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Arbeitslosenquote stagniert, Betrachtung von zwei Gruppen Zuwanderern

Die offizielle Arbeitslosenquote ist im August zwar von 5,1% auf 5,2% gestiegen. Aber die tatsächliche Arbeitslosigkeit, wo auch all die Arbeitslosen eingerechnet werden, die aus der offiziellen Statistik gestrichen werden, ist von Juli auf August von 7,1% auf 7,0% gesunken. Also kann man von einer Stagnation sprechen, wenn man beide Zahlen in seine Betrachtung einbezieht.

Die Zahl der offenen Arbeitsstellen, die von Arbeitgebern bei der Bundesagentur für Arbeit zwar gemeldet, aber nicht besetzt werden, steigt auch im Sommer immer weiter an von 822.582 Stellen im Juli auf 827.758 Stellen im August. Vor einem Jahr lag diese Zahl noch um 62.478 Stellen tiefer. Das bedeutet: Die Nachfrage der Arbeitgeber ist weiter enorm. Und wie immer dazu unsere (lästige?) Frage, warum die Jobcenter es nicht schaffen zumindest einen bedeutenden Teil der Langzeitarbeitslosen in diese offenen Stellen hinein zu vermitteln!

Arbeitslosigkeit

Berlin als Bundesland liegt sei Monaten ganz vorne bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze (Grafik links). Und die Industrieproduktion ist als Einzelsparte an Nummer 1 gerückt, wenn es darum geht wie viele neue Arbeitsplätze in einer bestimmten Sparte der Wirtschaft geschaffen werden. Addiert man aber einige große Sektoren zusammen, dann wird die Masse der neuen Jobs in schlecht bis sehr schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen geschaffen (Grafik linke Seite).

Ausländer auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Die aktuellen veröffentlichten Daten beweisen, dass die Integration ausländischer Arbeitskräfte aus Osteuropa sehr gut funktioniert, und auch wichtig ist in vielen Bereichen. Die Integration ist insgesamt gesehen relativ einfach, weil es hierbei um gezielte Migration in Arbeitsplätze geht. Zitat auszugsweise von der Bunedesagentur für Arbeit:

Die Arbeitsmigration insbesondere aus den neuen osteuropäischen EU-Staaten, den GIPS-Staaten, dem Balkan und den osteuropäischen Drittstaaten hat in den letzten Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Beschäftigungsaufbau in Deutschland geleistet. Im Juni lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus diesen Ländern um 209.000 oder 10 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosigkeit von Personen aus diesen Ländern hat sich im Vorjahresvergleich um 16.000 oder 7 Prozent verringert.

Anders verhält sich die Lage bei der Fluchtmigration, da es hierbei ja nicht von vornherein um eine gezielte Einwanderung in den Arbeitsmarkt geht. Viele Probleme wie die Sprache etc sind zu lösen. Daher unterscheidet die Bundesagentur für Arbeit auch ausdrücklich bei der Betrachtung von Ausländern auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach Ausländern aus Osteuropa auf der einen Seite, und nach Zugewanderten aus sogenannten Flucht-Herkunftsländern, wo es um Flucht vor einem Krieg etc geht. Dazu sagt die Agentur Zitat:

Bei der Beurteilung der Auswirkungen der Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt muss zwischen Arbeits- und Fluchtmigration unterschieden werden. Arbeitsmigranten können die Wanderung planen und die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes im Aufnahmeland mit ihrem Qualifikationsprofil abgleichen. Arbeitsmigration führt deshalb zu einer schnelleren Arbeitsmarktintegration als Fluchtmigration.

Zu den aktuellen Zahlen sagt die Agentur Zitat:

Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen wird mehrere Jahre brauchen. Das zeigen die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Die Arbeitslosmeldung von geflüchteten Menschen ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der oftmals fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung von Personen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern sehr hoch ausfällt. Dabei hat ein großer Einsatz von Integrationskursen und Fördermaßnahmen die Arbeitslosigkeit in Grenzen gehalten. Nach jüngsten Angaben für den August war die Arbeitslosigkeit dieses Personenkreises um 2.000 oder 1 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigung, die den Einsatz von entlastenden Fördermaßnahmen berücksichtigt, lag sogar geschätzt um 24.000 oder 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zugleich ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Staatsangehörigen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern im Juni um 87.000 oder 56 Prozent gestiegen. Seit Juni 2016 wird die bisherige Berichterstattung über Staatsangehörige aus den wichtigsten Asylherkunftsländern ergänzt um die Berichterstattung über Personen im Kontext Fluchtmigration. 12 Als solche Personen werden Asylbewerber, anerkannte Schutzberechtigte und geduldete Ausländer gezählt. Danach waren im August 2018 in Deutschland 197.000 geflüchtete Menschen in der Arbeitslosigkeit registriert. Die Unterbeschäftigung für diese Personen wird im August auf 390.000 geschätzt.

Daten und Grafiken: Bundesagentur für Arbeit



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