Folgen Sie uns

Allgemein

Arbeitsmarkt: Eine Entlassungswelle kommt auf uns zu!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Arbeitsmarkt im Fokus

Dass am Arbeitsmarkt nichts Gutes zu erwarten ist durch den Corona-Shutdown, kann sich jeder denken. Wir besprechen das Thema schon seit Wochen. Die Kurzarbeit hat den deutschen Arbeitsmarkt bislang verschont, während in den USA in wenigen Wochen 26 Millionen Menschen arbeitslos wurden. Aber die Kurzarbeit, Staatszuschüsse und Staatskredite (über die KfW) können nur kurzfristig das Problem verdecken. Schon vor der Coronakrise ging es in der Industrie abwärts, und viele Zombieunternehmen lebten von Kreditumschuldungen ohne Zinskosten. Dazu kommt jetzt noch der ganze Gastro-Sektor etc, wo Unternehmer im Normalzustand zwar von ihren Einnahmen leben können. Aber es gibt halt keine oder kaum Reserven. Nach der Krise steht man überschuldet da, und dazu noch mit weniger Umsätzen als vorher.

Das zeigt sich aktuell nach den Wiedereröffnungen der Läden – die Menschen halten sich beim Shoppen zurück. Auch in der Gastronomie dürfte es, wenn die Restaurants wieder öffnen dürfen, allein schon durch die Abstände zwischen den Tischen zu massiven Minderumsätzen kommen. Beim Blick nur auf die Verbraucher ist es auch nachvollziehbar. In solchen Krisenzeiten hält man sein Geld erstmal zusammen. Wie schlimm die Krise am Arbeitsmarkt wird, darauf gibt das ifo-Institut aktuell schon mal einen Vorgeschmack. Das Beschäftigungsbarometer des ifo-Instituts fällt nämlich aktuell auf ein historisches Tief, mit 86,3 Indexpunkten nach 93,4 im März. Der Chart macht die dramatische Lage auch visuell deutlich. Der Verlauf zeigt das Barometer seit dem Jahr 2015. Ein brutaler Absturz, ein historisches Tief, so ifo. Auch der Rückgang des Barometers sei noch nie so stark gewesen. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland werde daher steigen. So sagt man auch, dass sich die Personalabteilungen der deutschen Unternehmen auf Entlassungen vorbereiten.

Wann? Nun, dieses ifo Beschäftigungsbarometer basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors. Die Unternehmen werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, steht die Entlassungswelle schon in den nächsten Monaten an, wenn zu viele Betriebe merken, dass trotz Kurzarbeit, Krediten und Zuschüssen das Problem bleibt, und man Personal abbauen muss? Hier noch einige Details im Wortlaut vom ifo-Institut:

In allen vier Sektoren war der Rückgang des Barometers ohne Beispiel. Bei den Dienstleistern ist er sogar auf ein neues historisches Tief gefallen. Erstmals seit der Finanzkrise wird es hier wieder zu Entlassungen kommen. In der Industrie setzt sich der Trend rückläufiger Mitarbeiterzahlen, der bereits vor der Krise begann, nun verstärkt fort. Auch im Handel wird die Mitarbeiterzahl sinken. Einzige Ausnahme hier sind die Supermärkte. Auch der zuletzt boomende Bausektor kann sich der negativen Beschäftigungsdynamik nicht mehr entziehen.

Arbeitsmarkt vor dem Absturz - ifo Beschäftigungsbarometer

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Derivateur

    28. April 2020 09:30 at 09:30

    Wieder eine realistische Einschätzung neben den vielen Träumern der V- Erholung. Auch das Desaster an den Ölmärkten ist ein Vorgeschmack dessen was auch noch auf Aktien u.Anleihen zukommen könnte.Auch ich hätte nie geglaubt,dass wirklich reale Produkte wie Öl plötzlich zu Minuspreisen gehandelt wird.Das Problem ,dass viele Anlagen über Derivate in hundertfacher Menge des physischen Volumens verwettet werden macht es alsö möglich.In einer einigermassen realen Welt würde das überschüssige Öl im Boden bleiben bis man es braucht.Jetzt wird einfach gefördert u.eine gutgläubige Minderheit bezahlt die Rechnung.
    Bei den total überteuerten Aktien wird eines Tages das Gleiche passieren. Wenn die Umverteilung all dieser Luftwerte den kritischen Punkt erreicht hat, wird es ungemütlich werden.

    • Avatar

      thinkSelf

      28. April 2020 10:05 at 10:05

      Es werden Derivate negativ gehandelt. Das hat mir realem Öl NICHTS zu tun.

      Übrigens, gibt es so etwas wie „überteuerte Produkte“ nicht (gilt auch für Aktien). Der Käufer bestimmt den Preis.
      Ihm ist genau in dem Moment, in dem er die Aktie kauft, diese genau das Wert, was er bezahlt. Das er fünf Minuten später vielleicht nur die Hälfte oder das doppelte bezahlt hätte, hat damit nichts zu tun.
      „Überteuert“ finden das immer nur Leute die sich die Produkte zum aktuellen Preis entweder nicht leisten können oder nicht leisten wollen.
      Unfair ist ein Preis nur dann, wenn die Vertragsparteien ihn nicht frei ausgehandelt haben. Z.B. wenn der Verkäufer dem Käufer glaubhaft Gewalt androht.

      Das ist übrigens der Unterschied zwischen Markt- und Planwirtschaft. In einer Marktwirtschaft bestimmt der Käufer den Preis und damit auch was produziert wird. In der Planwirtschaft bestimmt der Produzent (oder eine übergeordnete Plankommission) was produziert und zu welchem Preis abgegeben wird.
      Deswegen kann eine Planwirtschaft auch niemals funktionieren. Denn die Bedürfnisse des Käufers sind variabel und nicht vorhersehbar. Aber das glauben die Planwirtschaftler natürlich nicht. Für die ist ein Mensch (außer sie selber) eine Art primitiver deterministischer Automat.

      • Avatar

        Roberto

        28. April 2020 10:24 at 10:24

        @Thinkself, vielen Dank für den sehr guten Bericht. Endlich mal jemand der die reale Wahrheit ausspricht. Jeder der ein Derivat kauft, kauft es aus eigenen freien Stücken und im Hinterkopf den großen Gewinn zu machen. Wenn dieser Gewinn dann kommt, klopft man sich auf die Schulter und ist sich sicher man ist der große Hecht und ein erfolgreicher Spekulant. Wenn die Wette nach hinten los geht, heisst es „…auf kosten von gutgläubiger Minderheit…den armen kleinen Bürgern aus der Tasche gezogen…etc. etc. “ Diese Scheinheiligkeit lese ich hier immer öfters. Jedem MUSS klar sein das er am Finanzmarkt Haus und Hof verlieren kann wenn er mitmischen will und genauso Haus und Hof gewinnen kann wenn er Glück hat. Nicht mehr und nicht weniger. Hinterher sich hier auszukotzen ist einfach nur billig. Man sollte zu seinen Verlusten genauso stehen wie man zu seinen Gewinnen steht und nicht immer den bösen Finanzmarkt dafür verntwortlich machen. Aber komischer Weise regt sich hier keiner auf der Gewinne macht. In diesem Sinne….allen einen erfolgreichen Handelstag :-)

      • Avatar

        asisi1

        28. April 2020 11:16 at 11:16

        Die besten Beispiele haben wir in unseren „Zwangssystemen“! Ob GEZ, Krankenversicherungen, Rentenversicherung etc.. Hier wird auch nichts ausgehandelt, sondern einfach nur bestimmt!

    • Avatar

      Scheer

      28. April 2020 10:15 at 10:15

      Erst mal ganz langsam.
      Wir haben gelernt das die Realwirtschaft von der Finanzwirtschaft entkoppelt ist.
      Somit ist alles möglich, auch steigende Kurse bei fallender Realiwirtschaft.
      Die Finanzmärkte handeln die Party solange die Musik gespielt wird, über den Kater der nach der Party kommt macht sich erstmal nur der Crashprophet und Markus Fugmann Gedanken.
      Nach meiner Beobachtung haben aber die mahnenden Worte leider keinerlei Bedeutung und schon gar keinen Einfluss auf die Märkte. Letzten Endes sind es Gedankenspiele die keinerlei Bedeutung haben.
      Ja, wir haben katastrophale Firmendaten und ja wir haben ein realwirtschaftliches Hiroschima, aber who cares?
      So lange die Marktstimmung positiv ist und die Zentralbanken die Märkte entkoppeln ist wirklich alles möglich, und die Zentralbanken, die Politiker und die Firmenlenker werden alles dafür bereitstellen das ihr selbst konstriertes Kartenhaus nicht zusammenbricht.
      Ich schätze die Arbeit von Herrn Fugmann und vielen anderen Mahnern, aber in der heutigen Zeit haben die alten Bewertungsmethoden keine Bedeutung mehr. Ich möchte nicht ausschließen, dass sich das nicht ändert. Aber nun ist die Zeit der entkoppelten Märkte eben da.

      • Avatar

        sabine

        28. April 2020 10:45 at 10:45

        Vielen Dank, genauso ist es.

        Auch diesen Satz einrahmen: „Schon vor der Coronakrise ging es in der Industrie abwärts, und viele Zombieunternehmen lebten von Kreditumschuldungen ohne Zinskosten.“ Und zwar bei uns abwärts zumeist etwa 30%, das ist schon etwas.
        Außerdem haben wir gesamtwirtschaftlich die steigenden Märkte seit über 10 Jahren, da ist eine Rezension „normal“. Problem nur, daß die Schuldner mit Billionen Schulden keine Rezension überleben. Genau wie Corona, jemand über 80 oder ein Patient auf der Intensiv (auch mit 25) hat ein Problem, da geschwächt. Ist bei Influenza auch nicht anders. Wie oft hab ich schon gehört, daß jemand im KKH gestorben ist, weil zu seiner Niereninsuffizienz oder Herzkasper noch eine Lungenentzündung oder auch der KKH-Virus kam. Und dann ist eben Ende.
        Eine Firma mit über 15.000 Mitarbeitern hat einen Coronatoten auf einem der Kontinente zu vermelden. Jetzt steht die Firma Kopf. War das bei Influenza-Toten auch so? Einer wurde gar mal erschossen. Familienstreit. Nix ist passiert. Aber jetzt….

  2. Avatar

    Tino Gruchmann

    28. April 2020 09:50 at 09:50

    Ich glaube so langsam wird uns klar das die Arznei schlimmer als die Krankheit sein wird. Und die Grafik ist von Deutschland. Ich lebe aktuell in Spanien und hier erwarten wir inoffizielle 35-40% Arbeitslose. Ich erinnere nach dem Zusammenbruch im letzten Crash wo Spanien mit am meisten betroffen war, wahren es im Höhepunkt 26%.

    • Avatar

      thinkSelf

      28. April 2020 10:17 at 10:17

      Der alte Höhepunkt in Spanien dürfte schon heute überschritten sein. In Griechenland hängt 30% des BIP inzwischen vom Tourismus ab. Die restliche Wirtschaft wurde bereits in der letzten Krise eliminiert. Da droht jetzt der Durchfall auf das Niveau von Somalia oder Haiti.
      Auch in Deutschland haben bereits viele Unternehmen massiven Stellenabbau angekündigt, bzw. werden die ohnehin geplanten Personalreduktionen noch einmal verstärken.
      Die Masse der kleineren Unternehmen hat nun zusätzliche Schulden aufgehäuft und die ohnehin schmalen Reserven praktisch vollkommen verballert. Da werden noch in zwei Jahren als Spätfolge der Krise Unternehmen pleite gehen. Und diese kleinen Buden übernimmt niemand. Die sind dann einfach weg.

  3. Avatar

    Übelkeit

    28. April 2020 10:05 at 10:05

    Alles richtig. Doch die Aktienmärkte müssen nicht zwingend nominal fallen. Alleine die Liquidität könnte für eine Stabilisierung sorgen. Real werden Sie jedoch in jedem Fall gegenüber Gold fallen.

    https://goldswitzerland.com/dow-gold-a-98-fall-next/

    Die Zahlen werden größer. Trotzdem werden alle ärmer. Auch das geht. ;)

    • Avatar

      sabine

      28. April 2020 10:51 at 10:51

      Auch der Goldpreis geht runter, wie man sieht. (Ich kann dieses skyrocket nicht mehr hören!!!) Wenn wie bei Immobilien die Leute kein Geld mehr haben, um etwas, also auch Gold zu kaufen, geht der Preis nach unten. Insofern verlieren die (etwas!) Geld, die in den letzten Jahren Gold gekauft haben. Trotzdem nicht so viel, wie z.B. bei der Telekomaktie oder FanniMae.,.
      Sagt auch MArc Faber. Wir werden alle verlieren. Es komme nur darauf an, wieviel.

  4. Pingback: Aktuelle Meldungen vom 28.04.2020 | das-bewegt-die-welt.de

  5. Avatar

    Pessi-Mist

    28. April 2020 11:38 at 11:38

    .Aber Herr Scheer wo waren sie die letzten 3Jahre? Haben wir denn nicht die letzte 2/3 Jahre genau in solch euphorischen Phasen wie jetzt grössere Korrekturen gehabt die nur mit noch nie dagewesene Mitteln vor noch grösseren Abstürzen bewahrt wurden. Viele wären froh, sie hätten die mahnenden Worte der Warner ernst genommen.Wenn sogar Ray Dalio sagt, sie seien bei der letzten Korretur total auf dem falschen Fuss erwischt worden u.andere Crasherprobte Profis 20bis40% des Vermögens in einem Monat vernichteten , spricht das Bände.Ihre Annahme der ewigen Abkoppelung der Realwirtschaft wird sich wie vieles in der Geschichte als falsch herausstellen.Die Frage ist nur die Dauer.
    Langfristig kehrt eine Anlage immer auf den Mittelwert zurück, wobei die Ausschläge auf beide Seiten meistens übertreiben.Übrigens sind Aktien ein grosser Bestandteil von Altersvorsorgen u.sollen irgendwann verwertet werden können.
    Auffallend, immer wenn Roberto erscheint sind Korrekturen nicht mehr weit.Will er seinen Titel als Kontraindikator auch diesmal wieder verteidigen?

    • Avatar

      berti

      28. April 2020 12:33 at 12:33

      Echt???

      wär cool mit dem Titel, sieht aber nicht danach aus….

    • Avatar

      Roberto

      28. April 2020 13:28 at 13:28

      @Pessi-Mist. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich absoluter Optimist, weil es zum Optimismus keine Alternative gibt außer Tod, Leiden und Verderben. Und dadurch unterscheiden wir uns zunächst einmal grundsätzlich. Ich nehem die Lage so wie sie e ist und stelle mich entsprechend darauf ein indem ich für meine Situation das beste daraus mache. Ich meckere nicht auf die bösen Finanzmärkte weil wir alle zusammen den Finazmarkt darstellen indem wir uns an ebendiesen beteiligen. Jeder der auf den Finanzmarkt meckert macht Verluste weil er auf der falschen Seite steht. Ich stehe täglich mehrmals auf er falschen Seite und beende dennoch eine Handelswoche öfters im Plus als im Minus. Also kann man mich niemals als Kontra- oder Pro Indikator bezeichnen. Das geht einfach nicht. Keiner weiß auf welcher Seite ich aktuell stehe. Aber schön zu lesen, dass Sie mich als eine rt Indikator verstehen. Ich hoffe sie sind erfolgreich damit. Ich hätte nichts dagegen. Denn für mich ist nicht wichtig für was Sie mich halten, sondern wie ich meinen Vorteil aus die bööööösen Märkten ziehe. Also sehen Sie alles ruhig weiter pessimistisch. Die Gewinner brauchen solche Leute :-))) Vielen Dank dafür. .-)

  6. Avatar

    globalvoterorg

    28. April 2020 15:39 at 15:39

    Wie immer, sieht man den Wald nicht, vor den vielen Bäumen. Ich erinnere mich, daß es eine „soft-ware“ bei „ebay“ gab, die Millisekunden vor Auktionsende zuschlug. die anderen, wurden, einfach, durch Technik ausgehebelt. Im Markt sind, heute Nanosekunde ausschlaggebend, d.h. der zivile „daytrader“ und Normalo hat kaum die gleichen Chancen.
    Was heißt daß!? Die sogenannte Marktwirtschaft gibt es lange nicht mehr. QE ist ein Instrument der Marktdiktatur/Manipulation. Die Uhren laufen anders! Niemand, dennoch, macht sich Gedanken über die kriminelle Dynamik, die von den „big boys“ angewendet wird! Wir befinden uns in einer MachtMatrix, die die Verteilung von „fleissig“ zu „faul“ perfekt inszeniert. Keiner merkt was!?? Weil, alle zu Protagonisten, Mittätern induziert wurden. So geht pyramidale Macht! Abgesehen, bitte, mitdenken: Schulden sind vorgezogener Konsum. Konsum, den wir erst durch zukünftliche Arbeit begleichen könnten. Wer Schulden hat, hört auf zu konsumieren. Abgesehen davon, daß er, wenn er Angst hat, anfängt zu sparen. Diese Lücke haben wir jetzt und löst die Welle aus! Wie beim Tsunamis wird die „Dynamik“/Energie erst Realität, wenn sie auf etwas trifft. Land! Und sie kommt nicht nur einmal, sondern mehrmals! Die Auslöser der Welle sind wir selber, da wir es zulassen. So kann man es auch interpretieren. Wer Schulden hat Schuld. Dieser muß man „ins Auge“ sehen! Wer Schulden reduzieren muß, sollte auch jeden Luxus verzichten. Was ist der größte Luxus den sich die sogenannte demokratische Wohlfühlgesellschaft leistet!?? Die Dummheit. Wenn man dies, mal ehrlich, diskutieren würde und sich anschaute, was für eine ReGierung wir haben (Merkel/Söder + SPD Duo), nämlich eine Kotzdumme, dann, kämen wir auf einen Weg der kollektiven Besserung. Lemminge wären schlauer, das zeichnet sich ab!

  7. Pingback: Arbeitsmarkt: Eine Entlassungswelle kommt auf uns zu! – Unser Geld- und Zinssystem

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

An der Börse geht angesichts der finanziellen Repression kein Weg vorbei

weiterlesen

Allgemein

Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

Avatar

Veröffentlicht

am

Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

Kurzfristig ist ein Aktiensplit immer ein kleiner Kursturbo, auch wenn sich fundamental nichts ändert. Und für Trader eine lohnende Angelegenheit, wenn es gelingt….?

Wie ein Aktiensplit die Kurse von Apple und Tesla treibt

weiterlesen

Allgemein

Handelskrieg, jetzt Internetkrieg zwischen USA und China?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Kampf um die globale Dominanz begann mit dem Handelskrieg, nun aber entwickelt sich die Auseinandersetzung zunehmend zu einem Krieg um das Internet. Der Bann der Trump-Administration non TikTok, vor allem aber von WeChat zeigt, wie sich die Auseinandersetzung nun immer mehr in den digitalen Raumm verlagert. Nun versuchen Apple und andere US-Konzerne durch Lobbyarbeit den Bann zu verhindern – denn vor allem für Apple geht es um viel: ohne WeChat würden die Verkäufe von iPhones im zweitwichtigsten Absatzmarkt kollabieren..

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen