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Europa

Arbeitsmarkt: Steht in Deutschland die Wende bevor?

Steht in Deutschland am Arbeitsmarkt jetzt nach Jahren des Booms eine Wende bevor?

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Steht in Deutschland am Arbeitsmarkt jetzt nach Jahren des Booms eine Wende bevor? Obwohl sich die deutsche Industrie bereits eindeutig in einer Rezession befindet, liegt das Gesamtwachstum für das Bruttoinlandsprodukt immer noch knapp im positiven Bereich. Die Gründe hierfür sind hinreichend bekannt, der Bauboom, der florierende Dienstleistungssektor und ausgabefreudige Konsumenten infolge der rekordniedrigen Arbeitslosigkeit und spürbarer Lohnsteigerungen. Im Zusammenhang mit den aktuellen Arbeitsmarktdaten werden erste Zweifel laut und dies liegt vor allem an den zahlreichen angekündigten Maßnahmen der Industrie zur Restrukturierung, verbunden mit Entlassungen.

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Die Ankündigungen der Unternehmen und die Folgen für den Arbeitsmarkt in Deutschland

Es verging in letzter Zeit kaum eine Woche, in der nicht von Rationalisierungsmaßnahmen in der Industrie zu lesen war, schwerpunktmäßig zunächst im Automobilsektor und seiner Zulieferindustrie. Inzwischen sind aber ziemlich viele Branchen betroffen.

Hier eine kleine Zusammenstellung der Abbauvorhaben großer Konzerne :

BASF, bis 2021 Streichung von 6000 Stellen, 3000 in Deutschland
Bayer, bis 2021 Streichung von 12000 Stellen
Deutsche Bank, noch unbestätigt 15.000 bis 20.000 Stellen
Ford 5000 Stellen in Deutschland
Siemens 1400 Stellen in Deutschland
Volkswagen bis 2020 Abbau von 23.000 Stellen, bis 2023 Streichung weiterer 4000 Stellen, allerdings sollen auch 11.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden
Auch die Deutsche Telekom, RWE uns SAP haben ihre Belegschaft schon auf entsprechende Schritte hingewiesen
Noch deutlicher dürfte dies in den Zulieferindustrien zu spüren sein, insbesondere in auf Verbrennungsmotoren spezialisierten Unternehmen.

 

Die Gründe für den Stellenabbau

Diese sind leicht ausgemacht. Umbruch in den Geschäftsmodellen, Digitalisierung und natürlich der Handelsstreit über dessen Dimensionen hier schon öfters berichtet wurde. Zwar gab es ein weltweites Aufatmen nach dem Waffenstillstand und der Aufnahme neuer Gespräche zwischen den USA und China beim G20-Gipfel, aber schon wenige Tage später kam die nächste Ernüchterung. Neue Zölle der Vereinigten Staaten gegenüber der EU und da gibt es ja noch das große Damoklesschwert in Form von Zöllen gegenüber Deutschlands Vorzeigebranche, der Automobilindustrie. Die Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt wären verheerend! Noch läuft die Schonfrist.

 

Fazit

Der Aufbau sozialpflichtiger Arbeitsplätze vom ersten Quartal im Jahr 2009 mit 29,5 Millionen Beschäftigten bis zu Q4 im Jahr 2018 mit 33,29 Millionen Werktätigen könnte sich dem Ende zuneigen. Für das Exportland Deutschland kommen mehrere Faktoren zusammen, wie oben aufgezeigt.

Auf der anderen Seite werden auch viele Stellen entstehen, für die es aber viel Vorarbeit in Form von Fortbildung bedarf. Sollte sich die Schwäche der Weltwirtschaft fortsetzen (globale Frühindikatoren bei 48 Punkten), wird dies früher oder später die deutsche Binnennachfrage tangieren – und damit den Arbeitsmarkt. Eine Entkopplung der Industriekonjunktur vom Rest der Wirtschaft ist nicht vorstellbar. Sollte es zu Massenentlassungen in der Industrie kommen, sänken die verfügbaren Einkommen und parallel die Konsumlaune der Verbraucher.

Eine Rezession wäre unvermeidlich.

