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Arbeitsmarkt: Deutschland in der EU Schlusslicht bei Jobs im Staatssektor

Es ist ein erst seit zwei, drei Jahren angesprochenes Thema. In den 90ern und 2000ern dachte man noch alles sei doch in bester Ordnung, der Staatsapparat sei zu groß, und Stellen beim Staat könne man doch drastisch zusammenschrumpfen, weil sie größtenteils überflüssig sind. Deshalb sieht man heute in vielen Bereichen drastische Mangelerscheinungen. Eine aktuelle Grafik der EU-Statistiker zeigt, dass Deutschland in der EU das Schlusslicht ist, wenn es um den Staatsanteil aller Stellen am Arbeitsmarkt geht.

Wie es zu erwarten war, werden in Skandinavien deutlich am meisten Menschen beim Staat beschäftigt mit über 25% Anteil in Schweden, Dänemark und Finnland. Norwegen als enger Partner der EU wird hier auch erwähnt mit einer Staatsquote von sogar 30%. Deutschland hingegen hat nur eine Staatsquote von 10%, und ist damit Schlusslicht. Positiv daran ist natürlich, dass der Staat dadurch in Relation zu anderen Ländern geringere Personalkosten hat. Frankreich hat eine mehr als doppelt so hohe Staatsquote am Arbeitsmarkt wie Deutschland!

Die roten Balken zeigen den Staatsquoten-Stand im Jahr 2000, die blauen Balken den Stand im Jahr 2016. Erstaunlich ist, dass Griechenland seine Staatsquote sogar leicht erhöht hat. Eigentlich hätte man doch angenommen, dass das Land nach der großen Krise im Staatssektor abbaut. In der Gesamt-EU ist der Schnitt von 17% auf 16% gesunken.

EU-Arbeitsmarkt Staatsquote



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5 Kommentare

  1. Die Erhöhung in Griechenland ist vielleicht gar keine richtige Erhöhung sondern eher eine Schrumpfung im Bereich der Wirtschaft.

  2. Endlich wieder mal was Positives aus Deutschland. Könnte sein, dass die geringere Beamtenschaft der Hauptgrund ist, dass wir wirtschaftlich erfolgreicher sind als der Rest Europas. Mehr Beamte erzeugen meiner Meinung nach nur zu viel unproduktive und damit lähmende Bürokratie. Es reicht der Vorschriftenberg ja jetzt schon in diesem Land. Kaum Vorstellbar, wir hätten soviel Beamte wie Norwegen. Was sich die noch alles an lähmenden Vorschriften ausdenken würden.

    Gerade in Frankreich ist die hohe Beamtenzahl das Hauptproblem, das es nicht so recht voran gehen will.

    1. Aus den Zahlen lässt sich aber nicht ablesen, wie hoch der Anteil der öffentlichen Verwaltung an allen Beschäftigten ist.

      In Norwegen oder allgemein Skandivanien dürfte der Anteil öffentlich Beschäftigter auch schlicht höher sein, weil mehr Aufgaben vom Staat übernommen werden. Sind dort z.B. Pflegekräfte öffentlich Bedienstete? Wie sieht das mit Kindergärten aus – in Deutschland sind viele Kindergärten oder auch Krankenhäuser kirchliche Einrichtungen, die Bediensteten zählen damit wohl nicht zu den staatlich Beschäftigten.

      Und in Frankreich nicht recht voran? Die Zahl der Arbeitsstunden je Beschäftigtem ist dort deutlic hhöher als hierzulande. Würden auch dort wie hier Vollzeitstellen zu Teilzeitstellen gemacht und der Anteil der Minibeschäftigten erhöht, wäre die Arbeitslosenquote ähnlich hoch/niedrig wie hier.

    2. Das könnte auch ein Trugschluss sein, denn der kleine Beamte macht nicht die Gesetze. Er sorgt nur dafür, dass sie eingehalten werden.

      Meines Wissens gibt es bei der Einfuhr von Marktordnungswaren, also zB Fleisch verpflichtende Beschauen. Das heißt der Beamte ist verpflichtet, die Ware zu begutachten. Vorher darf die Ware gar nicht in den Verkauf. Sind sie sich sicher, dass es schneller gehen würde, wenn da anstatt 10 Beamte nur einer da wäre, der das alles anschauen müsste?

  3. @FMW-Redaktion

    Griechenland hat nach der Euro-Krise im Staatssektor definitiv abgebaut! Die Jahreszahlen datieren vom Jahr 2000 und 2016, insofern wenig aussagekräftig. In den Nullerjahren hat Griechenland unproduktive Jobs en masse aus dem Boden gestampft, Geld war ja auf einaml so billig.
    Ich meine mich erinnern zu können, dass auf dem Höhepunkt der Euro-Krise Griechenland eine Staatsquote von 25% hatte, bei damals 11% in Deutschland. Insofern haben sie tatsächlich abgebaut.

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