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Märkte

Ölpreis stagniert – 1,5 Mio Kürzung? Russland als OPEC-Problem

Claudio Kummerfeld

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Ölpumpe Beispielfoto

Vorhin hatten wir über die ersten Meldungen aus Wien berichtet. Am ersten Tag des außerordentlichen Treffens der OPEC sickerte durch, dass man sich geeinigt hat, dass die OPEC und ihre Partner gemeinsam 1,5 Millionen Barrels Öl-Fördermenge pro Tag kürzen sollen – um die Nachfrageschwäche auszugleichen, welche durch das Coronavirus verursacht wird. Damit soll der Ölpreis hochgepusht werden. Der WTI-Ölpreis stieg vorhin auch um gut 50 Cents über 47 Dollar. Bei so einer starken Kürzung, die größer wäre als erwartet, müsste der Ölpreis doch viel stärker ansteigen?

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Ölpreis stagniert – Russland lässt alle zappeln

Dazu kommt noch, dass WTI-Öl aktuell eher stagniert. Mit aktuell 47,03 Dollar sind es nur gut +50 Cents nach den ersten Veröffentlichungen  – eine Stagnation. Also, wo ist der Haken an der Sache? Inzwischen wurde die heutige OPEC-Sitzung beendet, worauf morgen die OPEC-Sitzung zusammen mit den externen Partnern wie Russland folgen wird. Klar ist, dass sich die OPEC geeinigt hat, dass man zusammen mit den Externen insgesamt 1,5 Millionen Barrels pro Tag kürzen will. Nur hat man offenbar noch immer keine definitive Aussage von russischer Seite gehört. Gemäß Aussagen von wichtigen OPEC-Funktionären hängt der Gesamterfolg dieser Kürzung wohl davon ab, ob und in welchem Umfang Russland mit an Bord ist. Der Deal könnte sogar noch ganz scheitern, wenn Russland sich morgen verweigert – so darf man die aktuellen Aussagen des langjährigen und angesehenen iranischen Energieministers Zanganeh interpretieren.

Die Spannung steigt also nochmal bis zum morgigen Freitag! Russland wird zum Problem für die OPEC. Auch könnte morgen passieren, was die letzten Jahre schon mehrfach passierte, und was wir jüngst als Idee erwähnt hatten. Reicht die Kürzung letztlich nicht aus um den Ölpreis nach oben zu pushen, könnten die Saudis im Alleingang nochmal kräftig Kürzungsmenge oben drauf packen. Im Raum stehen diesbezüglich aktuell 600.000 Barrels pro Tag an zusätzlicher Kürzungsmenge. Raucht Ihnen bei diesem Chaos auch schon der Kopf? Die Lage ist unklar. Klar ist nur: Heute und vor allem morgen könnte es nach oben oder nach unten zu plötzlichen Sprüngen im Ölpreis kommen – je nachdem wie Russland sich entscheidet, und ob die Saudis in Eigenregie die Kürzungsmenge ausweiten.

Verlauf im WTI-Ölpreis seit dem 24. Februar
WTI-Ölpreis seit dem 24. Februar.

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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Indizes

Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

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Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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