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Europa

Arbeitsmarkt: Deutlich mehr Arbeitslose, Kurzarbeit steigt, Kurzarbeitergeld 24 statt 12 Monate

Claudio Kummerfeld

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am

Am deutschen Arbeitsmarkt tut sich was. Die Arbeitslosenquote ist laut aktuellen Daten von heute von Dezember auf Januar von 4,9% auf 5,4% gestiegen. Damit sind binnen eines Monats fast 200.000 Menschen mehr arbeitslos als noch im Dezember. Nur witterungsbedingt? Das ist ein spürbarer Anstieg, denn normalerweise gibt es von Monat zu Monat nur minimalste Veränderungen. Jüngste Daten und Aussagen zeigen, dass auch Bau und Dienstleistungen in Deutschland Anzeichen von Schwäche zeigen. Gut möglich, dass sich diese Schwäche nun auch schon auf dem Arbeitsmarkt durchschlägt, in Kombination mit der bereits vorhandenen Rezession in der Industrie. Die tatsächliche Arbeitslosenquote, wo kranke Arbeitslose, ältere Arbeitslose und diejenigen die sich gerade in Maßnahmen befinden, auch enthalten sind, steigt von 6,8% auf 7,2%. Und parallel zu diesem Anstieg der Arbeitslosigkeit lässt auch der Bedarf der Arbeitgeber nach. Sie meldeten im Januar an die Agentur 668.063 offene Stellen, gut 18.000 weniger als im Dezember, und 89.000 weniger als im Vorjahr.

Arbeitsmarkt Statistikübersicht für Dezember

Kurzarbeit

Die Kurzarbeit nimmt zu. Waren es im November 2018 noch 43.000 Bezüge von Kurzarbeitergeld (konjunkturelles Kurzarbeitergeld), so waren es im November 2019 schon 96.000. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht die Daten immer mit zwei Monaten Verzögerung. Aktuelle Daten von zum Beispiel Wirtschaftsforschungsinstituten haben unlängst schon Zahlen von über 100.000 Beziehern von Kurzarbeitergeld gezeigt. Aber die Arbeitslosenquote wird so schnell wohl nicht stark steigen, weil nach 12 Monaten maximaler Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld die beschäftigungslosen Arbeiter entlassen werden müssen. Denn genau wie in der großen Krise von 2008 gibt es auch dieses Mal eine Ausweitung. So hat der Koalitionsausschuss in Berlin heute Nacht beschlossen die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld von 12 auf 24 Monate zu verlängern, wenn während der Kurzarbeit eine berufliche Weiterbildung erfolgt. Somit können diese Mitarbeiter länger in den Betrieben gehalten werden, womit die Arbeitslosenquote dank dieser verlängerten Maßnahmen nicht weiter ansteigt. Erstmal. Man hat sich Zeit erkauft, genau wie damals. Die Bundesagentur sagt aber jetzt schon, dass die Kurzarbeit wohl im Januar stark zugenommen haben wird. Zitat:

Auf Basis der bisher eingegangenen Anzeigen wird von der Statistik der Bundesagentur für Arbeit geschätzt, dass die Zahl der Arbeitnehmer in konjunktureller Kurzarbeit im Januar auf 107.000 und im Februar auf 117.000 zunehmen wird.

Kurzarbeit Statistik

Der folgende Chart zeigt für November im Jahresvergleich die jeweiligen Branchen mit ihrem Stellenzuwachs pro tausend Personen. Nur die Branche „Arbeitnehmerüberlassung“ baut mit -80.000 Stellen deutlich ab. Die Hochkonjunktur ist in diesem Jahresvergleich also noch deutlich erkennbar, wo die Arbeitgeber lieber jeden Angestellten noch schnell in die Festanstellung übernehmen, aus Angst überhaupt gar keine Mitarbeiter mehr zu finden.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone dritten Monat in Deflation, BIP besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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am

Geldbörse in der Klemme

Soeben wurden als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich sinken sie um 0,3 Prozent nach -0,3 Prozent und -0,2 Prozent in den beiden vorigen Monaten. Also sehen wir den dritten Monat in Folge Deflation! Das Minus der Energiepreise wird wieder größer mit -8,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel können von +1,8 Prozent auf +2,0 Prozent sogar zulegen, aber die Energie zieht den Schnitt weiter runter. Der Schnitt wird auch durch die deutsche Mehrwertsteuersenkung (wirksam seit Juli) negativ beeinflusst.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise in der Eurozone im Oktober

BIP für Eurozone weniger schlimm als gedacht

Zusammen mit den Verbraucherpreisen wurden vorhin auch frische Daten für das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 3. Quartal veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung wächst im Quartalsvergleich um 12,7 Prozent (+9 Prozent erwartet). Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 4,3 Prozent (-7 Prozent erwartet). Also wie beim deutschen BIP – die Lage scheint etwas weniger schlimm zu sein als erwartet.

Grafik zeigt BIP in Eurozone

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Europa

Aktuell: BIP Deutschland besser – Lagarde hatte es „geleaked“

Markus Fugmann

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Das BIP in Deutschland (1.Veröffentlichung 3.Quartal) ist zum Vorquartal mit +8,2% besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war +7,3%).

Zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt) sank das deutsche BIP um –4,2% (Prognose war -5,2%).

Damit wie in Frankreich die Erwartungen übertroffen – Christine Lagarde hatte das gestern auf der EZB-PK bereits „geleaked“..

Dazu schreibt Destatis:

„Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 2. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 8,2 % gestiegen. Das Wachstum war sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist die deutsche Wirtschaft damit nach dem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im 2. Quartal 2020 infolge der einsetzenden Corona-Pandemie zwar deutlich gewachsen. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor der globalen Corona-Krise, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im 3. Quartal 2020 jedoch 4,2 % niedriger. „

Das BIP in Deutschland erholt sich zum Vorquartal

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Europa

Einzelhandelsumsätze in der Krise: Viele Gewinner, ein Verlierer

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum

Die Einzelhandelsumsätze haben in der Coronakrise nicht gelitten. Sie ziehen sogar deutlich an. Wenn man nachdenkt, kommt man schnell drauf. Die Menschen gehen deutlich seltener ins Restaurant, in Bars, auf Events etc. Folglich wird deutlich mehr zuhause gekocht. Folglich werden mehr Lebensmittel eingekauft als im Vorjahr. Diesen Effekt sieht man in den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts.

Im September lagen die gesamten Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahresmonat 6,5 Prozent höher. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September 2020 kalender- und saisonbereinigt real 2,8 Prozent höher. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte real 6,8 Prozent und nominal 9,6 Prozent mehr um als im September 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 7,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 4,9 Prozent mehr um.

Einzelhandelsumsätze bei Nicht-Lebensmitteln

Auch die Einzelhandelsumsätze außerhalb der Lebensmittel profitiert. Aber mit einer Ausnahme. Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände laufen gut mit +11 Prozent, der gesamte Online-Versandhandel läuft blendend mit +21 Prozent. Aber der Bereich Bekleidung und Schuhe verliert 7,3 Prozent an Umsatz. Waren- und Kaufhäuser verlieren 9,9 Prozent an Umsatz. Die Kombination dieser beiden Zahlen zeigt ganz klar, dass Karstadt und Co die Verlierer der Krise sind. Wenn Klamotten, dann werden sie in dieser Krise eher online gekauft.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im September

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