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Arbeitslosigkeit auf 25 Jahrestief, “unser” Paradoxon wird immer größer!

Rekord um Rekord bei der offiziellen (!) deutschen Arbeitslosenquote. 68.000 weniger Arbeitslose als noch im September, damit hat man jetzt mit 2,53 Millionen Arbeitslosen den niedrigsten…

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FMW-Redaktion

Rekord um Rekord bei der offiziellen (!) deutschen Arbeitslosenquote. 68.000 weniger Arbeitslose als noch im September, damit hat man jetzt mit 2,53 Millionen Arbeitslosen den niedrigsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,8% nach 5,9% im September. Das übertrifft die Erwartungen sämtlicher Ökonomen! “Im Zuge der Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken, während die Beschäftigung wieder gestiegen ist, und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern weiter kräftig zugelegt hat”, so Frank-Jürgen Weise von der Bundesagentur für Arbeit. Unsere Stammleser kennen das schon. Wir werden auch heute nicht müde zu erwähnen, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland immer gut 30% höher liegt als offiziell ausgewiesen. Aber ist ja egal, solange alle “normalen Medien” (wie nennt man das nochmal, den “Mainstream”?) unwidersprochen die offiziellen Daten verkünden.

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Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Aber in der Tat, ob man nun die für die Pressemitteilungen vorgefertigten Daten nimmt, oder die Daten, die man sich aus dem Monatsbericht zusammenrechnen kann. So oder so sinkt die Arbeitslosigkeit in der Tat weiter. Aber wir als ewige Meckerbox des Bundesagentur für Arbeit weisen auch heute wie in all den letzten Monaten auf das große Paradoxon hin, das uns einfach niemand erklären kann. Wir haben es für die bessere Visualisierung rot eingekreist. Monat für Monat steigt die Zahl der offenen Stellen. Das sind die Arbeitsstellen, die private Arbeitgeber anbieten, die der Agentur gemeldet werden, und die aber letztlich nicht besetzt werden können. Diese Zahl steigt Monat für Monat. Im Oktober stieg sie im Vergleich zu September erneut um satte 4.575 Personen auf 691.372 offene Stellen. Das ist im Vergleich zum Oktober 2015 ein Zuwachs von 79.136 Stellen oder +12% (rechts in der Grafik eingekreist).

Weiter oben in der Grafik sehen Sie die Zahl der Arbeitslosen. Im Jahresvergleich ein Rückgang 109.338 Personen oder -4,1%. Also: 109.338 weniger Arbeitslose, aber 79.136 mehr Arbeitsstellen, die nicht besetzt werden können. Wie kann das sein? Die Bundesagentur bestätigt regelmäßig, dass es sich bei den offenen Stellen großteils eben nicht um ausgeschriebene Stellen für Astronauten oder Finanzmathematiker handelt, sondern oftmals um einfache Tätigkeiten, für die man keinen Hochschulabschluss mitbringen muss. Warum also kann die Halde der offenen Stellen nicht besetzt werden? Denn die Zahl der Langzeitarbeitslosen, das weiß der geneigte Beobachter auch nur zu gut, bleibt immer konstant auf dem selben Niveau.

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Grafik: Bundesagentur für Arbeit

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    gerd

    2. November 2016 17:59 at 17:59

    Ist evtl noch bekannt, dass ich auch jeden Monat zu eurer gekonnten Statistikaufbereitung meinen Senf dazu gebe. Und sei es nur in Kurzform, dass ich einfach Danke dafür sage. Weil ich voll eurer Meinung bin.

    Aber heute kommt mir mal ein anderer Gedanke – kann natürlich auch daneben liegen:

    “Also: 109.338 weniger Arbeitslose, aber 79.136 mehr Arbeitsstellen, die nicht besetzt werden können. Wie kann das sein?”
    Das bedürfte doch eigentlich gar keiner Frage, sondern erscheint mir plötzlich normal.
    109′ Arbeitnehmer sind weg vom Markt, bieten sich nicht mehr an. Deshalb wird die Besetzung von n e u e n
    z u s ä t z l i c h geschaffenen Arbeitsplätzen schwieriger.

    Oder noch einfacher. Es sind neue Arbeitsplätze geschaffen worden und es sollen weiterhin neue geschaffen werden. Und hätten es die Mitarbeiter vom Weise nicht geschafft, 109′ an die Unternehmen bereits zu vermitteln, wären es jetzt sogar 188′ neu ausgewiesene offene Stellen (statt79′). Und die Gesamtzahl der offenen Stellen läge nicht bei 691′ sondern bei 800′

    Mal davon abgesehen, ist die Anzahl der offenen Stellen sowieso ne glatte Lüge. Sie werden angebl. teilweise 5-fach erfasst, weil sie jeweils v mehreren unterschiedl. Stellen gemeldet werden. Damit kann man dann die andere Behauptung gut untermauern, dass (auch jetzt schon) Arbeitskräftemangel herrschen würde.

    Die eigentliche Frage aber habt ihr wieder richtig gestellt!
    “Warum also kann die Halde der offenen Stellen nicht besetzt werden?”
    Genau, wo es sich vielfach um einfache Tätigkeiten handeln soll.
    Klar 691′ Astronauten würde man nicht so schnell finden.

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      gerd

      2. November 2016 18:09 at 18:09

      Nachtrag
      Hab vergessen, eure letzte Frage zu beantworten:
      Die können deshalb nicht besetzt werden, weil es die offenen Stellen, wie aufgezeigt, eben gar nicht gibt.
      Und das bei (offiziell) 2,5Mio Menschen,
      die gerne arbeiten möchten. Ha, ha.

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      Emm wie Meikel

      2. November 2016 18:44 at 18:44

      Das mit der Verfünffachung der real verfügbaren Stellen könnte tatsächlich so hinkommen. Zahlreiche dubiose, private “Vermittlungsagenturen” haben ein- und dieselbe Stelle in ihrem Katalog drin und werben aggressiv um Arbeitssuchende mit einem Vermittlungsgutschein (da ist eine regelrechte Industrie entstanden).

      Findet sich ein Williger, dann wird er nur zur “Probe” eingestellt, meist ohne Entlohnung oder zu minimalsten Kosten für den Arbeitgeber (dank staatlicher Zuschüsse). Solche Stellen werden häufig einfach im Katalog belassen, denn sobald die Probezeit vorbei ist (oder die Zuschüsse wegfallen), sind sie ohnehin wieder verfügbar.

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      Rolf

      2. November 2016 23:17 at 23:17

      … schon einmal darüber nachgedacht, dass neben der Qualifikation und Ausbildung evtl. auch die geographische Lage von Arbeitsplätzen und Arbeitssuchenden nicht immer unbedingt “passen”?!

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      Lars

      3. November 2016 00:44 at 00:44

      Vielleicht gibt es 79.136 “hochqualifizierte” freie Arbeitsstellen in den Beratergremien unserer Bundes- und Staatsministerien sowie in den großen Finanz- und Wirtschaftskonzernen.
      Bei der durchschnittlichen Beratungsqualität und Fehlerquote der letzten 20 Jahre sollte die fachliche Kompetenz
      Einem Boss (Minister, Vorstandsvorsitzender, CEO oder einfach BOSS) darf und kann man keine Verantwortung aufbürden. Der Grund dafür ist ganz einfach: Um eigenverantwortliche Entscheidungen treffen zu können, müsste man sich in seinem Sachgebiet auskennen. Es bedarf sachlicher und sozialer Kompetenz.
      Dafür sind weder gewählte Volksvertreter, noch Firmenbosse qualifiziert. Dafür haben sie ihre Berater und Spezialisten. Die Aufgabe der Bosse besteht darin, Entschlüsse ihrer grauen Eminenzen medienwirksam zu verkaufen.
      Ein Boss kassiert, ist aber nie für eine Fehlentscheidung eines seiner Spezialisten aus dem Beraterstab verantwortlich, weil er sich ja in dem hoch komplexen Sachgebiet nicht auskennen kann.

  2. Avatar

    Tino

    2. November 2016 18:44 at 18:44

    Die Abnehmende Arbeitslosigkeit kann ich mir am ehesten mit der Demografischen Entwicklung erklären.Würden auch nur alle freiwerdenden Stellen mit den aktuellen Arbeitslosen besetzt werden können, dann währe die Älteste noch geringer.

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      Tino

      2. November 2016 18:45 at 18:45

      Alquote wollte ich schreiben.

  3. Avatar

    Lars

    3. November 2016 01:32 at 01:32

    Vielleicht gibt es 79.136 “hochqualifizierte” freie Arbeitsstellen in den Beratergremien unserer Bundes- und Staatsministerien sowie in den großen Finanz- und Wirtschaftskonzernen.

    Die bisherige Armada der beratend tätigen Spezialisten war zwar bisher stets bemüht, die Ziele ihrer Bosse zu erfüllen, neigte aber dazu, ständig eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen.*

    *Einem Boss (Minister, Vorstandsvorsitzender, CEO oder einfach BOSS) darf und kann man keine Verantwortung aufbürden. Der Grund dafür ist ganz einfach: Um eigenverantwortliche Entscheidungen treffen zu können, müsste sie/er sich in seinem Sachgebiet auskennen. Es bedarf sachlicher und sozialer Kompetenz.
    Dafür sind weder gewählte Volksvertreter, noch Firmenbosse qualifiziert. Dafür haben sie ihre Berater und Spezialisten. Die Aufgabe der Bosse besteht darin, Entschlüsse ihrer grauen Eminenzen zu glauben und medienwirksam zu verkaufen.
    Ein Boss kassiert zwar Gehälter bis zum 141-fachen des durchschnittlichen Einkommens seiner Untergebenen, ist aber nie für eine Fehlentscheidung eines seiner Spezialisten aus dem Beraterstab verantwortlich, weil er sich ja in dem hoch komplexen Sachgebiet nicht auskennen kann.
    Kommt es mal hart auf hart, weiß der Boss nichts von gewissen Entscheidungen seiner hochbezahlten Spezialisten, was sogar sehr glaubhaft ist.

  4. Avatar

    asisi1

    3. November 2016 07:29 at 07:29

    die Arbeitslosenzahlen staatlicher stellen klingen für mich immer wieder wie grimms Märchenstunde.
    diese märchen höre ich jetzt schon 50 jahre, bin 66 jahre alt.
    1966 gab es in Deutschland 1,5 Millionen ,laut Arbeitsamt, arbeitslose. in dieser zeit fing der mist mit den “Gastarbeitern” an. also fakt ist, wir brauchten damals schon keine fremden Arbeitskräfte, alles nur ein märchen! heute können unsere Politiker diese brenzliche situation nur noch durch lügen aufrecht halten, sonst fliegt ihnen der laden um die ohren.

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Dr. Jens Ehrhardt: Dax 2021 bei 16.000 Punkten, Deflation statt Inflation

Claudio Kummerfeld

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Laut Dr. Jens Ehrhardt wird der Dax weiter kräftig ansteigen

Dr. Jens Ehrhardt (hier mehr zu seiner Person) ist ein anerkannter Börsianer. Aber auch seine Meinung ist nur eine von vielen. Er betont in einem ganz aktuellen Videobeitrag, dass er auch im Tief des Börsencrash im März diesen Jahres seine Prognose bestätigt hatte. Der Dax werde nächstes Jahr bei 16.000 Punkten notieren.

Dax 16.000 Punkte laut Dr. Jens Erhardt

Und heute erneuert er diese Prognose. 16.000 Punkte für das nächste Jahr, das sei für den Dax sogar eher eine bescheidene Prognose. Bei Börsenkursen gehe es nun mal nicht um wirtschaftliche Realitäten, sondern um Angebot und Nachfrage im Handel, so seine Aussage. Die Notenbanken würden immer weiter Liquidität in die Märkte pumpen. Und irgendwo hin müsse all dieses neue Geld fließen. Es treibe die Börsenkurse an. Auch bei seiner letztjährigen Gold-Prognose von 2.000 Dollar hätte ihn so mancher schief angeguckt. Und jetzt sei sie eingetreten. Und warum der Dax derzeit noch so gut aussehe? Die Börsianer würden nun mal in den Kursen die realwirtschaftliche Entwicklung ein halbes Jahr vorwegnehmen! Und wie Dr. Jens Erhardt schon richtig sagt im Video… so weit entfernt sind die 16.000 Punkte von heutiger Sicht aus gar nicht mehr. Nur noch ein klein wenig zusätzliche Euphorie… der Sprung von 12.500 Punkten rauf auf 16.000 ist ja nicht mehr so groß?

Inflation?

Wo viele andere Kommentatoren wie Markus Krall etc eine Hyperinflation oder zumindest eine deutlich spürbare Inflation anrollen sehen, da spricht Dr. Jens Ehrhardt heute eher von Deflation. Er nennt dafür auch konkrete Gründe. Ob er Recht hat oder doch eher die Krall-Fraktion? Wir werden das wohl erst in gut einem Jahr genauer wissen. Erhardt meint, dass Inflation für die nächsten 1-2 Jahre gar kein Thema sei.

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Künstliche Intelligenz: Die nächste Generation der Robo Advisor?

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Künstliche Intelligenz pusht den Robo Advisor in der Geldanlage?

Vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt, ist die Geldanlage über einen Robo Advisor für viele deutsche Verbraucher heute zu einer echten Alternative geworden. Jeder dritte Deutsche (29 Prozent) weiß bereits was ein Robo Advisor ist. Von denjenigen, die mit dem Begriff vertraut sind, kann sich sogar jeder fünfte (20 Prozent) vorstellen, sein eigenes Geld über einen Robo Advisor verwalten zu lassen. (Info: Begriffserklärung Robo Advisor) Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführte Studie ,,Robo Advice in Deutschland – Status quo und Entwicklungsperspektiven 2020“, welche von der European Bank for Financial Services in Auftrag gegeben wurde.

370,10 Prozent Anstieg des Anlagevolumens bis 2024 erwartet

Belief sich das Anlagevolumen im Segment Robo Advisor im Jahr 2017 in Deutschland noch auf 756 Millionen Euro, wird für das Jahr 2024 ein satter Anstieg auf insgesamt 29,860 Milliarden Euro Anlagevolumen prognostiziert. Bereits in diesem Jahr (2020) wird mit einem Anlagevolumen von über 8 Milliarden Euro allein in Deutschland gerechnet. (Quelle: Statista.com) Kein Wunder also, dass Banken und Finanzdienstleister weiterhin massiv in Neuentwicklungen und Verbesserungen der Analysefähigkeiten der digitalen Berater investieren. Nachdem anfängliche Kinderkrankheiten nach und nach beseitigt wurden, sollen Robo Advisor in Zukunft deutlich cleverer werden als ihre ,,Vorfahren“.

Die nächste Generation kommt – mit ihr die Künstliche Intelligenz

War der Anlagevorschlag der „ersten Generation“ noch aufgrund einer einfachen Risikoabfrage und Auswahl an möglichen Anlageklassen relativ statisch und konnte sich bei kurzfristigen Marktveränderungen nur bedingt schnell anpassen, wird die nächste Generation schneller und individueller arbeiten.

Die laufenden Verbesserungen der Künstlichen Intelligenz bieten besonders im Segment Robo Advisor ein enormes Potenzial. Es ist bereits in naher Zukunft denkbar, dass Robo Advisor eine smarte Steuerung des Portfolios durch eine Echtzeit Risikosteuerung ermöglichen und besondere Anlegerwünsche wie ESG-Investing (Environment, Social and Governance – sprich: Ethisches Investieren) vermehrt berücksichtigen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte mittel- und langfristig ganzheitlichen Charakter erlangen, welcher ein solides Cashflow-Management, einen entscheidenden Teil der Altersvorsorge, die übergreifende Investitionsplanung, das Finanzrisikomanagement und individuelle Steuerplanungen des Anlegers begleitet.

Fazit: Wo führt das hin?

Dort wo Wachstum stattfindet, wird investiert. Dort wo investiert wird, entstehen neue Möglichkeiten. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Geschwindigkeit der Veränderung in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz nie wieder so langsam sein wird wie heute. Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die Zukunft viele Chancen bieten, aber auch enorme Risiken in sich bergen, die heute noch kaum vorstellbar sind. Eine kritische Betrachtung möglicher Veränderungen ist daher durchaus gesund.

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TikTok: Opfer des US-Monopols? Trump und Microsoft in Aktion

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TikTok App auf einem Smartphone

Achtung Verschwörungstheorie? Oder jede Menge heiße Luft? Nein, hier geht es um mehr als nur ein Geschmäckle. Offiziell zumindest geht es um Datenschutz. Es ist ja bekannt, dass der Social Media-Dienst TikTok mit Sitz in China auch im “Freien Westen” eine ernsthafte Gefahr für Instagram und YouTube geworden ist. Noch schlimmer. TikTok ist erfolgreicher und beliebter. Mit alleine 46 Millionen Downloads in den USA alleine im Jahr 2019 ist TikTok als Plattform für kurze Videos richtig angesagt. Die allermeisten Nutzer konsumieren nur Inhalte, wie auf anderen Plattformen auch.

TikTok als einzig ernsthafte Gefahr für das US-Monopol

Damit ist TikTok die erste wirklich ernsthafte Gefahr für das Social Media-Monopol der USA. Denn mal ehrlich. Es ist ein Monopol, wenn man danach geht, aus welchem Land die Anbieter kommen. YouTube, Google, Twitter, Instagram, Facebook, Whatsapp, LinkedIn. Was man in Europa und Nodamerika und in den meisten anderen Teilen des Planeten nutzt, kommt aus den USA. Und TikTok wird offenbar immer beliebter und erfolgreicher. In den App Stores wird die App häufiger geladen als die Apps von den großen US-Anbietern. Und das auch noch völlig ohne Zwang. Die Kids und jungen Erwachsenen in Europa und den USA finden etwas aus China viel besser als etwas aus den USA?

Das kommt noch hinzu zum Angriff auf das Monopol der USA. So was darf doch nicht sein, dass die Chinesen etwas anbieten, was die Leute im Westen besser finden? Und dann wie gesagt noch das schöne Monopol der USA, das bedroht ist. Dagegen musste etwas unternommen werden? Schon seit Wochen gab es Drohungen gegen TikTok vorzugehen, zum Beispiel seitens des US-Kongress oder durch US-Außenminister Pompeo. Als Grund führt man Datenschutzbedenken an. Nutzerdaten könnten bei der chinesischen Regierung landen. Ob es so ist? Man weiß es nicht. Aber dass gerade die US-Regierung nun mit dem Datenschutz kommt (Thema NSA-Skandale), ist schon witzig, oder eher traurig?

Trump droht, Microsoft will kaufen

Und jetzt ganz frisch droht Donald Trump damit TikTok als App in den USA komplett verbieten zu wollen. Und upsss, ohhhh Wunder. Exakt zur selben Zeit, nämlich am letzten Wochenende, wird bekannt, dass Microsoft mit dem chinesischen Betreiber von TikTok (der Firma ByteDance) in Verhandlungen stehe (hier die offizielle Mitteilung von Microsoft). Man wolle der Firma das TikTok-Geschäft für die USA, Kanada, Australien und Neuseeland abkaufen. Offenbar geht es um eine Kaufsumme in Höhe von 50 Milliarden Dollar. Bis zum 15. September wolle man eine Einigung erreichen. Warum bis dahin? Laut Berichten soll die Trump-Administration bis dahin Zeit gegeben haben. Schafft Microsoft bis dahin keine Einigung zur Übernahme, wolle man TikTok in den USA verbieten. Was für ein zeitlicher Zufall zwischen aktueller ganz konkreter Verbotsandrohung und der Microsoft-Verhandlung? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

Denn was wäre ohne die Verbotsandrohung durch Donald Trump passiert? Welchen Grund hätte ByteDance haben sollen, nun womöglich zügig TikTok für die angelsächsischen Märkte verkaufen zu müssen? Gar keinen. Aber gibt es keinen Käufer und die USA verbieten TikTok im eigenen Markt einfach, dann ginge ByteDance ein gigantischer Milliardenbetrag durch die Lappen, beziehungsweise ein beträchtlicher Wertverlust für den chinesischen Anbieter als Gesamtunternehmen.

Nur eine dumpfe Verschwörungstheorie rund um TikTok?

Ist es ein abgesprochenes Spiel hinter den Kulissen? Ich (Trump) drohe mit Verbot, und damit wird TikTok genötigt sein Geschäft für die USA schnell und günstig zu verkaufen, und zwar an einen US-Konzern? Wenn nicht, drohe ich einfach weiter mit Verbot? Ja, das ist natürlich rein spekulativ und klingt schon stark nach Verschwörungstheorie. Aber der zeitliche Zusammenhang von ganz konkreter Androhung eines schnellen Verbots von TikTok, und der Kaufverhandlung durch Microsoft, das wirkt sehr, sehr, sehr stark wie Geschmäckle hoch 10!

Natürlich kann man auch argumentieren, dass die Trump-Administration derzeit ja eh grundsätzlich die Krallen ausfährt gegen China, siehe die Konsulats-Schließung, verschärfter Handelskrieg, Vorwürfe in Sachen Covid-19 usw. Da könnte TikTok nur ein weiterer Eskalations-Baustein sein. Aber ich denke mal: Man sollte das bisherige Social Media-Monopol der USA nicht außer Acht lassen, und dass TikTok derzeit in der Tat dem Monopol den Rang abläuft. Holt man TikTok in die USA und bringt die App in die Hände eines US-Konzerns, kann die Monopol-Party weitergehen, im Zugriffsbereich der NSA versteht sich. Aber, da darf man wenigstens beruhigt sein… dann gäbe es immerhin keine Datenschutzbedenken mehr, dass die chinesische Regierung Daten abgreift.

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