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Apple-Quartalszahlen heute Abend – die Vorschau

Claudio Kummerfeld

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am

Heute Abend kurz nach 22 Uhr werden die Apple-Quartalszahlen veröffentlicht. Wir werden dann umgehend berichten. An dieser Stelle bieten wir eine kurze Vorschau. Seit Kurzem wird die Anzahl der verkauften iPhones von Apple nicht mehr gesondert ausgewiesen. In all den Quartalsberichten der letzten Jahre konnte man anhand dieser Zahl klipp und klar Rückschlüsse auf den Verkaufserfolg von Apple im Vergleich zu den Vorjahren ziehen. Jetzt ist es deutlich schwieriger geworden für die Beobachter der Apple-Quartalszahlen. Man kann diese „Strategie“ von Apple als klares Zeichen für die Sättigung des Marktes für hochpreisige iPhones werten!

Apple-Quartalszahlen im Vergleich zum Vorjahr

Aber zu den Zahlen. Vor einem Jahr (also im 2. Quartal 2018) lag der Umsatz von Apple bei 53,3 Milliarden Dollar. Für heute wird ein ziemlich ähnliches Niveau erwartet! Vor einem Jahr lag bei Apple der Gewinn pro Aktie bei 2,34 Dollar. Für heute wird ein Wert von 2,10 Dollar erwartet. Man sieht, die Erwartung liegt spürbar unter dem Vorjahr. Wie gut für Apple, wenn man dann heute diese vorab gesenkten Erwartungen übertreffen kann, damit wieder Euphorie in die Aktie kommen kann?

Wichtig wird bei Apple nun immer mehr sein: Wie entwickeln sich die sonstigen Services, die man ja in den letzten Monaten mit voller Kraft promotet hat? Gut, viele Angebote wie der eigene Netflix-Konkurrent, eigene Kreditkarten uvm stehen noch in den Startlöchern. Aber da die iPhones (immer noch die Cash Cow) aller Voraussicht nach kein Wachstum mehr beisteuern, werden Services wie iTunes, App Store uvm immer wichtiger.

Hauptsache keine Katastrophe?

Der in den USA als Börsenkommentator wohl bekannte Jim Cramer sagte erst gestern, dass die Aktie heute gut steigen könnte, wenn die Apple-Quartalszahlen „besser als befürchtet“ ausfallen würden. Es ist gut möglich, dass der Markt lediglich sehen will, dass die gesenkten Erwartungen ein wenig übertroffen werden, und schon hat man eine „gute Nachricht“.

Cramer könnte Recht behalten. Denn die Angst im Markt dürfte groß sein, dass gerade Apple als Spielball im Handelskrieg zwischen China und den USA miesen Zahlen liefert, vor allem weil die Stimmung beim chinesischen Konsumenten sich massiv gegen US-Produkte gedreht haben könnte. Am Ehesten könnte man dies in den Zahlen von Apple ablesen. Man darf also gespannt sein auf heute Abend. Es geht heute nicht um Wachstum, sondern nur darum katastrophale Zahlen zu vermeiden.

Apple-Aktie seit 2017 - Apple-Quartalszahlen heute Abend
Kursverlauf der Apple-Aktie seit Ende 2017.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    30. Juli 2019 18:11 at 18:11

    *** Vor einem Jahr lag bei Apple der Gewinn pro Aktie bei 2,34 Dollar. Für heute wird ein Wert von 2,10 Dollar erwartet. ***

    Das hängt davon ab wieviele Aktien Apple zurückgekauft hat. Irgendwann reicht es das Apple 2-3 Dollar Gewinn macht weil nur noch 1 Aktie an der Börse gehandelt wird. :))

  2. Avatar

    Mike Hempel

    30. Juli 2019 20:30 at 20:30

    Termin ist nicht kurz nach 22 Uhr sondern 22.30.

  3. Avatar

    Lausi

    30. Juli 2019 22:00 at 22:00

    Mal sehen wie sich diese Nachricht auf den Apple-Kurs auswirkt:

    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2019/07/30/apple-siri-hoert-nutzer-beim-sex-ab/

    :-)

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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