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Arbeitslosigkeit: Offizielle Prognose drastisch nach oben korrigiert

Claudio Kummerfeld

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am

Steigende Arbeitslosigkeit wegen der Coronakrise erwartet

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist eine Tochter der Bundesagentur für Arbeit. Heute haben die Forscher des IAB eine neue Prognose zur Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts während der Coronakrise veröffentlicht. Man denke zurück. Noch vor etwas mehr als einem Monat prognostizierten die IAB-Forscher einen richtig milden Anstieg der Arbeitslosigkeit im Deutschland, der durch die Auswirkungen der Coronakrise verursacht werden würde. Gerade mal 90.000 Arbeitslose hätte es in Deutschland im Jahresdurchschnitt mehr geben sollen als 2019.

Prognose für Arbeitslosigkeit nach oben korrigiert

Wie naiv war diese Zahl bitte, so möchte man fragen. Bei den kolossalen Auswirkungen eines Shut Downs von großen Teilen der Wirtschaft sollte es nur so geringe negative Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit geben? Nun ja, heute haben die Forscher diese Zahl nach oben korrigiert. Jetzt rechnet man mit einem Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt um 520.000 Menschen gegenüber 2019. Die Höhe soll im Schnitt bei 2,79 Millionen Personen liegen, kurzfristig sogar über 3 Millionen. Da könnte man auf die Idee kommen zu fragen: Hey, so wenig neue Arbeitslose? Bei der Dimension des Shut Downs? Man bedenke bitte: Anders als zum Beispiel in den USA (in fünf Wochen 26 Millionen neue Arbeitslose) werden hierzulande viele eigentlich Arbeitslose durch das Instrument der Kurzarbeit in ihren Betrieben gehalten. Eine sinnvolle Maßnahme, damit die Betriebe nach Ende der Krise sofort wieder mit der Stammbelegschaft die Produktion fortsetzen können. Aber es geht halt zu Lasten der Steuerzahler!

Zurück zum „IAB“. Dort spricht man heute von der „schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte!“ Man erwarte für das Jahr 2020 für Deutschland eine Schrumpfung des realen Bruttoinlandsprodukts von von 8,4 Prozent. Wichtig für die Annahme der oben genannte Zahlen zur Arbeitslosigkeit ist das folgende Szenario, Zitat IAB:

Wir treffen für die vorliegende Vorausschau die Grundannahme, dass die Öffnung Schritt für Schritt bis zum Jahresende erfolgt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Ausbreitung des Virus dadurch hinreichend unter Kontrolle gehalten werden kann, um neuerliche Eindämmungsmaßnahmen zu vermeiden, aber Auflagen wie das Abstandsgebot fortbestehen. Entsprechend der Bund-Länder-Vereinbarung vom 15. April dieses Jahres wird für große Teile des Einzelhandels, den Kfz-Handel und das Friseurgewerbe ein wesentlicher Öffnungsschritt Ende April/Anfang Mai berücksichtigt. Der Produktionsstopp in der Automobilindustrie wird bis Mitte Mai zurückgefahren. Einzelne Bereiche wie Großveranstaltungen können allerdings auch zum Jahresende noch stark eingeschränkt sein.

Interessant finden wir auch noch folgende Detailaussagen des IAB. Zitat:

Insgesamt wird die Zahl der Erwerbstätigen der Vorausschau zufolge in den kommenden Monaten um rund eine Million Personen sinken. Darunter sind auch etliche hunderttausend Minijobber, die nicht von der Kurzarbeitsregelung profitieren und ähnlich zum Anstieg der Kurzarbeit bei sozialversicherungspflichtigen Jobs zurückgehen. Im Zuge der angenommenen schrittweisen Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit macht die Erwerbstätigkeit im späteren Jahresverlauf wieder mehr als die Hälfte der vorherigen Rückgänge wett. Im Jahresdurchschnitt 2020 ergibt sich ein Minus von 470.000 Personen. Neben der Erholung spielt dabei eine Rolle, dass im Februar dieses Jahres ein sehr hoher Ausgangswert erreicht war.

