Aktien

Apple: Viel Dividende als Schmerzensgeld, aber wenig Zukunft..

FMW-Redaktion

Wir hatten gestern zeitnah nach Veröffentlichung der Apple-Zahlen darüber berichtet, dass sowohl Umsatz als auch die iPhone-Verkäufe enttäuschten. Vor allem im zweitwichtgisten Markt für Apple, China (geater china), gingen die Umsätze um 14% zurück – das ist der fünfte Quartalsrückgang in Folge. Der Grund: in China gibt es immer mehr leistungsfähige Smartphones zu deutlich geringeren Preisen, mithin stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis der iPhones in China nicht.

Alles dreht sich bei Apple nur noch um das iPhone – die Umsätze des mit weitem Abstand folgenden zweitwichtigste Apple-Produkts, das iPad, gehen seit sage und schreibe 13 Quartalen kontinuierlich zurück. Zwar wächst Apple im Bereich Serviceleistungen („services“, darunter etwa der App Store) zweistellig – aber die Konkurrenz in diesen Bereichen ist sehr hoch (Netflix, Spotify, Samsung etc.), Apple ist hier in manchen Bereichen ein Nachzügler und wird niemals eine ähnliche Dominanz aufbauen können wie bei den iPhones.

Wie aber sieht die Zukuunft von Apple aus? Die Antwort lautet: die Kalifornier halten an ihrer konservativen Strategie fest, man erhöht einerseits die Dividende und kauft andererseits noch mehr eigene Aktien zurück. Das zeigt mehr als alles andere, wie weit Apple von wirklicher Innovation entfernt ist – man macht bessere Displays, bietet das iPhone in anderem Design an etc. Das aber ist „schnickschnack“, faktisch ist Apple damit schon längst „old school“!


Hat keine Zukunftsvision: Tim Cook
Foto: Valery Marchive, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Apple ist nun vor allem eine Divididenden-Aktie geworden – wer auf Visionen verzichten muß, hat also wenigstens dafür ein gewisses Schmerzensgeld. Die Dividende steigt von 57 Cents auf nun 63 Cents, womit Apple zwar nur eine Dividenden-Rendite von nur 1,72% hat, aber mit 13,2 Milliarden Dollar doch mehr Geld ausschüttet als jedes andere Unternehmen der Welt. Bisher war der Dividendenweltmeister Exxon Mobile, das 12,77 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurück gibt – das jedoch mit einer Dividendenrendite von 3,75%. Exxon hat nun, trotz des niedrigen Ölpreises, das 35.Jahr in Folge die Dividende erhöht, Apple seit dem Jahr 2012, als man erstmals Dividenden zahlte, fünfmal.

Wie ratlos Apple als Unternehmen ist, zeigt die erneute Erhöhung des Aktien-Rückkauf-Programms, das man um 35 Milliarden Dollar erhöht, sodass bis Ende 2019 210 Milliarden Dollar in die eigenen Aktien investiert werden wird. Apple hat soviel Cash, und macht so wenig daraus: zu wenig Investitionen in Forschung und Entwicklung, zu wenig Investitionen etwa in Übernahmen von Unternehmen, die Apple zukunftsfähiger machen würden und die immense Abhängigkeit vom iPhone verringern könnten.

Und so verschläft Apple seine Zukunft, die Firma wirkt schon jetzt leicht angestaubt. Kreativität, so sieht es derzeit aus, beschränkt sich bei Tim Cook und den Seinen auf den Bereich Steuervermeidung, indem die angefallenen Gewinne in Irland gebucht werden, dem offshore-Vergnügungspark der EU..



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20 Kommentare

  1. :-) ich nehme mal an, ein IPhone liegt nicht auf Ihrem Schreibtisch?. Ich gebe zu Innovationen kommen jetzt nicht gerade täglich vom Apple Band…. Aber mal anders dargestellt. Egal welche Firma, schafft es den schon, seine Produkte mit derart viel Marge und Kundentreue an den Mann und die Frau zu bringen?

    Der Preis für Apple ist definitiv am oberen Limit, aber der Support im Apple Store etc. bevorzuge ich noch immer vor der Android oder Windows Welt.

    Aber egal wie man es dreht Apple ist erfolgreich, was nicht jede Firma an der Börse von sich sagen kann, daher Daumen hoch auf eine (langweilige) stabile Dividenden Aktie.

  2. Die Dividende ist vollkommen unerheblich, das ist für mich kein Gradmesser. Akienrückkäufe erfolgen doch sowieso auf Pump, durch Ausgabe neuer Anleihen was wiederum die Verschuldung erhöht.

    Tatsache ist, das Geschäft bei Apple lahmt derzeit gewaltig, und die Firma ist viel zu abhängig von den i-Phone Verkäufen ! Cook muss neues liefern und nicht versuchen Steve Jobs Vermächtnis zu konservieren in der Hoffnung das schon irgendwann wieder bergauf geht.

    1. übrigens gibt es Untersuchungen, die zeigen, daß Unternehmen die anfangen eigene Aktien zurückzukaufen ihren Zenith überschritten haben. Es wäre demnach langfristig eher ein Grund die Aktien zu VERkaufen.
      Es mag daran liegen, daß solche Unternehmen keine Idee mehr haben wie Sie durch neue Investitionen einen Mehrwert erzeugen können.

  3. Das Iphone ist schön und verführerisch, die Software läuft glatt, ist sicher und die Updates kommen regelmäßig. Das Androidchaos mit seiner Bloatware möchte ich nicht mehr erleben.
    Aber IOS ist auch etwas veraltet und umständlich. Wer häufig Daten auf den Pc und zurück kopieren will, hat’s nicht leicht. Die Bedienung von Itunes ist kompliziert und alles eher als intuitiv.
    Jetzt hängt wieder alles beim Iphone 8. Wehe es läuft nicht alles glatt wie bisher oder es passiert irgendwas(siehe Samsung)! Dann hat Apple keinen Plan B. Das IPhone kaufe ich mir sicher wieder, aber nicht die Aktie.

    1. Columbo, merken Sie nicht den Widerspruch. „Das iPhone kaufe ich mir wieder, aber nicht die Aktie.“ Apple verdient an Ihrem Kauf zweimal soviel, wie Vw beim Verkauf eines 20000 € -Golfs einninmmt. Die Apple-Story ist demnach erst zu Ende, wenn Sie sagen: “ Nein, das iPhone ist es nicht mehr!“ Und natürlich für andere. Gruß

      1. Für mich kein Widerspruch. Wenn das Iphone 8 Probleme macht, bekomme ich es ersetzt. Wenn es ein Flop wird, ist mir das egal. Bei der Aktie sieht das anders aus. Flop und/oder Probleme beim Iphone bedeuten Verluste, die ich von Apple nicht ersetzt bekomme.

        1. Das iPhone hat einen Materialwert von vielleicht 150 $. Ein Ersatz ist für Apple kein Problem. Entscheidend sind die Nachfrage/Vorbestellungen für das iPhone 8. In meinem Bekanntenkreis haben viele ein iPhone, ein iPad, einen iMac und manche sogar eine iWatch. Selbst meine Lebensgefährtin hat alle Apple-Produkte und schwört kein anderes Handy haben zu wollen. Wenn also die Vorbestellungen für das iPhone 8 nicht einbrechen, kann bei der fast unmoralischen Gewinnmarge und den im nächsten Jahr auflaufenden 300 Mrd. $ -Cash Bestand „noch“ gar kein richtiger Crash
          kommen. Bei einer Kurshalbierung bekäme man Apple fast geschenkt. Übrigens: Ich habe kein iPhone und bin nicht voreingenommen. Gruß

          1. Sie denken also, daß es weiter aufwärts geht mit der Aktie? Vielleicht haben Sie Recht, getrau mich aber nicht jetzt noch zu kaufen?

