Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Monatsvergleich im Mai leicht gesunken von 3,01 auf 2,95 Millionen Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sinkt von 6,4 % auf 6,3 %. Im Jahresvergleich sind es 31.320 Arbeitslose mehr. So zeigen es heute gemeldete Daten der Bundesagentur für Arbeit.
Arbeitslosigkeit sinkt minimal – aber es kommt keine Freude auf
„Trotz eines Rückgangs der Arbeitslosigkeit ist die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt gekommen“, so sagt es heute die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Andrea Nahles. Denn saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zwar gegenüber dem Vormonat um 12.000 niedriger. Dies dürfte jedoch hauptsächlich auf einen Gegeneffekt zum schwachen April zurückzuführen sein, so die Agentur.
Deindustrialisierung macht Pause
Monatlich schauen wir schon seit gut einem Jahr immer ganz genau hin: Wie entwickeln sich die Arbeitsplätze in der deutschen Industrie? Dazu meldet die Bundesagentur für Arbeit stets mit zwei Monaten Verzögerung Details. Daher sehen wir heute Daten für März. Demnach sank die Zahl der Arbeitsplätze im gesamten Verarbeitenden Gewerbe um 176.000 im Jahresvergleich. Im Vormonat lag diese Zahl noch bei -179.000.
Kurzarbeit
Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 25. Mai für 26.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, so die Bundesagentur für Arbeit heute. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis März 2026 zur Verfügung. In diesem Monat wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten für 151.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, 1.000 weniger als im Vormonat und 113.000 weniger als vor einem Jahr. Daraus kann man wie in den Vormonaten schließen: Anders als bei vorigen Krisen, wo Sonderereignisse wie Corona nur kurzzeitig Probleme bereiteten, erleben wir eine Strukturkrise bei vielen Unternehmen. Daher werden Mitarbeiter bei strukturellen Problemen gleich ganz entlassen und nicht kurzfristig in der Kurzarbeit „untergebracht“.
Warum der Arbeitsmarkt so entspannt aussieht
Wer sich die Meldungen über die großen Stellenstreichungen in der Industrie in den letzten Monaten und Quartalen genauer angeschaut hat, findet schnell die Antwort auf die Frage: Warum steigt die Arbeitslosigkeit nicht massiv an, warum sind es immer noch „nur“ 3 Millionen Arbeitslose? Gerade große Industrieunternehmen nutzen die „elegante“ Möglichkeit, Stellenabbau ohne Entlassungen umzusetzen. Man lässt ältere Mitarbeiter vermehrt vorzeitig in den Ruhestand gehen, und die frei werdenden Arbeitsstellen werden einfach nicht neu besetzt. Das ist natürlich immer noch die viel bessere Lösung, als wenn man jüngere Mitarbeiter auf die Straße setzt. Aber letztlich ist diese elegante Problemlösung genau so fatal. Denn die jungen Arbeitskräfte, die eigentlich in diese gut bezahlten Jobs nachrücken würden, gehen nun leer aus, und müssen sich woanders meist viel schlechter bezahlte Arbeit suchen, meist in Dienstleistungsbranchen.
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Die „Alten“ will man loswerden obwohl diese noch einige Jahre bis zur Rente brauchen ohne „bestraft“ zu werden und die junge Generation findet keine ordentlich bezahlten Jobs. Richtig toll ist das man das Rentenalter weiter raufsetzen will. Da werden sich die jungen Menschen sehr freuen wenn sie dann nach vielen Jahren endlich mal einen Job bekommen um die Wählerschaft dieser tollen Politik finanzieren zu dürfen.
Beide Gruppen sind Opfer einer reformfeigen Politik. Dazu kommt noch das typische „junge Generation“ Bashing seit Aristoteles. Das hier ist keine Leistungsgesellschaft sondern eine Besitzstandswahrungsgesellschaft die sich ihre Regeln so auslegt wie sie es braucht. Was wir in jedem Fall zuviel haben ist der Föderalismus.