Dabei ist auch relevant, dass momentan Übergänge von Arbeitslosen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie Fortbildungskurse, die üblicherweise bei rund 150.000 pro Monat liegen, nur eingeschränkt stattfinden. Entsprechend mehr Personen verbleiben demnach im Arbeitslosenstatus. Ab der Jahresmitte gehen wir hier von einer schrittweisen Normalisierung aus. Zudem ist es möglich, dass anderweitige Abgangsursachen wie kurzfristige Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von Arbeitslosen derzeit nicht wie gewohnt bearbeitet werden können. Dies kann die Arbeitslosigkeit vorübergehend um mehrere 10.000 Personen erhöhen. Rechnet man diese Effekte in unserer Vorausschau heraus, läge die Zunahme der Arbeitslosenzahlen im Jahresdurchschnitt um 130.000 niedriger.

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Eric

    24. April 2020 14:27 at 14:27

    Wir haben halt Glück im Unglück, die schwarze Null war ein historischer Glücksfall.
    Wir wären dieses Jahr ohne Corona unter 60% vom BIP Staatsverschuldung gefallen. 90% ist bei großen Industriestaaten mit guten Ratings bedacht worden. Rechnerisch gibt uns das über 1.000 Milliarden bzw. 4 ganze Monate BIP Spielraum fiskalischer Feuerkraft. Zusätzlich waren die Sozialkassen gefüllt. Krankenkassen und Arbeitsagentur können alle Mehrkosten auf Monate nur durch Rücklagen decken.

    Kein anderer großer Industriestaat hat diese Reserven.
    Tatsächlich schützt uns das vor einer Abwärtsspirale die nun wohl den USA droht.
    Wir werden eine heftige Rezession erleben, die USA ziemlich sicher eine Depression.
    Die Arbeitslosigkeit bei uns muss gar nicht so besonders steigen. Denn abgesehen von den effektiven Maßnahmen der Regierung gab’s vor der Krise Mangel an Leuten mit beruflichen Abschlüssen, besonders im Handwerk.
    Die finden rasch eine neue Stelle.
    Und die Ruhestandswelle der Baby Boomer beginnt massiv die Zahl der Deutschen im erwerbsfähigen Alter zu senken.

    Glücklicherweise gibt’s zusätzlich im Sommer eine fette Rentenerhöhung, die weiter die Nachfrage stabilisiert.
    Gleichwohl gibt’s eine harte Rezession. Das muss man aber nicht in der in Deutschland und besonders unter Laien in Kommentarsektionen üblichen Art immer gleich ein apokalyptische science fiction aufblasen.
    Ich bin schon gespannt welchen Weltuntergang andere Kommentatoren gleich prophezeien werden.

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      Sven

      24. April 2020 15:32 at 15:32

      @ERIC
      Leider sind wir nicht allein auf diesem Planeten und wir Deutschen leben von der Globalisierung wie kaum ein anderer.
      Ja wir haben in der Vergangenheit bezüglich Reserven gut gewirtschaftet und sind sicher um einiges besser aufgestellt als viele Andere. Aber diese Anderen halten jetzt die Hand auf und wollen haben, haben, haben (Italien, Frankreich, Spanien….)
      Richtig hässlich kann es werden, wenn die Weltwirtschaft noch weiter in die Knie geht. Wer will dann unsere Produkte haben, wenn die weltweite Nachfrage nicht mehr vorhanden ist?
      Aber irgendwie schon ein klein wenig arrogant von dir (als angeblichem Experten – lach) das alle die nicht deiner Meinung sind, nur Laien sind.

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        Eric

        24. April 2020 15:55 at 15:55

        Ich beziehe mich auf die wahnwitzigen „Prognosen“ in Kommentarspalten und sozialen Netzwerken vom Küchentisch aus, die nach der Viruspanik jetzt in Wirtschaftspanik ausbrechen.