        2. Noch ein Nachtrag. Ein Kurs-Sommerloch ist in diesem Jahr schon sehr wahrscheinlich, deshalb sollte man bei gut gelaufenen Werten mit Käufen m.E. etwas Geduld walten lassen. Zudem liegt das Damoklesschwert Rezession(USA) in der Luft und da wird man bald etwas mehr Klarheit bekommen. Gruß

  4. Ein Beispiel für solche die Aktienanlagen als alternativlos (alternaivlos) betrachten,ein durch Aktienrückkäufe auf Kredit hochgepumpter Aktienkurs mit einer Rendite von 1,7% u.die ganze Anlagewelt kauft diese Risikobomben.Die CH Notenbank und andere Hedgefonds haben anscheinend tonnenweise von diesen Dingern im Depot .Wenn einer mal beginnt glattzustellen sind schnell 10 Jahresrenditen weg.Soll mir mal einer erklären warum man so etwas noch kauft.Aber diesmal ist ja alles anders.

  5. Man kann ein Produkt nicht ständig immer und immer wieder verbessern. Zumindest phasenweise sind hier Grenzen gesetzt. Und wenn sich Innovation nur mehr über die Veränderung eines Produktes und weniger in seiner Verbesserung zum Ausdruck bringt, wird es für Apple schwierig, seine Preise zu rechtfertigen.

  6. Andere haben kopiert , Apple hat kapiert.
    Abwarten.

  7. @Marcus und Hobbyanleger
    Apple verfügt über liquide Eigenmittel von weit
    über 250 Mrd.. Die suchen nach Anlage!

    Nachdem Sie jetzt beide von „Aktienrückkäufen auf Pump“ geschrieben haben, wird mir sicherlich wenigstens einer erklären können, was er darunter versteht.

    1. Korrektur: …über 200 Mrd.

  8. @FMW:
    „Wie ratlos Apple als Unternehmen ist, zeigt die erneute Erhöhung des Aktien-Rückkauf-Programms, ….
    …Apple hat soviel Cash, und macht so wenig daraus“

    Das was ich jetzt antworte, schrieb ich ähnlich auch schon mal anlässlich des angekündigten Rückkaufprogramms der ALLIANZ.
    Bei beiden Unternehmen sind keine Dummköpfe in der Vorstandsetage. Im Gegensatz zu vielen anderen hier auf der Seite haben die offenbar sehr richtig und früh genug erkannt, dass eine Investition in Unternehmen (Aktien) unschlagbar ist.
    Und wenn es dann auch noch das eigene Unternehmen ist, was sie mithin am besten von allen kennen, sollte das eher ein Grund für Außenstehende sein, ebenfalls in ein solches Unternehmen zu investieren.

    Seitdem FMW sich das letzte Mal umfassend kritisch über einen auch damals angekündigten Aktienrückkauf bei Apple ausgelassen hat – vor über einem Jahr – stieg die Aktie locker um 30%.
    (Womit ich nicht sagen will, dass sich das jetzt wiederholen muss. Oder dass dadurch ab jetzt ein Rückwärtsgang ausgeschlossen ist).

    Schon eigenartig. Wenn ein einzelnes Mitglied aus der Führungsetage mal pflichtgemäß veröffentlicht, dass er selbst ein paar Aktien erworben hat, beflügelt das bei den anderen Anlegern auch sofort die Kursfantasie. Umgekehrt ist es, wenn bekannt wird, dass ein Führungsmitglied seine freigewordenen Boni-Belegschaftsaktien verkauft.
    Steigt hingegen das Unternehmen als solches aber volle Pulle in eigene Aktien ein, dann soll das von Ratlosigkeit zeugen!?

    Es mag schade sein, aber man kann es drehen wie man will. In allen möglichen Süppchen glaubte FMW stets Haare entdeckt zu haben.
    Aber die vielen Anlagehungrigen haben ihren Teller in der Vergangenheit immer noch schön brav leergemacht.
    Offenbar sogar mit zunehmendem Appetit.

