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Apple-Einbruch: Warum der Schrecken aller Vorstände Carl Icahn ausgestiegen ist

Redaktion

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FMW-Redaktion

Carl Icahn hat alle seine Apple-Aktien verkauft. Diese Nachricht schlug gestern Abend wie eine Bombe ein in der US-Börsenwelt. Der als Schrecken aller Konzernbosse und Firmenzerleger bekannte Icahn (Vorbild für Gordon Gecko/Wall Street) hielt jahrelang einen großen Block an Apple-Aktien und hatte Tim Cook immer wieder Feuer gemacht, oft mit Erfolg. Nach den katastrophalen Quartalszahlen von Apple vom Dienstag verlor Icahn aber anscheinend die Geduld. Ein dementsprechend negatives Signal ist dies für die Apple-Aktie, wenn sogar einer wie Icahn die Flucht ergreift.

Icahn betonte gestern Abend beim Wirtschaftssender CNBC Apple und Tim Cook seien weiterhin super! Er besaß noch Ende 2015 ein Paket von 45,8 Millionen Aktien, ist jetzt aber ganz raus – er habe effektiv gesehen mit Apple 2 Milliarden Dollar verdient, so Icahn. Aktuell ist die Firma insgesamt 525 Milliarden Dollar wert – im Hoch aus 2015 lag der Firmenwert noch bei 744 Milliarden Dollar. Icahn schmiss letztes Jahr einen „tatsächlichen Wert“ von Apple in Höhe von 1,3 Billionen Dollar in die Runde – natürlich mit der Intention, dass der Markt ihm folgt und die Aktie in seinem Sinne hochkauft. Vom 4. Quartal 2015 fiel der Apple-Umsatz von 58 auf 50 Milliarden Dollar im 1. Quartal 2016. Für das aktuelle Quartal gab Apple am Dienstag eine Prognose von nur noch 41-43 Milliarden Dollar bekannt – ein Desaster!

Warum hat Icahn verkauft?

Warum hat Icahn Apple letztlich abgestoßen? Die zunehmenden Beschränkungen der chinesischen Regierung würden Apple zunehmend Probleme bereiten, so Icahn. Nun, sein China-Argument trifft natürlich zu. Durch die zunehmenden Restriktionen hat Apple Probleme. Aber hauptsächlich wird sein Verkauf wohl damit zu tun haben, dass er sich verkalkuliert hat. Immer wieder in den letzten Monaten pushte Icahn Apple mit euphorischen Aussagen und Kurszielen – die Aktie werde noch kräftig steigen usw. Ist es für einen Exzentriker wie Icahn möglich einzugestehen, dass er sich hier grob verschätzt hat? Wohl kaum – da muss eine Ausrede wie China herhalten. Denn der deftige Umsatzrückgang und die schlechte Aussicht ist strukturell begründet – die große Phantasie seit 2007, wo Apple mit dem iPhone etwas wirklich Neues erfunden hatte, ist verflogen – Billighersteller aus China können hochwertige Smartphones herstellen, die die chinesischen Kunden haben wollen, und das zu einem Bruchteil des iPhone-Preises.

Das ist wohl eher das wahre Problem von Apple. Die Firma wird auch weiterhin eine große Fangemeinde haben und wohl auch in Zukunft immense Gewinne einfahren – nur müssen Börsianer und die Firma selbst akzeptieren, dass das große Wachstum vorbei ist. Und dazu muss man auch im laufenden Quartal den immensen Umsatzrückgang hinnehmen. Bei Apple scheint erst mal die Luft raus zu sein. Icahn hat das erkannt, kann aber wohl nicht zugeben, dass er es zu spät bemerkt hat. In 2015 hätte er mehrmals über 130 Dollar verkaufen können, doch da war die Euphorie in der Aktie noch grenzenlos. Die Apple-Aktie verlor gestern nach seinem CNBC-Auftritt im laufenden Handel gut 2 Dollar auf 94,83 – nachbörslich ging es dann 0,25 Dollar rauf.

Apple Icahn
Die Apple-Aktie seit Anfang der Woche.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Benedikt

    29. April 2016 12:19 at 12:19

    Erst Anfang 2014 konnte Apple sein Iphone über alle Mobilfunkanbieter verkaufen. Alle die ein Iphone unbedingt haben wollen, haben jetzt eins und warten mit den Neukauf eines neuen länger ab. In China dürfte eine Marktsättigung eingesetzt haben. Neue Wachstumsmärkte mit vielen Kaufkräftigen Konsumenten wird Apple als Ersatz wohl nicht finden.

  2. Avatar

    joah

    29. April 2016 17:18 at 17:18

    Carl Icahn ist einfach ein Idiotenfang – wen es getroffen hat, mein Glückwunsch!

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Aktien

Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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