        Und meine Fakten beziehe ich von Fachleuten und einer unisono recht vergleichbaren Studienlage.
        Die Spannbreite der Prognosen liegt bis max 1 Mio zusätzlicher Arbeitslose im Jahresverlauf. Bedenkt man, dass das immer noch fast 1,5 Mio. weniger wären als am Ende der Kohl Ära (wo mit exzessiven ABM Maßnahmen die wahre Zahl sogar noch höher lag), dann ist das nichts was schön wird, aber auch nichts was uns unbekannt wäre.
        Beispiellos ist das Tempo, aber da dies so angeordnet und gewollt wurde ist das nicht überraschend.

        Es gibt etwas zwischen Sonnenschein und Depression. Eine Rezession. Die werden wir durchschreiten müssen, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

        Im Übrigen kann die globale Erholung schneller gehen als die pessimistischen Szenarien erwarten.
        So funktioniert der lockdown erstaunlich gut. Die pessimistischen Prognosen für die Situation Ende April aus dem letzten Monat haben sich auch nicht ansatzweise eingestellt.

        Das heißt, realistisch sind wohl die mittleren Szenarien. Und die gehen von einer Erholung ab Juni aus, wenn sich Bürger und Wirtschaft auf den neuen Alltag organisatorisch eingestellt haben. Spiegelbildlich dazu in anderen Ländern.
        Denn viele Beschränkungen sind zwar menschlich eine Zumutung, wirtschaftlich aber beherrschbar. Insbesondere unsere wichtige Industrie funktioniert hochautomatisiert, so auch in anderen Ländern wo Zulieferer und Abnehmer sitzen. Selbst Italien plant wieder konkret den Neustart der Industrie.
        Was im Februar an know how, Infrastruktur, Anlagen und Bedarf da war, das ist prinzipiell weiter da. Der Großteil der Arbeitnehmer muss weder Arbeitslosigkeit, noch Kurzarbeit befürchten. Bei den anderen greift der Sozialstaat ein und Pakete zur Stabilisierung und später Ankurbelung werden helfen.

        All das wird keine Rezession verhindern. Aber es gibt keine Anhaltspunkte für den exzessiven Pessimismus der überall in den sozialen Medien hervorquillt. Willst du das ernsthaft bestreiten?

        Ich verstehe auch nicht wieso viele Leute diesen Drang haben eine real schwierige Situation auch noch durch negative Übertreibungen so auszuschmücken. Und auch die immergleichen kommen mit ihren Fantasien zum Systemwechsel, Ende des Kapitalismus oder dem ollen bedingungslosen Grundeinkommen hausieren wie eh und je. Fast schon wieder richtig alltäglich.

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        Herbi

        25. April 2020 09:44 at 09:44

        Arbeitslosigkeit bzw. Kurzarbeit hin oder her. Es wird wie 2009 sein. Die USA werden besser aus der „Coronakrise“ kommen (mit oder ohne Trump). China ohnehin, denen mag die „Krise“ gar nicht so ungelegen kommen. Die EU hat bereits ihr Pulver verschossen. Ein britischer Politiker bezeichnete die EU als einen „verwesenden Leichnam“, von dem man sich nicht in die Tiefe ziehen lassen wolle. Deutschland ist leider Teil dieses „Leichnams“ (irreparable Verkettung mit Frankreich, Italien, Spanien….). Die „Krise“ wird für den weiteren „Verwesungsprozess“ wie ein Katalysator wirken. Am Ende steht eine völlig verwüstete EU samt Deutschland, die zwischen den tatsächlichen Machtblöcken USA und China aufgerieben wird. Verwesungsprozesse brauchen aber trotz Katalysatoren eine gewisse Zeit. Für ein paar Jahre dürfte Deutschland insofern noch gut sein. Und man darf sich nicht bange machen lassen. Wichtig ist: Selbstschutz, Unversehrtheit, die eigene Familie sichern, listig sein und das eigene Vermögen vor dem Zugriff der Staatskrake sichern. Der Zugriffsversuch ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Vor allem Immobilieneigner dürfte es ziemlich erwischen.

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    Marcus

    24. April 2020 15:51 at 15:51

    Die Frage ist doch was das Kurzarbeitergeld betrifft, wie viele von der Stammbelegschaft überhaupt wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren werden. Ich möchte behaupten, das dies nicht alle sein werden, weil man aufgrund der wegbrechenden Aufträge gleich noch Jobs abbauen wird.

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    Realismus

    24. April 2020 16:13 at 16:13

    „werden hierzulande viele eigentlich Arbeitslose durch das Instrument der Kurzarbeit in ihren Betrieben gehalten“

    Also wer weiß wie viele Arbeitslose wir in wirklichkeit haben, wenn man Leute in Kurzarbeit und „Schulungs“maßnahmen mit einrechnen würde.

    Was die Kosten angeht, es ist ja egal ob die Leute nun arbeitslos oder in Kurzarbeit sind, beides bazahlt die Arbeitsagentur.

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      Eric

      24. April 2020 16:39 at 16:39

      Es ist gar nicht egal.
      Kein Arbeitgeber behält trotz Kurzarbeit jemand den er vermutlich nicht mehr braucht. Denn es entstehen trotzdem Kosten. Gerade in einer Zeit die Rücklagen anfressen wird behalten Arbeitgeber keine Belegschaften die sie mit ziemlicher Sicherheit bald nicht mehr brauchen.
      Da zählt dann für den Controller jeder einzelne Monat, da gibt’s kein „schaumer mal“ wenn ansonsten das Unternehmen womöglich nicht lange überleben kann. Dass dennoch die Kurzarbeit boomt, nicht die Arbeitslosenmeldungen, zeigt, dass einerseits die Unternehmen mehrheitlich enorm viel Cash angesammelt haben um ein katastrophales Krisenjahr zu überstehen und zweitens keine Strukturbrüche passieren.

      Da viele Arbeitgeber in den letzten Jahren Aufträge wegen Personalmangel ablehnen mussten und Beschäftigte teils gigantische Berge Überstunden aufgebaut haben ist der Nachfrageschock am Arbeitsmarkt einfach nicht so gravierend.
      Alles natürlich ein mittleres Szenario angenommen. Mit etwas Fantasie kann man sich ganz leicht stets alle Schreckensbilder ausmalen. Aber das bringt ja niemand weiter.

      Im Übrigen war der lockdown in der Wirtschaft gar nicht so hart wie die Beschränkungen von Freizeit, Gastronomie und Unterhaltung vermuten lassen würden. Wir waren immer weit von einer Ausgangssperre oder auch lockdown bis auf lebenswichtige Industrien entfernt.
      Und erstaunlich viel ist recht reibungslos weiterhin durch Home Office, Umorganisation von Schichtplänen und Anordnung von Arbeitsplätzen und dergleichen weiterhin voll möglich. Auch das Baugewerbe, der Lebensmitteleinzelhandel und andere brummen weiter, der E-Commerce boomt sogar. Neue Industriezweige entstehen gerade, Verbraucher kaufen jetzt statt fast fashion aus der Frühjahrskollektion den Mundschutz aus der Näherei um die Ecke und das Wirtshaus bietet das Schnitzel mit Kartoffelsalat im Straßenverkauf oder per Lieferservice an, wahnsinnig viele in der Gastro freigesetzte Arbeitnehmer kommen da gerade unter.

      Gar nicht davon zu reden welche Konjunkturstütze der kollabierte Ölpreis ist. 2019 haben wir ganze 3,5 % unseres BIP für Import fossiler Brennstoffe ausgegeben. Der Gaspreis folgt gerade dem Ölpreis und beide werden lange niedrig bleiben. Das erspart Haushalten und Unternehmen Milliarden.