  9. @Gerd ,wie Sie als anscheinend erfahrener Anleger wissen kann man trotz Eigenmitteln Schulden aufnehmen, das ist doch genau das Problem heute, Firmen die das Geld nicht bräuchten bekommen wegen der Sicherheit das Geld zu Nullzinsen,u. diejenigen die es bräuchten bekommen es nicht oder sehr teuer.Zudem ist doch der Zweck derAktienrückkäufe den Gewinn pro Aktie zu steigern,dass dann trotz diesem Kunsttrick bei Apple nur 1,7% Rendite bleibt sollte zu denken geben, NUR WARTEN BIS 1-2 DICKFISCHE GEWINNE MITNEHMEN !

    1. Das schließe ich wohlgemerkt keinesfalls aus, dass es auch richtig runter gehen kann – und sei es wegen ein paar Dickfisch.

      Ein wichtiger Hinweis noch:
      Die 1,7% sind die Dividendenrendite.
      Maßgeblich ist aber, in welcher Höhe sich das Kapital innerhalb des Unternehmens verzinst – gerade und erst recht wenn es darum geht, eigene Aktien zurückzukaufen. Ich mag es fast selbst nicht glauben, aber laut Tabelle auf
      http://www.finanztreff.de/apple-kennzahlen
      lag die in den Jahren 2012 bis 2016 zwischen 29% und 40%!
      Rentabler kann ein Unternehmen doch gar nicht arbeiten.
      Also investiert Apple sein Geld lieber bei sich selbst.
      Und das ist zumindest für mich total logisch und in keinster Weise auch nur ansatzweise negativ.

  10. Mal was allgemeines.Apple hat 250 Milliarden an liquiden Eigenmitteln,Amazon,Google etc.etwas weniger.Wenn man die seit einiger Zeit gültigen Neugeldparameter zugrundelegt stellen diese Sümmchen doch eher Peanuts(Bankersprech!)dar!Schliesslich schufen die diversen Nuttenbanken etliche Billionen in der jüngeren Vergangenheit.

  11. @Gerd, komisch der Apple Kurs lag in der Zeit 2012- 2016 zwischen 40 u. 110 also bis zu 3 mal tiefer als heute, Warum wurde die Aktie zu diesen Preisen nicht mehr gekauft? ?Welchen Grund gibt es den Titel über 140 mit weniger Rendite zu kaufen? ? Bei dieser Aktie tanze ich nicht mehr am Ausgang ,da verlasse ich den Tanzsaal freiwillig u.verprasse das Geld im Vergnügungsviertel.Die einzige Rechtfertigung wäre, das hätte man vor drei Monaten auch schon sagen können,ich bin aber sicher, dass die genannten Dickfische irgendwann Kasse machen u.umschichten mit besseren CRV

    1. Hobbyanleger, ich stehe leider mit der Börsenpsychologie stark auf Kriegsfuß.
      Ich kann nur versuchen – möglichst wertfrei – die Fakten anzuführen, wie ich sie heute vorfinde.
      Unter betriebswirtschaftlichen/finanzmathematischen Gesichtspunkten.
      Also warum Apple in der von Ihnen genannten Zeit so niedrig stand? Ich weiß es nicht wirklich.

      Aber auch hierzu ein paar Fakten – wie ich sie noch in Erinnerung habe:
      Die Aktienindizes im allgemeinen waren auch alle niedriger. Dafür war das Zinsniveau für Alternativanlagen (Festverzinsliche) noch wesentlich höher, d.h. halbwegs normal.
      2012 spielte auch Griechenland schon (seit 2009/2010)
      eine große Rolle. Lehman von 2008 wirkte auch noch nach. Commerzbank wäre ohne Staatshilfe 2009/2010 wohl auch pleite gegangen.
      Die Zinsen für Italien und Spanien schossen 2012 nach oben. Im Sommer 2012 stand es ganz, ganz schlecht um Spanien. Das Umfeld sah bedrohlich aus.
      Draghi zog im Juli 2012 die Notbremse und versprach den Euro zu retten, ‚whatever it takes‘. Und so weiter und so fort.
      Harter Fakt ist auf jeden Fall, dass man eine einzelne Aktie niemals losgelöst vom Umfeld betrachten darf.

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