Ökonomen glauben an den Aufschwung im zweiten Halbjahr, aber woher soll die Initialzündung kommen? Von einer Abkehr vom Protektionismus? Wohl eher nicht. Spannend wird für mich wieder die Konstellation sein, die zugleich typisch wie verwunderlich war – in früheren Zyklen. Wird es wieder so sein, dass zu dem Zeitraum, zu dem die offiziellen Stellen das Auftreten einer Rezession bestätigen, die Aktienmärkte bereits ihre Talsohle durchschritten haben? Wir werden es sehen.

Die Politik stemmt sich in vielen Ländern massiv gegen eine mögliche Rezession, einer Bereinigung von Fehlentwicklungen innerhalb eines langen Aufschwungs. Warum eigentlich? Klar bedroht ein Wirtschaftsabschwung wegen der sozialen Auswirkungen die eigene Wiederwahl (eine entscheidende Triebfeder für jede wirtschaftspolitische Entscheidung in den USA im Hinblick auf 2020), aber ist eine zyklische Rezession nicht geradezu ein Muss innerhalb einer funktionierenden Marktwirtschaft? Wegen der Katharsis, der Disruption und der dringend erforderlichen Entzombifizierung der Unternehmenswelt?

Aber vermutlich ist die hohe Verschuldungsrate von Staaten, Unternehmen und Verbrauchern die große Sorge der Geldpolitik, die vielen alleine schon beim Gedanken an eine Rezession den Schweiß auf die Stirn treibt.

 

Bald mehr Arbeitssuchende weil der Arbeitsmarkt abkühlt?

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Europa

Aktuell: Deutsche Industrie leicht erholt – aber „Gefahr anhaltender Rezession“

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Soeben wurden die deutschen Einkaufsmanagerindizes (Markit PMI; August) veröffentlicht:

 

Verarbeitendes Gewerbe 43,6 (Prognose war 43,0; Vormonat war 43,2)

 

Dienstleistung  53,3  (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,6)

Gesamtindex 54,4  (Prognose war 50,5; Vormonat war 50,9)

 

Dazu Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Die deutsche Wirtschaft blieb auch im August zweigeteilt: Der Servicesektor expandierte weiter, die Industrie steckte noch immer tief in der Krise. Zwar hat sich das Wirtschaftswachstum leicht beschleunigt, die Gefahr einer anhaltenden Rezession im dritten Quartal 2019 ist damit jedoch keineswegs gebannt – insbesondere vor dem Hintergrund besorgniserregender Frühindikatoren. Der Service-Index hat leicht nachgegeben, er kennzeichnet allerdings noch immer robustes Wachstum. Bei einigen Unterindizes zeigen sich jedoch auch bei den Dienstleisternerste Risse, zum Beispiel beim Auftragseingang, der kaum noch Zuwächse auswies, und bei den Geschäftsaussichten, die auf den tiefsten Wert seit knapp fünf Jahren gesunken sind. Auch in der Industrie hat sich der Ausblick weiter verschlechtert und ist mittlerweile auf einem Rekordtief. Überdies schlug sich die hartnäckige Auftragsflaute immer deutlicher auf dem Arbeitsmarkt nieder. So kam der Stellenaufbau fast zum Erliegen, was auf Kapazitätsüberhänge und ein generell miserables Geschäftsklima zurückzuführen war.“

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Europa

Erzeugerpreise mau: Strom +8,4%, Schweine +18%, Kartoffeln +16%, Butter -31%

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Die Erzeugerpreise sind neben den Großhandelspreisen und Importpreisen der wichtige Indikator für die letztendlichen Verbraucherpreise (Inflation). Vor wenigen Augenblicken hat das Statistische Bundesamt die Erzeugerpreise für den Monat Juli veröffentlicht. Sie steigen um 1,1% gegenüber Juli 2018. Die prozentuale Steigerungsrate ist somit weiter rückläufig nach 1,2%, 1,9% und 2,5% in den drei Vormonaten. Ohne Erzeugerpreise für Energie wäre der Schnitt nur um 0,7% gestiegen. In den einzelnen Bereichen erzeugter Produkte sieht man enorme Preisveränderungen gegenüber dem Vorjahr.

Hier Details der Statistiker im Wortlaut:

Den höchsten Einfluss auf die Entwicklung der Erzeugerpreise insgesamt hatte im Juli 2019 die Preisentwicklung bei elektrischem Strom. Dieser war um 8,4 % teurer als im Juli 2018 (+2,2 % gegenüber Juni 2019). Energie insgesamt war um 2,1 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat Juni 2019 stiegen die Energiepreise um 0,7 %.

