Die wichtigsten Eckpunkte
- Im September sinkt die Arbeitslosigkeit um 39.670 Personen, aus saisonalen Gründen.
- Beschäftigung sinkt spürbar. Offenbar wird viel Arbeitsplatzabbau in der Industrie über Frühverrentung umgesetzt.
- Kurzarbeit weiterhin sehr niedrig. Das zeigt, dass die Industrie-Krise kein kurzfristiges Sonderphänomen ist.
Die offizielle (!) Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im September gegenüber August um 66.980 Personen gesunken, im Jahresvergleich aber um 39.670 gestiegen, so meldet es aktuell die Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote sinkt im Monatsvergleich von 6,5 % auf 6,4 %. Im September 2025 lag sie bei 6,3 %. Natürlich spielt die Saisonalität eine Rolle. So sagt die Agentur aktuell: „Im September beginnt am Arbeitsmarkt die Herbstbelebung. Der Auftakt fällt allerdings schwunglos aus. Die wirtschaftliche Verbesserung kommt auf dem Arbeitsmarkt derzeit noch nicht an“.
Arbeitslosigkeit: Industrie-Abbau optisch erstmal nicht schlimmer
Wir blicken monatlich in der Detailstatistik der Bundesagentur für Arbeit, wie sich der Aufbau oder Abbau von Arbeitsplätzen je nach Branche entwickelt. Diese Daten werden von der Agentur stets mit zwei Monaten Verzögerung gemeldet. Heute sehen wir: Mit -169.000 Jobs im Juli in der Industrie bleibt der Abbau im Jahresvergleich auf hohem Niveau nach -171.000 im Juni.
Wohin „verschwinden“ die Arbeitslosen?
Warum erhöht sich die Arbeitslosigkeit nicht massiv durch eine seit Jahren laufende Industriekrise? Nun, die Unternehmen hierzulande setzen nicht wie in anderen Ländern einfach tausende Mitarbeiter auf die Straße. Es gibt Sozialpläne oft mit jahrelangen Laufzeiten. Und bei all den derzeitigen Ankündigungen von Werkschließungen, Standortverlagerungen etc sieht man Fristen von mehreren Jahren. Es ist also ein schleichender Prozess, der erst in den kommenden Jahren seine Wirkung so richtig entfaltet. Dazu kommt noch, dass Firmen gerne ältere Mitarbeiter „abbauen“. Es ist für die Optik weitaus eleganter, ältere Mitarbeiter über großzügige Vorruhestandsregelungen sozusagen direkt in die Rente zu überführen, womit sie offiziell nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Über solche Effekte fällt es derzeit wenig auf, welche Tragödie sich in vielen Industriebetrieben derzeit abspielt.
Wie gesagt, die Arbeitslosigkeit stieg zuletzt im Jahresvergleich offiziell nur um 39.670 Personen. Aber man schaue auf die heute gemeldeten Details: Im Juli lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten um 236.000 Personen niedriger als im Vorjahr! Und die Zahl der Selbständigen (einschließlich mithelfender Familienangehöriger) ist bereits seit vielen Jahren rückläufig. Dieser Rückgang setzt sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch im zweiten Quartal 2026 fort. Saisonbereinigt ist die Selbständigkeit im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 58.000 gesunken.
Kurzarbeit weiter niedrig
Nach aktuellen Daten der Agentur wurde vom 1. bis einschließlich 24. September für 18.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, ein sehr geringer Wert. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Juli 2026 zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten wurde in diesem Monat für 118.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 13.000 weniger als im Vormonat und rund 69.000 weniger als vor einem Jahr. Bei dem massiven Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie ist das ein sehr geringer Wert, so meine Anmerkung. In früheren Krisen (vor allem Corona) war die Kurzarbeit das ideale Instrument. Man wusste, dass die Krise nicht strukturell bedingt ist, sondern auf einem Einmaleffekt beruht. Deswegen konnte man über die Kurzarbeit seine Mitarbeiter im Betrieb halten, anstatt sie in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Aber jetzt, wo die Industrie seit Jahren in der Strukturkrise steckt, nutzen kurzfristige Behelfsinstrumente nicht.
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„Wohin „verschwinden“ die Arbeitslosen?“
Vor allem in manipulierten Daten…Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
In den USA ist ja auf dem Arbeitsmarkt auch scheinbar alles toll, obwohl die breite Bevölkerung das anders sieht.