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Apple: Den selben Fehler immer wieder machen, aber ein anderes Ergebnis erwarten?

FMW-Redaktion

Ein bekannter Satz von Albert Einstein, wie man „Verrückt sein“ definiert, war es ein und das selbe immer und immer wieder zu machen, und dennoch andere Ergebnisse zu erwarten. Den selben Fehler mache Apple-Chef Tim Cook, so zitiert MarketWatch den Analysten Trip Chowdhry.

Wir hatten das Thema Aktienrückkäufe auch schon mehr als ein Mal negativ kommentiert, aber Chowdhry nennt Tim Cook verrückt, weil er immer so weiter mache mit Aktienrückkäufen und Dividenden in einem giantischen Ausmaß. Und die massiven Aktienrückkäufe sind ja wie man besichtigen kann im fallenden Aktienkurs komplett verpufft.

Etwas muss man Tim Cook da schon in Schutz nehmen, aber nur ganz wenig. Er ist getrieben durch Brutalo-Investor Carl Icahn, den ihn mehrmals aufforderte durch Aktienrückkäufe den Kurs der Apple-Aktie hochzupushen. Er tat wie ihm von Icahn aufgetragen wurde – er hätte aber auch genau so sagen können Icahn´s Forderung ist ihm egal. Aber er hielt sich an Icahn, wohl in Angst er könnte enden wie viele andere Firmenbosse, ersetzt durch jemand anders. Aber Apple ist nun wirklich groß genug um Icahn widerstehen zu können.

Nicht nur dass Apple seit 2012 110 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe und 43 Milliarden für Dividenden ausgegeben hat. Es ist wie bei vielen anderen US-Unternehmen üblich diese Zahlungen durch Schulden zu finanzieren. Obwohl Apple auf einem Cash-Berg von mehr als 200 Milliarden Dollar sitzt (im Ausland), macht man in den USA lieber Schulden um diese Gelder ausschütten zu können, denn würde man das Auslands-Cash zurückholen, müsste man es versteuern. So hat Apple bis jetzt 63 Milliarden Dollar Schulden angehäuft. Aber seit dem von Chowdhry erwähnten Start dieser Maßnahmen ist der S&P 500 mit +37% deutlich besser gelaufen als die Apple-Aktie mit +7%. Also warum diese Geldverschwendung? Darf man es so nennen?

Apple macht aber immer so weiter. Dass die Aktienrückkäufe im Strudel schlechter iPhone-Verkäufe wirklich verpuffen, sieht jeder, der den Aktienchart der letzten Monate betrachtet. Was wird Carl Icahn machen? „Tim, Du hast immer noch so einen riesigen Cash-Berg, auch nach Abzug der Schulden im Inland, verdoppel doch nochmal die Aktienrückkäufe“. Könnte das Icahn´s nächste Forderung an Tim Cook sein? Den selben Fehler nochmal machen, die selbe Forderung stellen, obwohl das Ergebnis sich nicht ändert? Icahn hatte in der Vergangenheit viel Erfolg, aber halt auch nicht immer. Aktienrückkäufe sind eines mehrerer Instrumente, die von der alten Garde der „Carl Icahn´s“ an der Wall Street verwendet wird um Aktien raufzudrücken. Aber immer öfter wird dieses Konzept in Frage gestellt. Apple ist aktuell das beste Beispiel, dass es zu einer puren Geldverschwendung werden kann, wenn der Markt einfach nur fallen will.

Apple´s KGV ist jetzt bei 10 angekommen, das KGV der S&P 500-Werte im Schnitt bei 16. Von daher ist Apple eine günstige Aktie. Aber wie wir vor Kurzem schrieben: Die iPhone-Phantasie ist jetzt futsch, da nützen noch so viele Aktienrückkäufe erst mal nichts.



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