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Europa

Arbeitslosigkeit steigt trotz „Wirtschaftserholung“ – Blick auf aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Mann mit Laptop auf Straße

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt weiter an, und dass obwohl es nach dem Ende der Lock Down-Maßnahmen doch wieder wirtschaftlich aufwärts geht? Dann müsste die Beschäftigung doch eigentlich auch wieder zunehmen? Ganz aktuelle BIP-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft bis Ende Juni weiter abgeschmiert ist (hier ganz aktuelle Daten). Und die Bundesagentur für Arbeit hat vor wenigen Minuten die Daten für den deutschen Arbeitsmarkt für den Monat Juli veröffentlicht. Die offizielle Arbeitslosigkeit steigt im Juli von 2,85 Millionen im Juni auf 2,91 Millionen Personen an (Arbeitslosenquote steigt von 6,2 Prozent auf 6,3 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt die Zahl der offiziell Arbeitslosen um 635.000 Personen an. Die eigentliche Arbeitslosigkeit (offiziell als „Unterbeschäftigung“ bezeichnet) steigt von 3,62 auf 3,66 Millionen Personen (Quote steigt von 7,8 Prozent auf 7,9 Prozent).

Aussagen der Bundesagentur für Arbeit zur steigenden Arbeitslosigkeit

Warum steigt die Arbeitslosigkeit in Deutschland an, trotz angeblicher wirtschaftlicher Erholung? Dazu und zu anderen Details hier auszugsweise einige aktuelle Aussagen der Statistiker im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt steht wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck, auch wenn sich die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs befindet. Der massive Einsatz von Kurzarbeit hat stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsverluste verhindert.

Die Arbeitslosenzahl ist zu Beginn der Sommerpause von Juni auf Juli im üblichen Umfang gestiegen. Der coronabedingte Anstieg hat sich in diesem Monat vorerst nicht fortgesetzt. Mit 2.910.000 liegt die Zahl der Arbeitslosen 57.000 höher als im Vormonat. Saisonbereinigt hat sie sich um 18.000 verringert.

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist zu Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen, aktuell hat sie sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Im Juli waren 573.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 226.000 weniger als vor einem Jahr.

Aktuelle Detaildaten zur Arbeitslosigkeit in Deutschland im Monat Juli

Kurzarbeit

Heute früh hatte das ifo-Institut bereits zum Thema Kurzarbeit aktuelle Umfragedaten für Juli veröffentlicht. Demnach bleibt die Inanspruchnahme dieses Arbeitsmarkt-Instruments sehr hoch (mehr Infos dazu hier). Die Bundesagentur für Arbeit hat heute in ihrem Arbeitsmarktbericht auch Angaben zur Kurzarbeit gemacht. Auszugsweise im Wortlaut:

Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 26. Juli für 190.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit geht die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wird, nach dem massiven Anstieg in März und April weiter deutlich zurück. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Mai zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Mai für 6,70 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 6,10 Millionen im April und 2,46 Millionen im März. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag damit weit über den Werten zur Zeit der Großen Rezession 2008/2009.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    franko33

    30. Juli 2020 13:16 at 13:16

    Was für eine „Wirtschaftserholung“ ?

    Die Bundesregierung steckt in einem Dilemma ?
    Schwer zu sagen.Höhere Arbeitslosenzahlen stellen aus Sicht der Bundesregierung
    eine reale Bedrohung dar(Wiederwahl / drohende Unruhen)
    Das gesamte Zahlengebilde (Banken und Industriebilanzen) steht auf tönerden Füßen weltweit.
    Wir brauchen ein neues Finanzsystem,nur möchten unsere „Verantwortlichen“ weiter bei
    ihren Bezügen und Funktionen bleiben ohne Einbußen.
    Die Angst ist groß doch irgendwie von der Bevölkerung abgestraft zu werden.
    Finanzindustrie und Regierungen: Es soll immer nach Plan gehen.Koste es was es wolle.
    Wir haben das ja in der Mehrheit gewählt oder gekauft und so müssen wir uns nicht wundern,dass wir im Endeffekt als Bevölkerung alles bezahlen müssen.

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Europa

Verbraucherpreise Deutschland im September: Deflation!

Claudio Kummerfeld

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Verbraucherpreise schwanken

Soeben hat das Statistische Bundesamt als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für den Monat September veröffentlicht. Im Jahresvergleich zu September 2019 ist es ein Minus von 0,2 Prozent , nach 0,0 Prozent im August und -0,1 Prozent im Juli. Die Erwartung lag für heute bei -0,1 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung die Verbraucherpreise insgesamt in den Negativbereich drückt – was die Statistiker auch so erwähnen. Auch die kurzfristige Veränderung von August zu September liegt bei -0,2 Prozent.

Die Grafik zeigt die Details der aktuellen Vorabschätzung (endgültige Zahlen gibt es am 13. Oktober). Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel liegen im September nur noch mit 0,6 Prozent im Plus (im Juni noch +4,4 Prozent). Der Schnitt wird aber in den Keller gezogen durch die Energiepreise, die dank Ölpreis-Crash aus dem Frühjahr immer noch 7,1 Prozent niedriger sind als im Vorjahr.

Aktuelle Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise

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Europa

Kurzarbeit: ifo-Institut präsentiert aktuellste Zahlen – deutlicher Rückgang

Claudio Kummerfeld

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Die Gastronomie ist auch stark von Kurzarbeit betroffen

Die Kurzarbeit geht in Deutschland deutlich zurück, auch wenn sie nach diesem Rückgang immer noch auf einem dramatisch hohen Niveau liegt. Laut ganz frischer Veröffentlichung des ifo-Instituts waren im September 3,7 Millionen Menschen in Deutschland von Kurzarbeit betroffen, nach 4,7 Millionen im August. Dies hat ifo exklusiv berechnet. Der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 11 Prozent geschrumpft, von 14 Prozent im August. Der Rückgang schreite stetig voran. Besonders hoch bleibe aber der Anteil an den Beschäftigten in der Industrie, so die aktuelle Aussage von ifo. Hier Details im Wortlaut:

Im Verarbeitenden Gewerbe waren im September schätzungsweise noch 1,47 Millionen Menschen in Kurzarbeit, das sind 21 Prozent der Beschäftigten. Bei den Dienstleistern waren es 1,23 Millionen oder 12 Prozent, im Handel 406.000 Menschen oder 9 Prozent. Im Bauhauptgewerbe waren es nur 5000 Menschen oder 1 Prozent. In den übrigen Sektoren schätzt das ifo Institut die Zahl der Kurzarbeiter auf 622.000 oder 5 Prozent der Beschäftigten.

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Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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