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Arbeitslosigkeit wie immer auf Rekordtief seit Wiedervereinigung – hier die monatliche Aufarbeitung der manipulierten Daten

Ach wie hassen wir es doch jeden Monat mit zu jubeln - wie langweilig! Die Arbeitslosigkeit (offizielle Arbeitslosigkeit) in Deutschland sinkt im Monat November auf den tiefsten Stand seit 1991. Mit 2,368 Millionen Menschen waren...

FMW-Redaktion

Ach wie hassen wir es doch jeden Monat mit zu jubeln – wie langweilig! Die Arbeitslosigkeit (offizielle Arbeitslosigkeit) in Deutschland sinkt im Monat November auf den tiefsten Stand seit 1991. Mit 2,368 Millionen Menschen waren 20.000 weniger arbeitslos als im Oktober, und 163.564 weniger als im November 2016. Das ist eine Arbeitslosenquote von 5,3% nach 5,4% im Oktober und 5,7% im November 2016.

Die Zahl der „Unterbeschäftigten“ von 3,3 Millionen geht im Monatsvergleich um 8.000 und im Jahresvergleich um 148.033 zurück. Hierin enthalten sind größtenteils Arbeitslose. Nur viele dieser Arbeitslosen können von der Agentur aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik entfernt werden, weil man einfach sagt: Du bist zwar arbeitslos, aber wir definieren dseinen Status einfach nicht als arbeitslos! Betroffen sind alle Langzeitarbeitslosen älter als 58 Jahre, alle Arbeitslosen die krank sind, alle Arbeitslosen die gerade in einer Maßnahme der Agentur verwahrt werden usw.

Hier nochmal der genauere Rechenweg der Zahlen – auch wenn der Artikel schon älter ist, ist er dennoch nach wie vor gültig.

Die Zahl der beim Amt gemeldeten offenen Stellen steigt ebenfalls immer weiter, auf jetzt 779.712 Stellen von 773.105 im Vormonat. Der Zuwachs im Jahresvergleich liegt bei 98.599 offenen Stellen. Die Umfragen der Agentur-Tochter „IAB“ zeigen, dass die Zahl der offenen Stellen tatsächlich über 1 Million liegt – und auch die Zahl dürfte zu tief gegriffen sein, weil nur ein Teil der Arbeitgeber befragt wird. Wie immer unsere nervige Frage: Bei den offenen Stellen sind auch jede Menge Stellen für Geringqualifizierte dabei. Warum kann man Langzeitarbeitslose nicht in diese Jobs vermitteln? Wer ist hier schuld? Wohl eine Frage für Philosophen!

Ebenfalls heute veröffentlicht wurde die Zahl der Erwerbstätigen vom Statistischen Bundesamt mit 44,6 Millionen. Ein Plus von 650.000 Personen im Vergleich von Oktober 2016 auf Oktober 2017. Die Erwerbslosenquote liegt inzwischen nur noch bei 3,6%. Hier wie immer unser Hinweis: Erwerbslosigkeit ist etwas völlig anderes als Arbeitslosigkeit. Die Differenz zwischen 5,3% und 3,6% kommt zustande, weil bei der Erwerbslosenquote Arbeitslose aus der Statistik gestrichen werden, die sich nach Meinung der Ämter nicht aktiv genug um Arbeit bemühen. Arbeitslos sind sie trotzdem – eben nur nicht im Sinne der Definition der Behörden. So bekommt man die Zahlen schön weit nach unten gedrückt! Im offiziellen EU-Vergleich haben wir in Deutschland nur 3,6% „Arbeitslose“ ! ! ! Die Erwerbslosigkeit (nach EU-Maßstäben „Arbeitslosigkeit“) liegt somit nur noch bei 1,55 Millionen Personen, ein Minus von 12.000 gegenüber dem Vormonat.

Hier der offizielle Headline-Text der Bundesagentur für Arbeit zu den heutigen Arbeitsmarktdaten:

Der Arbeitsmarkt profitiert von der guten wirtschaftlichen Entwicklung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern steigen auf hohem Niveau weiter an. Der saisonbereinigte Rückgang von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung hat sich im November fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr sind deutliche Abnahmen zu verzeichnen, obwohl sich mehr geflüchtete Menschen in Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung befinden.

Das folgende Schaubild zeigt die Schaffung und den Abbau von Arbeitsplätzen nach Branchen im Jahresvergleich (immer zwei Monate verzögert). Mehr denn je sieht man: Das Jobwunder basiert auf schlecht und sehr schlecht entlohnten Arbeitsplätzen. Da wird es düster im Sinne einer vernünftigen Rente! Aber wir wollen nicht zu viel rumjammern – Job ist Job, oder?

Flüchtlinge

Warum explodiert die Zahl der Arbeitslosigkeit nicht durch hunderttausende Flüchtlinge aus den Jahren 2015 und 2016, die inzwischen bei der Bundesagentur für Arbeit registriert sind? Wie immer kommen die Buchungstricks der Agentur zum Tragen. Die meisten werden nicht als arbeitslos geführt (obwohl sie arbeitslos sind), sondern aufgrund der Unterbringung in Maßnahmen als „Unterbeschäftigte“. Also das selbe Spielchen wie weiter oben im Text schon erwähnt mit den bereits vorhandenen Arbeitslosen. Zitat Bundesagentur für Arbeit:

Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen wird mehrere Jahre brauchen. Das zeigen die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Die Arbeitslosmeldung von geflüchteten Menschen ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der oftmals fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit von Personen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern im November im Vorjahresvergleich um 13.000 oder 8 Prozent gestiegen ist. Ein hoher Einsatz von Integrationskursen und Fördermaßnahmen hat den Zuwachs der Arbeitslosigkeit in Grenzen gehalten. Entsprechend fiel die Unterbeschäftigung, die den Einsatz dieser Maßnahmen berücksichtigt, geschätzt um 66.000 oder 18 Prozent größer aus als vor einem Jahr. Zugleich ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Staatsangehörigen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern im September um 75.000 oder 62 Prozent gestiegen.

Seit Juni 2016 wird die bisherige Berichterstattung über Staatsangehörige aus den wichtigsten Asylherkunftsländern ergänzt um die Berichterstattung über Personen im Kontext Fluchtmigration. Als solche Personen werden Asylbewerber, anerkannte Schutzberechtigte und geduldete Ausländer gezählt. Danach waren im November 2017 in Deutschland 175.000 geflüchtete Menschen in der Arbeitslosigkeit registriert. Die Unterbeschäftigung für diese Personen wird im November auf 420.000 geschätzt.13 Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosen um 15.000 oder 9 Prozent und die der Personen in der Unterbeschäftigung geschätzt um 72.000 oder 21 Prozent zugenommen.



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6 Kommentare

  1. Mann oh Mann werden wir verarscht!

  2. Es ist wirklich traurig, wie weit sich die regierende Oberschicht von der Bevölkerung entfernt hat. Und wenn man Horst Seehofer und andere zitieren darf, sind die Politiker hierzulande nur noch Puppen, die von den grauen Oberherren der großen Finanzhäuser und der Eu gehändelt werden. Alles andere wird plattgemacht. Auch mit Hilfe der Qualitätsmedien. Mehr sog i net!
    http://info-direkt.eu/2017/11/19/interview-das-habe-ich-bislang-nur-totalitaeren-systemen-zugetraut/

  3. Ich frag mich nur,warum man JETZT erst berichtet?
    Unter „Von der Lei(d)en“,war das Gang &Gaebe!
    Man uebernimmt bzw.muss,das US_System unbedingt nachahmen!
    Eine Heuchler-Haltung sonders gleichen.
    Optimale Gewinnmaximierung,auf KOSTEN der Arbeitnehmer…das ist die deutsch/amerikanische Deviese!!
    Moderne Zwangsarbeit fehlte noch in der Ueberschrift.

  4. Ich bin eine Arbeitgeberin.
    Solange wir alle, die tagtäglich gewissenhaft unserer Arbeit nachgehen, Steuern zahlen, Arbeit geben und Arbeit annehmen, schlaflose Nächte haben, manch eine/r mehrere Jobs hat, für den Lebensunterhalt tatsächlich etwas unternehmen will, hat vom Finanzamt her anscheinend Nachteile.
    Solange man fürs nichts tun vom Amt, von uns Steuerzahlern mehr im Monat erhält als für das tatsächlichte „tun wollen“ stimmt etwas ganz, ganz gewaltig nicht.

    Kein Politiker spricht dieses Thema an. Wer arbeitet soll auch belohnt werden und nicht umgekehrt!
    Es gibt manche Menschen, die uns arbeitenden auslachen. Es sind genau die Menschen, die sich Sozial auf unser Kosten wie die Made im Speck verhalten. Gewissenlos.
    Irgendwann hört das ausnutzen auf. Das kann und darf so nicht weiter gehen.
    Damals hat man sich noch geschämt zum Arbeitsamt zu gehen. Es war eine Schande nichts zu tun.

    1. Ich kann sie beruhigen, auch in DE werden irgendwann Foodstamps an Harzer ausgegeben und der H4-Lohn auf 250-300Euro Cash gesenkt werden.
      Made in USA
      Mr.Clinton fing mit diesem System(3 Job-Strategie) damals an!
      Werte Frau Kati,sie wissen doch ,das Sie in einem Vasallenstaat unter Amiaufsicht sich befinden,oder…?
      Es wird sich nichts aendern,sondern es wird brutal werden…

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