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Apple und seine 350 Milliarden Dollar-Ankündigung

350 Milliarden US-Dollar will Apple in den nächsten fünf Jahren in die US-Volkswirtschaft einbringen, so der Titel der offiziellen Mitteilung. Die Amerikaner lieben grundsätzlich große Zahlen und große Ankündigungen, von daher ist...

FMW-Redaktion

350 Milliarden US-Dollar will Apple in den nächsten fünf Jahren in die US-Volkswirtschaft einbringen, so der Titel der offiziellen Mitteilung. Die Amerikaner lieben grundsätzlich große Zahlen und große Ankündigungen, von daher ist das schon mal eine tolle große Zahl. Das macht Eindruck! Apple betont, dass man jetzt schon direkt oder indirekt (Zulieferer) für 2 Millionen Arbeitsplätze in den USA verantwortlich sei. Diese jetzige Ankündigung zusätzlicher Investitionen in den USA enthalte nicht Steuern und Steuern von Mitarbeitern, die eh schon normal gezahlt würden, so Apple.

Steuern und Investitionen

Hier die Details: Im Volumen von 75 Milliarden Dollar wolle man in den USA in den nächsten fünf Jahren Kapitalinvestitionen vornehmen, in Produktionsstätten investieren, sowie die Repatriierungssteuer zahlen für Gelder, die derzeit noch im Ausland liegen. Repatriierungssteuer werde man in Höhe von 38 Milliarden Dollar zahlen aufgrund der neuen gesetzlichen Vorgaben. Das sei die größte jemals gezahlte Steuersumme, und man sei eh schon der größte US-Steuerzahler, so Apple. Legt man die 15,5% Steuersatz zugrund für diese Zurückholung von Geld in die USA, beträfe das eine Bruttosumme von 245 Milliarden US-Dollar. Wie will Apple die auf einen Schlag zurückholen, wenn das Geld (hauptsächlich in Irland geparkt) in zahlreichen Investitionen arbeitet? Noch ist das unklar.

“Apple is a success story that could only have happened in America, and we are proud to build on our long history of support for the US economy,” said Tim Cook, Apple’s CEO. “We believe deeply in the power of American ingenuity, and we are focusing our investments in areas where we can have a direct impact on job creation and job preparedness. We have a deep sense of responsibility to give back to our country and the people who help make our success possible.”

Bildung und Sonstiges

10 Milliarden Dollar investiere man in zusätzliche Datenzentren in den USA. Derzeit baue man gerade ein neues in Nevada. Man betont, dass man in den USA mit 9.000 Zulieferen zusammenarbeite. Um Innovationen bei diesen Zulieferern zu fördern, werde man den „Advanced Manufacturing Fund“ von 1 auf 5 Milliarden Dollar aufstocken.

Apple selbst will 30 Milliarden Dollar in den nächsten fünf Jahren ausgeben um 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen zu können, zusätzlich zu den schon existierenden 84.000. Geschaffen werden die wohl vor allem in den Datenzentren, den Stores, aber auch bei den Programmierern und Produktentwicklern.

Ob und wie viele Jobs man aus China abzieht für das letztliche Zusammenschrauben von iPhones, wurde nicht erwähnt. Betonen tut Apple aber ausführlich, dass man sehr viel in Bildung investieren werde (Programmieren etc). Deutet das schon auf eine Knappheit in dem Sektor hin, weil durch Trumps verschärfte Einwanderungsgesetze deutlich weniger technisch versierte Einwanderer zur Verfügung stehen? Möglich ist es. Übrigens: Angeblich will Apple an alle Mitarbeiter einen Sonderbonus ausschütten, aufgrund der Steuerersparnisse durch die Steuerreform von Donald Trump.

So ganz genau kommen wir da nicht mit, wie man insgesamt auf 350 Milliarden Dollar kommt. Aber wie teuer Apple´s Bildungsinitiative ist, und wie viel die Zulieferer durch indirekte Effekte beitragen sollen, das bleibt unklar. Aber es hört sich toll an!

Die Aktie von Apple schloss gestern Abend mit +1,6%. Nachbörslich ging es nur um 0,17% nach oben. Folgt heute der große A-ha-Effekt der Börsianer? Wohl kaum, denn die Zahlen wirken wie ein zusammengeschustertes Paket von Einzelmaßnahmen, die große Konzerne eh fortlaufend als Investitionen durchführen. Volkswagen könnte auch so eine Jubelmeldung zusammenbasteln mit gigantischen Summen, wie viel man in den nächsten fünf Jahren in Deutschland investiert. Das hört sich dann bestimmt auch toll an.


Apple zeigt dieses Foto, welches eine Produktionsstätte in Texas zeigt für Teile des neuen iPhone X. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Zulieferer.



