Am Donnerstag meldet sich die Bundesagentur für Arbeit mit ihren neuesten Daten zum deutschen Arbeitsmarkt im Juli. Geht der Absturz weiter, steigt die Arbeitslosigkeit? Lange Zeit konnten Arbeitsplatzverluste in der Industrie durch neue Jobs im Gesundheitswesen und beim Staat aufgefangen werden, so dass die Gesamtstatistik nicht all zu schlimm aussah. Aber das hat sich in den letzten Monaten geändert.
Zu viel wird in der Industrie abgebaut. Die Dimension der Deindustrialisierung und Jobverluste sah man jüngst bei der Branche Metall und Elektro. Dort sank die Zahl der Beschäftigten im Mai um gut 10.000 auf 3,83 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies einen Rückgang um 2,5 Prozent oder 98.400 Stellen.
ifo: Deutlich entfernt vom Aufschwung am Arbeitsmarkt
Die Unternehmen in Deutschland bauen weiterhin Stellen ab, wenn auch seltener als im Vormonat, so meldet es heute das ifo-Institut im Zuge der Meldung des Beschäftigungsbarometers für Juli. Das Barometer stieg zwar leicht von 93,7 auf 94,0 Punkte. Von einem Aufschwung am Arbeitsmarkt sei man aber noch deutlich entfernt, so ifo. Die Unternehmen würden vorsichtig bleiben und würden immer noch mehr Stellen abbauen, als dass sie neue schaffen.
Nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat ist das Beschäftigungsbarometer in der Industrie aktuell leicht gestiegen. Dennoch sieht fast keine Branche Spielraum für Neueinstellungen, so ifo. Die Dienstleister planen mit einem nahezu gleichbleibenden Personalbestand: Wobei das Gastgewerbe weiterhin Stellen streicht, sucht der IT-Sektor neues Personal. Das Baugewerbe ist zuversichtlich und sucht neue Arbeitskräfte. Dagegen planen sowohl der Groß- als auch der Einzelhandel mit einem geringeren Personalbedarf.
IAB zeigt ein wenig Optimismus
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, ist aktuell verhalten optimistisch für den deutschen Arbeitsmarkt. Das heute gemeldete IAB-Arbeitsmarktbarometer erreicht im Juli mit dem vierten Anstieg in Folge wieder die neutrale Marke von 100 Punkten. Nach dem trüben Frühjahr lässt der Pessimismus der Arbeitsagenturen stark nach, so das IAB. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Punkte auf die neutrale Marke von exakt 100 Punkten.
Grund für den Anstieg ist laut IAB eine starke Verbesserung der Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Diese legt im Juli um 1,5 Punkte auf 99,6 Punkte zu. Insgesamt hat die Komponente seit März mehr als drei Punkte gewonnen und ist nur noch leicht pessimistisch. Im August wird die Arbeitslosigkeit laut IAB auf über 3 Millionen steigen. Aber wenn sich die Trendwende durchsetzt, werde das eine kurze Episode bleiben. Die Beschäftigungskomponente gibt nach dem Anstieg im Vormonat wieder etwas nach. Nach einem Rückgang um 0,2 Punkte auf 100,3 Punkte bleibt sie aber weiterhin im leicht positiven Bereich.
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