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Arbeitslosigkeit in Deutschland mit stärkstem Rückgang seit sechs Jahren – trotzdem mal wieder unser „Alu-Rant“

Der stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit seit sechs Jahren, das nierigste Niveau seit der Wiedervereinigung. Ja, das ist toll, super, gut. Das muss man schon sagen! Trotzdem heute „mal wieder“…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Der stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit seit sechs Jahren, das nierigste Niveau seit der Wiedervereinigung. Ja, das ist toll, super, gut. Das muss man schon sagen! Trotzdem heute „mal wieder“ unser „Alu-Rant“ (Rant = Schimpftirade). Euphorisch tweetet heute der Wirtschaftsexperte der Welt über die in der Tat gute Lage, und jubelt quasi über die heute veröffentlichten deutschen Arbeitsmarktdaten für März.

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Der Kollege redet von 5,8% Arbeitslosenquote im März, womit die saisonbereinigte Quote gemeint ist. Tatsächlich liegt die reale Quote bei 6,0% nach 6,3% in den letzten beiden Monaten. Und da sprechen wir wie immer von der offiziellen Arbeitslosenquote! Die reale Quote liegt über 8%, was wir wie immer an dieser Stelle zu den Arbeitslosenzahlen erwähnen möchten. Wie vor einigen Tagen bereits äußert sich auch heute Spiegel Online zu diesem Thema, dass wir regelmäßig beackern. So sagt SPON dazu, dass es in Deutschland zwar zusätzliche Arbeitslose gäbe – diese würden aber nicht verschwiegen. Wir meinen dazu: Doch, sie werden verschwiegen in der offiziellen Kurz-Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit, die von praktisch allen Medien 1:1 übernommen wird. Hier ist die Übersicht, die als Hauptdatenblatt veröffentlicht wird jeden Monat aufs Neue von der Bundesagentur für Arbeit. Welcher Redakteur interessiert sich schon dafür, dass sehr viele Arbeitslose als „Unterbeschäftigte“ getarnt werden.

Die beiden folgenden Grafiken der Bundesagentur für Arbeit zeigen die Errechnung und Darstellung der sogenannten „Unterbeschäftigung“. Dabei sieht man die tatsächliche Arbeitslosigkeit von ungefähr 3,66 Millionen Menschen, also genau 1 Million mehr als offiziell angegeben. Immerhin ging auch diese tatsächliche Arbeitslosigkeit um 74.000 Personen zurück.

Und hier die Übersicht der monatlich neu geschaffenen oder gestrichenen Stellen nach Branchen. Wie immer weisen wir darauf hin, dass diese aus Januar stammenden Daten die heute veröffentlichten Daten sind, da sie immer erst zwei Monate verzögert präsentiert werden. Wie immer in den letzten Monaten sieht man die rasant fortschreitende Entwicklung der deutschen Arbeitswelt weg von relativ gut bezahlten Industriearbeitsplätzen, hin zu relativ schlecht bezahlten Dienstleistungsjobs.

Wie immer schafft der Sektor Pflege und Soziales am meisten Jobs mit +95.000. Den Rest sehen sie unten. Einzelhandel, Lagerarbeiten, Wachschutz, Restaurants und Bars, Zeitarbeit, all das bringt auch diesmal viele neue Jobs. „Metall, Elektro- und Stahlindustrie“ haben wir blau markiert. Dies ist der entscheidende Sektor, wo es gut bezahlte Jobs gibt, die auch volkswirtschaftlich am Wertvollsten sind. Der Sektor schafft 39.000 neue Jobs, was überraschend positiv ist – denn normalerweise verliert dieser Sektor meistens Jobs in den letzten Monaten. Banken und Versicherungen verlieren wie jeden Monat, diesmal mit -16.000. Wie die Übersicht zeigt, kommen Arbeitslose in den „neuen“ Dienstleistungsjobs unter, die den Weg in eine problematische Zukunft weisen, die da lautet „zu niedrige Einkommen“.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Peter

    31. März 2017 21:15 at 21:15

    Guten Abend, ich denke der Zuwachs an „Qualifizierte Unternehmensdienstleistungen“ sollten Sie neu bewerten. Ich habe eine Anfrage an die Bundesagentur gemailt…hier die Antwort. Nach Analyse der relevanten WZ-Abschnitte habe ich den Eindruck, dass es sich durchaus um qualifizierte Tätigkeiten handelt.

    „vielen Dank für Ihre Anfrage.

    Unter „qualifizierten Unternehmensdienstleistungen“ werden nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008) die Abschnitte

    L (Grundstücks- und Wohnungswesen) sowie
    M (Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen) zusammengefasst.

    Hier auch ein Link für weiterführende Informationen zur WZ 2008: https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Grundlagen/Klassifikation-der-Wirtschaftszweige/Klassifikation-der-Wirtschaftszweige-Nav.html

    Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung“

  2. Avatar

    Peter

    1. April 2017 00:48 at 00:48

    Warum haben sie meinen kommentar gelöscht?

  3. Avatar

    Peter

    1. April 2017 09:01 at 09:01

    Zitat aus https://statistik.arbeitsagentur.de/nn_4236/Statischer-Content/Umfassende-Arbeitsmarktstatistik-Arbeitslosigkeit-Unterbeschaeftigung-Detail.html:

    Deutschland März 2017
    •Unterbeschäftigung insgesamt 3.688.478; dies sind 18.274 mehr als im Vorjahresmonat (0,5%)
    •Unterbeschäftigung liegt um 1.026.367 über der Zahl der Arbeitslosen
    •Arbeitslosigkeit insgesamt 2.662.111; dies sind 182.780 weniger als im Vorjahresmonat (-6,4%)

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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