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9 Kommentare

  1. Hmm, Trumps Wirtschaftspolitik ist wohl doch gar nicht so schlecht. Was linke Politiker aller Couleur und Wirtschaftsexperten seit Jahrzehnten nicht schaffen, schafft Trump auf einen Streich. Apple, Google, Starbucks und Co. zahlen in der EU keine Steuern, in den USA bisher wohl auch nicht und dann kommt Trump und bumm, schon fließen Milliarden zurück ins Land und es gibt fette Steuereinnahmen. Somit hat der Staat Mehreinnahmen und zugleich werden die Unternehmen durch ein radikal günstiges Steuersystem massiv entlastet. Einfach und genial…

    1. Einfach und genial, wie es nur von einem stabilen Genie kommen kann. Komisch, dass auf so einfache Win-Win-Steuergesetze vor ihm noch nie ein anderer gekommen ist?! Oder refinanziert sich der gesenkte Steuersatz über die Gesamtwirtschaft betrachtet vielleicht doch nicht? Im Ausnahmebeispiel Apple mag ja alles sehr schön klingen, auch wenn die genannten Zahlen in der Tat etwas schwer nachvollziehbar sind.
      Die Zukunft wird uns zeigen, was Sache ist, und wenn diese einfache und geniale Steuerreform nur Gewinner hervorbringt (mit Ausnahme der ohnehin schon gebeutelten kleinen und mittleren Einkommen), werden die dummen EU-Staaten diese bald kopieren.

      1. Es funktioniert doch, genau wie Trump es propagiert hat. Die Steuerausfälle werden durch Rückholung der Milliarden die im Ausland liegen ausgeglichen und dazu kommt noch das enorme Wachstum was wiederum Geld in die Steuerkassen spült. Und da Trump kein Sozialist ist, wird er ohnehin die Staatsausgaben senken. Somit ist es wirklich eine Win-Win-Situation. Genau das kapieren die Linken nicht. Einfach und genial!

        1. Sie glauben, dass die Repatriierung der Gelder einer Handvoll großer Konzerne die Steuerausfälle in Höhe von 15% aller amerikanischer Unternehmen auffangen kann?
          Wie gesagt, die Zukunft wird es zeigen…
          Dass aber schon jetzt nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigen folgende Artikel, sofern es nicht wieder Fake-News und alternative Fakten aus der linken Lügenpresse sind):
          http://www.handelsblatt.com/politik/international/us-steuerreform-zehn-ueberraschungen-im-trump-gesetz/20766522.html
          http://www.zeit.de/kultur/2017-12/steuerreform-usa-donald-trump-steuereinnahmen-neoliberalismus-wohlfahrtsstaat-usa

  2. Da scheinen Trumps Forderungen an die heimische Wirtschaft zu fruchten.
    Leider hört man in Deutschland von Merkel&Co. keinen Andeutungen in Richtung Germany First Again. Lieber noch mehr abgeben an die EU und noch lieber: mehr zahlen an die EU .
    Herr Fugmann, Ihr Text kommt rüber als wenn Sie die Aussage Apple’s sarkastisch interpretieren?
    Mir ist lieber eine Firma macht Andeutungen in Richtung Investitionen, statt wie in Deutschland Aussagen in Richtung Jobabbau (Siemens, Airbus, Thyssen)

  3. Sorry Frank und Lutze,

    sorry, es ist zu kurz gedacht! Apple mus in Irland jetzt sch Milliarden Steuer nachzahlen und später wird es nicht weniger, deswegen wollen die aus Irland raus. Und was Steuergeschenke angeht und Trump’sche Steuerreform beträgt, ebenfalls viel zu kurz gedacht. Ein Bsp. um die Parallelen aufzuzeigen: als Ölpreis auf weit über 100US$ stieg, gingen die Franzosen auf die Straße um die Steuer auf Benzin/Diesel zu senken. Die Regierung in Frankreich reagierte daraufhin und senkte die Steuer. (Viele wollten in D es auch machen). Daraufhin fielen die Preise kurz und stiegen wieder! Was war passiert? Die Konzerne haben die Preise wieder angehoben, beim gleichbleibenden Ölpreisen. Fas Geld fließte jetzt nicht in die Staatskasse, sondern den Konzernen und Arabern! Zum „Glück“ fielen wenig später die Ölpreise global. Wenn der Staat die Steuer senken, schwächt die in USA ohnehin marode Infrastruktur noch mehr! Deswegen war das auch gut das z.B. in D die steuer z.B. auf Sprit so hoch idt. Hier verdienen die Ölkonzerne z.B. am wenigstens an dt. Autofahrern.

  4. @Lutze, neben Ankündigungen von Jobabbau liest man gefühlt 5 mal mehr VON „FACHKRÄFTEMANGEL „vor allem wegen der Digitalisierung.
    Da kommt mein analoges Hirn nicht mehr mit.

  5. Gut gebrüllt, Apfel! Was sind die 350 Milliarden in 5 Jahren denn noch Wert??Schaut man auf die 10 Jährige U.S. Staatsanleihe, dann schwindet das Vertrauen in die von einem stabilen Genie geführten USA.

  6. Die Kleinigkeit der deutlich höheren Versteuerung von Marken- und Patentrechten, für die Apple bisher nur Apple and an Egg ;) bezahlt hatte, soll nicht ganz unerwähnt bleiben:
    https://www.macwelt.de/a/us-steuerreform-apple-profitiert-weniger-als-versprochen,3438238
    https://www.reuters.com/article/us-usa-tax-apple/apple-wins-big-with-u-s-tax-bill-but-faces-snag-on-foreign-patents-idUSKBN1EE2XB

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