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Arbeitsmarkt: Eine Entlassungswelle kommt auf uns zu!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Arbeitsmarkt im Fokus

Dass am Arbeitsmarkt nichts Gutes zu erwarten ist durch den Corona-Shutdown, kann sich jeder denken. Wir besprechen das Thema schon seit Wochen. Die Kurzarbeit hat den deutschen Arbeitsmarkt bislang verschont, während in den USA in wenigen Wochen 26 Millionen Menschen arbeitslos wurden. Aber die Kurzarbeit, Staatszuschüsse und Staatskredite (über die KfW) können nur kurzfristig das Problem verdecken. Schon vor der Coronakrise ging es in der Industrie abwärts, und viele Zombieunternehmen lebten von Kreditumschuldungen ohne Zinskosten. Dazu kommt jetzt noch der ganze Gastro-Sektor etc, wo Unternehmer im Normalzustand zwar von ihren Einnahmen leben können. Aber es gibt halt keine oder kaum Reserven. Nach der Krise steht man überschuldet da, und dazu noch mit weniger Umsätzen als vorher.

Das zeigt sich aktuell nach den Wiedereröffnungen der Läden – die Menschen halten sich beim Shoppen zurück. Auch in der Gastronomie dürfte es, wenn die Restaurants wieder öffnen dürfen, allein schon durch die Abstände zwischen den Tischen zu massiven Minderumsätzen kommen. Beim Blick nur auf die Verbraucher ist es auch nachvollziehbar. In solchen Krisenzeiten hält man sein Geld erstmal zusammen. Wie schlimm die Krise am Arbeitsmarkt wird, darauf gibt das ifo-Institut aktuell schon mal einen Vorgeschmack. Das Beschäftigungsbarometer des ifo-Instituts fällt nämlich aktuell auf ein historisches Tief, mit 86,3 Indexpunkten nach 93,4 im März. Der Chart macht die dramatische Lage auch visuell deutlich. Der Verlauf zeigt das Barometer seit dem Jahr 2015. Ein brutaler Absturz, ein historisches Tief, so ifo. Auch der Rückgang des Barometers sei noch nie so stark gewesen. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland werde daher steigen. So sagt man auch, dass sich die Personalabteilungen der deutschen Unternehmen auf Entlassungen vorbereiten.

Wann? Nun, dieses ifo Beschäftigungsbarometer basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors. Die Unternehmen werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, steht die Entlassungswelle schon in den nächsten Monaten an, wenn zu viele Betriebe merken, dass trotz Kurzarbeit, Krediten und Zuschüssen das Problem bleibt, und man Personal abbauen muss? Hier noch einige Details im Wortlaut vom ifo-Institut:

In allen vier Sektoren war der Rückgang des Barometers ohne Beispiel. Bei den Dienstleistern ist er sogar auf ein neues historisches Tief gefallen. Erstmals seit der Finanzkrise wird es hier wieder zu Entlassungen kommen. In der Industrie setzt sich der Trend rückläufiger Mitarbeiterzahlen, der bereits vor der Krise begann, nun verstärkt fort. Auch im Handel wird die Mitarbeiterzahl sinken. Einzige Ausnahme hier sind die Supermärkte. Auch der zuletzt boomende Bausektor kann sich der negativen Beschäftigungsdynamik nicht mehr entziehen.

Arbeitsmarkt vor dem Absturz - ifo Beschäftigungsbarometer

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Derivateur

    28. April 2020 09:30 at 09:30

    Wieder eine realistische Einschätzung neben den vielen Träumern der V- Erholung. Auch das Desaster an den Ölmärkten ist ein Vorgeschmack dessen was auch noch auf Aktien u.Anleihen zukommen könnte.Auch ich hätte nie geglaubt,dass wirklich reale Produkte wie Öl plötzlich zu Minuspreisen gehandelt wird.Das Problem ,dass viele Anlagen über Derivate in hundertfacher Menge des physischen Volumens verwettet werden macht es alsö möglich.In einer einigermassen realen Welt würde das überschüssige Öl im Boden bleiben bis man es braucht.Jetzt wird einfach gefördert u.eine gutgläubige Minderheit bezahlt die Rechnung.
    Bei den total überteuerten Aktien wird eines Tages das Gleiche passieren. Wenn die Umverteilung all dieser Luftwerte den kritischen Punkt erreicht hat, wird es ungemütlich werden.

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      thinkSelf

      28. April 2020 10:05 at 10:05

      Es werden Derivate negativ gehandelt. Das hat mir realem Öl NICHTS zu tun.

      Übrigens, gibt es so etwas wie „überteuerte Produkte“ nicht (gilt auch für Aktien). Der Käufer bestimmt den Preis.
      Ihm ist genau in dem Moment, in dem er die Aktie kauft, diese genau das Wert, was er bezahlt. Das er fünf Minuten später vielleicht nur die Hälfte oder das doppelte bezahlt hätte, hat damit nichts zu tun.
      „Überteuert“ finden das immer nur Leute die sich die Produkte zum aktuellen Preis entweder nicht leisten können oder nicht leisten wollen.
      Unfair ist ein Preis nur dann, wenn die Vertragsparteien ihn nicht frei ausgehandelt haben. Z.B. wenn der Verkäufer dem Käufer glaubhaft Gewalt androht.

      Das ist übrigens der Unterschied zwischen Markt- und Planwirtschaft. In einer Marktwirtschaft bestimmt der Käufer den Preis und damit auch was produziert wird. In der Planwirtschaft bestimmt der Produzent (oder eine übergeordnete Plankommission) was produziert und zu welchem Preis abgegeben wird.
      Deswegen kann eine Planwirtschaft auch niemals funktionieren. Denn die Bedürfnisse des Käufers sind variabel und nicht vorhersehbar. Aber das glauben die Planwirtschaftler natürlich nicht. Für die ist ein Mensch (außer sie selber) eine Art primitiver deterministischer Automat.

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        Roberto

        28. April 2020 10:24 at 10:24

        @Thinkself, vielen Dank für den sehr guten Bericht. Endlich mal jemand der die reale Wahrheit ausspricht. Jeder der ein Derivat kauft, kauft es aus eigenen freien Stücken und im Hinterkopf den großen Gewinn zu machen. Wenn dieser Gewinn dann kommt, klopft man sich auf die Schulter und ist sich sicher man ist der große Hecht und ein erfolgreicher Spekulant. Wenn die Wette nach hinten los geht, heisst es „…auf kosten von gutgläubiger Minderheit…den armen kleinen Bürgern aus der Tasche gezogen…etc. etc. “ Diese Scheinheiligkeit lese ich hier immer öfters. Jedem MUSS klar sein das er am Finanzmarkt Haus und Hof verlieren kann wenn er mitmischen will und genauso Haus und Hof gewinnen kann wenn er Glück hat. Nicht mehr und nicht weniger. Hinterher sich hier auszukotzen ist einfach nur billig. Man sollte zu seinen Verlusten genauso stehen wie man zu seinen Gewinnen steht und nicht immer den bösen Finanzmarkt dafür verntwortlich machen. Aber komischer Weise regt sich hier keiner auf der Gewinne macht. In diesem Sinne….allen einen erfolgreichen Handelstag :-)

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        asisi1

        28. April 2020 11:16 at 11:16

        Die besten Beispiele haben wir in unseren „Zwangssystemen“! Ob GEZ, Krankenversicherungen, Rentenversicherung etc.. Hier wird auch nichts ausgehandelt, sondern einfach nur bestimmt!

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      Scheer

      28. April 2020 10:15 at 10:15

      Erst mal ganz langsam.
      Wir haben gelernt das die Realwirtschaft von der Finanzwirtschaft entkoppelt ist.
      Somit ist alles möglich, auch steigende Kurse bei fallender Realiwirtschaft.
      Die Finanzmärkte handeln die Party solange die Musik gespielt wird, über den Kater der nach der Party kommt macht sich erstmal nur der Crashprophet und Markus Fugmann Gedanken.
      Nach meiner Beobachtung haben aber die mahnenden Worte leider keinerlei Bedeutung und schon gar keinen Einfluss auf die Märkte. Letzten Endes sind es Gedankenspiele die keinerlei Bedeutung haben.
      Ja, wir haben katastrophale Firmendaten und ja wir haben ein realwirtschaftliches Hiroschima, aber who cares?
      So lange die Marktstimmung positiv ist und die Zentralbanken die Märkte entkoppeln ist wirklich alles möglich, und die Zentralbanken, die Politiker und die Firmenlenker werden alles dafür bereitstellen das ihr selbst konstriertes Kartenhaus nicht zusammenbricht.
      Ich schätze die Arbeit von Herrn Fugmann und vielen anderen Mahnern, aber in der heutigen Zeit haben die alten Bewertungsmethoden keine Bedeutung mehr. Ich möchte nicht ausschließen, dass sich das nicht ändert. Aber nun ist die Zeit der entkoppelten Märkte eben da.

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        sabine

        28. April 2020 10:45 at 10:45

        Vielen Dank, genauso ist es.

        Auch diesen Satz einrahmen: „Schon vor der Coronakrise ging es in der Industrie abwärts, und viele Zombieunternehmen lebten von Kreditumschuldungen ohne Zinskosten.“ Und zwar bei uns abwärts zumeist etwa 30%, das ist schon etwas.
        Außerdem haben wir gesamtwirtschaftlich die steigenden Märkte seit über 10 Jahren, da ist eine Rezension „normal“. Problem nur, daß die Schuldner mit Billionen Schulden keine Rezension überleben. Genau wie Corona, jemand über 80 oder ein Patient auf der Intensiv (auch mit 25) hat ein Problem, da geschwächt. Ist bei Influenza auch nicht anders. Wie oft hab ich schon gehört, daß jemand im KKH gestorben ist, weil zu seiner Niereninsuffizienz oder Herzkasper noch eine Lungenentzündung oder auch der KKH-Virus kam. Und dann ist eben Ende.
        Eine Firma mit über 15.000 Mitarbeitern hat einen Coronatoten auf einem der Kontinente zu vermelden. Jetzt steht die Firma Kopf. War das bei Influenza-Toten auch so? Einer wurde gar mal erschossen. Familienstreit. Nix ist passiert. Aber jetzt….

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    Tino Gruchmann

    28. April 2020 09:50 at 09:50

    Ich glaube so langsam wird uns klar das die Arznei schlimmer als die Krankheit sein wird. Und die Grafik ist von Deutschland. Ich lebe aktuell in Spanien und hier erwarten wir inoffizielle 35-40% Arbeitslose. Ich erinnere nach dem Zusammenbruch im letzten Crash wo Spanien mit am meisten betroffen war, wahren es im Höhepunkt 26%.

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      thinkSelf

      28. April 2020 10:17 at 10:17

      Der alte Höhepunkt in Spanien dürfte schon heute überschritten sein. In Griechenland hängt 30% des BIP inzwischen vom Tourismus ab. Die restliche Wirtschaft wurde bereits in der letzten Krise eliminiert. Da droht jetzt der Durchfall auf das Niveau von Somalia oder Haiti.
      Auch in Deutschland haben bereits viele Unternehmen massiven Stellenabbau angekündigt, bzw. werden die ohnehin geplanten Personalreduktionen noch einmal verstärken.
      Die Masse der kleineren Unternehmen hat nun zusätzliche Schulden aufgehäuft und die ohnehin schmalen Reserven praktisch vollkommen verballert. Da werden noch in zwei Jahren als Spätfolge der Krise Unternehmen pleite gehen. Und diese kleinen Buden übernimmt niemand. Die sind dann einfach weg.

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    Übelkeit

    28. April 2020 10:05 at 10:05

    Alles richtig. Doch die Aktienmärkte müssen nicht zwingend nominal fallen. Alleine die Liquidität könnte für eine Stabilisierung sorgen. Real werden Sie jedoch in jedem Fall gegenüber Gold fallen.

    https://goldswitzerland.com/dow-gold-a-98-fall-next/

    Die Zahlen werden größer. Trotzdem werden alle ärmer. Auch das geht. ;)

    • Avatar

      sabine

      28. April 2020 10:51 at 10:51

      Auch der Goldpreis geht runter, wie man sieht. (Ich kann dieses skyrocket nicht mehr hören!!!) Wenn wie bei Immobilien die Leute kein Geld mehr haben, um etwas, also auch Gold zu kaufen, geht der Preis nach unten. Insofern verlieren die (etwas!) Geld, die in den letzten Jahren Gold gekauft haben. Trotzdem nicht so viel, wie z.B. bei der Telekomaktie oder FanniMae.,.
      Sagt auch MArc Faber. Wir werden alle verlieren. Es komme nur darauf an, wieviel.

  4. Pingback: Aktuelle Meldungen vom 28.04.2020 | das-bewegt-die-welt.de

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    Pessi-Mist

    28. April 2020 11:38 at 11:38

    .Aber Herr Scheer wo waren sie die letzten 3Jahre? Haben wir denn nicht die letzte 2/3 Jahre genau in solch euphorischen Phasen wie jetzt grössere Korrekturen gehabt die nur mit noch nie dagewesene Mitteln vor noch grösseren Abstürzen bewahrt wurden. Viele wären froh, sie hätten die mahnenden Worte der Warner ernst genommen.Wenn sogar Ray Dalio sagt, sie seien bei der letzten Korretur total auf dem falschen Fuss erwischt worden u.andere Crasherprobte Profis 20bis40% des Vermögens in einem Monat vernichteten , spricht das Bände.Ihre Annahme der ewigen Abkoppelung der Realwirtschaft wird sich wie vieles in der Geschichte als falsch herausstellen.Die Frage ist nur die Dauer.
    Langfristig kehrt eine Anlage immer auf den Mittelwert zurück, wobei die Ausschläge auf beide Seiten meistens übertreiben.Übrigens sind Aktien ein grosser Bestandteil von Altersvorsorgen u.sollen irgendwann verwertet werden können.
    Auffallend, immer wenn Roberto erscheint sind Korrekturen nicht mehr weit.Will er seinen Titel als Kontraindikator auch diesmal wieder verteidigen?

    • Avatar

      berti

      28. April 2020 12:33 at 12:33

      Echt???

      wär cool mit dem Titel, sieht aber nicht danach aus….

    • Avatar

      Roberto

      28. April 2020 13:28 at 13:28

      @Pessi-Mist. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich absoluter Optimist, weil es zum Optimismus keine Alternative gibt außer Tod, Leiden und Verderben. Und dadurch unterscheiden wir uns zunächst einmal grundsätzlich. Ich nehem die Lage so wie sie e ist und stelle mich entsprechend darauf ein indem ich für meine Situation das beste daraus mache. Ich meckere nicht auf die bösen Finanzmärkte weil wir alle zusammen den Finazmarkt darstellen indem wir uns an ebendiesen beteiligen. Jeder der auf den Finanzmarkt meckert macht Verluste weil er auf der falschen Seite steht. Ich stehe täglich mehrmals auf er falschen Seite und beende dennoch eine Handelswoche öfters im Plus als im Minus. Also kann man mich niemals als Kontra- oder Pro Indikator bezeichnen. Das geht einfach nicht. Keiner weiß auf welcher Seite ich aktuell stehe. Aber schön zu lesen, dass Sie mich als eine rt Indikator verstehen. Ich hoffe sie sind erfolgreich damit. Ich hätte nichts dagegen. Denn für mich ist nicht wichtig für was Sie mich halten, sondern wie ich meinen Vorteil aus die bööööösen Märkten ziehe. Also sehen Sie alles ruhig weiter pessimistisch. Die Gewinner brauchen solche Leute :-))) Vielen Dank dafür. .-)

  6. Avatar

    globalvoterorg

    28. April 2020 15:39 at 15:39

    Wie immer, sieht man den Wald nicht, vor den vielen Bäumen. Ich erinnere mich, daß es eine „soft-ware“ bei „ebay“ gab, die Millisekunden vor Auktionsende zuschlug. die anderen, wurden, einfach, durch Technik ausgehebelt. Im Markt sind, heute Nanosekunde ausschlaggebend, d.h. der zivile „daytrader“ und Normalo hat kaum die gleichen Chancen.
    Was heißt daß!? Die sogenannte Marktwirtschaft gibt es lange nicht mehr. QE ist ein Instrument der Marktdiktatur/Manipulation. Die Uhren laufen anders! Niemand, dennoch, macht sich Gedanken über die kriminelle Dynamik, die von den „big boys“ angewendet wird! Wir befinden uns in einer MachtMatrix, die die Verteilung von „fleissig“ zu „faul“ perfekt inszeniert. Keiner merkt was!?? Weil, alle zu Protagonisten, Mittätern induziert wurden. So geht pyramidale Macht! Abgesehen, bitte, mitdenken: Schulden sind vorgezogener Konsum. Konsum, den wir erst durch zukünftliche Arbeit begleichen könnten. Wer Schulden hat, hört auf zu konsumieren. Abgesehen davon, daß er, wenn er Angst hat, anfängt zu sparen. Diese Lücke haben wir jetzt und löst die Welle aus! Wie beim Tsunamis wird die „Dynamik“/Energie erst Realität, wenn sie auf etwas trifft. Land! Und sie kommt nicht nur einmal, sondern mehrmals! Die Auslöser der Welle sind wir selber, da wir es zulassen. So kann man es auch interpretieren. Wer Schulden hat Schuld. Dieser muß man „ins Auge“ sehen! Wer Schulden reduzieren muß, sollte auch jeden Luxus verzichten. Was ist der größte Luxus den sich die sogenannte demokratische Wohlfühlgesellschaft leistet!?? Die Dummheit. Wenn man dies, mal ehrlich, diskutieren würde und sich anschaute, was für eine ReGierung wir haben (Merkel/Söder + SPD Duo), nämlich eine Kotzdumme, dann, kämen wir auf einen Weg der kollektiven Besserung. Lemminge wären schlauer, das zeichnet sich ab!

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Claudio Kummerfeld

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

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