Der Arbeitsmarkt in den USA hat Probleme: Laut Daten der Outplacement-Firma Challenger, Gray & Christmas haben US-Arbeitgeber im September ihre Einstellungspläne zurückgefahren. Positiv ist allerdings, dass auch weniger Stellenstreichungen angekündigt wurden, wie Bloomberg berichtet. Vieles aber deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt in den USA immer schwächer wird.
US-Arbeitsmarkt: -71% neue Stellen im Vergleich zum Vorjahr
Im vergangenen Monat kündigten Unternehmen Pläne zur Schaffung von 117.313 neuen Arbeitsplätzen an, was einem Rückgang von -71 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und den schwächsten September für Einstellungsabsichten seit 2011 darstellt. Der am heutigen Donnerstag veröffentlichte Bericht stellte einen deutlichen Rückgang der saisonalen Einstellungspläne im Vergleich zu den Vorjahren fest.
Von Januar bis September kündigten US-Arbeitgeber Pläne zur Schaffung von fast 205.000 Arbeitsplätzen an, was den schwächsten Jahresverlauf seit 2009 darstellt.
Separate Daten, die am Donnerstag von Revelio Labs veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Beschäftigung im September um etwa 60.000 gestiegen ist – eine Verbesserung gegenüber dem Vormonat. Die Zuwächse wurden vor allem durch Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen sowie den Einzelhandel getragen. Die Beschäftigtenzahlen in den Bereichen Freizeit und Gastgewerbe sowie Unternehmensdienstleistungen gingen zurück.
Unterdessen zeigten die Challenger-Daten, dass Unternehmen im letzten Monat Pläne zum Abbau von 54.064 Arbeitsplätzen bekannt gaben, was einem Rückgang von fast 26 % gegenüber dem Vorjahr und weniger als den im August angekündigten 85.979 entspricht. Geplante Kürzungen führen nicht unbedingt zu sofortigen Entlassungen.
US-Arbeitsmarkt: Low hiring, low firing
Der Bericht zeigt einen Arbeitsmarkt, auf dem sowohl Einstellungen als auch Entlassungen begrenzt sind („Low hiring, low firing“). Ökonomen und politische Entscheidungsträger werden sich aufgrund des Stillstands der US-Regierung verstärkt auf private Berichte wie die Daten von Challenger und Revelio Labs stützen, um Hinweise auf die Lage des Arbeitsmarktes und der Gesamtwirtschaft zu erhalten. Bekanntlich werden von staatlichen Stellen im government shutdown keine Zahlen zur Wirtschaft veröffentlicht.
Revelio Labs schätzt, dass das Bureau of Labor Statistics für September einen Beschäftigungszuwachs von etwa 38.000 gemeldet hätte.
„Derzeit haben wir es mit einem stagnierenden Arbeitsmarkt, Kostensteigerungen und einer transformativen neuen Technologie zu tun“, sagte Andy Challenger, Senior Vice President bei Challenger, Gray & Christmas, in einer Erklärung. „Angesichts der bevorstehenden Zinssenkungen könnte es im vierten Quartal zu einer gewissen Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt kommen, aber andere Faktoren könnten Arbeitgeber dazu veranlassen, weiterhin Entlassungen zu planen oder Einstellungen zurückzuhalten.“
Bislang haben Arbeitgeber in diesem Jahr Pläne zum Abbau von 946.426 Arbeitsplätzen angekündigt, die höchste Zahl für einen vergleichbaren Zeitraum seit 2020 während der Pandemie. Am deutlichsten war der Stellenabbau in der Regierung, darunter mehr als 289.000 Stellen im Zusammenhang mit Kosteneinsparungsmaßnahmen des Department of Government Efficiency (DOGE).
Am Mittwoch teilte Russell Vought, Haushaltsdirektor des Weißen Hauses, den Gesetzgebern mit, dass einige Bundesbehörden nach der Schließung der Regierung schnell Mitarbeiter entlassen werden, wie aus Kreisen bekannt wurde, die mit den Äußerungen vertraut sind und anonym bleiben wollten, um über eine private Sitzung zu sprechen.
FMW/Bloomberg
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stillstand am immobilienmarkt (mehrer quartale), stillstand am arbeitsmarkt (vermutlich auch schon längst, den daten kann man ja nicht trauen), stillstand ausserhalb der tech-blase, stillstand in china, stillstand in europa, stillstand in japan … und die börsen klettern von einem ath zum nächsten.
finde den fehler.
@ost…kein Stillstand bei der Liquiditätsausweitung…Fehler gefunden…
das scheint jemand die verstecke der ostereier zu kennen.
die frage ist nur wann der kipppunkt bei der inflation erreicht ist, der zu viele abhängt.
Einfach alles stärker umverteilen. Ist wie eine Währungsreform oder ein Lastenausgleich. Dann geht’s wieder von vorne los.
Der Aktienmarkt ist doch längst zum Finanzparkplatz geworden und der ist überfüllt.
Mit realen Wirtschaftsdaten von Unternehmen hat das immer weniger zu tun.
Nichtdestotzrotz wäre ich nicht zu sicher, vorstellbar sid viele Ereignisse, die plötzlich Kapital abfordern könnten.