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Deutscher Arbeitsmarkt brummt weiter kräftig – von uns noch ein paar nervige Infos über die echten Zahlen

Same Procedure as last month. Mal wieder Rekordwerte am deutschen Arbeitsmarkt, mal wieder der niedrigste Stand der Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung! Aber man will sich ja nicht beklagen. Im Vergleich zum September sinkt die offizielle (!) Arbeitslosigkeit…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Same Procedure as last month. Mal wieder Rekordwerte am deutschen Arbeitsmarkt, mal wieder der niedrigste Stand der Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung! Aber man will sich ja nicht beklagen. Im Vergleich zum September sinkt die offizielle (!) Arbeitslosigkeit um 60.000 auf 2,39 Millionen oder 5,4%. Im September lag sie noch bei 5,5% und im August bei 5,7%. Gegenüber Oktober 2016 ist das ein Rückgang von 151.000 Arbeitslosen.

Die Bundesagentur für Arbeit spricht davon, dass die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt noch kräftiger ist als sonst üblich. So steigt die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter im Vergleich zum Vormonat um 75.000, im Jahresvergleich um 746.000. Und wie immer ist die Zahl der offenen Stellen eine unserer Lieblingskennzahlen. Sie liegt nun bei 779.712 beim Amt gemeldeten Stellen, die aber nicht besetzt werden können. Sie steigt kontinuierlich weiter. Es sind 88.340 mehr offene Stellen als vor einem Jahr. Die tatsächliche Zahl offener Stellen liegt weit weit weit über 1 Million, wie Umfragen der Bundesagentur (ihrer Tochter IAB) zeigen. Denn dies offizielle Zahl bezieht sich nur auf offene Stellen, die Arbeitgeber von sich aus beim Amt melden.

Wie immer dazu unsere Frage: Warum schafft man es nicht das „Heer“ der Langzeitarbeitslosen zumindest in spürbarem Umfang in diese offenen Stellen zu vermitteln? Die Antwort ist wie immer etwas für Philosophen! Wie üblich versteckt die Bundesagentur viele der Langzeitarbeitslosen in ihrer Statistik als „Unterbeschäftigte“, obwohl sie komplett arbeitslos sind. Sie sind zum Beispiel gerade krank, älter als 58 Jahre, oder werden vom Amt in „Weiterbildungsmaßnahmen“ geparkt. Dadurch gelten sie aktuell nicht zurechenbar zum Arbeitsmarkt, obwohl sie arbeitslos sind. Aber rein optisch werden sie zu den Unterbeschäftigten gezählt – was für ein Quatsch – und warum zum Teufel müssen wir Querulanten bei FMW diese Tatsache jeden Monat aufs Neue ansprechen?

3,37 Millionen Menschen sind offiziell „unterbeschäftigt“. Das sind offiziell Arbeitslose sowie die vorhin genannten sonstigen Personengruppen, die herausgerechnet wurden. Der Rechenweg ist hier gut nachvollziehbar. Einfach den roten Kasten von oben nach unten rechnen! Die Unterbeschäftigtenzahl ist übrigens im Jahresvergleich um 127.000 gesunken. Es tut sich also auch hier etwas. Aber warum nur in so geringem Umfang? Bei der enormen Arbeitskräftenachfrage vor allem für einfache Jobs dürfte es nicht mehr 3,3, sondern vielleicht nur noch 2 Millionen „Unterbeschäftigte“ geben? (Zahl einfach mal so rausgehauen).

Wie man in der folgenden Grafik sieht (vom Amt mit zwei Monaten Verzögerung veröffentlicht), setzt sich
der Trend am Arbeitsmarkt immer weiter fort, dass massenweise neue Stellen in Dienstleistungsberufen geschaffen werden (meistens schlecht bezahlte), und relativ wenige in der Industrie.

Weil das Thema immer interessanter wird, ob und wie die Flüchtlinge im Arbeitsmarkt integriert werden, hier dazu das heutige Statement von der Bundesagentur für Arbeit:

Die Ausweitung des Arbeitskräfteangebots infolge der europäischen Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Fluchtmigration hat Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. So ist im Vorjahresvergleich einerseits die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Personen aus den wichtigsten Zuwanderungsländern12 im August um 287.000 oder 14 Prozent gestiegen, während andererseits die Zahl der Arbeitslosen aus diesen Ländern im Oktober um 13.000 oder 3 Prozent zugenommen hat. Auch dann, wenn die Integration von Zuwanderern schnell gelingt, wird es wegen saisonaler, struktureller oder betrieblicher Gründe immer einen gewissen Umfang von Arbeitslosigkeit geben, der sich bei zuwanderungsbedingt steigendem Arbeitskräfteangebot entsprechend erhöht (Angebotseffekt).

Bei der Beurteilung der Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt muss zwischen Arbeits- und Fluchtmigration unterschieden werden. Arbeitsmigranten können die Migration planen und die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes im Aufnahmeland mit ihrem Qualifikationsprofil abgleichen. Arbeitsmigration führt deshalb zu einer schnelleren Arbeitsmarktintegration als Fluchtmigration. Die Arbeitsmigration insbesondere aus den neuen osteuropäischen EU-Staaten, den GIPS-Staaten, dem Balkan und den osteuropäischen Drittstaaten hat in den letzten Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Beschäftigungsaufbau in Deutschland geleistet. Im August lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus diesen Ländern um 219.000 oder 12 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosigkeit von Personen aus diesen Ländern hat sich im Vorjahresvergleich um 7.000 oder 3 Prozent verringert.

Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen wird mehrere Jahre brauchen. Das zeigen die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Die Arbeitslosmeldung von geflüchteten Menschen ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der oftmals fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Entsprechend ist zu beobachten, dass die Arbeitslosigkeit von Personen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern im Oktober im Vorjahresvergleich um 21.000 oder 12 Prozent gestiegen ist. Ein hoher Einsatz von Integrationskursen und Fördermaßnahmen hat den Zuwachs der Arbeitslosigkeit in Grenzen gehalten. Entsprechend fiel die Unterbeschäftigung, die den Einsatz dieser Maßnahmen berücksichtigt, geschätzt um 81.000 oder 23 Prozent größer aus als vor einem Jahr. Zugleich ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Staatsangehörigen aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern im August um 68.000 oder 61 Prozent gestiegen.

Seit Juni 2016 wird die bisherige Berichterstattung über Staatsangehörige aus den wichtigsten Asylherkunftsländern ergänzt um die Berichterstattung über Personen im Kontext Fluchtmigration. Als solche Personen werden Asylbewerber, anerkannte Schutzberechtigte und geduldete Ausländer gezählt. Danach waren im Oktober 2017 in Deutschland 182.000 geflüchtete Menschen in der Arbeitslosigkeit registriert. Die Unterbeschäftigung für diese Personen wird im Oktober auf 416.000 geschätzt.13 Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosen um 24.000 oder 15 Prozent und die der Personen in der Unterbeschäftigung geschätzt um 84.000 oder 26 Prozent zugenommen.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Antje Hesterberg

    2. November 2017 22:03 at 22:03

    Lob für FMW! Die stets kritische Hinterfragung der Arbeitslosenstatistik deckt die Schönungen recht gut auf.

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Extrem schwach! Der Amazon-Effekt in brutaler Klarheit

Claudio Kummerfeld

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USA Flagge und Adler

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Zuwachs von 245.000 Stellen für November, was deutlich schlechter war als erwartet (Prognose 470.000). Bezüglich der Gesamtzahl von 245.000 neuen Stellen gab es einen Abbau von 99.000 Stellen beim Staat. Somit gibt es im November 344.000 neu geschaffene Stellen im Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es insgesamt einen Zuwachs von nur 55.000 Stellen. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung bei +1.000. Auf dem Bau waren es +27.000 Stellen, und in der Industrie +27.000. Die folgende Grafik zeigt die gesamten Daten für das Verarbeitende Gewerbe im November.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Grafik zeigt US-Arbeitsmarktdaten für November im Detail

Verbleibt bei den neu geschaffenen Stellen im November noch ein Plus von 289.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor. Ein sehr schwacher Wert nach +783.000 im Oktober. Der Einzelhandel baute 34.700 Stellen ab. Das ist dramatisch, wo der Sektor doch als einer der Jobmaschinen gilt. Elektronikgeschäfte bauten netto 11.300 Stellen ab, Sport- und Buchgeschäfte 12.100 Stellen, und Kaufhäuser sowie große Supercenter (Walmart etc) verloren netto 20.800 Stellen. Gleichzeitig explodieren die Neueinstellungen bei Amazon und Co (also vor allem Amazon). Alleine im November wurden netto 81.900 neue Kurierfahrer eingestellt, und 36.800 Mitarbeiter in Warenlagern.

Grafik zeigt Details zu Job-Änderungen im US-Einzelhandel

Der Sektor „Professional and Business Services“ konnte 60.000 Stellen hinzugewinnen (sehr schwach), wobei hier alleine fast 70.000 neue Jobs bei Zeitarbeit und Hilfsarbeit entstanden. Andere Teilsegmente in dem Bereich bauten also eher Stellen ab. Der Bereich „Pflege und Bildung“ ist mit nur +54.000 Stellen auch sehr schwach dabei. Wobei der Bereich Bildung 5.700 Stellen abgebaut hat. Die Pflege schuf 59.600 neue Stellen. Der mit Abstand größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist in der Regel der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Freizeitparks etc.  Hier ist die Schaffung neuer Stellen im November extrem schwach ausgefallen mit gerade mal +31.000. Innerhalb dieses Segments wurden bei Restaurants und Bars sogar 17.400 Stellen abgebaut. Die zweite Corona-Welle lässt grüßen.

Grafik zeigt Details zu verschiedenen US-Jobdaten

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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Investieren Sie in ideen-intensive Geschäftsmodelle – Werbung

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Lieber Börsianer,

eine Frage an Sie: Welches Unternehmen würden Sie derzeit gründen? Eher einen Hersteller von Elektro-Autos oder – sagen wir – eine kleine Softwareschmiede, die Anwendungen für das Autonome Fahren entwickelt?

Eine kleine Abwägung: Für den Aufbau einer Autoproduktion dürfen Sie schon gleich zu Beginn mit Investitionen von mehreren 100 Millionen Euro kalkulieren. Daneben brauchen Sie Männer und Frauen für die Fließbänder und holen sich auf diese Art und Weise einmal einen deftigen Fixkostenblock in die Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn alles halbwegs rundläuft, haben Sie nach rund 5 oder 6 Jahren Ihre Kosten amortisiert und dürfen ab jetzt auf Gewinne hoffen.

Ihre Softwareschmiede bauen Sie im eigenen Keller auf mit einigen Kumpels (m/w/d) aus dem Informatikstudium. Kostenfaktor wenige 100.000 Euro. Im 2. Jahr dürfen Sie bereits einen mittelschweren Auftrag für BMW abwickeln und haben Ihre Startinvestitionen schon fast kompensiert.

Natürlich, ich habe stark vereinfacht. Aber im Kern zeigt dieser Vergleich, welche Geschäftsmodelle in der modernen Wirtschaft besonders gut funktionieren. Industrie- oder Hardware-Produktion ist enorm kapitalintensiv und verlangt einige spendable Finanziers an Ihrer Seite. Digitale Geschäftsmodelle hingegen verlangen zunächst einmal „nur“ eine zündende Idee. Genau so entstanden Unternehmen wie Facebook und Microsoft. Damals schwänzten Mark Zuckerberg und Bill Gates ihre Vorlesung und schrieben im Studentenwohnheim an einem Betriebssystem oder einer Social-Media-Anwendung.

Aber es geht nicht nur um die Startinvestitionen. Generell werfen Geschäftsmodelle aus den Segmenten Internet oder Software auch in der Folge ganz andere Umsatzrenditen ab als etwa die Produktion von Fahrzeugen, Maschinen oder etwa Gasturbinen. Apple oder Facebook holt aus…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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