      Es ist nicht alles schwarz, es ist differenziert.
      Und gerade diesen Blick muss man behalten. Es gibt viele negative Faktoren, es gibt viele stabile Faktoren und sogar einige positive Faktoren.

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    Peter Sallister

    24. April 2020 18:19 at 18:19

    Eine zur Diskussion stehende Aussage lautet: Spiegelt das Niveau der Aktienkurse die wirtschaftliche und finanzielle Situation wieder?

    Wenn wir die letzten „Dellen“ der Börsen-Indizes, 2018 und 2015 heranziehen und mit der damaligen Einschätzung vergleichen die zu den Dellen führten, ist die aktuelle Bewertung der wirtschaftlichen Lage durch die Indizes viel zu hoch.

    Es mag eine Meinung geben daß frühere Börsenkorrekturen durch „echte“ Ereignisse wie Immoblase usw. verursacht waren und daher gerechtfertigt waren.
    Während heute ein Virus von außen kam auf eine intakte Wirtschaft, sich als relativ „harmlos“ erweist, einige Überreaktionen hervorruft, aber dann doch eher wie ein lästiger Mückenschwarm abgeschüttelt wird ohne größere Folgen. Eric scheint in diese Richtung zu denken. Völlig undenkbar ist das nicht.

    Die gegenwärtige Seitwärtsbewegung der Börsen mag bedeuten, daß sich Optimisten und Pessimisten die Waage halten. Eine „Pflege“ der Kurse durch größere Player wie Black Rock aus Eigeninteresse halte ich nicht für ausgeschlossen.

    Es fehlen wohl noch ein oder 2 Monate damit die Richtung des Kurses klarer wird, sich Tendenzen klarer abzeichnen. Mehr Zahlen auf dem Markt sind. Zu sehen wie die Leute reagieren. Daß auch Erklärungen von Trump oder Merkel näher an den Realitäten sind und weniger gezielte Stimmungsbeeinflusser.

    Ich würde zwar jetzt auch eher 70:30 auf einen Dax von 5000 tippen aber sehe die immer noch größere Möglichkeit mich zu irren.
    Meine negativere Einschätzung hat vor allem Gründe bei der Schuldensituation und dem Endverbraucherkonsum. Die Gelder von FED, EZB ersetzen ja keine Verdienstausfälle, sondern sind erst mal weitestgehend loans an Systemrelevante, also Notmaßnahmen und keine Stimulierung, auch wenn deren Notwendigkeit besteht.

  5. Pingback: Die Meldungen vom 24.04.2020 (Teil 2) …… muss man nicht kennen! | das-bewegt-die-welt.de

  6. Avatar

    Pessi-Mist

    24. April 2020 19:25 at 19:25

    Der beste Beweis dass solche Ereignisse auch etwas Gutes haben ist der geläuterte Sven. Der ist doch voll von der Fahnenstange heruntergestiegen u.auf dem Boden der Realität angekommen. Ein dreifaches Bravo !
    Da könnten sich einige Vollprofis noch eine Scheibe abschneiden.Es gibt immer noch viele MMT Gläubige,
    die meinen das Gelddruckspiel werde ohne Nebenwirkungen für ewig weitergehen.

    • Avatar

      asisi1

      27. April 2020 08:30 at 08:30

      Die Masse der Deutschen glaubt doch daran, das man sich reich drucken kann!
      Siehe die ganze Politmeute , Beamte und im öffentlichen Dienst beschäftigte. Denen ist es egal, das Geld kommt aufs Konto und die Pensionen machen ca. 72% aus. Der kleine Mann der alles verdienen muss, bekommt nur noch 50%. Wer noch immer auf Besserung hofft, der sollte schleunigst in die Klapse.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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