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Archegos: Die Pleite – George Soros und Warren Buffett profitieren

Die Pleite von Archegos - und wer davon profitiert

Die spektakuläre Pleite von Archegos hat große Wellen geschlagen!

Bei Phasen großer Spekulation oder auch in Rezessionen gibt es aber immer wieder Anleger, die in der Folge davon profitieren und mit ihren Cashpositionen Unternehmenswerte zu Ausverkaufspreisen aufsammeln. So wie Warren Buffett, der mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway schon sieben Rezessionen überstanden hat. Derzeit tut ihm es der gleichaltrige Hedgefonds Manager George Soros gleich, der die Pleite des Spezialfonds Archegos nutzte und billig Anteile aufsammelte. Die letzte Pflichtveröffentlichung für Investoren, die so genannten 13F-Berichte, brachten es ans Licht.

Der Quartalsbericht des Soros-Hedgefonds und Archegos

Gespannt blickt die Anlegerwelt immer wieder auf die Quartalsberichte von institutionellen Managern, die über 100 Millionen Dollar an Kapitalanlagen in den USA verwalten und die der SEC (United States Securities and Exchange Commission) vorgelegt werden müssen. Wie zum Beispiel bei Warren Buffetts Berkshire Hathaway, was regelmäßig zu Kursreaktionen führt, wenn das Orakel von Omaha größere Umschichtungen vornimmt.

Oder aktuell beim 90-jährigen Hedgefondsmanager George Soros, der die spektakuläre Pleite des Family Offices Archegos Capital Management zu seinen Gunsten genutzt hat. Der gebürtige Ungar mit seinem Soros Fund Management erwarb in großen Blöcken Aktien von Viacom CBS, Discovery und Baidu. Das geht aus der eingereichten Börsen-Pflichtmitteilung hervor. Die im ersten Quartal gekauften Titel des Medienkonzerns Viacom CBS hatten (zu diesem Zeitpunkt) einen Wert von 194 Millionen Dollar, die des Technologiekonzerns Baidu 77 Millionen Dollar, dazu kamen noch 46 Millionen Dollar für Vipshop Holdings sowie 34 Millionen Dollar für Tencent Music Entertainment Group.

Archegos war, wie bei FMW ausführlich dargelegt, Opfer der eigenen Gier, indem man vielfach gehebelt Wetten in Höhe von 100 Milliarden Dollar auf chinesische und US-Unternehmen eingegangen war. Der bereits vorbelastete Hedgefondsmanager Bill Hwang kaschierte die große Kreditaufnahme und scheiterte bei Kursrückgängen am berüchtigten Margin Call, dessen Nachschussforderumgen sein Familiy Office nicht mehr bewältigen konnte.

Der Gesamtschaden durch Archegos dürfte sich auf 10 Milliarden Dollar belaufen, allein 5 Milliarden Dollar für die Credit Suisse. Der Fonds von Soros hat schon die Frühphase der Corona-Krise genutzt und vier Milliarden Dollar am Markt investiert. Die Jahresrendite soll 30 Prozent betragen, was aus der Pflichtmitteilung des 27 Milliarden Portfolios hervorgeht, wie sich der Fonds insgesamt geschlagen hat. Dennoch wäre diese Performance direkt ein wenig mager in Relation zu den Zuwächsen, die nahezu alle großen Märkte innerhalb der letzten zwölf Monate gebracht haben.

Fazit

Diese Schnäppchenjagd dürfte nur der Anfang sein, schließlich wird auf Teufel hinaus spekuliert, mit viel billigem Geld und unter Einsatz von Hebel. Was zwangsläufig dann rasch zu Schieflagen führen muss, wenn sich die Finanzierungsbedingungen ändern und davon ist bei der jetzigen Steigerung der Inflation auszugehen. Nutznießer sind häufig erfahrene Investoren, die über ein gerüttelt Maß an Geduld und Disziplin aufbringen müssen, um dem Fear of Missing out – FOMO – zu widerstehen.

So wie Buffett, der schon mehrmals festgestellt hat: „Das meiste Geld habe ich auf meinem Hintern verdient.“



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3 Kommentare

  1. Ich denke auch das Tencent Music und Vipshop jetzt ein gutes Kaufniveau haben, viele werden ein bisschen zu früh eingestiegen sein.

  2. Das ist ja genau was Spekulation definiert. Da wird weder Vermögen geschaffen, noch vernichtet. Es wird lediglich umverteilt. Und es gibt halt talentierte und untalentierte Pokerspieler, wobei der Kontostand der Spieler nach einer längeren Spielzeit untrüglich die Talentierten identifiziert.

    Noch eine kleine Anmerkung:
    „Archegos war […] Opfer der eigenen Gier, „. Nö. Wer hohe Risiken eingeht kann eben auch alles verlieren. Das ist wie beim Lotto. Mach ich auch manchmal, auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes des Einsatzes enorm hoch ist. Hätten die den Jackpot gezogen, dann würden sie jetzt als „geniale Anleger“ gefeiert, obwohl es doch nur pures Glück gewesen wäre.

    Psychologen nennen den Effekt „Kontrollfiktion“. Bei Finanzmarktspielern ist diese Illusionsvariante besonders ausgeprägt. Und Leute wie Buffett wissen das. Deswegen hockt er ja auch auf Milliarden und die anderen auf Verlusten.

  3. Mal ein dickes Lob an das finanzmarktwelt Team.
    Eure Berichte aber auch speziell die Fugmann Videos sind wirklich Klasse.

    Das tut bei all dem Brei im Internet gut..

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