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Arbeitsmarkt: Flüchtlinge in Maßnahmen, Arbeitslosigkeit sinkt, tatsächliche Arbeitslosigkeit stagniert

Die offizielle Arbeitslosigkeit (!) erreicht in Deutschland im Februar mit 2,54 Millionen Menschen und einem Minus von 24.000 Arbeitslosen gegenüber Januar den niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Gegenüber Februar 2017 sind es sogar…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die offizielle Arbeitslosigkeit (!) erreicht in Deutschland im Februar mit 2,54 Millionen Menschen und einem Minus von 24.000 Arbeitslosen gegenüber Januar den niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Gegenüber Februar 2017 sind es sogar 216.000 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote sinkt von 5,8% auf 5,7%. Wie stark der Arbeitsmarkt aktuell ist, zeigt der massive Sprung bei der Anzahl der durch Arbeitgeber bei den Ämtern gemeldeten offenen Stellen. Die Zahl spring von Januar auf Februar um 28.016 auf 764.247 offene Stellen. In den letzten 12 Monaten stieg die Zahl um 89.586 offene Stellen.

Das zeigt einerseits, wie sehr Arbeitgeber nach Mitarbeitern suchen. Genau so zeigt dies aber nach unserer Meinung nach wie vor das konstante Versagen von Arbeitgebern und vor allem dem Staat, bei der Aufgabe Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, also in eine richtige Vollzeitstelle bei einem privaten Arbeitgeber.

Langzeitarbeitslosigkeit und Maßnahmen

Die Zahl der tatsächlich Arbeitslosen sinkt auch. Sie liegt nicht bei 2,54, sondern bei 3,51 Millionen Personen. Hierin werden zum Beispiel Langzeitarbeitslose über 55 Jahre eingerechnet, kranke Arbeitslose, oder solche die gerade in einer der legendären Fortbildungsmaßnahmen geparkt werden. Sie alle sind arbeitslos, gelten aber für die offizielle Zählung nicht als arbeitslos. Ihre Zahl sank im Monatsvergleich nur um 1.000 Personen, im Jahresvergleich aber immerhin um 232.000. Hier mal die Dimension des aktuellen „Weiterbildungsapparats“. Zitat Bundesagentur für Arbeit:

Im Februar 2018 haben nach vorläufigen Daten 846.000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilgenommen. Das waren 8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Förderung durch Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik lag damit bezogen auf die Summe der aktivierbaren Personen leicht unter dem Niveau des Vorjahres (-0,6 Prozentpunkte).

Und trotzdem klappt es nicht die große Masse der Langzeitarbeitslosen unterzubringen!

Man sieht daran auf kurze Sicht: Die offiziellen Arbeitslosenzahlen sinken im Monatsvergleich um 24.000, die tatsächliche Gesamtzahl aber nur um 1.000. Das kann nur eines heißen: Personen, die erst vor Kurzem arbeitslos wurden, fanden zügig neue Jobs. Die Langzeitarbeitslosigkeit muss demnach aber gestiegen sein.

In der folgenden Grafik sieht man die Zahl neu geschaffener Stellen mit zweimonatiger Verzögerung. Man sieht die Steigerungen/Verluste im Jahresvergleich, ausgehend vom Monat Dezember – denn diese Zahlen werden stets zwei Monate verzögert präsentiert. Wie immer kommt die große Masse neuer Jobs von den Dienstleistungen. Die Finanzbranche baut immer mehr ab.

Arbeitsmarkt

Flüchtlinge

Die Zahl arbeitsloser Flüchtlinge steigt nicht wirklich an. Das liegt nach wie vor daran, dass auch nach Aussagen der Bundesagentur für Arbeit die meisten Flüchtlinge wie auch die vorher schon vorhandenen Langzeitarbeitslosen in Weiterbildungsmaßnahmen untergebracht sind. In diesem Fall kommen noch Integrations- und Sprachkurse hinzu. Das kann alles lange dauern. Und bis dahin sind diese Personen wie auch die Langzeitarbeitslosen offiziell als „Unterbeschäftigt“ klassifiziert. Zwei Zitate dazu von der Bundesagentur für Arbeit:

Danach waren im Februar 2018 in Deutschland 179.000 geflüchtete Menschen in der Arbeitslosigkeit registriert. Die Unterbeschäftigung für diese Personen wird im Februar auf 409.000 geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosen um 2.000 oder 1 Prozent und die der Personen in der Unterbeschäftigung geschätzt um 18.000 oder 5 Prozent zugenommen.

Ein hoher Einsatz von Integrationskursen und Fördermaßnahmen hat den Zuwachs der Arbeitslosigkeit in Grenzen gehalten. Entsprechend fiel die Unterbeschäftigung, die den Einsatz dieser Maßnahmen berücksichtigt, geschätzt um 30.000 oder 7 Prozent größer aus als vor einem Jahr. Zugleich ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Staatsangehörigen aus den wichtigsten nichteuropäischen
Asylherkunftsländern im Dezember um 79.000 oder 60 Prozent gestiegen.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Volker Rockel

    1. Juni 2018 09:35 at 09:35

    Ich bin jetzt doch noch einmal der Quelle nachgegangen!- Die statistische Aussage findet sich in einer Statistik der BA aus April 2018 ( „Fluchtmigration“, hier Seite 12) und traf eine Aussage über „Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten“ mit Stand Februar 2018.

    Im März 2018 waren es übrigens 223.000 „sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten“.

    Es lohnt sich aber auch ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre zu werfen um zu einer differenzierten Würdigung der Zahlenlage kommen zu können (die nachfolgende Zahlenlage entstammt jeweils dem Zeitpunkt des Zähltages März des jeweiligen Jahres aus der vorbenannten Statistik der BA): 60.000 in 2013, 64.000 in 2014, 73.000 in 2015, 93.000 in 2016, 139.000 in 2017 und 223.000 in 2018.

    D.h. aber auch,- dass man/frau wohl die seit 2013 nach Deutschland gekommen Flüchtlinge in die Betrachtung zu der erreichten Quote zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten mit einbeziehen muss!

    Und das Verhältnis stellt sich dann alles andere als „wirklich“ positiv dar ….

  2. Avatar

    Michelle

    2. Dezember 2019 20:23 at 20:23

    Dasist doch ein Witz ,diese Eingliederungsmaßnahmen sind doch ein Joke wie fast alle dieser Massnahmen,woher wollen sie denn für diese Menschen tun die teilweise nicht lesen und schreiben önnen,schon gar nicht deutsch.
    Das Arbeitsamt schafft es ja nicht einmal Menschen mit Abschluss und Ausbildung zu helfen,dass ist so eine unglaubliche Verarsche mir wird echt schlecht.

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Einzelhandelsumsätze boomen in der Coronakrise – bis auf ein Segment

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Leeres Einkaufszentrum als Symbol für die Coronakrise

Wenn man in der Coronakrise schon kein Geld für Restaurants, Theater, Kinos oder Urlaubsreisen ausgeben kann, dann kann man doch immerhin noch sein Haus, seine Wohnung oder den Garten verschönern? Und zuhause gut essen ist ja auch drin. Dementsprechend wandeln sich die Einzelhandelsumsätze in den letzten Monaten.

Unterm Strich geben die Deutschen deutlich mehr aus als noch im Vorjahr, und auch mehr als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. Dies wird untermauert durch die vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Oktober. Sie steigen im Vergleich zu Oktober 2019 um 8,2 Prozent, und im Vergleich zu Februar 2020 um 5,9 Prozent. Das ist eindeutig. Der Onlinehandel boomt am Stärksten, die Heimwerkermärkte boomen, und auch der Lebensmitteleinzelhandel. Ein klarer Wink hin zu mehr Konsum in den eigenen vier Wänden. Nur der stationäre Einzelhandel mit Bekleidung ist spürbar rückläufig. Klar, wenn man deutlich weniger ausgeht, hat man auch weniger den Drang neue Klamotten zu kaufen. Hier die Detailangaben der Statistiker über die Einzelhandelsumsätze im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Oktober 2020 real 7,3 % und nominal 10,3 % mehr um als im Oktober 2019. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkte real 7,9 % und nominal 10,9 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 3,0 % und nominal 6,5 % mehr um.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 9,0 % und nominal um 9,4 %. Das größte Umsatzplus mit real 29,8 % und nominal 31,1 % erzielte der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 14,2 %. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau waren dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -6,4 % und -2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Einzelhandelsumsätze für Oktober im Detail

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Autoindustrie: Die Stimmung hat sich brutal verfinstert!

Claudio Kummerfeld

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Riesiger Parkplatz mit unzähligen Autos

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie (Hersteller und Zulieferer) hat sich brutal verfinstert. Laut heute früh veröffentlichten Umfrageergebnissen des ifo-Instituts ist die aktuelle Geschäftslage der Branche zwar noch akzeptabel mit einem Wert von +7,2 Punkten nach -2 Punkten im Oktober. Aber die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sinken aktuell dramatisch ab, von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November! Der Chart zeigt den Absturz der Stimmungslage in der Autoindustrie in den letzten Monaten. Im Moment läuft es noch, aber der Blick in die Zukunft macht die Firmen gegenwärtig nicht glücklich, so ifo aktuell in seiner Headline-Aussage. Weitere Aussagen hier im Wortlaut:

„Im Oktober haben wir einen Einbruch bei den gewerblichen Neuzulassungen gesehen. Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, aufgrund der großen Unsicherheit bei den Unternehmen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Die Unternehmen gaben an, ihre Produktion deutlich drosseln zu wollen. Der Indikator sank von plus 38,6 Punkte auf minus 0,5 Punkte. Die Exporterwartungen fielen deutlich von plus 19,0 Punkten im Oktober auf minus 5,0 Punkte. Auch gab immer noch die Mehrheit der Unternehmen an, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 34,6 Punkte.

Der Auftragsbestand konnte zuletzt nicht mehr so stark zulegen. Der entsprechende Indikator sank deutlich auf 6,2 Punkte, nach 29,3 im Oktober. Der Bestand im Fertigwarenlager ist allerdings weiterhin geringer als saisonüblich. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 4,9 Punkte.

Chart zeigt Verlauf der Geschäftserwartungen der Autoindustrie

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Der heutige Anstieg bei Gold (hier der jüngste Bericht auf FMW dazu) ist für mich der erste Hinweis, dass für einen Long-Einstieg etwas möglich sein könnte. Jetzt fehlt noch ein Trigger. Das Szenario hierfür bespreche ich im folgenden Video.

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