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Apple und der Aktiensplit – die Folgen für den Dow Jones

Der angekündigte Aktiensplit von Apple macht sich bei der Gewichtung von Indizes bemerkbar, besonders beim Dow Jones – und das liegt an seiner Konstruktion

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Zunächst war es nur einer Wochenendzeitschrift aufgefallen, jetzt auch der Wirtschaftszeitung Handelsblatt: Der angekündigte Aktiensplit von Apple macht sich bei der Gewichtung von Indizes bemerkbar, besonders beim Dow Jones – und das liegt an seiner Konstruktion.

Das Konstrukt des Dow Jones Industrial Average Index

Der bereits im Jahr 1884 entstandene und inzwischen weltbekannte Index aus den USA, der oft sinnbildlich die Wall Street verkörpert, umfasst die 30 größten Unternehmen den USA. Bereits hier beginnen die Eigenheiten, da man zwar grundsätzlich nach dem Börsenwert aufstellt, aber auch andere (historische) Aspekte mit berücksichtigt, sodass zum Beispiel Google bis heute nicht im Index enthalten ist. Die schwerste Aktie der Welt, Apple, wurde tatsächlich auch erst im Jahr 2015 in den Index aufgenommen. Aber jetzt kommt das Merkwürdigste: Die Gewichtung im Index erfolgt nach der Höhe des Aktienwertes und nicht nach der Marktkapitalisierung wie beim weltgrößten Index, dem S&P 500. Daraus ergibt sich das ein oder andere seltsame Verhalten des Index.

Der fünfte Aktiensplit bei Apple

Es hat bereits nachrichten- und kurstechnisch die Runde gemacht, der Aktien-Split von Apple zum Ende des Monats im Verhältnis vier zu eins. Bereits der fünfte Split in der Geschichte des derzeit mit 460 Dollar bewerteten Unternehmens, was die gewaltige Performance des Titels seit seinem ersten Schnitt im Jahre 1987 verschleiert. Aus einer Aktie sind 224 geworden, aus nicht einmal 1000 Dollar Einsatz bis heute über eine Million Dollar. Aber dies ist, wie bei Amazon (mit seinem 94 Prozent-Einbruch nach der Jahrtausendwende) eine recht theoretische Rechnung, denn wer hat das Papier über drei Rezessionen hinweg gehalten? Aber allein schon die 10-Jahresperformance von fast 1200 Prozent ist gewaltig.

Was passiert nach dem Split?

Apple, das derzeit um die 460 Dollar kostet, macht im Index ein Gewicht von sagenhaften 12 Prozent aus. Nach dem Split fällt die Gewichtung durch den Cut auf etwa 150/155 Dollar damit auf 3 Prozent, andere Werte erfahren hierdurch eine Aufwertung, da der Index durch diese kosmetische Aktion nicht beeinträchtigt werden darf.

In diesem Jahr hatte der Siegeslauf der schwersten Aktie im Index beträchtliche Auswirkungen auf die Kursentwicklung des Dow Jones, denn Apple ist seit Jahresbeginn um fast 60 Prozent gestiegen. Das hat weitere Folgen für den Index, die bei einer Korrektur des Highflyers gar nicht einmal die schlechtesten wären. Die Indexreaktion wäre abgemildert, zudem sinkt nach dem Split die Gewichtung des gesamten IT-Sektors, auf etwas weniger als 20 Prozent.

Die Quartalszahlen bei Apple

Der unheimliche Einstieg der Aktie in den letzten Jahren hat etwas Unheimliches, ja Selbstzerstörerisch-Korrektives, denn der Umsatz ist in den letzten vier Jahren nicht wirklich voran gekommen. Allerdings wurde durch ein raffiniertes „Financial Engineering“ die Aktienzahl im Free Float erheblich reduziert und es gab während der Coronakrise auch außergewöhnlich gute Quartalszahlen in Q2.

Während die meisten Dow-Werte im abgelaufenen Quartal groß einbrachen, liefen die iPhone-Geschäfte besser als erwartet. Der gesamte Konzernumsatz stieg um elf Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar – ein neuer Rekord für ein zweites Quartal. Der Gewinn stieg um zwölf Prozent auf 11,25 Milliarden Dollar.

