn man diese Macht der OPEC brechen könnte, wären die USA auch im Ölsektor der Bestimmer. Was für eine verlockende Aussicht. Die Diskussion über dieses „NOPEC“-Gesetz flammt aktuell wieder auf. Donald Trump könnte es vorantreiben. Wird er es tun? Schließlich regt er sich seit Monaten per Twitter darüber auf, dass die OPEC ihre Fördermenge gekürzt hat um die Preise hochzutreiben. Für seine Wähler wünscht er sich aber niedrigere Benzinpreise. Aber wird er dieses Gesetz wirklich vorantreiben? Das ist nicht wirklich klar.

In den Fokus rückt dieses Thema aktuell, weil Saudi-Arabien nach übereinstimmenden Berichten eine Drohung ausgesprochen hat. Würde dieses Gesetz kommen, dann würde man seine Ölverkäufe zukünftig nicht mehr in US-Dollar abwickeln, sondern in anderen Währungen. Ohhh, möchten wir sagen. Das ist ein verdammt kräftiges Druckmittel. Denn erst mit der Dollar-Bindung der Golfstaaten nach dem 2. Weltkrieg wurde der US-Dollar zur weltweiten Ankerwährung!

Mit so einer Abkehr würde der US-Dollar seinen Status zwar nicht verlieren, aber er wäre dramatisch geschwächt in seiner globalen Wichtigkeit! Und die Saudis haben noch zwei verdammt mächtige Waffen als reale Drohkulisse, um die USA von der Umsetzung so eines Gesetzes abzuhalten. Da wäre nämlich zweitens der Ölpreis selbst. Die Saudis könnten (was auch schon angedroht wurde) zusammen mit ihren Partnern ihre Fördermengen dramatisch ausweiten, so wie es schon 2014 der Fall war. Bis 2015 fiel der WTI-Ölpreis von über 100 auf unter 30 Dollar.

Die Fracking-Industrie in den USA, die in den letzten Jahren sehr, sehr, sehr viele gut bezahlt Arbeitsplätze auch für ungelernte Arbeiter schuf, würde dann massive Probleme haben und Förderanlagen stilllegen und Jobs abbauen müssen. Sie könnte ganz kaputt gehen, wen die OPEC es voll durchzieht. Schon 2014, 2015 und 2016 stand die ganze Branche in den USA wegen dem niedrigen Ölpreis kurz vor dem Kollaps, konnte aber gerade noch so überlegen. In letzter Zeit konnte man sich mehr und mehr erholen, weil eben auch die Ölpreise höher notieren, und damit die Förderung wieder rentabel wurde.

Und da wäre noch die dritte verdammt mächtige Bazooka, die der Wall Street am schnellsten und direktesten weh tun würde. Saudi-Arabien hält US-Staatsanleihen im Wert von 160 Milliarden Dollar, und gut und gerne Vermögenswerte von insgesamt grob geschätzt 1 Billion US-Dollar in den USA. Vor allem den US-Aktienmarkt würde es hart treffen, wenn saudische Anteile, die in vielen großen Konzernen liegen, plötzlich in großen Mengen auf den Markt geworfen werden.

Lobbyisten, Öl-Experten, Wall Street-Banker und Geostrategen dürften Donald Trump wohl dringend davon abraten so ein NOPEC-Gesetz in den USA zu erlassen. Denn die Saudis können verdammt viel Schaden anrichten!

Al-Falih OPEC Saudi-Arabien
Khalid A. Al-Falih, langjähriger Öl-Minister Saudi-Arabiens und die graue Eminenz des globalen Ölmarkts. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    5. April 2019 19:26 at 19:26

    Die OPEC hatte ja bereits erfolglos versucht die Fracking-Industrie kaputt zu kriegen, weshalb sollte es beim nächten Mal klappen?

    Für die USA hat das Fracking-Öl strategische Bedeutung, daher würden Sie zur Not das ganze subventionieren.

    Bisher leben die OPEC und USA in Symbiose. Weshalb wollen die USA einen niedrigen Ölpreis, welcher zudem ihre Fracking-Industie in Bedrängnis bringt? Auch wäre die Nachfrage nach USD bei einem geringen Preis geringer.

    Ich denke umgekehrt wird ein Schuh draus. Wenn die OPEC merkt, dass USA nicht mehr die #1 ist, dann würde sie sich dem Stärkern zuwenden, also eine Symbiose mit China eingehen. Wenn das passiert, hätte die USA natürlich kein Interesse an einem hohen Ölpreis, da sie ganz andere Probleme bekämen.

    Ich denke dies ist also eine Drohung der USA an die OPEC sich nicht abzuwenden.

  2. Avatar

    tm

    8. April 2019 09:12 at 09:12

    In welcher Währung würden sich die OPEC-Länder denn dann bezahlen lassen? Es ist ja nicht so, dass das eine Nettigkeit gegenüber den USA ist – diese Länder benötigen für das Öl eine global akzeptierte Währung mit hoch liquiden Kapitalmärkten. Es wäre schlicht nicht möglich, derartig große Summen in Schweizer Franken oder Yen zu investieren und der CNY ist nach wie vor keine frei konvertierbare Währung und die chinesischen Kapitalmärkte sind mehr oder weniger abgeschottet.

    Können die OPEC-Länder die Förderung massiv ausweiten? Ich habe da Zweifel. Aber selbst wenn sie es temporär könnten: Die OPEC-Länder sind von den Öleinnahmen abhängig, die US-Wirtschaft ist hingegen nicht abhängig von ein paar tausend Beschäftigten im Fracking-Sektor. Zumal die Fracking-Technik nicht verschwindet, wenn ein paar Unternehmen pleite gehen. Sobald die OPEC aufhören würde, mehr zu fördern, stiege der Preis wieder an und Fracking wäre wieder rentabel. Die Alternative wäre also, dauerhaft mehr zu fördern, was kaum im Interesse der OPEC ist, aber ganz deutlich westlichen Volkswirtschaften + China + Japan zugute käme. Das wäre tatsächlich ein Glücksfall in der aktuellen konjunkturellen Lage.

    Der Verkauf der US-Staatsanleihen… da hält SA eher wenige, aber ein Abzug der Gelder insgesamt aus den USA wäre sicher ein Problem für die Kurse, würde dann aber SA auch selbst treffen. Hier besteht sogar die Gefahr, dass bereits die Androhung zu Kursverlusten führt, so dass das saudische Vermögen schmilzt, ohne dass überhaupt Kapital umgeschichtet wurde. Und auch hier stellt sich die Frage, wohin will SA eine Billion USD umschichten?

    Die größte Drohnung wäre wohl, sich militärstrategisch von den USA ab- und Russland zuzuwenden.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: „Dreifaltigkeit“ Stimulus, Corona, US-Wahlen! Marktgefüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Für die Aktienmärkte ist derzeit die „Dreifaltigkeit“ entscheidend: die Frage Stumlus ja oder nein bzw. wann und in welcher Größe, die Lage vor allem in Europa um das Coronavirus – und schließlich die immer näher rückenden US-Wahlen mit der Debatte heute Nacht zwischen Trump und Biden. Immer wieder wiederholt sich in den letzten Tagen ein Muster: die Aktienmärkte der Wall Street starten aufgrund von Stimulus-Hoffnugnen stark, um dann aber deutlich nachzulassen – weil dann doch wieder klar wird, dass die optimistischen Aussagen etwa von Pelosi noch lange nicht bedueten, dass man sich wirklich einigt. Noch jedenfalls handeln die Indizes in einem kurzfristigen Abwärtstrend..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

weiterlesen

Allgemein

Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen