Folgen Sie uns

Europa

Arbeitsmarkt: „Glänzende Aussichten, Rekorderwartung bei Beschäftigung“

Rekorde am Arbeitsmarkt. Rekorde, Rekorde, Rekorde. Gut, dass ein Heer an Arbeitslosen durch optische Täuschungen nicht als arbeitslos gezählt wird, obwohl diese Personen Arbeitslosengeld oder Hartz 4 erhalten – geschenkt. Dass die weit überwiegende…

Avatar

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Rekorde am Arbeitsmarkt. Rekorde, Rekorde, Rekorde. Gut, dass ein Heer an Arbeitslosen durch optische Täuschungen nicht als arbeitslos gezählt wird, obwohl diese Personen Arbeitslosengeld oder Hartz 4 erhalten – geschenkt. Dass die weit überwiegende Zahl neuer Jobs in schlecht oder extrem schlecht bezahlten Tätigkeiten geschaffen wird – geschenkt. Die Gesamtzahlen sehen mehr als blendend aus, das muss man dennoch sagen.

Aussicht für den Arbeitsmarkt

Kurz bevor am Monatsende die Bundesagentur für Arbeit ihre Monatsdaten zur Arbeitslosigkeit und Beschäftigung vermeldet, veröffentlicht heute wie üblich die Behörden-Tochter „IAB“ (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) ihr „IAB-Arbeitsmarktbarometer“. Es beruht auf den Erwartungen der einzelnen Agenturen vor Ort für die Arbeitslosigkeit und für die Beschäftigung.

Und was die Komponente „Beschäftigung“ (Schaffung neuer Jobs) angeht, sind die Aussichten mehr als glänzend, so die IAB. Das Barometer für diese Komponente habe im Februar gegenüber Januar um 0,2 Punkte auf 107,4 Punkte zugelegt, was ein Allzeithoch darstelle. Zitat IAB:

„Kräftige Konjunktur, steiler Aufwärtstrend in Bereichen wie IT und Pflege, hohe Zuwanderung – derzeit kommt für eine starke Beschäftigungsentwicklung alles zusammen“, erklärt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Die Beschäftigungsaussichten seien glänzend. Arbeitskräfte würden dabei insgesamt knapper. Das führe dazu, dass die Zahl unbesetzter Stellen weiter zunehme und die Betriebe sich immer seltener von Beschäftigten trennten.

Arbeitslosigkeit bremst den Gesamtrekord

Der „totale super Gesamtrekord“ am Arbeitsmarkt in dieser Vorschau wird gebremst, weil die Arbeitslosigkeit als zweite Komponente des Gesamtindex nicht ebenfalls weiter ansteigt (fallende Arbeitslosigkeit). Bis zur Vollbeschäftigung sei es noch weit. Anmerkung unsererseits: „Vollbeschäftigung“ bedeutet nicht eine Arbeitslosigkeit von 0%, sondern grob gesagt 3% oder 4%. Denn wie man weiß, gibt es beispielsweise kranke oder drogenabhängige Arbeitslose, die nicht vermittelbar sind usw. Zitat IAB:

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verbleibt im Februar bei 104,8 Punkten, weil die Arbeitslosigkeitskomponente um 0,2 auf 102,2 Punkte nachgibt. Damit haben sich die Aussichten für die Arbeitslosigkeitsentwicklung seit dem Höhepunkt im Oktober 2017 etwas abgedämpft, liegen aber noch immer auf gutem Niveau: „Bis zur Vollbeschäftigung ist es noch weit, aber der Abbau der Arbeitslosigkeit ist beachtlich“, so Weber. Ein Gutteil der Entwicklung gehe allerdings auf den aktuellen Konjunkturboom zurück. Wenn dieser ende, werde sich der Abbau der Arbeitslosigkeit nicht mehr so fortsetzen.


Wie man im Chart sieht, steigt die „Beschäftigungskomponente“ (grün) über das Hoch aus 2011.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    26. Februar 2018 15:42 at 15:42

    Angesichts des massiven Angebotes an (Hochqualifizierten-) Fachkräften dürfte doch faktisch eine Quote von 0 % stehen oder täusche ich mich ?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Arbeitslosigkeit in Deutschland vor starkem Anstieg – ifo mit Frühwarnung

Avatar

Veröffentlicht

am

Steht Deutschland vor einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit? Das ifo Institut hat soeben das ifo Beschäftigungsbarometer veröffentlicht, das auf monatlichen Meldungen von  ca. 9000  Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß-und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors basiert. Das Barometer stürzt so stark ab, wie noch nie seit Einführung (also seit dem Jahr 2002). Neueinstellungen würden gestoppt, Deutschland erlebe in Sachen Jobs eine „Vollbremsung“. Eine deutlich steigende Arbeitslosigkeit scheint damit vorgrogrammert zu sein!

Hier der Wortlaut von ifo:

„Die deutschen Unternehmen legen bei den Personalplanungen eine Vollbremsung hin. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im März deutlich gefallen auf 93,4 Punkte, von 98,0 Punkten im Februar. Das ist der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002. Es ist zudem der niedrigste Wert seit Januar 2010. Neueinstellungen werden gestoppt. Der Handel, die Dienstleister und der Bau verzeichnen neue Rekorde beim Rückgang des Barometers. Im Handel wird es verstärkt Entlassungen geben, bei den Dienstleistern in geringem Umfang. Nur auf dem Bau gibt es keine Änderungen beim Personal. In der Industrie ist das Barometer wenig gefallen. Jedoch waren auch schon vorher Entlassungen vorgesehen. Das wird sich jetzt fortsetzen.“

Der Chart des ifo Beschäftigungsbarometers im freien Fall:

Kommt die Massenarbeitslosigkeit in Deutschand? Der ifo Beschäftigungsbarometer deutet darauf hin

Grafik: ifo

Auch Deutschland wird von einer Welle der Arbeitslosigkeit erfaßt werden – je länger der lockdown durch die Corona-Krise dauert, um so größer wird das Problem werden.

Gestern gab es in den USA einen historisch nie dagewesenen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe:


source: tradingeconomics.com

Die Zahl der sich neu arbeitssuchend Meldenden übersteigt mehrfach die bisherigen Rekorde in Krisen der Vergangenheit:

Die Arbeitslosigkeit wird in Deutschlsnd stark ansteigen

weiterlesen

Europa

Exporte: So brutal brechen die Erwartungen aktuell ein

Avatar

Veröffentlicht

am

Viele deutschen Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Dass die deutschen Exporte einbrechen und dass die Stimmung mies ist, das war zu erwarten. Aber wie mies ist die Erwartungshaltung aktuell? Das kann man an den Exporterwartungen ablesen, welche das ifo-Institut heute ganz frisch veröffentlicht hat. Die Daten basieren auf ca. 2.300 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Die Unternehmen werden gebeten, ihre Exporterwartungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Sie können ihre Erwartungen für die nächsten drei Monate als „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“ kennzeichnen. Der Saldowert der Planungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „zunehmen“ und „abnehmen“. Und was kam raus? Der Chart zeigt den aktuell katastrophalen Absturz! ifo dazu mit seiner Aussage im Wortlaut:

Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im März von minus 1,11 auf minus 19,8 Punkte gefallen. Dies ist der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009. Die Corona- Pandemie bremst den weltweiten Handel aus. Die länderübergreifende Logistik wird schwieriger. Deutschland als Exportnation ist besonders davon betroffen. Die Exporterwartungen sind in nahezu allen Industriebranchen gesunken, teilweise deutlich. Besonders hart trifft es die Autoindustrie, welche mit deutlichen Rückgängen bei den Exporten rechnet. Auch im Maschinenbau ist der Ausblick düster. Gleiches gilt auch für die Hersteller von Textilien und Bekleidung. Ein vergleichsweise moderater Rückgang war bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen und in der Chemischen Industrie zu beobachten.

ifo Exporterwartungen als Grafik

weiterlesen

Europa

ifo Geschäftsklimaindex: „Zwei Quartale schwere Rezession“, „zwischen -5% und -20%“

Anteil der sich pessimistisch äussernden Unternehmen ist in den letzten Tagen noch einmal deutlich gestiegen

Avatar

Veröffentlicht

am

Soeben hat das ifo Institut den finalen ifo Geschäftsklimaindex für März veröffentlicht – mit katastrophalen Zahlen vor allem aus dem Diensleistungssektor. In der Vorwoche hat das ifo Institut schon vorläufige Zahlen veröffentlicht – nun hat sich die Lage in der finalen Auswertung noch einmal verschlechtert:

– ifo Geschäftsklimaindex 86,1 (Erstveröffentlichung für März war 87,7)

– aktuelle Lage 93,0 (Erstveröffentlichung für März war 93,6)

– Geschäftserwartungen 79,7 (Erstveröffentlichung für März war 81,9)

Dazu kommentiert ifo (Klaus Wohlrabe):

– Stimmung hat sich ausserordentlich verschlechtert, stäkrster jemals verzeichneter Monatsrückgang

– Anteil der sich pessimistisch äussernden Unternehmen ist in den letzten Tagen noch einmal deutlich gestiegen

– Dienstleistungsindex so stark gefallen wie seit Berechnung (2005) noch nie, verarbeitendes Gewerbe so schlecht wie seit 2009 nicht mehr

– Handel eingebrochen, Baugewerbe nur moderat gesunken

– wird mindestens zwei Quartale schwere Rezession geben: BIP-Einbruch zwischen -5% und -20%, je nach Länge des shutdowns

Dazu die Pressemitteilung des ifo im Wortlaut:

ifo Geschäftsklimaindex bricht ein

„München, 25. März 2020 – Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich außerordentlich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 86,1 Punkte eingebrochen, nach 96,0 Punkten[1] im Februar. Dies ist der stärkste jemals gemessene Rückgang im wiedervereinigten Deutschland und der niedrigste Wert seit Juli 2009. Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen verdüsterten sich wie nie zuvor. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage sind deutlich gefallen. Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock.

Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zur vorläufigen Veröffentlichung vom 19.3., als er bei 87,7 Punkten lag, nochmals um 1,6 Punkte gesunken. Die Lagebeurteilungen sanken seitdem um 0,8 Punkte, die Erwartungen um 2,3 Punkte.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index auf den niedrigsten Stand seit August 2009 gefallen. Einen stärkeren Rückgang gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. Der Rückgang der Erwartungen ist mit Blick auf 70 Jahre Umfragen in der Industrie historisch einmalig. Der Indikator der aktuellen Lage sank weniger stark. In allen Industriezweigen ist der Index gefallen, teilweise recht deutlich. Viele Unternehmen haben Produktionskürzungen angekündigt.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindikator so stark gefallen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005. Dies gilt sowohl für die Einschätzung der Geschäftslage als auch für die Erwartungen.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator eingebrochen. Die Erwartungen stürzten auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Auch die aktuelle Lage schätzten die Unternehmen merklich weniger gut ein. Groß- und Einzelhandel sind gleichermaßen stark negativ getroffen. Positive Ausnahmen sind Lebensmittel- und Drogeriemärkte.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index vergleichsweise moderat gesunken. Die Bauunternehmen sind gegenwärtig mit ihrer aktuellen Lage noch sehr zufrieden. Der Ausblick hat sich jedoch deutlich verschlechtert.

Clemens Fuest“

 

Der ifo Geschäftsklimaindex zeigt, dass in Deutschland eine Rezession mit BIP-Einbruch zwischen -5% und -20% bevorsteht

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage