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Europa

Arbeitsmarkt „stabil“ – hilft die große Angst vor der „Angebotsverknappung“?

Claudio Kummerfeld

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am

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich aktuell oberflächlich stabil, so möchten wir es ausdrücken. Die Arbeitslosigkeit ist im Februar sogar um 30.000 Personen gesunken auf jetzt offiziell 2,395 Millionen Arbeitslose. Gegenüber Februar 2019 sind es 23.000 mehr. Auch das ist immer noch ein kaum erwähnenswerter Zuwachs, wenn man die seit Monaten laufende Rezession in der Industrie bedenkt.

Was ist hier los? Halten Bau und Dienstleistungen dank dem starken Binnenkonsum derart gut dagegen, dass die Rezession in der Industrie insgesamt am Arbeitsmarkt kaum auffällt? Es scheint so zu sein (die Daten auf Seite 8 des heutigen Berichts der Agentur gehen auch in diese Richtung). Der Demografiewandel scheint dabei auch eine Rolle zu spielen. Schauen wir uns die Kurzarbeit an. Laut heutigen Daten aus Nürnberg bezogen im Dezember (Daten werden zwei Monate verzögert veröffentlicht) 90.000 Personen Kurzarbeitergeld. Die Schätzung für Februar liegt bei 119.000, und für März bei 124.000 Beziehern von Kurzarbeitergeld. Das ist zwar eine Steigerung, aber bei der aktuell starken Rezession der Industrie ist auch das noch ein Klacks!

Die Kurzarbeit steigt also relativ geringfügig, und auch die offizielle Arbeitslosigkeit hält sich auf einem extrem niedrigen Niveau. Die Vermutung lautet: Dank des Demografiewandels sehen die Arbeitgeber seit einiger Zeit verstärkt, wie wenig qualifizierte Bewerber überhaupt noch auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind. Deshalb vermeiden sie es selbst in dieser aktuell schlechten Konjunkturlage so gut wie nur irgend möglich qualifiziertes Personal in der Produktion vor die Tür zu setzen. Denn die Angst könnte groß sein, dass nach dem Ende von Coronavirus und Industrie-Rezession die globale Nachfrage die Auftragsbücher wieder schnell füllt, und dass man dann da steht ohne das nötige Fachpersonal – und der Arbeitsmarkt bietet nichts mehr an, weil die entlassenen Mitarbeiter womöglich woanders untergekommen sind? Also lieber am wertvollen Personal festhalten?

Zwar gibt es immer wieder Meldungen von Entlassungen bei großen und mittelständischen Unternehmen. Aber auf die offizielle und inoffizielle Arbeitslosigkeit scheint das keinen großen negativen Effekt zu haben – jedenfalls noch nicht! Die Headline-Aussage der Bundesagentur für Arbeit für die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt lautet wie folgt:

Das deutsche Wirtschaftswachstum stagnierte im Schlussquartal 2019. Im gesamten Jahr ergibt sich damit ein moderates Wachstum von 0,6 Prozent. Für das erste Quartal 2020 zeichnet sich noch keine grundlegende Änderung der Konjunktur ab. Auf dem Arbeitsmarkt sind Spuren der konjunkturellen Abschwächung erkennbar, zum Jahresbeginn zeigt er sich aber weiter stabil. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt erneut zu, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern fällt schwächer aus. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Februar saisonbereinigt gesunken, was allerdings auch mit dem außergewöhnlich milden Winterwetter zusammenhängen dürfte. Im Vergleich zum Vorjahr haben Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung etwas zugenommen. Während in der konjunkturnahen Arbeitslosenversicherung im Vorjahresvergleich deutliche Anstiege zu verzeichnen sind, werden Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in der Grundsicherung weiter unterschritten.

Arbeitsmarkt Statistik Februar

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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am

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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Europa

Aktuell: ZEW-Index schwach – neuer Realismus?

Markus Fugmann

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Jeden Monat wird der ZEW-Index vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhoben. Der Index gilt daher als ein wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Die gerade veröffentlichten Daten sind wie folgt ausgefallen:

Der ZEW-Index (Konjunkturerwartungen Oktober) ist mit +56,0 Punkten deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +73,0; Vormonat war +71,5).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei -59,5 (Prognose war -60,0; Vormonat war -66,2) – damit sehen wir erneut eine starke Divergenz zwischen Erwartung und der Einschätzung der aktuellen Lage, wobei die aktuelle Lage nun jedoch skeptischer gesehen wird.

Dazu das ZEW: Erwartungen gehen erheblich zurück, große Unsicherheit wegen steigender Corona-Zahlen, dazu Unsicherheit vor US-Wahl..

Der ZEW-Index ist nach dem ifo Index der wichtigste Indikator für die deutsche Wirtschaft

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Devisen

Industrieproduktion in Italien: Ist das die große Wende für Europa? Euro steigt

Claudio Kummerfeld

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Italien-Flagge

Offizielle Daten zur Industrieproduktion in Italien für August wurden heute veröffentlicht. Und siehe da, was für eine Überraschung. Das übelst gebeutelte Italien feiert (zumindest gemäß dieser Daten) ein Comeback. Die Industrieproduktion steigt im Vergleich zu Juli um satte 7,7 Prozent, während ein Plus von lediglich 1 Prozent erwartet wurde. Im Durchschnitt der letzten drei Monate steigt sie im Vergleich zum Durchschnitt der vorigen drei Monate um 34,6 Prozent. Aber noch deutlich wichtiger ist, dass sie im Jahresvergleich zu August 2019 nur noch um 0,3 Prozent gesunken ist. Damit kann man sagen, dass die Industrie in Italien das Corona-Tal verlassen hat.


source: tradingeconomics.com


source: tradingeconomics.com

Gleich nach Veröffentlichung der Zahlen zur Industrieproduktion in Italien machte der Euro gegen den US-Dollar einen Sprung nach oben, von 1,1775 auf 1,1801. Das ist zwar nicht viel, aber bei der minimalen Volatilität der letzten zwei Handelstage war der Ausreißer nach oben direkt ab 10 Uhr heute Vormittag klar erkennbar. Der Devisenmarkt zeigt sich freudig überrascht von den Italien-Daten. Der kleine Euro-Anstieg ist derzeit auch ein Grund dafür, dass der US-Dollar heute insgesamt weiter fällt, was man in Form des US-Dollar-Index gut erkennen kann. Er ist ein Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen, wo der Euro das Hauptgewicht darstellt.

Frage: Wenn schon Italien mit seiner Industrieproduktion glänzen kann, schafft es dann ganz Europa in diesem Herbst wirtschaftlich wieder nach oben? Man weiß es immer erst hinterher.

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