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Europa

Arbeitslosigkeit in Europa: Weiterhin langsam aber konstant in die richtige Richtung

In der Eurozone liegt sie im Mai (aktuellster Monat) mit 10,1% (im April noch 10,2%) deutlich niedriger als im Mai 2015 (11%). Damit hat man das niedrigste Niveau seit…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die EU-Behörde Eurostat weist nicht ganz zu Unrecht mit Stolz darauf hin, dass es mit der Arbeitslosigkeit nachhaltig bergab geht in der EU. Sie schleicht im Chart aber immer noch wie eine Schnecke viel zu langsam bergab. In der Eurozone liegt sie im Mai (aktuellster Monat) mit 10,1% (im April noch 10,2%) deutlich niedriger als im Mai 2015 (11%). Damit hat man das niedrigste Niveau seit Juli 2011 erreicht. Einen kleinen aber anständigen Applaus bitte!

In der Tabelle sieht man: Obwohl Deutschland im Mai bei 6% lag, notiert Eurostat für Deutschland eine Arbeitslosenquote von 4,2%. Wir verweisen wie jeden Monat darauf: Was die EU (Eurostat) als Arbeitslosenquote veröffentlicht, nennen wir in Deutschland die „Erwerbslosenquote“. Z.B. werden in dieser Erhebung Arbeitslose, die sich nach Ansicht der Ämter in den letzten Wochen nicht aktiv genug um Arbeit bemüht haben, einfach nicht mehr als arbeitslos gezält. So kommt Eurostat für Deutschland auf sagenhafte 4,2% statt 6% Arbeitslosigkeit. Also: Wollen wir die EU-Zahlen umrechnen auf unsere „deutsche“ Sichtweise, müssen wir auf alle hier präsentierten Zahlen 30% draufschlagen. Aber dennoch bleibt positiv zu vermeken: Der obere Chart zeigt eine langsame, aber konstante Entwicklung in die richtige Richtung.

Dabei bleibt es fraglich, ob die Erholung in Ländern wie Spanien, Griechenland oder Italien nicht viel zu lange dauert. Viele Arbeitslose, die bei ihren Eltern und auf Kosten ihrer Eltern leben, können nicht nochmal 5 oder 10 Jahre warten, bis sie endlich wieder eine einträgliche Arbeit finden. Bis dahin wählt man dann verstärkt Podemos, Syriza und Co? Zuletzt hatte Podemos in Spanien nicht so stark zugelegt wie allgemein erwartet. Besonders in Griechenland und Spanien ist die Arbeitslosigkeit mit immer noch 24,1% und 19,8% extrem hoch – erst recht noch, wenn man wie eben beschrieben nochmal 30% draufschlägt.

Eurostat 1

Arbeitslosigkeit EU

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    jugen

    1. Juli 2016 22:23 at 22:23

    Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Nur weil man die Zahlen beschönigt wird die Lage noch lange nicht besser:

    „Auf die offiziellen Zahlen der Leistungsbezieher, veröffentlicht im BA-Bericht (Tabellen ab S. 52), möchten die „Qualitätsjournalisten“ auch weiterhin offensichtlich nicht näher eingehen. Verständlich.

    940.051 Menschen erhielten im Februar Arbeitslo­sen­geld I (Januar 2015: 944.191), 4.322.160 mußten mit Hartz IV (ALG II) überleben (Januar 2015: 4.320.572).

    Zusammen sind das 5.262.211 ALG-Bezieher
    im Februar 2016. Weitere 1.722.554 Menschen erhielten Sozi­al­geld (Januar 2015: 1.720.788).
    Das sind zusammen 6.982.999 Leistungsempfänger (Januar 2015: 6.985.551).

    Doch selbst diese Zahl zeigt noch nicht das wahre Ausmaß, denn hinzu kommen noch die Bezieher von Wohn­geld, von Kinderzuschlag oder von Sozi­al­hilfe nach SGB XII, die ohne diese Leistungen in Hartz IV fallen könnten. Ganz abgesehen davon, daß im BA-Bericht ständig von Untererfassung, Schätzungen und Hochrechnungen gefußnotet wird.

    Hinzu kommen laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) weitere 3,1 bis 4,9 Millionen Leistungsberechtigte, die aber keine Grundsicherung beantragen. Bis zu fünf Millionen Menschen verzichten also auf das ihnen zustehende Hartz IV – entweder aus Scham oder weil sie sich das entwürdigende Prozedere in den sogenannten Jobcentern nicht antun wollen.

    Weitere 3.706.813 Menschen waren im Februar „unterbeschäftigt“ (ohne Kurzarbeit) (Vormonat: 3.680.727). Den Millionen von Arbeitslosen standen laut BA im Februar mal gerade 613.885 offene Arbeitsstellen gegenüber, über deren Qualität sich in vielen Fällen weiterhin trefflich streiten läßt.

    Klaus Wallmann sen.“
    (http://www.randzone-online.de/?p=26267)

    Wir haben etwa 15 Millionen Menschen, die nach einer Arbeit such von der sie leben können.

    Ich kann meinen Ekel kaum beschreiben, den ich empfinde wenn ich im Fernsehen unsere Nachrichtensprecher voller Freude die Jubelmeldungen von den tollen Arbeitslosenzahlen verkünden höre.
    Die aktuelle Kamera lässt grüßen.

    …das Ende ist nah.

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Europa

Deutsche Wirtschaft „auf schwachem Fuß gestartet“: Einkaufsmanager

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Januar) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 50,8 (Prognose war 50,3; Vormonat war 52,0)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,0 (Prognose war 57,5; Vormonat war 58,3)

Dienstleistung: 46,8 (Prognose war 45,3; Vormonat war 47,0)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 51,5 für Gewerbe (Prognose war 50,5; Vormonat war 51,1) und mit 46,5 für Dienstleistung (Prognose war 48,5; Vormonat war 49,1) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Die deutschen Januar-Flashes sind keine große Überraschung. So lieferte die Industrie trotz leichter Abschwächung wieder starke Zahlen, während die Geschäftstätigkeit im Servicesektor infolge des Mitte Dezember eingeführten Lockdowns erneut rückläufig war. Alles in allem ist Deutschland auf schwachem Fuß ins neue Jahr gestartet und die Verlängerung der jüngsten Eindämmungsmaßnahmen bis mindestens Mitte Februar bedeutet, dass sich daran auch in den kommenden Wochen nicht viel ändern dürfte. Die Industrie ist weiter der Lichtblick, unterstützt vom nachhaltigen Wachstum der Exporte. Die Hersteller strotzen nur so vor Zuversicht, wie der Rekordwert bei den Geschäftsaussichten zeigt. Anscheinend lassen sie sich dabei auch nicht von den zunehmenden Unterbrechungen in den Lieferketten abschrecken, die im Januar zu einer beispiellosen Verlängerung der Lieferzeiten führte. Wir sehen jedoch bereits einen entsprechend kräftigen Anstieg der Kosten, wenngleich es angesichts stagnierender Verkaufspreise momentan keine Anzeichen für einen generell steigenden Inflationsdruck gibt.“

 

 

Die EInkaufsmanagerindizes als Parameter für die deutsche Wirtschaft

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Europa

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkaufprogramme für Anleihen und Liquiditätsspritzen für die Banken werden wie bisher fortgesetzt.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

Zweitens wird der EZB-Rat die Ankäufe im Rahmen des Pandemie-Notfallankaufprogramms (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP) fortsetzen. Dies hat einen Gesamtumfang von 1 850 Mrd €. Der EZB-Rat wird die Nettoankäufe im Rahmen des PEPP mindestens bis Ende März 2022 und in jedem Fall so lange durchführen, bis die Phase der Coronavirus-Krise seiner Einschätzung nach überstanden ist. Die Ankäufe im Rahmen des PEPP werden durchgeführt, um während der Pandemie die günstigen Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten. Wenn mit Ankäufen, die den Gesamtumfang des PEPP über den Zeithorizont der Nettoankäufe hinweg nicht voll ausschöpfen, günstige Finanzierungsbedingungen aufrechterhalten werden können, muss dieser Gesamtumfang nicht vollständig genutzt werden. Genauso kann der Umfang erforderlichenfalls auch rekalibriert werden, um günstige Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten und so dem negativen Schock der Pandemie auf die Inflationsentwicklung entgegenzuwirken.

Der EZB-Rat wird die Tilgungsbeträge der im Rahmen des PEPP erworbenen Wertpapiere mindestens bis Ende 2023 weiterhin bei Fälligkeit wieder anlegen. Das zukünftige Auslaufen des PEPP-Portfolios wird in jedem Fall so gesteuert, dass eine Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen Kurses vermieden wird.

Drittens werden die Nettoankäufe im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme – APP) in einem monatlichen Umfang von 20 Mrd € fortgesetzt. Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die monatlichen Nettoankäufe von Vermögenswerten im Rahmen des APP so lange fortgesetzt werden, wie dies für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung seiner Leitzinsen erforderlich ist, und dass sie beendet werden, kurz bevor er mit der Erhöhung der EZB-Leitzinsen beginnt.

Der EZB-Rat beabsichtigt, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere weiterhin bei Fälligkeit für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem er mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, vollumfänglich wieder anzulegen und in jedem Fall so lange wie erforderlich, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

Schließlich wird der EZB-Rat weiterhin reichlich Liquidität über seine Refinanzierungsgeschäfte zur Verfügung stellen. Insbesondere stellt die dritte Serie gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO III) nach wie vor eine attraktive Finanzierungsquelle für Banken dar, wodurch deren Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte unterstützt wird.

Der EZB-Rat ist nach wie vor bereit, alle seine Instrumente gegebenenfalls anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Teuerungsrate – im Einklang mit seiner Verpflichtung auf Symmetrie – auf nachhaltige Weise seinem Ziel annähert.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Fünfter Monat Deflation – Osteuropa koppelt sich ab

Claudio Kummerfeld

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Taschenrechner und Münzen

Die Verbraucherpreise in der Eurozone für Dezember wurden soeben endgültig bestätigt mit -0,3 Prozent. Damit hängt man nun den fünften Monat in Folge in der Deflation. Die Energiepreise fallen weniger stark mit „nur noch“ -6,9 Prozent im Jahresvergleich nach -8,3 Prozent im November. Die Preissteigerung bei Lebensmitteln fiel mit +1,3 Prozent geringer aus als in den Vormonaten mit +1,9 Prozent. Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa ganz klar nicht in der Deflation hängst, sondern ganz klar positive Preisentwicklungen hinlegt. Dadurch ist der Schnitt für die gesamte EU bei +0,3 Prozent. Gut sichtbar ist der Unterschied zwischen West- und Osteuropa in der ersten Grafik.

Verbraucherpreise je nach Ländern im Detail

Grafik zeigt Dezember-Verbraucherpreise im Detail

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