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Argentinien zurück im monströs netten Würgegriff des IWF

Argentinien ist da, wo es in seiner gruseligsten Zeit des Finanzdesasters schon einmal war – in den Händen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dabei war man in der Kirchner-Ära so stolz gewesen die IWF-Kredite abgezahlt zu haben. Den freien Markt tauschte man in der Kirchner-Ära ein für eine Art merkwürdig abgeschottete sozialistische Marktwirtschaft. Irgendwie war man ein freies Land, aber mit Kapitalverkehrskontrollen, vielen merkwürdigen Regeln, vielen Subventionen für ärmere Schichten usw. Letztlich führte die Kirchner-Zeit in eine elendig lange Abwärtsspirale.

Der „arme“ Herr Macri muss nun als Präsident aufräumen, nur die Zeit fehlt ihm. Durch den jüngsten Auftrieb des US-Dollar wurde seine marktliberale Politik zum Desaster für die armen Massen des Landes. Wir berichteten vor Kurzem bereits über die dramatische Abwertung des argentinischen Peso. Die Notenbank verkaufte Devisenreserven in Massen gegen den Peso und erhöhte den Leitzins dramatisch auf 40% – ohne gewünschte Wirkung auf den Peso. So verteuern sich die Importe für die Bürger dramatisch, und damit die Lebenshaltungskosten.

Wenn das so anhält, wählen die Bürger bei der nächsten Wahl wieder einen Kandidaten aus der Sozialisten-Ecke? Der arme Herr Macri hatte eben kaum Zeit sich zu beweisen! Diese Woche nun kroch er auf den Knien zurück zum IWF, was er vorher in einer Fernsehansprache ans Volk verkündete. Das war ein regelrechter Schock für die Argentinier, die im IWF quasi den Teufel sehen. IWF-Chefin Lagarde bestätigt aktuell, dass argentinische Offizielle und Mitarbeiter des IWF damit beauftragt wurden so schnell wie möglich eine Hilfe für Argentinien auszuarbeiten.

Gemeint ist damit laut IWF ein sogenanntes „Stand-by Arrangement“. Gemunkelt wird in Finanzkreisen von einem Volumen zwischen 20-30 Milliarden US-Dollar. Dieser Kredit soll wohl wie eine Art Dispo fungieren – er muss nicht sofort genutzt werden, sondern soll eher als Drohkulisse für die Finanzmärkte dienen. Das kann fruchten – wenn Zocker wüssten, dass Argentinien jederzeit in Milliardenhöhe Dollars verkaufen und damit den eigenen Peso kaufen kann. Ähnlich wie beim Dispo dürften wohl auch hier deftige Zinsen fällig werden. Und dass er in Anspruch genommen wird, ist ja wohl mehr als wahrscheinlich.

Auch wenn der IWF schreibt, dass man nun zügig Verhandlungen für so eine Vereinbarung aufnehmen wolle, so ist der Text des IWF mehr als eindeutig. Man hat sich längst auf den Kredit geeinigt, und Argentinien ist zurück in der IWF-Würgegriff (oder doch eher unter dem „Hilfsschirm“ des IWF?). Denn wie es zum guten Ton beim IWF gehört, wird man wohl das übliche vom Kreditnehmer verlangen. Ausgaben kürzen, finanziell gesunden, die Finanzmärkte von seiner Seriosität überzeugen usw. Ähnlich erfolgreich waren die Euro-Partner ja schon seit Jahren in Griechenland…  Zitat Christine Lagarde:

“Minister Dujovne and I met today to discuss how the IMF can best help the authorities strengthen the Argentine economy in light of renewed and significant financial market volatility. Our meeting was a timely opportunity for Minister Dujovne to reaffirm the government’s economic priorities and plans, and for me to hear how best the IMF can support the government’s important efforts.

“I stressed my strong support for Argentina’s reforms to date, and expressed the Fund’s readiness to continue to assist the government. Minister Dujovne has requested that our teams work together toward a high access Stand-By Arrangement in support of the authorities’ comprehensive economic program.

“I have briefed the IMF’s Executive Board on the progress we have made and I have instructed the IMF team to continue discussions toward a Fund-supported program. Minister Dujovne and I agreed that our shared goal is to reach a rapid conclusion of these discussions.”

Aktuell hilft selbst die Ankündigung der IWF-Kredite dem Peso nicht auf die Beine. Aktuell zahlt man 22,70 Peso für einen US-Dollar.

Argentinien braucht Geld - hier in der IWF-Zentrale wird verhandelt
Die Zentrale des IWF in Washington DC. Foto: IWF / Gemeinfrei



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1 Kommentar

  1. Der angebene Dolarkurs zum Pesos stimmt nicht, galt vor einem Monat, also Ende März. Sie sollten Ihre Angaben der jetztigen Realität anpasssen. Heute den 11.5.2018 zahlt man für einen Dolar 24,30 Pesos. Voludos y Belodudos

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