Verbrauchsgüter waren im Juli 2019 um 1,7 % teurer als im Juli 2018. Gegenüber dem Vormonat Juni 2019 sanken diese Preise um 0,2 %. Nahrungsmittel waren um 2,2 % teurer als im Vorjahresmonat. Die höchsten Preisveränderungen gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen auch im Juli 2019 Schweinefleisch (+18,1 %) und verarbeitete Kartoffeln (+15,8 %) auf. Billiger als im Juli 2018 waren insbesondere Butter (-31,4 %) und Zucker (-16 %). Kaffee kostete 6,3 % weniger als ein Jahr zuvor.

Die Preise für Investitionsgüter lagen im Juli 2019 um 1,5 % höher als ein Jahr zuvor. Gebrauchsgüter waren im Juli 2019 um 1,3 % teurer als im Juli 2018.

Vorleistungsgüter waren im Juli 2019 um 0,7 % billiger als im Juli 2018. Einen stärkeren Preisrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat hatte es letztmalig im September 2016 gegeben (-1,1 %). Gegenüber dem Vormonat Juni 2019 sanken diese Preise um 0,4 %. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem elektronische integrierte Schaltungen (-14 %). Metallische Sekundärrohstoffe kosteten 13,6 % weniger, Metalle 2,7 % weniger. Einen überdurchschnittlich hohen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen unter anderem Edelmetalle und Halbzeug daraus (+10,8 %), Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+7,8 %) und Getreidemehl mit einem Plus von 7,0 % auf.

Erzeugerpreise Juli Chart

Erzeugerpreise Deutschland Juli

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Europa

Leistungsbilanz Eurozone: Überschuss sinkt deutlich, so gering wie seit 2017 nicht mehr

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Die sogenannte „Leistungsbilanz“ beinhaltet nicht nur Außenhandelsüberschüsse und Defizite im Warenhandel, sondern auch aus Dienstleistungen, Kapitalerträge usw. Sie spiegelt also den effektiven Geldfluss wieder und gibt an, ob ein Land oder ein Wirtschaftsraum unterm Strich Mittelzuflüsse oder Mittelabflüsse erlebt. Für die Eurozone hat die EZB heute den aktuellsten Wert für die Leistungsbilanz für den Monat Juni präsentiert. Mit einen Überschuss von 18,0 Milliarden Euro hat man 11,7 Milliarden Euro schlechter abgeschnitten als noch im Mai mit +29,7 Milliarden Euro.

Im Januar (sechster Balken von rechts) gab es ein kurzes Aufflackern nach oben, was im Februar und März nach unten korrigiert wurde. Jetzt hat der Überschuss den niedrigsten Wert seit Anfang 2017 erreicht. Die Grafik zeigt den gesamten Saldo als blaue Linie, wo man aktuell den Abwärtshaken erkennen kann. Das Sekundäreinkommen (blaue Balken) ist ansteigend. Dabei geht es um Gelder, die von Ausländern in der Eurozone verdient und dann in ihre Heimat transferiert werden. Dieses Geld wird also den Volkswirtschaften in der Eurozone entzogen, und ist somit der einzige Negativwert bei der Errechnung der Leistungsbilanz.

Dann haben wir den Warenhandel (orange Balken), der traditionell für Europa dank der Exporte immer im positiven Bereich liegt, vor allem dank der immensen deutschen Überschüsse. Man kann im letzten Balken (Juni) einen Rückgang im Warenhandelsüberschuss sehen in Relation zum Vormonat. Der rote Balken steht für die Überschüsse im Außenhandel mit Dienstleistungen. Auch er schrumpft Das Primäreinkommen (in grün, vor allem Kapitalerträge und Investments aus dem Ausland) wird ebenfalls kleiner!

In den 12 Monaten bis inklusive Juni 2019 entstand für die Eurozone ein Überschuss in der Leistungsbilanz in Höhe von 318 Milliarden Euro. In den 12 Monaten davor (bis Juni 2018) waren es noch +391 Milliarden Euro. In diesem aussagekräftigeren Vergleich erkennt man einen deutlichen Rückgang der Überschüsse. Aber hey… im Vergleich zur Außenhandelsstatistik der USA leben wir hier immer noch in paradiesischen Zuständen. Es strömt netto viel Geld nach Europa.

Leistungsbilanz Eurozone Juni

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