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Arbeitslosigkeit auf 25 Jahrestief, „unser“ Paradoxon wird immer größer!

Rekord um Rekord bei der offiziellen (!) deutschen Arbeitslosenquote. 68.000 weniger Arbeitslose als noch im September, damit hat man jetzt mit 2,53 Millionen Arbeitslosen den niedrigsten…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Rekord um Rekord bei der offiziellen (!) deutschen Arbeitslosenquote. 68.000 weniger Arbeitslose als noch im September, damit hat man jetzt mit 2,53 Millionen Arbeitslosen den niedrigsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,8% nach 5,9% im September. Das übertrifft die Erwartungen sämtlicher Ökonomen! „Im Zuge der Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken, während die Beschäftigung wieder gestiegen ist, und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern weiter kräftig zugelegt hat“, so Frank-Jürgen Weise von der Bundesagentur für Arbeit. Unsere Stammleser kennen das schon. Wir werden auch heute nicht müde zu erwähnen, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland immer gut 30% höher liegt als offiziell ausgewiesen. Aber ist ja egal, solange alle „normalen Medien“ (wie nennt man das nochmal, den „Mainstream“?) unwidersprochen die offiziellen Daten verkünden.

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Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Aber in der Tat, ob man nun die für die Pressemitteilungen vorgefertigten Daten nimmt, oder die Daten, die man sich aus dem Monatsbericht zusammenrechnen kann. So oder so sinkt die Arbeitslosigkeit in der Tat weiter. Aber wir als ewige Meckerbox des Bundesagentur für Arbeit weisen auch heute wie in all den letzten Monaten auf das große Paradoxon hin, das uns einfach niemand erklären kann. Wir haben es für die bessere Visualisierung rot eingekreist. Monat für Monat steigt die Zahl der offenen Stellen. Das sind die Arbeitsstellen, die private Arbeitgeber anbieten, die der Agentur gemeldet werden, und die aber letztlich nicht besetzt werden können. Diese Zahl steigt Monat für Monat. Im Oktober stieg sie im Vergleich zu September erneut um satte 4.575 Personen auf 691.372 offene Stellen. Das ist im Vergleich zum Oktober 2015 ein Zuwachs von 79.136 Stellen oder +12% (rechts in der Grafik eingekreist).

Weiter oben in der Grafik sehen Sie die Zahl der Arbeitslosen. Im Jahresvergleich ein Rückgang 109.338 Personen oder -4,1%. Also: 109.338 weniger Arbeitslose, aber 79.136 mehr Arbeitsstellen, die nicht besetzt werden können. Wie kann das sein? Die Bundesagentur bestätigt regelmäßig, dass es sich bei den offenen Stellen großteils eben nicht um ausgeschriebene Stellen für Astronauten oder Finanzmathematiker handelt, sondern oftmals um einfache Tätigkeiten, für die man keinen Hochschulabschluss mitbringen muss. Warum also kann die Halde der offenen Stellen nicht besetzt werden? Denn die Zahl der Langzeitarbeitslosen, das weiß der geneigte Beobachter auch nur zu gut, bleibt immer konstant auf dem selben Niveau.

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Grafik: Bundesagentur für Arbeit

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    gerd

    2. November 2016 17:59 at 17:59

    Ist evtl noch bekannt, dass ich auch jeden Monat zu eurer gekonnten Statistikaufbereitung meinen Senf dazu gebe. Und sei es nur in Kurzform, dass ich einfach Danke dafür sage. Weil ich voll eurer Meinung bin.

    Aber heute kommt mir mal ein anderer Gedanke – kann natürlich auch daneben liegen:

    „Also: 109.338 weniger Arbeitslose, aber 79.136 mehr Arbeitsstellen, die nicht besetzt werden können. Wie kann das sein?“
    Das bedürfte doch eigentlich gar keiner Frage, sondern erscheint mir plötzlich normal.
    109′ Arbeitnehmer sind weg vom Markt, bieten sich nicht mehr an. Deshalb wird die Besetzung von n e u e n
    z u s ä t z l i c h geschaffenen Arbeitsplätzen schwieriger.

    Oder noch einfacher. Es sind neue Arbeitsplätze geschaffen worden und es sollen weiterhin neue geschaffen werden. Und hätten es die Mitarbeiter vom Weise nicht geschafft, 109′ an die Unternehmen bereits zu vermitteln, wären es jetzt sogar 188′ neu ausgewiesene offene Stellen (statt79′). Und die Gesamtzahl der offenen Stellen läge nicht bei 691′ sondern bei 800′

    Mal davon abgesehen, ist die Anzahl der offenen Stellen sowieso ne glatte Lüge. Sie werden angebl. teilweise 5-fach erfasst, weil sie jeweils v mehreren unterschiedl. Stellen gemeldet werden. Damit kann man dann die andere Behauptung gut untermauern, dass (auch jetzt schon) Arbeitskräftemangel herrschen würde.

    Die eigentliche Frage aber habt ihr wieder richtig gestellt!
    „Warum also kann die Halde der offenen Stellen nicht besetzt werden?“
    Genau, wo es sich vielfach um einfache Tätigkeiten handeln soll.
    Klar 691′ Astronauten würde man nicht so schnell finden.

    • Avatar

      gerd

      2. November 2016 18:09 at 18:09

      Nachtrag
      Hab vergessen, eure letzte Frage zu beantworten:
      Die können deshalb nicht besetzt werden, weil es die offenen Stellen, wie aufgezeigt, eben gar nicht gibt.
      Und das bei (offiziell) 2,5Mio Menschen,
      die gerne arbeiten möchten. Ha, ha.

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      2. November 2016 18:44 at 18:44

      Das mit der Verfünffachung der real verfügbaren Stellen könnte tatsächlich so hinkommen. Zahlreiche dubiose, private „Vermittlungsagenturen“ haben ein- und dieselbe Stelle in ihrem Katalog drin und werben aggressiv um Arbeitssuchende mit einem Vermittlungsgutschein (da ist eine regelrechte Industrie entstanden).

      Findet sich ein Williger, dann wird er nur zur „Probe“ eingestellt, meist ohne Entlohnung oder zu minimalsten Kosten für den Arbeitgeber (dank staatlicher Zuschüsse). Solche Stellen werden häufig einfach im Katalog belassen, denn sobald die Probezeit vorbei ist (oder die Zuschüsse wegfallen), sind sie ohnehin wieder verfügbar.

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      Rolf

      2. November 2016 23:17 at 23:17

      … schon einmal darüber nachgedacht, dass neben der Qualifikation und Ausbildung evtl. auch die geographische Lage von Arbeitsplätzen und Arbeitssuchenden nicht immer unbedingt „passen“?!

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      Lars

      3. November 2016 00:44 at 00:44

      Vielleicht gibt es 79.136 „hochqualifizierte“ freie Arbeitsstellen in den Beratergremien unserer Bundes- und Staatsministerien sowie in den großen Finanz- und Wirtschaftskonzernen.
      Bei der durchschnittlichen Beratungsqualität und Fehlerquote der letzten 20 Jahre sollte die fachliche Kompetenz
      Einem Boss (Minister, Vorstandsvorsitzender, CEO oder einfach BOSS) darf und kann man keine Verantwortung aufbürden. Der Grund dafür ist ganz einfach: Um eigenverantwortliche Entscheidungen treffen zu können, müsste man sich in seinem Sachgebiet auskennen. Es bedarf sachlicher und sozialer Kompetenz.
      Dafür sind weder gewählte Volksvertreter, noch Firmenbosse qualifiziert. Dafür haben sie ihre Berater und Spezialisten. Die Aufgabe der Bosse besteht darin, Entschlüsse ihrer grauen Eminenzen medienwirksam zu verkaufen.
      Ein Boss kassiert, ist aber nie für eine Fehlentscheidung eines seiner Spezialisten aus dem Beraterstab verantwortlich, weil er sich ja in dem hoch komplexen Sachgebiet nicht auskennen kann.

  2. Avatar

    Tino

    2. November 2016 18:44 at 18:44

    Die Abnehmende Arbeitslosigkeit kann ich mir am ehesten mit der Demografischen Entwicklung erklären.Würden auch nur alle freiwerdenden Stellen mit den aktuellen Arbeitslosen besetzt werden können, dann währe die Älteste noch geringer.

    • Avatar

      Tino

      2. November 2016 18:45 at 18:45

      Alquote wollte ich schreiben.

  3. Avatar

    Lars

    3. November 2016 01:32 at 01:32

    Vielleicht gibt es 79.136 „hochqualifizierte“ freie Arbeitsstellen in den Beratergremien unserer Bundes- und Staatsministerien sowie in den großen Finanz- und Wirtschaftskonzernen.

    Die bisherige Armada der beratend tätigen Spezialisten war zwar bisher stets bemüht, die Ziele ihrer Bosse zu erfüllen, neigte aber dazu, ständig eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen.*

    *Einem Boss (Minister, Vorstandsvorsitzender, CEO oder einfach BOSS) darf und kann man keine Verantwortung aufbürden. Der Grund dafür ist ganz einfach: Um eigenverantwortliche Entscheidungen treffen zu können, müsste sie/er sich in seinem Sachgebiet auskennen. Es bedarf sachlicher und sozialer Kompetenz.
    Dafür sind weder gewählte Volksvertreter, noch Firmenbosse qualifiziert. Dafür haben sie ihre Berater und Spezialisten. Die Aufgabe der Bosse besteht darin, Entschlüsse ihrer grauen Eminenzen zu glauben und medienwirksam zu verkaufen.
    Ein Boss kassiert zwar Gehälter bis zum 141-fachen des durchschnittlichen Einkommens seiner Untergebenen, ist aber nie für eine Fehlentscheidung eines seiner Spezialisten aus dem Beraterstab verantwortlich, weil er sich ja in dem hoch komplexen Sachgebiet nicht auskennen kann.
    Kommt es mal hart auf hart, weiß der Boss nichts von gewissen Entscheidungen seiner hochbezahlten Spezialisten, was sogar sehr glaubhaft ist.

  4. Avatar

    asisi1

    3. November 2016 07:29 at 07:29

    die Arbeitslosenzahlen staatlicher stellen klingen für mich immer wieder wie grimms Märchenstunde.
    diese märchen höre ich jetzt schon 50 jahre, bin 66 jahre alt.
    1966 gab es in Deutschland 1,5 Millionen ,laut Arbeitsamt, arbeitslose. in dieser zeit fing der mist mit den „Gastarbeitern“ an. also fakt ist, wir brauchten damals schon keine fremden Arbeitskräfte, alles nur ein märchen! heute können unsere Politiker diese brenzliche situation nur noch durch lügen aufrecht halten, sonst fliegt ihnen der laden um die ohren.

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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am

Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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