Für das Jahr 2020 prognostizieren Analysten einen Apple-Nettogewinn von 56,9 Milliarden Dollar. Das überträfe den Gewinn aller deutschen Dax-30-Konzerne in diesem Jahr. Der Grund für die hohe Bewertung von Apple ist zweifelsohne auch die hohe Marge von 30 Cent für jeden Dollar Umsatz und der riesige Cash-Bestand von 200 Milliarden Dollar. Gründe dafür, warum der alte Fuchs Warren Buffett immer noch an seinem Apple-Engagement unverändert festhält, trotz Klumpenrisiko? Aber auch ihm dürfte der Fahnenstangen-Chart von Apple etwas missfallen.

Die derzeitigen Schwergewichte im Dow Jones

Aufgrund der speziellen Gewichtung nach Aktienkurs ergab sich bisher die

folgende Reihenfolge im Dow Jones: (Werte vom 18.8.)

Apple 460 Dollar
United Health 280 Dollar
Home Depot 288 Dollar
Microsoft 210 Dollar
Visa 199 Dollar

Apple dürfte sich nach dem Split, trotz seiner Marktkapitalisierung von fast zwei Billionen Dollar (falls noch am 28.8 gegeben) nur noch an 15. Stelle im Index befinden.

Noch hinter Boeing, einem Wert, der in seiner jüngsten Entwicklung so ziemlich das Gegenteil von dem darstellt, was Apple abgeliefert hat.

Fazit

An den ganzen Überlegungen sieht man, welche Sonderstellung der Dow Jones bei den internationalen Indizes einnimmt. Aber eigentlich ist unser Leitindex als Performance-Index auch so ein Exot in der internationalen Börsenszene, der seine Performance durch die Einberechnung von Dividenden aufpeppt.

Wird der Dow Jones durch den Aktiensplit etwas stabiler? Auf alle Fälle richten die obigen Gedanken wiederum den Blick auf die ungewöhnliche Lage an den Märkten: Das Übergewicht der FAANG- oder GAFAM-Aktien beim S&P 500, beim MSCI World Index oder in Millionen Depots von Anlegern. Für eine Neugewichtung ist die Zeit eigentlich reif – das zeigt der Aktiensplit von Apple einmal mehr..

Der Aktiensplit von Apple hat Auswirkungen auf den Dow Jones

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Macwoiferl

    19. August 2020 10:48 at 10:48

    Ist es noch niemandem aufgefallen?
    Die Big 5 splitten auch Kunden und Waren.
    Aus einem verkauften TESLA werden so 5.
    Aus einem TESLA-Kunden ebenfalls 5.
    Aus einem ausgelieferten TESLA machen wir 14.
    Jeder Mensch besitzt rechnerisch 92 Iphones, neun Macbooks und 13 I Mac.
    Dazu 148 Amazon-Accounts, über die er pro Tag 14.285 Sendungen bestellt.
    Wenn er nicht gerade an den 1.480 Google Adwords-Accounts (pro Lebewesen) feilt.
    Reingehen, reingehen, reingehen, denn Google-Alphabet stellt 1.720 Google Adwords-Accounts (pro Lebewesen) in Aussicht (KEINE Anlageempfehlung!)
    Simultan schalten 19 Milliarden Menschen bei Facebook ihre Werbeannoncen.
    Das dient dazu die Stütze, das Armengeld oder die Almosen beim Betteln aufzupimpen.
    Sie schalten dabei gleich für 150$ im Schnitt, damit richtig was geht.

    Immer wieder herzerfrischend, Quartal für Quartal:
    Märchenstunde mit telegenen Bilanz-Onkels.
    Berechenbar fallen alle darauf rein, wie bei den Tulpenzwiebeln auch.
    Mache ich aus einer Zwiebel viere, dann sind drei Dumme mehr am Wickel.
    Wirecarding, wenn es diesen Begriff noch nicht gibt – dann ab jetzt.
    Auffliegen werden die Hütchenspiele erst wenn gefälschte Quartalsberichte unter Strafe gestellt werden – also noch lange nicht.

    Beweise? Wer braucht die.
    Einfach mal nachrechnen reicht.

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktien

Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktien

Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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